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Kulturnachrichten

Sonntag, 5. August 2018

Kreml plant neues Kunst-Zentrum auf der Krim

Sechs russische Meisterwerke ziehen auf die annektierte Halbinsel

Die russische Regierung plant ein Kunst-Zentrum in der Krim-Hauptstadt Sewastopol, mit dem sie der Halbinsel mehr kulturellen Glanz verleihen will. In dem Gebäudekomplex sollen eine Oper, ein Ballett-Theater, ein Kino und eine Tanzschule untergebracht werden, erklärte die stellvertretende Ministerpräsidentin Olga Golodetz. Zudem sollen russische Meisterwerke ausgestellt werden, die namhafte Museen wie die Eremitage in Sankt Petersburg und die Tretjakow-Galerie in Moskau zur Verfügung stellen. Mit dem Zentrum solle Sewastopol in eine Kultur-Metropole verwandelt werden, die auch mehr Touristen anziehe. Das Projekt stellt einen weiteren Schritt dar, die annektierte Krim an den russischen Staat anzuschließen.

Positive Bilanz beim Wacken Open Air 2018

Polizei und Seelsorge blicken auf friedliches Festival zurück

Im schleswig-holsteinischen Dorf Wacken ist das diesjährige Heavy-Metal-Festival "Wacken Open Air" friedlich zu Ende gegangen. Insgesamt sei das WOA 2018 als sehr gelungen, sehr heiß und äußerst friedlich zu bewerten, teilte die Polizeidirektion Itzehoe mit. Auch Landesjugendpastor Tilman Lautzas zog für das von ihm geleitete Seelsorgeteam eine positive Bilanz. Durch die extreme Trockenheit mussten Polizei und Feuerwehr in diesem Jahr vor allem Bränden vorbeugen. "Der Mix aus Sensibilisierung der Fans und Wässerung der Flächen hat sich bestens bewährt", teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr hatte sehr wenige Einsätze zu verzeichnen. Anders sah es bei den Sanitätern aus: Durch die große Hitze habe die Zahl der zu Versorgenden deutlich zugenommen, hieß es. Größere Verletzungen blieben jedoch eher die Ausnahme.

Haruki Murakami: Schreiben ist wie Tanzen

Wie in der Musik gehe es um Rhythmus, Harmonie und Improvisation

Der japanische Bestseller-Autor Haruki Murakami hat bei dem japanischen Sender Tokyo FM sein Radio-Debut gegeben: in einer voraufgezeichneten einstündigen Sendung sprach der Autor über seine Arbeit, die eng mit der Musik und dem Laufen verbunden sei. Murakami begann zeitgleich mit dem Schreiben regelmäßig joggen zu gehen und ist inzwischen Marathonläufer. Bei Tokyo FM stellte er mehrere Musiktitel vor, die er beim Laufen höre, wie "Madison Times" von Donal Fagen und "Heigh-Ho/Whistle While You Work/Yo Ho (A Pirate’s Life for Me)" von Brian Wilson von den Beach Boys. Murakami, der in den 1970er Jahren eine Jazzbar in Tokio betrieb, hat mehrere seiner Bücher nach Liedtiteln benannt.

Isabel Allende fordert Verständnis für Flüchtlinge

Niemand verlasse einfach so seine Heimat

Die chilenisch-amerikanische Schriftstellerin Isabel Allende wünscht sich mehr Verständnis für Flüchtlinge aus Lateinamerika. "All jene Menschen, die versuchen, die Grenze zu den USA auf gefährlichem Weg durch die Wüste zu überqueren, die kommen heute doch gar nicht mehr wegen des amerikanischen Traums. Niemand glaubt mehr an den amerikanischen Traum", sagte sie im Interview der "Welt am Sonntag". Die Menschen flüchten, weil sie in ihren Heimatländern um ihr Leben fürchten. Niemand verlasse "einfach so seine Heimat, seine Sprache, seine Familie", betonte Allende, die selbst 1975 vor dem Pinochet-Regime aus Chile nach Venezuela flüchtete. Viele Menschen, die heute aus Lateinamerika in die USA kämen, wüssten, "dass man ihnen dort eher feindselig gegenübersteht. Niemand nimmt so etwas in Kauf, wenn er nicht wirklich verzweifelt ist."

Russland macht Steven Seagal zum Sonderbotschafter

Der Action-Darsteller soll die russisch-amerikanischen Beziehungen verbessern

Das russische Außenministerium hat Steven Seagal zum Sonderbotschafter für humanitäre Beziehungen mit den USA ernannt. Er solle er sich ehrenamtlich um den Ausbau der gesellschaftlichen und kulturellen Kontakte kümmern, teilte das Ministerium in Moskau mit. Sprecherin Maria Sacharowa postete auf Facebook ein Bild von Seagal mit ihr selbst und schrieb dazu: "Mit einem Arbeitskollegen". Der Action-Darsteller, bekannt aus Filmen wie "Nico" oder "Hard to Kill", bezeichnete die Ernennung als "große Ehre". Er habe sich immer für eine Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen eingesetzt, ließ er über einen Sprecher mitteilen. Kremlchef Wladimir Putin pflegt seit mehreren Jahren eine Freundschaft zu dem Kampfsportler und Schauspieler und verlieh ihm 2016 auch die russische Staatsbürgerschaft.

Stuttgart soll Opernsanierung endlich voranbringen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann sieht Landeshauptstadt am Zug

Die Generalsanierung des Opernhauses in Stuttgart ist zwar beschlossene Sache, aber wo und "ob die Ersatzspielstätte ein Provisorium ist oder eine Nachnutzung geplant ist", das müsse die Landeshauptstadt klären - findet der grüne Landesvater Winfried Kretschmann. Pläne, Oper und Ballett für die wohl auf fünf Jahre angelegte Sanierung im alten Paketpostamt unterzubringen, waren zuletzt an den Kosten von 116 Millionen Euro gescheitert. Eine Task-Force ist nun auf der Suche nach möglichen Standorten für eine Interimsspielstätte. Ergebnisse solle es im Herbst geben, sagte eine Sprecherin der Stadt. Erst wenn es eine Lösung dafür gibt, kann die auf mehrere Hundert Millionen Euro geschätzte Opernsanierung beginnen. Ballettintendant Reid Anderson und Opernintendant Jossi Wieler hatten bei ihrem Abschied beklagt, dass alles viel zu langsam gehe. Kretschmann äußerte sich zudem besorgt über die Kulturmeile, die durch die Baustelle Stuttgart 21 unter "Stress" stehe.

Mehr Geschichtsbewusstsein durch "Jugend erinnert"

Das will die Kulturstaatsministerin mit einem neuen Programm erreichen

Junge Menschen sollten sich "stärker mit der deutschen Vergangenheit auseinandersetzen und dem erschreckenderweise wieder wachsenden Antisemitismus entgegentreten". Das sind die Gründe für Monika Grütters zur Gründung der Initiative "Jugend erinnert". Vom kommenden Jahr an sind in ihrem Haushalt dafür zunächst zwei Millionen Euro vorgesehen. In Zusammenarbeit mit Historikern und Bildungsexperten würden derzeit praxisnahe Programme entwickelt werden, so die CDU-Politikerin. "In Ergänzung zu den üblichen Schulklassenfahrten wollen wir in Zusammenarbeit mit den Gedenkstätten für junge Menschen jeder Herkunft qualifizierte Angebote eröffnen, die eine persönliche Auseinandersetzung mit Diktatur und Gewalt ermöglichen", sagte sie. Zudem soll die pädagogische Arbeit der bundesgeförderten Gedenkstätten durch 22 neue Stellen gestärkt werden.

Türkisches Staatsfernsehen kritisiert ESC

Eurovision Song Contest sei "unmoralisch"

Für den Intendanten des von der öffentlichen Hand finanzierten Senders TRT, Ibrahim Eren, ist der ESC eine "ernste Gefahr für Anstand und Moral der Türken". In der Zeitung "Hürriyet" sagte er, die europäischen Veranstalter hätten "ihre Werte verraten". Solange dies nicht korrigiert sei, werde sein Land nicht an dem Musikwettstreit teilnehmen. Die Türkei hatte 2012 die Live-Übertragung des Spektakels eingestellt. Offizieller Anlass war damals die Entscheidung der Veranstalter, den fünf wichtigsten Geldgebern des europäischen Wettbewerbs - unter ihnen Deutschland - automatisch einen Platz im Finale des Song Contest zu gewähren.

Patrick Stewart bleibt Jean-Luc Picart

Das kündigte der britische Schauspieler auf Twitter an

In der neuen Serie von Star Trek werde er wieder als Captain Jean-Luc Picard zu sehen sein und könne noch einmal neue Dimensionen dieser Figur erkunden, schrieb der 78-Jährige. Zunächst sollen die fortgesetzten Abenteuer von Raumschiff Enterprise nur im Streaming-Dienst CBS All Access zu sehen sein.

Antisemitismus-Kontroverse rund um Ruhrtriennale

Intendantin Stefanie Carp meldet sich zu Wort

Die Einladung, Ausladung und Wiedereinladung der Band "Young Fathers" zur diesjährigen Ruhrtriennale zieht weiter Kreise. Nun hat sich die Intendantin, Stefanie Carp, in einem Offenen Brief zu Wort gemeldet und erklärt, dass am geplanten Termin am 18. August und an den geplanten Gästen festgehalten werde. Dass es sich dabei um einen Samstag und damit um Schabbat handle, tue ihr leid. Eine Verschiebung auf einen anderen Tag oder auf eine sehr späte Stunde hätte aber zur Folge, dass die meisten Gäste die Teilnahme absagen müssten. Der Israelischen Botschaft und den jüdischen Landesverbänden bot sie an, eine Videobotschaft zu schicken. Die HipHop-Gruppe distanziert sich nicht von der umstrittenen israelkritischen Bewegung BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) und lehnt die Wiedereinladung zum Ruhr-Festival ab. Die israelische Botschaft in Deutschland hatte eine Podiumsdiskussion zur Freiheit der Kunst kritisiert und die Teilnahme daran abgelehnt. Auch die Landesverbände der jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen hatten die geplante Podiumsdiskussion kritisiert, indes eine Teilnahme gefordert.

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