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Kulturnachrichten

Freitag, 25. August 2017

Russischer Regisseur Serebrennikow ficht Hausarrest an

Leiter des Moskauer Gogol-Theaters soll staatliche Gelder unterschlagen haben

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow hat gegen den verhängten Hausarrest Berufung eingelegt. Seine Anwälte hätten entsprechende Unterlagen in Moskau eingereicht, bestätigte ein Gerichtssprecher. Wann über die Berufung entschieden werde, sei noch nicht bekannt. Serebrennikow steht seit Mittwoch wegen Betrugsverdachts unter Hausarrest. Das Staatliche Ermittlungskomitee wirft ihm vor umgerechnet knapp eine Million Euro staatlicher Gelder unterschlagen zu haben. Bis zum 19. Oktober darf der Regisseur seine Wohnung im Moskauer Stadtzentrum nicht verlassen, kein Internet verwenden oder Post verschicken.

Kultursenator: Volksbühne muss festes Ensemble bilden

Das sei vertraglich vereinbart

Berlins Kultursenator Klaus Lederer ist zuversichtlich, dass der neue Volksbühnen-Intendant Chris Dercon ein festes Ensemble aufbauen wird. Es sei vertraglich vereinbart worden, die Bühne als Repertoire- und Ensembletheater zu entwickeln, sagte Lederer. "Der beste Weg, Kritik zu begegnen, ist zu beweisen, dass man seine Aufgabe bewältigt. Diese Chance hat Chris Dercon verdient", sagte der Senator mit Blick auf Stimmen, die befürchten, dass an der Volksbühne künftig nur noch Gäste auftreten werden. Lederer selbst hatte zunächst im Herbst angekündigt, die Personalie Dercon auf den Prüfstand zu stellen - sich dann aber zum Vertrag mir dem belgischen Kulturmanager bekannt. Dercons Gegner halten ihn für ungeeignet, Nachfolger von Frank Castorf zu werden. Sie fürchten um das Profil der Bühne. Theater-Mitarbeiter hatten in einem offenen Brief gegen Dercon protestiert, der zuletzt das Londoner Museum Tate Modern leitete.

Schleswig-Holstein Musik Festival mit Besucherrekord

171.000 Gäste besuchten rund 200 Konzerte

Mit einem Besucherrekord ist das Schleswig-Holstein Musik Festival zu Ende gegangen. 171.000 Menschen hörten Konzerte an 107 Spielstätten, 20.000 mehr als im Vorjahr. Festivalintendant Christian Kuhnt führt den gestiegenen Zuschauer-Zuspruch und die Auslastung der Konzerte von 90% auch auf die Konzeption des diesjährigen Programms zurück. "Die großartige Bilanz zeigt, dass unser Publikum der Idee des Komponistenschwerpunkts und des Porträtsolisten mit immer größer werdender Neugier folgt" sagte Kuhnt. Das Festival stellte in diesem Jahr den französischen Komponisten Maurice Ravel (1875-1937) und den israelischen Mandolinisten Avi Avital ins Zentrum seines Programms. Auch die prominenten Dirigenten Herbert Blomstedt, Jaap van Zweden, Yuri Temirkanov, Thomas Hengelbrock und Ton Koopman zogen das Publikum an.

Deutscher Kulturrat: Computerspiele sind Kulturgut

Für Geschäftsführer Zimmermann können digitale Spiele auch Kunstwerke sein

Für den Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sind Computerspiele selbstverständlich Teil des Kulturguts. Mittlerweile werde die kulturelle Bedeutung von Computerspielen deutlich hervorgehoben, sagte Zimmermann in Berlin anlässlich der in Köln stattfindenden Spielemesse Gamescom und ergänzte: "Manche Perlen unter den Computerspielen sind sogar Kunstwerke." Nach der 2007 begonnen Kontroverse über die Erweiterung des Kultur- und Kunstbegriffs auf Computerspiele zweifle heute kaum noch jemand an deren kulturellen Wert. Dass in vielen Computerspielen Gewalt ein Rolle spiele, sei kein einschränkendes Kriterium bei der Bewertung. Auch in "Romanen, Filmen und der Bildenden Kunst ist Gewalt ein wichtiges Handlungsmotiv", sagte Zimmermann. Die Kunstfreiheit sei nicht an die Qualität des Werkes gebunden sei und gelte auch für Computerspiele. Der zehnjährige Kampf für Computerspiele als Kulturgut sei damit erfolgreich gewesen.

Documenta-Kontroverse endet versöhnlich

Autor zerreist öffentlich das umstrittene Gedicht

Die Kontroverse um die geplante documenta-Performance "Auschwitz on the beach" hat ein versöhnliches Ende genommen. Der italienische Autor und Aktivist Franco Berardi zerriss in einer als "Shame on you" angekündigten Ersatzveranstaltung sein Gedicht, das umstrittene Vergleiche der Schicksale von Flüchtlingen mit dem Holocaust enthielt. Zur Veranstaltung hatte die documenta anstelle der nach Protesten abgesetzten Performance ins Fridericianum in Kassel eingeladen.

Erste Ausstellung im Palästinensischen Museum

15 Monate nach der Eröffnung zeigt des Museum eine Jerusalem-Ausstellung

Das Palästinensische Museum bei Ramallah präsentiert mit "Jerusalem lives" (Jerusalem lebt) 15 Monate nach der Eröffnung seine erste Ausstellung. "Wir haben Jerusalem gewählt, weil wir erzählen werden, was wirklich mit den Palästinensern und Palästina aktuell passiert, vom Standpunkt Jerusalem aus betrachtet", sagte der Generaldirektor des Museums, Mahmud Hawari. Rund 50 Werke von etwa 40 palästinensischen und ausländischen Künstlern werden ab Sonntag zu sehen sein. Das Museum befindet sich auf dem Gelände der Birseit-Universität. Das größte Museum für palästinensische Kunst und Geschichte wurde im Mai 2016 eröffnet. Es will auch an Flucht und Vertreibung Hunderttausender Palästinenser nach der israelischen Staatsgründung 1948 erinnern. Bisher stand das rund 25 Millionen Euro teure Gebäude allerdings leer. Die Einrichtung wird privat finanziert, vor allem von der palästinensischen Nichtregierungsorganisation Taawon-Welfare Association.

Einstein-Brief von 1938 in den USA versteigert

Eistein übt Kritik an Vorkriegspremier Neville Chamberlain

Ein Brief des deutsch-amerikanischen Physikers Albert Einstein ist in den USA für umgerechnet rund 26 000 Euro versteigert worden. "Ich gebe keinen Pfifferling mehr für Europas Zukunft", schreibt Einstein in dem Brief an seinen langjährigen Freund Michele Besso, einen Ingenieur in Bern. Den handgeschriebenen Brief mit Poststempel vom 11. Oktober 1938 hatte der Wissenschaftler aus dem Exil in den USA geschickt.

Filmakademie kritisiert Hausarrest für Serebrennikow

Institution will sich für russischen Künstler einsetzen

Die Deutsche Filmakademie hat die Verurteilung des regierungskritischen russischen Regisseurs Kirill Serebrennikow zu Hausarrest scharf kritisiert. "Politische Repressionen gegen Künstler wollen und können wir nicht hinnehmen", betonte Fred Breinersdorfer, Autor und Mitglied der Filmakademie, laut einer Mitteilung. Die Akademie befürchte, dass der Prozess gegen Serebrennikow rein politisch motiviert sei, hieß es weiter. Sie werde die Vorgänge genau beobachten. Zudem werde sie versuchen, über diplomatische Kanäle und persönliche Verbindungen zu russischen Kollegen Hilfe und Unterstützung zu organisieren. Der renommierte Theater- und Filmemacher war am Dienstag in St. Petersburg wegen Betrugsvorwürfen festgenommen worden. In dem in Russland wie im Ausland kritisierten Verfahren gegen den 47-Jährigen verhängte eine Haftrichterin am Mittwoch den Freiheitsentzug. Dieser soll zunächst bis zum 19. Oktober gelten.

US-Schauspieler Jay Thomas gestorben

"Cheers"-Star wurde 69 Jahre alt

Der US-amerikanische Schauspieler Jay Thomas, der in TV-Serien wie "Murphy Brown" und "Cheers" mitwirkte, ist tot. Der an Krebs leidende Schauspieler wurde 69 Jahre alt. Seine Gast-Rolle in der Komödienserie um die fiktive Fernsehreporterin Murphy Brown (gespielt von Candice Bergen) brachte Thomas in den 1990er Jahren zwei Emmy-Trophäen ein. Er spielte auch in Serien wie "Mork vom Ork", "Golden Girls" und "Law & Order" mit.

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