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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. August 2017

Architekt Gunnar Birkerts gestorben

Zu seinen bekanntesten Entwürfen gehört die Lettische Nationalbibliothek in Riga

Der renommierte lettisch-amerikanische Architekt Gunnar Birkerts ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Dies teilte eine Sprecherin der Lettischen Nationalbibliothek unter Berufung auf den Sohn des Architekten mit. Birkerts starb demnach in der Nacht zum Dienstag in seiner Wahlheimat in den USA. "Wir nehmen Abschied von einem legendären Architekten", schrieb der lettische Staatspräsident Raimonds Vejonis auf Twitter. Auch Regierungschef Maris Kucinskis bekundete auf dem Kurznachrichtendienst sein Beileid. Birkerts wurde am 17. Januar 1925 in Riga geboren und galt als einer der bekanntesten Architekten mit lettischen Wurzeln. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs floh er als Jugendlicher vor der Sowjetarmee in den Westen. Er studierte an der Technischen Hochschule Stuttgart und graduierte 1949 als Diplomingenieur. Danach wanderte er in die USA aus. Birkerts entwarf in seinem Leben knapp 300 Gebäude, darunter mehrere preisgekrönte öffentliche Bauten in den USA, die durch Expressivität und Symbolcharakter gekennzeichnet sind. Als sein Hauptwerk gilt der im August 2014 eröffnete Neubau der Lettischen Nationalbibliothek in Riga - eines der umstrittensten Bauvorhaben der lettischen Gegenwart.

Turm des Französischen Doms wird saniert

Aussichtsplattform bleibt bis 2019 geschlossen

Der Turm des Französischen Doms am Berliner Gendarmenmarkt wird für rund fünf Millionen Euro saniert. Bereits im September sollen die Bauarbeiten beginnen und im Frühjahr 2019 enden. Durch veraltete Gebäudetechnik und unzulängliche Rettungswege war die Nutzung der Räume in den oberen Ebenen des Turms seit einigen Jahren nicht mehr möglich. Die Erneuerung sieht eine andere Strukturierung der Räume mit zukünftig mehr Fläche vor. Auch ein zweiter Rettungsweg und ein barrierefreier Zugang soll entstehen. Die Mittel für Arbeiten am Innenraum des Turms trägt das Land Berlin, teilte der Bezirk Mitte mit. Fassaden und Zierelemente des Turms, der auf Veranlassung des preußischen Königs Friedrich der Große gebaut wurde, waren bereits von 2004 bis 2006 instandgesetzt worden.

Erzbistum Olmütz klagt wegen Blumengarten Kroměříž

Der Blumengarten ist derzeit im Besitz des tschechischen Staates

Das mährische Erzbistum Olmütz hat im Streit um den Besitz des barocken Blumengartens Kroměříž (deutsch Kremsier) Klage erhoben. Der Blumengarten bilde einen Komplex mit dem Barockschloss und dem Schlosspark, die der tschechische Staat im Rahmen der Restitutionen an die katholische Kirche zurückgegeben habe, zitierte Radio Prag einen Sprecher der Erzdiözese. Ein Gericht hatte 2016 entschieden, der Blumengarten solle in der Hand des Staates bleiben. Schloss, Schlosspark und Blumengarten gehören als Ensemble seit 1998 zum Weltkulturerbe der Unesco. Die Rückgabe von Immobilien und Liegenschaften, die in kommunistischer Zeit verstaatlicht wurden, gehört bis heute zu den Streitfragen zwischen Kirche und Staat in Tschechien. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben rund 100.000 Immobilien, Grundstücke oder sonstige Güter reklamiert. Insgesamt hat sich der Staat gesetzlich verpflichtet, 56 Prozent der einst konfiszierten Gebäude, Wälder und Grundstücke zurückzugeben.

Geschäftsführer verlässt Leipziger Bach-Archiv

Alexander Steinhilber tritt vorzeitig von seinem Amt zurück

Der Geschäftsführer des Leipziger Bach-Archivs, Alexander Steinhilber, hat um die Auflösung seines Vertrags zum 1. September 2017 gebeten. Wie das Bach-Archiv in Leipzig mitteilte, verlasse Steinhilber Leipzig aus persönlichen Gründen. Er wolle sich künftig anderen beruflichen Herausforderungen zuwenden. Der Direktor des Archivs Peter Wollny äußerte sein Bedauern über den vorzeitigen Rücktritt. Steinhilber habe sich mit "großem persönlichen Engagement für die Belange und Ziele der Stiftung eingesetzt", erklärte er. Es sei ihm "in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit gelungen, wesentliche Impulse zu geben und zukunftsweisende Maßnahmen umzusetzen". Der promovierte Musikwissenschaftler und Kulturmanager Steinhilber hatte die Geschäftsführung der Stiftung Bach-Archiv im Februar 2016 übernommen. Die Stiftung bemühe sich um eine "schnellstmögliche Wiederbesetzung der Position".

Künstler färben aus Protest Moldau rot ein

Der Protest richtet sich gegen die kommerzielle Nutzung der Galerie Mánes

Die Moldau hat sich am Montag Abend im Zentrum von Prag rot gefärbt. Unbekannte hatten Farbe in den Fluss gegossen, die sich laut Angaben der Feuerwehr als ungefährlich herausstellte. Auf Facebook bekannte sich die Künstlergruppe Bolt958 zu der Aktion, mit der sie gegen die kommerzielle Umnutzung des Ausstellungssaals Mánes am Flussufer protestieren wollten. Der Ausstellungssaal war in den Jahren 1928 bis 1930 vom Künstlerverein Mánes erbaut worden. Der funktionalistische Gebäudekomplex neben einem Wasserturm aus dem 15. Jahrhundert ist eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er gehört der Tschechischen Stiftung für Bildende Kunst (NCVU), wird aber zur Zeit für die Vermarktung und den Verkauf von Turnschuhen vermietet. "Das Mánes soll den Künstlern dienen", forderten daher die Aktivisten von Bolt958. "Das Mánes blutet aus und fängt an zu stinken" - so erklärten sie die Wahl der roten Farbe.

Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 steht

Endgültige Entscheidung fällt am 9. Oktober

Die Jury hat die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 veröffentlicht. Die 20 nominierten Romane der Longlist sind: Mirko Bonné: Lichter als der Tag (Schöffling & Co); Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag); Franzobel: Das Floß der Medusa (Paul Zsolnay); Monika Helfer: Schau mich an, wenn ich mit dir rede! (Jung und Jung); Christoph Höhtker: Das Jahr der Frauen (Weissbooks); Thomas Lehr: Schlafende Sonne (Carl Hanser); Jonas Lüscher: Kraft (C.H. Beck); Robert Menasse: Die Hauptstadt (Suhrkamp); Birgit Müller-Wieland: Flugschnee (Otto Müller); Jakob Nolte: Schreckliche Gewalten (Matthes & Seitz Berlin); Marion Poschmann: Die Kieferninseln (Suhrkamp); Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo (Berlin Verlag); Robert Prosser: Phantome (Ullstein fünf); Sven Regener: Wiener Straße (Galiani Berlin); Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp); Ingo Schulze: Peter Holtz (S. Fischer); Michael Wildenhain: Das Singen der Sirenen (Klett-Cotta); Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen (Frankfurter Verlagsanstalt); Christine Wunnicke: Katie (Berenberg); Feridun Zaimoglu: Evangelio (Kiepenheuer & Witsch). Am 12. September wird nach einer weiteren Entscheidungsrunde die Shortlist mit 6 Büchern bekannt gegeben und am 9. Oktober der "Roman des Jahres" ausgewählt.

Swift gewinnt Prozess wegen sexueller Belästigung

US-Sängerin triumphiert - früherer Radio-Moderator muss Schmerzensgeld zahlen

Die US-Sängerin Taylor Swift hat ihren Prozess gegen den früheren Radio-DJ David Mueller gewonnen. Sie hatte Mueller vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben. Der Moderator habe ihr bei einem Fototermin unter den Rock gegriffen, hatte Swift bereits im Juni 2013 gesagt. Mueller hatte daraufhin seinen Job verloren. Das Schwurgericht in Denver gab der Sängerin nun Recht. Auf Wunsch von Swift verurteilte es Mueller zu einem symbolischen Schmerzensgeld in Höhe von einem Dollar. Die 27-Jährige sagte, es gehe ihr darum, allen Frauen zu zeigen, dass man sich gegen sexuellen Missbrauch wehren kann. Nach der Kündigung duch seinen Arbeitgeber hatte zunächst Mueller geklagt und eine Millionenentschädigung verlangt. Swift konterte mit einer Gegenklage wegen Körperverletzung und sexueller Belästigung. Schon am Freitag hatte sie einen Teilsieg errungen, weil die Geschworenen den Vorwurf verwarfen, Swift, ihre Mutter und ein früherer Mitarbeiter seien schuld am Rauswurf Muellers gewesen.

MTV kehrt ins frei empfangbare Fernsehen zurück

Bereits seit März ist MTV frei im Netz und als App verfügbar

Der Musiksender MTV will seine Reichweite ausbauen und kehrt im kommenden Jahr in das frei empfangbare Fernsehen zurück. Nach dem Start des kostenlosen Livestreams auf MTV.de gehe der Sender mit der unverschlüsselten Verbreitung in Deutschland und Österreich ab 2018 weiter auf das junge Publikum zu. MTV wolle seine Zuschauer überall dort erreichen, wo sie sich aufhalten, erklärte Mark Specht, bei der MTV-Muttergesellschaft Viacom für Deutschland, Schweiz und Österreich verantwortlich.

Google entfernt Neonazi-Website aus der Suche

Internetkonzern reagiert auf Artikel zu Unruhen von Charlottesville

Der Suchmaschinen-Betreiber Google hat erklärt, die rechtsradikale Website „Daily Stormer" aus dem Suchregister zu entfernen. Grund dafür sei ein höhnischer Artikel über die Frau, die bei den Unruhen in der US-Kleinstadt Charlottesville ums Leben gekommen war. Die 32-Jährige war von einem mutmaßlich Rechtsradikalen getötet worden, der mit seinem Auto in eine Gruppe von Demonstranten fuhr. Diese protestierten gegen einen Aufmarsch rassistischer und rechter Gruppen. In dem Artikel auf "Daily Stormer" war das Aussehen der Getöteten lächerlich gemacht worden. Außerdem wurde sie wegen ihrer Kinderlosigkeit verspottet. Sie sei auch nicht schnell genug aus dem Weg gegangen, schrieb der Autor. Mit dem Artikel habe der "Daily Stormer" die Geschäftsbedingungen verletzt, begründete Google seinen Schritt. Schon gestern war die Seite kurzzeitig nicht mehr zu erreichen, nachdem der Provider erklärt hatte, den Domainnamen zu löschen.

Kultursenator warnt vor "Desaster" bei Humboldt-Forum

Vorwurf der Realitätsverweigerung an die Verantwortlichen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat vor einem Desaster bei der Konzeption des Humboldt-Forums gewarnt. „Die Verantwortlichen müssen endlich aufhören, sich die Verhältnisse schön- und das Problem wegzureden, sagte Lederer im Interview mit der „Stuttgarter Zeitung und den „Stuttgarter Nachrichten". Lederer mischt sich damit in die Debatte um das künftige Kernstück des Humboldt Forums ein: Die völkerkundliche Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Um die Schau tobt ein Streit, in dem es auch um die koloniale Vergangenheit Deutschlands geht. Zuletzt hatte die Kunsthistorikerin Benedicte Savoy deshalb den Expertenbeirat verlassen und den Verantwortlichen mangelnde Provenienzforschung und Transparenz vorgeworfen. Im Interview verteidigt Lederer die Wissenschaftlerin und wirft den Verantwortlichen der künftigen Ausstellung Realitätsverweigerung vor.

BBC-World Service droht in Hongkong das Aus

DAB-Standard soll Anfang September abgeschaltet werden

Dem letzten verbliebenen BBC-Radioprogramm in Hongkong, dem BBC World Service, droht das Ende. Es wird nur noch über das Digitalradio DAB ausgestrahlt, dieser Standard konnte sich aber nie durchsetzen. Darum schaltet der öffentlich-rechtliche Betreiber RTHK (Radio Television Hong Kong) es Anfang September ab. Weil aber nun bekannt wurde, dass RTHK den BBC-World Service auch über Mittelwelle abschalten will, glauben viele Hongkonger der offiziellen Begründung nicht. Online-Petitionen für den Erhalt wurden ins Leben gerufen, die Aktivisten werfen RTHK vorauseilenden Gehorsam gegenüber den Zensurwächtern in Peking vor. In Hongkong herrscht auch zwanzig Jahre nach Rückgabe an China Pressefreiheit, der Einfluss pekingtreuer Sender nimmt aber seit Jahren zu.

NS-Vergangenheit des Kanzleramts wird erforscht

Forschungsprogramm stellt bis 2020 vier Millionen Euro zur Verfügung

Die Bundesregierung lässt die NS-Vergangenheit des Kanzleramts und anderer zentraler Behörden erforschen. Eine unabhängige Expertenkommission schlug zehn Projekte vor, die der Entwicklung der Behörden vom Nazi-Regime bis in die Nachkriegszeit nachgehen sollen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters stellt für das Forschungsprogramm bis zum Jahr 2020 insgesamt 4 Millionen Euro zur Verfügung, wie ihr Haus mitteilte. So wird die Universität Kassel unter dem Titel "Neue Eliten - etabliertes Personal" untersuchen, wie weit der Neuanfang nach 1945 von Menschen geprägt wurde, die auch zu Hitlers Zeiten schon Karriere machten. Wegen der ressortübergreifenden Bedeutung des Bundeskanzleramts wird es zu dessen Geschichte gleich zwei Forschungsprojekte geben - von der Universität Siegen und vom Institut für Zeitgeschichte in München gemeinsam mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Grütters erklärte, erstmals würden institutionsübergreifende Arbeiten gefördert, die sich nicht am Raster der Behörden orientierten.

Douglas-Sirk-Preis geht an Wim Wenders

Verleihung erfolgt für seine Verdienste um Filmkultur und Filmbranche

Der Douglas-Sirk-Preis des Filmfests Hamburg geht in diesem Jahr an den deutschen Regisseur Wim Wenders. Anlässlich der Deutschlandpremiere seines Films "Submergence" werde Wenders für seine Verdienste um die Filmkultur und die Filmbranche ausgezeichnet, teilte das Filmfest in Hamburg mit. Wenders' Werke stünden wie die kaum eines anderen Regisseurs für deutsches Autorenkino. Wenders soll die Auszeichnung am 13. Oktober in der Hansestadt erhalten. Dann wird sein Liebesfilm nach dem Roman von J. M. Ledgard mit Alicia Vikander und James McAvoy in den Hauptrollen vorgestellt. Der Kinostart ist für den 15. Februar 2018 geplant.

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