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Kulturnachrichten

Dienstag, 30. August 2016

Sachsen-Anhalt wirbt jetzt mit Martin Luther

Autobahnschilder mit Reformation statt Kultur der Frühaufsteher

Martin Luther (1483-1546) verdrängt die Frühaufsteher auf Sachsen-Anhalts Autobahnen. Ab sofort präsentiert sich das Bundesland an den Landesgrenzen mit neuen Autobahnschildern als "Ursprungsland der Reformation". Sie ersetzen die bisherigen Schilder mit dem Slogan "Willkommen im Land der Frühaufsteher". Diese waren im Zuge der 2005 gestarteten Werbe- und Imagekampagne "Wir stehen früher auf" angebracht worden. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verwies bei der Präsentation in Magdeburg darauf, dass es keine neue Imagekampagne des Landes gebe. Vielmehr solle künftig punktuell und zeitlich begrenzt auf Großereignisse in Sachsen-Anhalt wie das Reformationsgedenken 2017 aufmerksam gemacht und so für das Land geworben werden. In Sachsen-Anhalt befinden sich diverse Schauplätze der Reformation von Luthers Geburtshaus in Mansfeld bis zur Schlosskirche Wittenberg.

Fahndungsaufruf für 35 Mitarbeiter türkischer Medien

Auch SZ-Autor Yavuz Baydar dabei

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen nach dem Putschversuch in der Türkei sind 35 Mitarbeiter von Medienunternehmen zur Fahndung ausgeschrieben worden. Unter ihnen seien zahlreiche Journalisten, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Ihnen werde Unterstützung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen, den die Türkei für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich macht. Bei Razzien in Istanbul, in der Hauptstadt Ankara und im nordwesttürkischen Izmit habe die Polizei bereits neun der Verdächtigen festgenommen. 18 von den noch Gesuchten hielten sich im Ausland auf. Die Zeitung "Cumhuriyet" berichtete, unter anderem werde nach dem Journalisten Yavuz Baydar gefahndet, der zur Zeit Gastbeiträge in der "Süddeutschen Zeitung" schreibt.

Neues Museum für moderne Kunst in den Niederlanden

Privater Sammler zeigt Werke von Hirst, Ai Weiwei und Magritte

Mit einer Hommage an den US-amerikanischen Maler Ellsworth Kelly (1923-2015) wird "Voorlinden", das neue Museum für moderne Kunst, bei Den Haag in den Niederlanden eröffnet. Das sagte Museums-Direktor Wim Pijbes heute bei der Präsentation des neuen Ausstellungshauses. Auf dem historischen Landgut "Voorlinden" zeigt der niederländische Industrielle Joop van Caldenborgh in einem modernen Glas-Pavillon seine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst, aber auch wechselnde Ausstellungen mit Leihgaben. Zur Sammlung Caldenborgh gehören Werke des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, des Briten Damien Hirst sowie der Niederländerin Rineke Dijkstra. Auch Werke von René Magritte und Andy Warhol sind zu sehen. Einige Künstler entwarfen Kunstwerke speziell für das Museum. Dazu gehört etwa ein illusionistischer Swimmingpool des Argentiniers Leandro Erlich (geb.1973). "Es ist wunderbar, dass unsere Sammlung nun viele Menschen erleben können", sagte van Caldenborgh. Der Gründer eines Chemieunternehmens sammelt seit rund 50 Jahren moderne Kunst und finanziert das Museum mit eigenen Mitteln. Am 10. September wird der niederländische König Willem-Alexander das Museum eröffnen.

Bayerisches Staatsballett ist "Tanzensemble des Jahres"

Ergebnis der Umfrage unter internationalen Kritikern

Das Bayerische Staatsballett ist nach einer Kritikerumfrage "Tanzcompagnie des Jahres". Unter Direktor Ivan Liska habe das Ensemble einen unverwechselbaren Charakter bekommen, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Fachzeitschrift "Tanz" unter 42 internationalen Fachjournalisten. Krönung der Ära Liska sei die jüngste Produktion von Pina Bauschs "Für die Kinder von gestern, heute und morgen". Mit Liska habe das Staatsballett das vielfältigste Repertoire eines deutschen Tanzensembles aufgebaut, urteilten die Kritiker. Tänzerin des Jahres wurde die Französin Sylvie Guillem, die sich im vergangenen Jahr von der Bühne verabschiedet hat, Tänzer des Jahres wurde der Australier Steven McRae für seine Darbietung in "Frankenstein" am Londoner Royal Ballet. Als einen der eigensinnigsten Köpfe der internationalen Szene lobten die Kritiker die Belgierin Anne Teresa de Keersmaeker und zeichneten sie zur "Choreographin des Jahres" aus. Zum besten Choreographen wurde Alexei Ratmansky unter anderem für seine Züricher "Schwanensee"-Inszenierung gewählt. Als Produktion des Jahres wurde mehrfach "Until the Lions" des Briten Akram Khan genannt.

Gala Othero Winter erhält Boy-Gobert-Preis 2016

Jury überzeugte die besondere Bühnenpräsenz der Schauspielerin

Der Boy-Gobert-Preis für Nachwuchsschauspieler an Hamburger Bühnen geht in diesem Jahr an Gala Othero Winter (25), Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll ihr am 27. November im Thalia Theater überreicht werden, wie die Körber-Stiftung in Hamburg mitteilte. Der seit 1981 verliehene Preis will herausragende junge Schauspieler am Anfang ihrer Laufbahn unterstützen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Ulrich Tukur, Martin Wuttke, Susanne Wolff, Hans Löw und Fritzi Haberlandt. Gala Othero Winter, 1991 in Hessen geboren, spielte schon als Schülerin am Theater Willy Praml in Frankfurt am Main. Von 2011 bis 2015 studierte sie Schauspiel an der Theaterakademie Hamburg, seit der Spielzeit 2014/15 gehört sie zum festen Ensemble am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Die Preis-Jury bescheinigte ihr eine "außergewöhnliche Bühnenpräsenz". Sie entwickele "Figuren von explodierender Energie und anrührender Komik", hieß es.

Museum Hamburger Bahnhof erhält neue Führung

Gabriele Knapstein übernimmt Leitung in Berlin

Das Berliner Museum für Gegenwart Hamburger Bahnhof bekommt eine neue Leitung. Ab 1. September wird die Kunsthistorikerin Gabriele Knapstein das Haus führen teilten die Staatlichen Museen zu Berlin mit. Bereits seit 2003 sei sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2012 als Ausstellungsleiterin im Hamburger Bahnhof tätig. Zu ihren großen Ausstellungen zählen "Black Mountain", "Wall Works" und "Architektonika". Knapstein hatte zuvor auch als freie Kuratorin gearbeitet, unter anderem für die Galerie Neue Meister in Dresden. Durch die langjährige Verbundenheit mit der Nationalgalerie und ihrer beruflichen Erfahrung sei Knapstein für die Zukunft des Hauses "eine ausgezeichnete Perspektive", sagte der Direktor der Nationalgalerie, Udo Kittelmann. Gabriele Knapstein löst den bisherigen Leiter des Hamburger Bahnhofs, Eugen Blume, ab, der in den Ruhestand geht. Er hatte rund 20 Jahre lang das Museum unter anderem mit Ausstellungs- und Forschungsprojekten zu Joseph Beuys, zur Friedrich Christian Flick Collection, zur Sammlung Marx und zur Sammlung Marzona wesentlich geprägt.

Tsipras versteigert und legalisiert TV-Lizenzen

Griechische Privatsender sollen reduziert werden

Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen hat in Athen eine Auktion zur Lizenzvergabe für private Fernsehsender begonnen. Es soll künftig nur noch vier statt bisher sieben landesweit zu empfangende TV-Sender geben. Die Regierung Tsipras unternimmt damit eine komplette Neuordnung der Fernsehlandschaft. Die Opposition, der Journalistenverband sowie die bisherigen Besitzer der TV-Sender kritisieren das Verfahren. Ziel ist es, "25 Jahre Illegalität" zu beenden und Geld einzunehmen, um die Sparvorgaben der Gläubiger zu erfüllen. Der Startpreis der Auktion liegt bei drei Millionen Euro. Danach soll es in Schritten bis zu einer halben Million Euro weitergehen. Kritiker sagen, mit der Lizenzausschreibung wolle sich die Regierung zahme TV-Sender schaffen. "Das ist das Ende des Pluralismus", wetterte Kyriakos Mitsotakis, der Vorsitzende der konservativen Nea Dimokratia. Das Privatfernsehen begann in Griechenland 1989, zu einer Zeit, als sich noch ND und Pasok wechselseitig beim Regieren ablösten. Sendelizenzen gingen an einflussreiche Unternehmerfamilien und waren nur vorläufig. Eine Ausschreibung gab es nie.

Museumsbesucher in Italien spenden für Wiederaufbau

Solidaritäts-Aktion sammelte rund 600.000 Euro für Erdbebenhilfe

Museumsbesucher in Italien haben am Sonntag mehr als 600.000 Euro für die Erdbebenhilfe beigesteuert. Das Kulturministerium teilt mit, dass die Zahl der Eintritte in staatliche Museen und Sehenswürdigkeiten an diesem Tag mit rund 70.000 weitaus höher als an normalen Sonntagen gewesen sei. Hinzu kämen die Einnahmen aus kommunalen, privaten und kirchlichen Museen, die sich der Spendenaktion angeschlossen hatten. Kulturminister Dario Franceschini hatte nach dem Beben der vergangenen Woche in Mittelitalien entschieden, sämtliche Eintrittsgelder staatlicher Museen am Sonntag der Rettung und Restaurierung des Kulturerbes in der betroffenen Region zuzuwenden. Mit Blick auf die Aktion sprach Franceschini von einem "wunderbaren Tag der Solidarität". Viele Bürger hätten einen Gang ins Museum gewählt, um ihre Verbundenheit mit den Menschen im Unglücksgebiet zu bekunden.

Junge Forscher erreichen Karriereziel nicht

Zu wenig Einkommen, Unterstützung und Perspektiven

Vier von fünf Nachwuchswissenschaftlern erreichen ihr Karriereziel nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), über das die Zeitschrift "Forschung & Lehre" berichtet. Demnach ist die Mehrheit der Befragten der Ansicht, es fehle an materieller Unterstützung und an einer ausreichenden Stellenzahl. Auch seien die Karriereperspektiven zu unsicher und das Einkommen nicht wettbewerbsfähig. 20 Prozent der Befragten streben laut der Umfrage eine Professur an, weitere knapp 30 Prozent nannten eine andere akademische Funktion als Karriereziel. 82 Prozent erreichten diese Ziele jedoch nicht. Das DZHW fordert eine bessere Betreuungssituation und Maßnahmen gegen die berufliche Unsicherheit, um den Nachwuchs in der Wissenschaft zu halten. Das Zentrum hatte im Frühjahr 4.884 Hochschulmitarbeiter befragt, darunter 1.753 Doktoranden.

Rumänischer Schriftsteller Norman Manea ausgezeichnet

FIL-Preis für Literatur in romanischer Sprache

Der rumänische Schriftsteller Norman Manea (80) wird mit dem FIL-Preis für Literatur in romanischer Sprache ausgezeichnet. "Er ist Autor eines enormen Werkes, das nicht über die traditionellen Literatur-Genres definiert werden kann", teilte die Jury mit. Der mit 150 000 US-Dollar (etwa 133 000 Euro) dotierte Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der lateinamerikanischen Literatur und wird Ende November auf der Internationalen Buchmesse im mexikanischen Guadalajara verliehen. Es ist das erste Mal, dass ein rumänischer Autor den FIL-Preis erhält. "Mein Werk erzählt vom Leiden als eine menschliche Erfahrung", sagte Manea bei einer Videokonferenz. "Das Leid ist Teil der Weltgeschichte." Manea wurde 1936 in der Bukowina geboren und als Kind in ein Konzentrationslager im ukrainischen Transnistrien deportiert. Ab Mitte der 70er Jahre veröffentlichte der studierte Wasserbauingenieur sozialkritische Romane, Erzählungen und Essays. Ende der 80er Jahre wanderte er zunächst nach Westberlin und später in die USA aus. Seine Bücher "Roboterbiographie und andere Erzählungen" und "Die Rückkehr des Hooligan" wurden in über 30 Sprachen übersetzt.

Schauspieler Gene Wilder gestorben

Hollywoods bekanntester Komiker

Der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur Gene Wilder ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb er in seinem Haus im US-Bundesstaat Connecticut an den Folgen seiner Alzheimererkrankung. Er wurde 83 Jahre alt. In den 1970er und 1980er Jahren zählte Wilder zu Hollywoods bekanntesten Komikern. Mit skurrilen Komödien wie "Frankenstein Junior", "Is' was, Sheriff?" und "Die Glücksjäger" sowie als Willy Wonka in "Charlie und die Schokoladenfabrik" brachte er Millionen Zuschauer zum Lachen. Regisseur Mel Brooks, der häufig mit Wilder zusammenarbeite, würdigte seinen Kollegen und Freund als ein "wahrhaft großartiges Talent unserer Zeit". Er habe all ihre gemeinsamen Filme mit seiner "Magie" gesegnet, schrieb Brooks auf Twitter.

Drei deutsche Filme gewinnen Studenten-Oscars

Erfolg für Filmhochschul-Absolventen

Gleich drei Filmproduktionen deutscher Hochschulen sind unter den diesjährigen Gewinnern der Studenten-Oscars. Wie die Oscar-Akademie in Beverly Hills mitteilte, setzten sich die Filme "Invention of Trust" von Alex Schaad (Hochschule für Fernsehen und Film München) und "Am Ende der Wald" von Felix Ahrens (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) in der Spielfilm-Sparte gegen die internationale Konkurrenz durch. Unter den Gewinnern ist auch der Absolvent der Kölner Kunsthochschule für Medien, Ahmad Saleh. Seine deutsch-jordanische Koproduktion, der Kurzfilm "Ayny - My Second Eye", erhält den Preis in der Kategorie "Bester Ausländischer Animationsfilm. Diese Sparte wurde 2016 neu geschaffen. Die Studenten-Oscars werden am 22. September in Kalifornien verliehen.

Hochdotierter Comic-Preis für Zeichnerin PoinT

Tina Brenneisen ausgezeichnet

Die höchstdotierte deutsche Auszeichnung für Comics geht in diesem Jahr an die Berliner Zeichnerin Tina Brenneisen. Sie wird für ihren Comic "Das Licht, das Schatten leert" mit dem Comicbuchpreis 2017 der Berthold Leibinger Stiftung ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich -diesmal zum 3. Mal- für einen hervorragenden, unveröffentlichten deutschsprachigen Comic vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert. Die gebürtige Dresdnerin Brenneisen studierte Psychologie und Philosophie in Dresden und Berlin. Sie arbeitet unter dem Pseudonym PoinT als Comiczeichnerin und Karikaturistin und ist Gründerin von Parallelallee, einem kleinen, unabhängigen Verlag für Comics und illustrierte Literatur. In "Das Licht, das Schatten leert" verarbeitet die Autorin eine Totgeburt. Sie tue dies mit einer Schonungslosigkeit gegenüber sich selbst, die zunächst schockiere, so die Jury. Zur Preisverleihung im Mai 2017 wird Tina Brenneisen auch eine Ausstellung im Literaturhaus Stuttgart ermöglicht.

Konzept für Museum Morsbroich angenommen

"Bürgerschaftliches Engagement im besten Wortsinn"

Im Ringen um den Erhalt des Museums Schloss Morsbroich hat die Stadt Leverkusen ein Hilfsangebot privater Förderer angenommen. Der Stadtrat stimmte für einen entsprechenden Vorschlag des Museumsvereins Morsbroich. Der Verein will auf eigene Kosten und zusammen mit externen Experten ein Zukunftskonzept für das von der Schließung bedrohte Museum entwickeln. Bis dahin liegen die bisher vorgelegten Kürzungsvorschläge auf Eis. Das Projekt sieht vor, dass Fachleute bis Anfang 2018 "transparente und belastbare Lösungen" zur Rettung von Schloss Morsbroich entwickeln. Zugleich soll die wirtschaftliche Belastung der Stadt Leverkusen verringert werden. Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) lobte das Vorhaben vor der Abstimmung als "bürgerschaftliches Engagement im besten Wortsinn". Das städtische Museum für moderne Kunst im Leverkusener Barockschloss Morsbroich gilt als bedeutendes Museum der Moderne. Seine Sammlung enthält rund 400 Gemälde und Skulpturen sowie 5.000 druckgrafische Werke. Als erstes Museum in Nordrhein-Westfalen verpflichtete sich das Museum Morsbroich nach dem Zweiten Weltkrieg der zeitgenössischen Kunst und zeigte Ausstellungen internationaler Künstler wie Yves Klein, Andy Warhol und Robert Motherwell.

Zeitungsverlag muss keinen Rundfunkbeitrag zahlen

Gericht kippt Urteil der ersten Instanz

Ein Zeitungsverlag muss keinen Rundfunkbeitrag zahlen, wenn er selbst Anteile an einem privaten Radiosender hält. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Der Münchener Zeitungs-Verlag, zu dem unter anderem der "Münchner Merkur" und die "tz" gehören, wollte den Rundfunkbeitrag sparen und begründete das mit seiner 25-prozentigen Beteiligung an einem Lokalradio-Sender. Laut Rundfunkbeitragsstaatsvertrag müssen private Rundfunkanbieter nicht zahlen, weil sie nicht dazu verpflichtet werden können, zur Finanzierung der Konkurrenz beizutragen. Der Gerichtshof gab dem Verlag recht und hob damit das Urteil der ersten Instanz auf. Er ließ die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig allerdings ausdrücklich zu.

Herta Müller fordert Kauf der Thomas-Mann-Villa

Literaturnobelpreisträgerin unterstützt Online-Petition

Herta Müller steht hinter der Forderung an die Bundesregierung, das Haus in Pacific Palisades zu erwerben, das Thomas Mann während seines Exils in den USA bewohnte. "Mit Sorge und Beunruhigung verfolgen wir die Berichte über den bevorstehenden Verkauf", heißt es in der Online-Petition der Gesellschaft für Exilforschung, mit der zusammen Müller die Forderung formuliert hat. Die Vorsitzende der Gesellschaft, Inge Hansen-Scharberg, sagte im Deutschlandradio Kultur: "Es gibt nur wenige Erinnerungsorte an das Exil in der NS-Zeit. Aber gerade ein Ort, an dem für Demokratie und Kultur gestritten wurde, an dem jemand wie Thomas Mann im Exil gelebt hat und sich von dort aus gegen die NS-Herrschaft engagiert hat, dann sollte dieser Ort unbedingt erhalten bleiben." Die von Julius Ralph Davidson im Auftrag von Mann gebaute Villa ist in privater Hand und steht zum Preis von 15 Millionen US-Dollar zum Verkauf. Der Literaturnobelpreisträger hatte von 1942 bis 1951 im San Remo Drive in Los Angeles gelebt. Hier entstand "Doktor Faustus". "Das Haus war zentral für den Austausch der in Kalifornien lebenden deutschen Intellektuellen, Künstlerinnen und Künstler", heißt es in der Petition, die an Kanzlerin Merkel, Kulturstaatsministerin Grütters und Außenminister Steinmeier gerichtet ist.

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