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Kulturnachrichten

Montag, 29. August 2016

Hochdotierter Comic-Preis für Zeichnerin PoinT

Tina Brenneisen ausgezeichnet

Die höchstdotierte deutsche Auszeichnung für Comics geht in diesem Jahr an die Berliner Zeichnerin Tina Brenneisen. Sie wird für ihren Comic "Das Licht, das Schatten leert" mit dem Comicbuchpreis 2017 der Berthold Leibinger Stiftung ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich -diesmal zum 3. Mal- für einen hervorragenden, unveröffentlichten deutschsprachigen Comic vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert. Die gebürtige Dresdnerin Brenneisen studierte Psychologie und Philosophie in Dresden und Berlin. Sie arbeitet unter dem Pseudonym PoinT als Comiczeichnerin und Karikaturistin und ist Gründerin von Parallelallee, einem kleinen, unabhängigen Verlag für Comics und illustrierte Literatur. In "Das Licht, das Schatten leert" verarbeitet die Autorin eine Totgeburt. Sie tue dies mit einer Schonungslosigkeit gegenüber sich selbst, die zunächst schockiere, so die Jury. Zur Preisverleihung im Mai 2017 wird Tina Brenneisen auch eine Ausstellung im Literaturhaus Stuttgart ermöglicht.

Konzept für Museum Morsbroich angenommen

"Bürgerschaftliches Engagement im besten Wortsinn"

Im Ringen um den Erhalt des Museums Schloss Morsbroich hat die Stadt Leverkusen ein Hilfsangebot privater Förderer angenommen. Der Stadtrat stimmte für einen entsprechenden Vorschlag des Museumsvereins Morsbroich. Der Verein will auf eigene Kosten und zusammen mit externen Experten ein Zukunftskonzept für das von der Schließung bedrohte Museum entwickeln. Bis dahin liegen die bisher vorgelegten Kürzungsvorschläge auf Eis. Das Projekt sieht vor, dass Fachleute bis Anfang 2018 "transparente und belastbare Lösungen" zur Rettung von Schloss Morsbroich entwickeln. Zugleich soll die wirtschaftliche Belastung der Stadt Leverkusen verringert werden. Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) lobte das Vorhaben vor der Abstimmung als "bürgerschaftliches Engagement im besten Wortsinn". Das städtische Museum für moderne Kunst im Leverkusener Barockschloss Morsbroich gilt als bedeutendes Museum der Moderne. Seine Sammlung enthält rund 400 Gemälde und Skulpturen sowie 5.000 druckgrafische Werke. Als erstes Museum in Nordrhein-Westfalen verpflichtete sich das Museum Morsbroich nach dem Zweiten Weltkrieg der zeitgenössischen Kunst und zeigte Ausstellungen internationaler Künstler wie Yves Klein, Andy Warhol und Robert Motherwell.

Zeitungsverlag muss keinen Rundfunkbeitrag zahlen

Gericht kippt Urteil der ersten Instanz

Ein Zeitungsverlag muss keinen Rundfunkbeitrag zahlen, wenn er selbst Anteile an einem privaten Radiosender hält. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Der Münchener Zeitungs-Verlag, zu dem unter anderem der "Münchner Merkur" und die "tz" gehören, wollte den Rundfunkbeitrag sparen und begründete das mit seiner 25-prozentigen Beteiligung an einem Lokalradio-Sender. Laut Rundfunkbeitragsstaatsvertrag müssen private Rundfunkanbieter nicht zahlen, weil sie nicht dazu verpflichtet werden können, zur Finanzierung der Konkurrenz beizutragen. Der Gerichtshof gab dem Verlag recht und hob damit das Urteil der ersten Instanz auf. Er ließ die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig allerdings ausdrücklich zu.

Duisburger Museum Küppersmühle wird erweitert

Mehr Platz für die bedeutende Sammlung Ströher

Die Ausstellungsfläche des MKM Museums Küppersmühle in Duisburg wird um 2.500 Quadratmeter erweitert. Inzwischen liege die Baugenehmigung der Stadt vor, so dass in den kommenden Tagen mit dem Erweiterungsbau begonnen werde, kündigte die Stiftung für Kunst und Kultur an, die das Ausstellungshaus betreibt. Die Grundsteinlegung ist für das kommende Frühjahr geplant, die Eröffnung für 2019. Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen ist eines der größten deutschen Privatmuseen. Der Anbau nach den Plänen der Architekten Herzog & de Meuron schafft vor allem Raum für die Ströher-Sammlung, die zu den wichtigsten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst zählt. Sie umfasst rund 1.500 Werke von den 50er Jahren bis zur Gegenwart. Aktuell kann nur ein Viertel der Bestände im MKM gezeigt werden.

Herta Müller fordert Kauf der Thomas-Mann-Villa

Literaturnobelpreisträgerin unterstützt Online-Petition

Herta Müller steht hinter der Forderung an die Bundesregierung, das Haus in Pacific Palisades zu erwerben, das Thomas Mann während seines Exils in den USA bewohnte. "Mit Sorge und Beunruhigung verfolgen wir die Berichte über den bevorstehenden Verkauf", heißt es in der Online-Petition der Gesellschaft für Exilforschung, mit der zusammen Müller die Forderung formuliert hat. Die Vorsitzende der Gesellschaft, Inge Hansen-Scharberg, sagte im Deutschlandradio Kultur: "Es gibt nur wenige Erinnerungsorte an das Exil in der NS-Zeit. Aber gerade ein Ort, an dem für Demokratie und Kultur gestritten wurde, an dem jemand wie Thomas Mann im Exil gelebt hat und sich von dort aus gegen die NS-Herrschaft engagiert hat, dann sollte dieser Ort unbedingt erhalten bleiben." Die von Julius Ralph Davidson im Auftrag von Mann gebaute Villa ist in privater Hand und steht zum Preis von 15 Millionen US-Dollar zum Verkauf. Der Literaturnobelpreisträger hatte von 1942 bis 1951 im San Remo Drive in Los Angeles gelebt. Hier entstand "Doktor Faustus". "Das Haus war zentral für den Austausch der in Kalifornien lebenden deutschen Intellektuellen, Künstlerinnen und Künstler", heißt es in der Petition, die an Kanzlerin Merkel, Kulturstaatsministerin Grütters und Außenminister Steinmeier gerichtet ist.

Günter Wallraff unterstützt verhaftete türkische Autorin

Asli Erdogan ist kein Einzelfall

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff engagiert sich zusammen mit anderen Schriftstellern und Verbänden für die Freilassung der verhafteten türkischen Autorin Asli Erdogan. Erdogan und 23 andere Menschen waren in der Türkei nach der Schließung einer pro-kurdischen Zeitung festgenommen worden, ein Gericht nahm sie in Untersuchungshaft. "Es ist leider kein Einzelfall, aber ein besonders krasser Fall", sagte Wallraff. "Asli Erdogan ist das Gegenteil von all dem, wofür sie jetzt in Haft genommen wurde." Sie stehe für absolute Friedfertigkeit. "Ich verbürge mich für Asli Erdogan", so Wallraff. "Wir versuchen auch, hinter den Kulissen Initiativen für ihre Freilassung zu ergreifen." Asli Erdogan ist international bekannt. Die Autorin hatte zunächst Informatik und Physik studiert und arbeitete von 1991 bis 1993 als Physikerin am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf. Der Schriftstellerverband PEN International hatte erklärt, Erdogan und andere Beschuldigte seien offensichtlich nur festgenommen worden, weil sie friedlich das Recht auf freie Meinungsäußerung genutzt hätten.

Papst empfängt Mark Zuckerberg

Sinnvoller Einsatz neuer Kommunikationstechnologie

Der Facebook-Gründer, Mark Zuckerberg, ist mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Nach Angaben des Vatikans sprachen die beiden darüber, wie sich Kommunikationstechnologie einsetzen lässt - zur Armutsbekämpfung, für eine Kultur des Dialogs und zugunsten Benachteiligter. Der 79 Jahre alte Papst ist durchaus medienaffin. Er besitzt ein Profil auf Twitter. Einen Facebook-Account hat das Oberhaupt der Katholiken jedoch nicht. Die sozialen Netzwerke greift der Papst auch gerne in seinen Ansprachen auf. Die ständige Berieselung durch das Internet nannte er schon einmal "geistige Umweltverschmutzung". Jugendlichen rät er stets, nicht nur auf Facebook und Co zu kommunizieren, sondern sich persönlich zu treffen. Andererseits betont er auch immer wieder, welchen Nutzen die neuen Medien hätten.

Freie Kulturszene stellt Forderungen an Berliner Senat

10-Punkte Plan als Wahlprüfstein

Die Freie Szene der Berliner Kultur hat drei Wochen vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus eine Reihe von Forderungen an den Senat gestellt. Das Motto lautet "Nichts ist erledigt!" und umfasst zehn Punkte. Darin werden beispielsweise 100 Prozent der City Tax für Kultur und 50 Prozent davon für die freie Szene gefordert. Kunst müsse in jedem Senatsfachbereich mitgedacht werden, erklärte das Kultur-Bündnis. In den zehn Punkten geht es zudem um Honoraruntergrenzen in allen Sparten, um die Gefahr der Verdrängung und bezahlbare Räume für die Kunst. Die Künstler fordern ein Mitspracherecht in der Grundstücks- und Immobilienpolitik von Land und Bund. Berlin gilt international als Stadt, die viele Kreative anlockt. Die Szene sei aber bei weitem nicht so finanziert, dass Künstler auskömmlich und professionell arbeiten könnten.

Renzi trifft Architekten Renzo Piano nach Erdbeben

Fachkundiger Rat für den Wiederaufbau

Der italienische Regierungschef Matteo Renzi hat sich mit dem Stararchitekten Renzo Piano getroffen, um über den Wiederaufbau nach dem Erdbeben zu sprechen. "Renzi wollte von mir einen Rat, eine Vision, eine Hilfe für ein großes Projekt", sagte der italienische Architekt der Zeitung "La Repubblica". "Ich habe ihm gesagt, es braucht eine Baustelle, die zwei Generationen einbindet - mit einem internationalen Touch." Renzi habe ihm keinen konkreten Auftrag gegeben, sondern sich beraten lassen. Piano gehört zu den bekanntesten Architekten weltweit. Der 78-Jährige ist unter anderem berühmt für das Centre Pompidou in Paris, den Wolkenkratzer "The Shard" in London und die Beteiligung an der Neubebauung des Potsdamer Platzes in Berlin. Viele Orte in Mittelitalien sind bei dem schweren Beben am Mittwoch beschädigt oder vollkommen zerstört worden.

#FreeWordsTurkey für Meinungsfreiheit in der Türkei

Initiative des Börsenvereins, des deutschen PEN und Reporter ohne Grenzen

„Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“ ist die Online-Petition überschrieben, in der die Bundesregierung und die EU-Kommission aufgefordert werden, von der türkischen Regierung Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit kompromisslos einzufordern. Der Börsenverein, das PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen appellieren an Bundeskanzlerin Merkel und EU-Kommissionspräsident Juncker, verfolgte Journalisten und Autoren in der Türkei zu unterstützen - etwa durch die unbürokratische Ausstellung von Nothilfe-Visa. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, kommentierte: "Die Freiheit des Wortes ist ein Menschenrecht und nicht verhandelbar." Sascha Feuchert, die Vize-Präsidentin des deutschen PEN, erläutert: "Wir haben das Recht und die Pflicht, für die Kollegen zu kämpfen, weil mit den gezielten Maßnahmen gegen die Presse- und Meinungsfreiheit nicht nur die türkische Demokratie massiv gefährdet wird, sondern auch unsere Werte massiv beschädigt werden." „Schweigen ist angesichts der Situation in der Türkei keine Option", erklärte Michael Rediske, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen. Die drei Organisationen fordern Partnerorganisationen und Buchhandel im In- und Ausland dazu auf, sich der Kampagne anzuschließen und die www.freewordsturkey.de/petition zu verbreiten.

Superstar Beyoncé räumt bei MTV Video Music Awards ab

Mit ihrem Video "Formation" lässt die 34-Jährige auch Adele und Justin Bieber hinter sich

US-Superstar Beyoncé hat bei der Verleihung der MTV Video Music Awards insgesamt sieben Preise eingeheimst, darunter auch der Hauptpreis für das "Video des Jahres". Mit ihrem Hit "Formation" setzte sie sich nicht nur gegen Adele ("Hello"), sondern auch gegen Justin Bieber ("Sorry") und Kanye West ("Famous") durch. Außerdem wurde die 34-Jährige auch als beste Künstlerin des Jahres geehrte. Mit elf Nominierungen war Beyoncé als Top-Favoritin in den Gala-Abend im New Yorker Madison Square Garden gegangen. Der erste Preis des Abends war an den Rapper Drake gegangen. Der 29-Jährige aus dem kanadischen Toronto räumte mit dem Hit "Hotline Bling" in der Kategorie "Bestes Hip-Hop Video" ab. In der Sparte "Bestes Video eines männlichen Künstlers" stach Sänger Calvin Harris mit "This is What You Came For" unter anderem Kanye West aus, der mit "Famous" im Rennen war. Dies hinderte West jedoch nicht daran, vor der Vorstellung seines neuen Videos eine Lobeshymne anzustimmen - auf sich selbst. Der Rapper verglich sich dabei unter anderem mit Walt Disney und Steve Jobs.

Iran baut an nationalem Intranet

Staatliche Nachrichtenagentur Irna meldet Start der ersten Phase

Über das Netz islamische Inhalte zu fördern, unabhängiger vom Internet zu werden und zugleich einen sichereren Datentransfer sowie Schutz vor Cyberattacken zu gewährleisten: Das ist das offizielle Ziel des iranischen Regierungsvorhabens für ein "nationales Datennetzwerk". Kritiker fürchten, das Netzwerk führe zu weiteren Einschränkungen für die Nutzer. Regierungsvertreter wiesen diesen Vorwurf zurück. Erst kürzlich waren Hunderte Social-Media-Nutzer ins Visier genommen worden. Im Mai gingen die Behörden zudem gegen Frauen vor, die über den Fotodienst Instagram modelten. Laut Medienbericht soll die zweite Phase des Projekts im Februar 2017 starten, für August kommenden Jahres werde dessen Abschluss angepeilt.

Mexikanischer Starsänger Juan Gabriel gestorben

Seine volkstümlichen Hits verkauften sich mehr als 100 Millionen Mal

Der mexikanische Starsänger Juan Gabriel ist tot. Wie sein Sprecher mitteilte, starb er im Alter von 66 Jahren in seinem Haus in Kalifornien. Zur Todesursache wurden zunächst keine Angaben gemacht. Populär war Juan Gabriel nicht nur in seiner Heimat Mexiko, sondern in ganz Lateinamerika, Spanien und in der hispanischen Gemeinde in den USA. Mehr als 100 Millionen Mal verkauften sich seine Alben, die zu volkstümlichen Mariachi-Klängen vor allem Liebe und Herzschmerz verhandelten. Zu seine Hits zählen "Hasta Que Te Conoci" und "Amor Eterno". Sein Song "Querida" stand in Mexiko ein Jahr lang an der Spitze der Charts. Viele seiner Fans rührte Juan Gabriel bei Konzerten mit seinem Gesang zu Tränen. Auch die Outfits des extravaganten Sängers galten als Hingucker: Er trat mit Pailletten behängten Jacken oder glitzernden Seiden-Anzügen in Rosa, Türkis oder Kanariengelb auf die Bühne. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto würdigte Juan Gabriel via Twitter. Dieser sei "eine der größten musikalischen Ikonen unseres Landes" gewesen.

Italienische Museen spenden für Erdbebenopfer

"Ein wunderbarer Tag der Solidarität"

Die staatlichen Museen in Italien haben ihre gestrigen Einnahmen für den Wiederaufbau von Kulturgütern in den Erdbebengebieten. Es seien etwa doppelt so viele Besucher gekommen, wie an einem normalen Wochenende Ende August, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Kulturminister Dario Franceschini bedankte sich am Abend für die Aktion, an der sowohl die Uffizien in Florenz, das Kolosseum in Rom, die Ausgrabungsstätte in Pompeji als auch kleinere regionale Museen teilgenommen hatten. Wie viel Geld zusammenkam, soll im Laufe der Woche mitgeteilt werden.

Puppenspieler in Deutschland suchen Öffentlichkeit

1. Konferenz in Northeim

In Niedersachsen beginnt die erste Deutsche Figurentheater-Konferenz mit Puppenspielern, Regisseuren und Fachleuten. Rund 30 Ensembles wollen sich bis zum kommenden Sonntag austauschen und Strategien entwickeln, mehr Menschen für das Puppenspiel zu begeistern. Keine Kunstform habe sich in den vergangenen 50 Jahren so rasant entwickelt wie das Puppen- und Figurentheater, sagte Ruth Brockhausen, Vorsitzende der Theatervereinigung Unima.

Nigerianer Ogboh erhält den Bremer Kunstpreis der Böttcherstraße

Der Künstler thematisiert Konsequenzen von Essen, Kultur und Migration

Der in Nigeria geborene und in Berlin lebende Künstler Emeka Ogboh hat den Bremer Kunstpreis der Böttcherstraße 2016 erhalten. "Die Jury ist von der hohen Qualität der ausgewählten künstlerischen Arbeiten sehr beeindruckt", hieß es zur Begründung. Bei der Auswahl habe Ogbohs Installation "Food is Ready" am meisten überzeugt. In seiner Installation thematisiert Ogboh den Zusammenhang und die Konsequenzen von Essen, Kultur und Migration. Dazu verwendet er Klänge, Symbole, Neonschrift, Grafikdesign und Zitate. Die unterschiedlichen Bildebenen und Verweise vermischten sich zu einem "kritisch stimulierenden Ambiente". Die Entscheidung für Ogboh traf die fünfköpfige Jury einstimmig. Der alle zwei Jahre vergebene Kunstpreis der Böttcherstraße zählt zu den am höchsten dotierten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Die Werke des Preisträgers sind noch bis zum 18. September in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

Pop-Art-Kirchenfenster von James Rizzi eingeweiht

"Echte Hingucker" in Essen

Die weltweit einzigen Kirchenfenster des New Yorker Pop-Art-Stars James Rizzi (1950-2011) sind heute in der Kreuzeskirche in Essen eingeweiht worden. Die beiden großformatigen, bunten Fenster des weltberühmten Künstlers sind in den Seitenschiffen installiert und zeigen Jesus im Zentrum mit weiteren Motiven etwa aus der Bergpredigt, jeweils im knallbunten, quirligen Pop-Art-Stil. "Mit seinen farbenfrohen und lebendigen Bildern will uns James Rizzi für die einladende Botschaft der Bibel begeistern: Gottes Liebe gilt allen Menschen", sagte Pfarrer Steffen Hunder in seiner Predigt. "Lassen Sie sich von der Freude des Glaubens anstecken, die unserer neuen Kirchenfenster ausstrahlen." Es seien "echte Hingucker" voll unglaublicher Ausstrahlungskraft, sagte Hunder. Rizzi ist für seine expressiv-bunten, naiv wirkenden Bilder bekannt und gilt als Erfinder der modernen 3D-Grafik. Er bemalte und gestaltete unter anderem Objekte wie Turnschuhe, Spielzeug, Autos, Gebäude und eine Boeing. Das Geld für die 180.000 Euro teuren Fenster stammt von der Kirchengemeinde und vom Land Nordrhein-Westfalen, das über seine Städtebauförderung 80 Prozent der Kosten übernahm.

"Wagner im Nationalsozialismus"

Bayreuther Festspiele wollen Vergangenheit besser aufarbeiten

Mit einem neuen Projekt soll die umstrittene Vergangenheit der Familie Wagner in Bayreuth öffentlich diskutieren. "Da wird es nächstes Jahr ein Symposium zur Frage des Sündenfalls geben", sagte Festspielleiterin Katharina Wagner am Sonntag. Die zweitägige Veranstaltung soll zu einer neuen Reihe mit dem Titel "Diskurs Bayreuth" gehören. Die Familie Wagner hatte während der NS-Herrschaft enge Beziehungen zu Adolf Hitler unterhalten. Auch um die Situation der Künste nach der sogenannten Stunde Null 1945 soll es gehen. Zudem sind vier Konzerte geplant, die Künstlern - von verfolgten Komponisten bis zur Nachkriegs-Avantgarde - Raum geben sollen. Für die kommenden Spielzeiten gab Katharina Wagner nur eine Personalie bekannt. Der Nachfolger für den abgesprungenen Dirigenten Andris Nelsons, Hartmut Haenchen (73), wird auf dem Grünen Hügel auch im kommenden Jahr den "Parsifal" dirigieren. "Dank des großen Erfolgs, den er dieses Jahr hatte", so begründete Wagner die Entscheidung.

Filmtechnikrevolutionär mit Emmy-Ehren

Georg Riha wird 65

Als Regisseur steht Riha für bildgewaltige Dokumentationen, als Erfinder hat er Aufnahmen aus neuen Perspektiven ermöglicht. Der österreichische Filmemacher und Fotograf feiert heute seinen 65. Geburtstag. Rihas Erfindungen sollten den Status quo der filmischen Arbeit und insbesondere von Dokumentarfilmen maßgeblich beeinflusst haben. Seine ersten Entwicklungen waren ein 20-Meter-Teleskopmast und ein kleiner Heliumballon mit einer ferngesteuerten Kamera. Um Metamorphosen sichtbar zu machen und neue Perspektiven zu öffnen, konstruierte Riha eine spezielle Zeitrafferkamera und das noch heute weltweit führende Kameraseilbahn-System Camcat. Mit hochkomplexen Technologien kreierte er schwebende Bildwelten von meditativer Poesie, in denen die Schwerkraft und das Zeitempfinden außer Kraft gesetzt scheinen. Seine Firma "Brains & Pictures" ist seit 1995 im niederösterreichischen Tullnerbach angesiedelt. Neben Imagefilmen und Werbungen ist sie auch als Dienstleister für Visual & Special Effects, Live Broadcast oder Post Production international renommiert. Zu den wichtigsten Ehrungen Rihas zählen u.a. der Axel-Corti-Preis der österreichischen Volksbildung (2006) oder die "Gold World Medal" des New York Festival für sein Wachau-"Universum" (2006). Einen Emmy Award erhielt Riha für seine Übertragung eines Konzerts von US-Sängerin Janet Jackson aus dem Madison Square Garden (1999).

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