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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. August 2016

Nigerianer Ogboh erhält den Bremer Kunstpreis der Böttcherstraße

Der Künstler thematisiert Konsequenzen von Essen, Kultur und Migration

Der in Nigeria geborene und in Berlin lebende Künstler Emeka Ogboh hat den Bremer Kunstpreis der Böttcherstraße 2016 erhalten. "Die Jury ist von der hohen Qualität der ausgewählten künstlerischen Arbeiten sehr beeindruckt", hieß es zur Begründung. Bei der Auswahl habe Ogbohs Installation "Food is Ready" am meisten überzeugt. In seiner Installation thematisiert Ogboh den Zusammenhang und die Konsequenzen von Essen, Kultur und Migration. Dazu verwendet er Klänge, Symbole, Neonschrift, Grafikdesign und Zitate. Die unterschiedlichen Bildebenen und Verweise vermischten sich zu einem "kritisch stimulierenden Ambiente". Die Entscheidung für Ogboh traf die fünfköpfige Jury einstimmig. Der alle zwei Jahre vergebene Kunstpreis der Böttcherstraße zählt zu den am höchsten dotierten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Die Werke des Preisträgers sind noch bis zum 18. September in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

Pop-Art-Kirchenfenster von James Rizzi eingeweiht

"Echte Hingucker" in Essen

Die weltweit einzigen Kirchenfenster des New Yorker Pop-Art-Stars James Rizzi (1950-2011) sind heute in der Kreuzeskirche in Essen eingeweiht worden. Die beiden großformatigen, bunten Fenster des weltberühmten Künstlers sind in den Seitenschiffen installiert und zeigen Jesus im Zentrum mit weiteren Motiven etwa aus der Bergpredigt, jeweils im knallbunten, quirligen Pop-Art-Stil. "Mit seinen farbenfrohen und lebendigen Bildern will uns James Rizzi für die einladende Botschaft der Bibel begeistern: Gottes Liebe gilt allen Menschen", sagte Pfarrer Steffen Hunder in seiner Predigt. "Lassen Sie sich von der Freude des Glaubens anstecken, die unserer neuen Kirchenfenster ausstrahlen." Es seien "echte Hingucker" voll unglaublicher Ausstrahlungskraft, sagte Hunder. Rizzi ist für seine expressiv-bunten, naiv wirkenden Bilder bekannt und gilt als Erfinder der modernen 3D-Grafik. Er bemalte und gestaltete unter anderem Objekte wie Turnschuhe, Spielzeug, Autos, Gebäude und eine Boeing. Das Geld für die 180.000 Euro teuren Fenster stammt von der Kirchengemeinde und vom Land Nordrhein-Westfalen, das über seine Städtebauförderung 80 Prozent der Kosten übernahm.

"Wagner im Nationalsozialismus"

Bayreuther Festspiele wollen Vergangenheit besser aufarbeiten

Mit einem neuen Projekt soll die umstrittene Vergangenheit der Familie Wagner in Bayreuth öffentlich diskutieren. "Da wird es nächstes Jahr ein Symposium zur Frage des Sündenfalls geben", sagte Festspielleiterin Katharina Wagner am Sonntag. Die zweitägige Veranstaltung soll zu einer neuen Reihe mit dem Titel "Diskurs Bayreuth" gehören. Die Familie Wagner hatte während der NS-Herrschaft enge Beziehungen zu Adolf Hitler unterhalten. Auch um die Situation der Künste nach der sogenannten Stunde Null 1945 soll es gehen. Zudem sind vier Konzerte geplant, die Künstlern - von verfolgten Komponisten bis zur Nachkriegs-Avantgarde - Raum geben sollen. Für die kommenden Spielzeiten gab Katharina Wagner nur eine Personalie bekannt. Der Nachfolger für den abgesprungenen Dirigenten Andris Nelsons, Hartmut Haenchen (73), wird auf dem Grünen Hügel auch im kommenden Jahr den "Parsifal" dirigieren. "Dank des großen Erfolgs, den er dieses Jahr hatte", so begründete Wagner die Entscheidung.

Filmtechnikrevolutionär mit Emmy-Ehren

Georg Riha wird 65

Als Regisseur steht Riha für bildgewaltige Dokumentationen, als Erfinder hat er Aufnahmen aus neuen Perspektiven ermöglicht. Der österreichische Filmemacher und Fotograf feiert heute seinen 65. Geburtstag. Rihas Erfindungen sollten den Status quo der filmischen Arbeit und insbesondere von Dokumentarfilmen maßgeblich beeinflusst haben. Seine ersten Entwicklungen waren ein 20-Meter-Teleskopmast und ein kleiner Heliumballon mit einer ferngesteuerten Kamera. Um Metamorphosen sichtbar zu machen und neue Perspektiven zu öffnen, konstruierte Riha eine spezielle Zeitrafferkamera und das noch heute weltweit führende Kameraseilbahn-System Camcat. Mit hochkomplexen Technologien kreierte er schwebende Bildwelten von meditativer Poesie, in denen die Schwerkraft und das Zeitempfinden außer Kraft gesetzt scheinen. Seine Firma "Brains & Pictures" ist seit 1995 im niederösterreichischen Tullnerbach angesiedelt. Neben Imagefilmen und Werbungen ist sie auch als Dienstleister für Visual & Special Effects, Live Broadcast oder Post Production international renommiert. Zu den wichtigsten Ehrungen Rihas zählen u.a. der Axel-Corti-Preis der österreichischen Volksbildung (2006) oder die "Gold World Medal" des New York Festival für sein Wachau-"Universum" (2006). Einen Emmy Award erhielt Riha für seine Übertragung eines Konzerts von US-Sängerin Janet Jackson aus dem Madison Square Garden (1999).

Einweihung der Büste von Wilhelm Furtwängler

Montreux ehrt den großen deutschen Dirigenten

Heute wird in einem Festakt eine Büste des Dirigenten und Komponisten Wilhelm Furtwängler enthüllt. Die Büste wurde von dem renommierten Künstler Bernard Bavaud geschaffen, der bei den Feierlichkeiten mit dabei sein wird. Mit Igor Stravinsky, Richard Strauss und jetzt Furtwängler hat Bavaud alle drei großen Musikpersönlichkeiten in Montreux dargestellt, die sowohl als Komponisten wie auch als Dirigenten dort lebten und in dieser Region geschätzt wurden. Furtwängler gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Im Vorfeld eines gemeinsamen Konzerts mit den Berliner Philharmonikern im April 1933 in Mannheim kam es zu Protesten gegen die Mitwirkung jüdischer Musiker. Furtwängler sagte das Konzert daraufhin kurzerhand ab und kündigte an, in dieser Stadt nicht mehr zu gastieren, solange "bei Ihnen solche Gesinnung herrscht". Er konnte sich Anfang Februar 1945 von Wien aus in die Schweiz retten können. Er hat in der Klinik La Prairie am Genfer See Zuflucht gefunden. Mit seiner Frau Elisabeth zog er als Gast des Hamburger Reeders Rickmers in dessen Villa um. Im Frühjahr 1954 erwarb er in Clarens/Montreux ein eigenes Haus. Er starb im November des gleichen Jahres. Heute Abend spielt in Montreux das Royal Philharmonic Orchestra London im Rahmen des "Septembre Musical" u.a. den zweiten Satz der 2. Symphonie von Furtwängler.

Goethe-Medaillen 2016 in Weimar verliehen

Schriftsteller Juri Andruchowytsch, Fotograf Akinbode Akinbiyi und Archäologe David Lordkipanidze geehrt

Zum 62. Mal sind heute die Goethe-Medaillen verliehen worden. Sie gingen den nigerianischen Fotografen Akinbode Akinbiyi, den Schriftsteller Juri Andruchowytsch aus der Ukraine und den georgischen Museumsdirektor David Lordkipanidze. Die Preisträger seien "unermüdliche interkulturelle Mittler, drei herausragende Persönlichkeiten, die sich in ihrer Arbeit mit dem hochaktuellen Schwerpunktthema «Migration der Kulturen - Kulturen der Migration» auseinandersetzen", erklärte der Präsident des Goethe-Institutes, Klaus-Dieter Lehmann, bei einem Festakt im Weimarer Stadtschloss. Der seit Anfang der 1990er in Berlin lebende Fotograf Akinbode Akinbiyi gilt als einer der wichtigsten künstlerischen Mittler zwischen Deutschland und den Ländern Afrikas südlich der Sahara. Der Ukrainer Juri Andruchowytsch übersetzt deutsche Dichter wie Rainer Maria Rilke ins Ukrainische und verschafft der dortigen Leserschaft damit einen neuen Zugang zu den deutschen Klassikern. Der Archäologe und Direktor des Georgischen Nationalmuseums, David Lordkipanidze, hat auf wissenschaftlicher und museumsstrategischer Ebene weltweit Spuren hinterlassen. Seit der ersten Verleihung 1955 sind nach Angaben des Goethe-Instituts insgesamt 341 Persönlichkeiten aus 63 Ländern geehrt worden. Zu den Preisträgern gehörten unter anderen Daniel Barenboim, David Cornwell alias John le Carre und Jorge Semprun.

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