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Kulturnachrichten

Samstag, 27. August 2016

Großbrand zerstört Kulissen der Prager Filmstudios

Filmstadt gehört zu den ältesten Studios der Welt

Ein Brand in den Prager Filmstudios Barrandov hat mehrere Millionen Euro Schaden verursacht. Wie tschechische Medien unter Berufung auf Polizei und Feuerwehr berichteten, vernichteten die Flammen am Freitagabend einen Teil der legendären Kulissenstadt. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT24 war unter anderem zu sehen, wie eine nachgebaute mittelalterliche Burg und Nachbildungen des mittelalterlichen Paris völlig niederbrannten. Die Brandursache war zunächst noch unklar. Das Internetportal Novinky.cz berichtete, vor dem Brand seien Vorbereitungen für die US-Filmproduktion "Knightfall" gelaufen. Die Dreharbeiten für den Film über den mittelalterlichen Orden der Tempelritter hätten demnach am Wochenende beginnen sollen. Die Filmstadt im Prager Stadtteil Barrandov gehört zu den größten und ältesten Studios der Welt. Seit den 1930-er Jahren wurden dort mehr als 2000 Filme gedreht, von denen mehrere einen Oscar oder andere internationale Auszeichnungen erhielten.

Autor Melle: Psychisch Kranke werden kriminalisiert

Er spricht von "Erklärungshysterie"

Der Schriftsteller Thomas Melle beklagt im Umfeld von Terrorattacken und Amokläufen eine zunehmende Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen. "Es gibt sogar wieder die Tendenz, psychisch Kranke zu kriminalisieren", sagte er in einem Interview des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. "Da ist eine Erklärungshysterie im Gange, die selbst völlig manisch ist." Melle ist selbst manisch-depressiv und wurde schon mehrmals in der Psychiatrie behandelt. In seinem neuen Buch "Die Welt im Rücken", das für den Deutschen Buchpreis nominiert ist, schreibt er über seine psychische Erkrankung. "Bei den Amokläufern wären vermutlich eher narzisstische Persönlichkeitsstörungen zu diagnostizieren", sagte er. "Nur sind solche Störungen nicht selten, sind in unseren Selfie-Zeiten gar ein gesamtgesellschaftliches Problem. Indem man die Depressionen der Täter betont, hält man das Problem von der Gesellschaft fern."

Demoplatte von Ex-Beatle McCartney versteigert

Sie wechselt für umgerechnet 21 000 Euro den Besitzer

Eine Demo-Schallplatte des ehemaligen Beatles-Mitglieds Paul McCartney ist für umgerechnet etwa 21 000 Euro in Liverpool versteigert worden. Das teilte der Veranstalter der Auktion, der "Beatles Shop", mit. Es handelt sich um den 1964 von der Sängerin Cilla Black veröffentlichten Song "It's for you". Paul McCartney hatte das Stück gemeinsam mit seinem Bandkollegen John Lennon geschrieben und als Demoversion für Black eingesungen. Über den Verbleib des Tonträgers war lange Zeit nichts bekannt. Simon White, ein Neffe der 2015 verstorbenen Cilla Black, hatte die Schallplatte in der Sammlung seines Vaters wiederentdeckt. Paul McCartney soll vor der Versteigerung eine Kopie erhalten haben. "Wir haben uns geeinigt, dass er vor allen anderen das Recht hat, eine Kopie für sein persönliches Archiv anzufertigen", ließ White auf der Webseite des "Beatles Shop" wissen.

Hans Zimmer gewinnt Rechtsstreit um Filmmusik

Kompositionen für "12 Years a Slave" nicht geklaut

Der Oscar-prämierte Filmkomponist Hans Zimmer hat einen Gerichtsstreit in Kalifornien um Urheberrechtsverletzung gewonnen. Der Kläger, US-Komponist Richard Friedman, habe seine Klage zurückgezogen und sich zudem bei Zimmer entschuldigt, teilte Zimmers Anwältin Candace Carlo der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Verfahren drehte sich um die Filmmusik für das Sklavendrama "12 Years a Slave". Friedman hatte Zimmer vorgeworfen, der gebürtige Frankfurter habe Kompositionen für den Film von einem seiner Werke kopiert. In einer Entschuldigung räumte Friedman nun ein, er habe sich beim Einbringen der Klage auf das fehlerhafte Urteil eines Musikexperten gestützt. Zimmer hatte die Plagiatsvorwürfe von Beginn an zurückgewiesen.

Rheingau Musik Festival zieht positive Bilanz

Auslastung lag in diesem Jahr bei 91 Prozent

Rund 111 000 Menschen haben in diesem Sommer das Rheingau Musik Festival besucht. Wie die Veranstalter mitteilten, waren 103 der 152 Konzerte ausverkauft. Die Auslastung lag bei 91 Prozent. "Trotz des recht verregneten Sommers konnten fast alle als Freiluftkonzerte geplanten Veranstaltungen open air durchgeführt werden", sagte eine Sprecherin. Geboten wurden bei der 29. Auflage des zehnwöchigen Festivals Musik- und Kulturveranstaltungen an insgesamt 42 Spielstätten. Im Vorjahr besuchten 106 500 Menschen die Konzerte. Das Abschlusskonzert war für den Samstagabend in der Basilika des Klosters Eberbach geplant.

Autoren: mehr Einsatz für Meinungsfreiheit in der Türkei

Journalisten und Autoren benötigen schnelle Hilfe

Autoren und Journalisten wollen Kanzlerin Angela Merkel zu mehr Einsatz für die Meinungsfreiheit in der Türkei bewegen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, "Reporter ohne Grenzen" und die Autorenvereinigung PEN-Zentrum Deutschland starteten dazu auf der Plattform change.org eine Online-Petition.Unter dem Titel "Für das Wort und die Freiheit - #freewordsturkey" fordern sie Bundesregierung und EU-Kommission auf, "klar Position zur Lage in der Türkei zu beziehen, die Meinungsfreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen." Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Wenn die Meinungsfreiheit angegriffen und stark eingeschränkt werde, müssten Bundesregierung und EU-Kommission ihre Politik gegenüber solchen Ländern überprüfen. "Zudem benötigen betroffene Journalisten und Autoren schnelle Hilfe von Deutschland und Europa, zum Beispiel durch die unbürokratische Ausstellung von Nothilfe-Visa", heißt es in dem Text, der sich an Merkel und an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker richtet.

Konzeptkünstler Haacke glaubt nicht an Trumps Wahlsieg

Präsidentschaftsbewerber habe sich selbst unmöglich gemacht

Der seit langem in New York lebende deutsche Konzeptkünstler Hans Haacke glaubt nicht mehr an einen Wahlsieg von Donald Trump. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber habe in den vergangenen Wochen einfach "zu viel dummes Zeug geredet", sagte Haacke der Deutschen Presse-Agentur. "Bei Prognosen muss man natürlich immer vorsichtig sein. Hillary Clinton hat auch ein paar Schwachstellen, und es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Aber im Moment sieht es so aus, als hätte sich Donald Trump doch selbst ins Knie geschossen, als hätte er sich unmöglich gemacht." Haacke sagte, er habe sich sehr über die Aufnahme so vieler Flüchtlinge durch Deutschland im vergangenen Jahr gefreut - und auch über das "Wir schaffen das" von Angela Merkel. "Das hat dem Ansehen Deutschlands in der Welt sehr geholfen." Haacke ist dafür bekannt, Mächtigen in Politik und Wirtschaft, aber auch im Kunstbetrieb auf die Füße zu treten. Zu den meistdiskutierten Werken des international bekannten Künstlers gehört die Installation "Der Bevölkerung" in einem Innenhof des Berliner Reichstags.

Premiere für Wörlitzer Filmtage

Kinoklassiker vom Historiendrama bis zum Mantel-und-Degen-Film

Das Weltkulturerbe Wörlitzer Park ist von diesem Samstagabend an malerische Kulisse für die Wörlitzer Filmtage. Das Sommerkino erlebt auf der Insel Stein seine Premiere. Aufführungsort dort ist das römische Theater. Bis zum 2. September gibt es jeden Abend jeweils zur blauen Stunde gegen 20.00 Uhr einen Kinofilm. Das Programm präsentiert Kinoklassiker vom Historiendrama bis zum Mantel-und-Degen-Film. Den Auftakt macht der Streifen "Lord Nelsons letzte Liebe" aus dem Jahr 1941. "Die Musketiere" in der Fassung von 1973 sollen das Publikum am kommenden Mittwoch erfreuen. Die Filmtage sind eine Kooperation der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mit dem Kiez-Kino Dessau.

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