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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. August 2016

Brandenburger Landesmuseum für zeitgenössische Kunst

Kunst aus Ostdeutschland soll überregional bekannter werden

Brandenburg will seine großen Sammlungen zeitgenössischer Kunst in einem neuen Landeskunstmuseum zusammenführen. Dazu soll nach dem Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus auch das Museum Junge Kunst in Frankfurt/Oder Teil der Landeskulturstiftung Cottbus werden, sagte Kulturministerin Martina Münch nach dem entsprechenden Kabinettsbeschluss in Potsdam. Die Landesmittel für die beiden Sammlungen sollen von derzeit 860.000 Euro auf rund 1,3 Millionen Euro erhöht werden. Die Finanzierung sei bereits in den Planungen für den Landeshaushalt 2017 und 2018 berücksichtigt und muss im Herbst vom Landtag verabschiedet werden. Im Gegenzug soll der kommunale Finanzierungsanteil der Stadt Frankfurt/Oder zurückgefahren werden. Beide bisherigen Standorte sollen vorerst erhalten bleiben. Ziel der Fusion sei, die "einzigartige Sammlung vorrangig ostdeutscher Kunst" auch überregional bekannter zu machen und zu profilieren sowie der kunsthistorischen Forschung neue Möglichkeiten zu bieten. Die Fusion soll voraussichtlich Mitte 2017 abgeschlossen sein.

"Toni Erdmann" ist "Film des Jahres"

Auszeichnung der internationalen Vereinigung von Filmkritikern

Maren Ades Erfolgsfilm "Toni Erdmann" wird von der Internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten (FIPRESCI) zum "Film des Jahres" gekürt. Die Regisseurin werde den Grand Prix de la FIPRESCI bei der Eröffnung des Filmfestivals in San Sebastián am 16. September in Empfang nehmen. "Toni Erdmann" habe sich gegen die beiden anderen Finalisten, "Paterson" von Jim Jarmusch und "Anomalisa" von Duke Johnson und Charlie Kaufman, durchgesetzt. Die Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin ist die erste Frau, die den Grand Prix de la FIPRESCI erhält. Die Auszeichnung wird seit 1999 verliehen. Zu den bisherigen Gewinnern gehörten so namhafte Regisseure wie Pedro Almodóvar, Michael Haneke, Cristian Mungiu, Aki Kaurismäki, Paul Thomas Anderson, Jean-Luc Godard, Richard Linklater und George Miller. Maren Ade teilte mit, sie fühle sich "in besonderem Maße geehrt", da die Auszeichnung von Experten verliehen werde, die "praktisch alle Filme des Jahres gesehen haben". Die Jury wurde von 475 Filmkritikern aus aller Welt gebildet.

Schleswig-Holstein lobt Bibliothekspreis aus

Preis soll innovative Bibliotheken fördern

Erstmals lobt das Kulturministerium Schleswig-Holsteins den "Bibliothekspreis des Landes Schleswig-Holstein" aus. Kulturministerin Anke Spoorendonk erklärte bei dem Besuch einer Bücherei in Neumünster, man wolle mit dem Preis innovative Bibliotheken fördern. "Sie ermöglichen kulturelle Teilhabe und soziale Integration", so die Ministerin. Für den Bibliothekspreis, der laut Angaben mit 15.000 Euro dotiert ist, lautet das Motto 2016 "Zusammen leben, lernen, lesen". Der Fokus liege auf gelungenen Angeboten zur Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Preisverleihung soll im Frühjahr 2017 erfolgen. Vorschläge können bis 30. November eingereicht werden.

Gerd Ruge Stipendium für junge Dokumentarfilmer

Förderung von Kino-Dokumentationen

Fünf junge Dokumentarfilmer haben in Köln das Gerd Ruge Stipendium erhalten. Das mit insgesamt 100 000 Euro dotierte Stipendium sei die wichtigste Förderung für die Entwicklung von Kinodokumentationen in Deutschland, sagte die Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, Petra Müller. Das höchste Stipendium in Höhe von 25 000 Euro ging an den Absolventen der Kölner Kunsthochschule für Medien, Robin Humboldt. In seinem Dokumentarfilm "Im Städtle" will er den Rotlichtbezirk des Stuttgarter Leonhardsviertels erlebbar machen. Die Jury unter dem Vorsitz von Gerd Ruge hatte die Preisträger aus 38 eingereichten Anträgen ausgewählt.

Deutsche Filme in Vorauswahl für Europäischen Filmpreis

Unter den 50 Filmen sind 9 mit deutscher Beteiligung

Deutsche Filme wie "Toni Erdmann", "24 Wochen" und "Der Staat gegen Fritz Bauer" haben es beim Europäischen Filmpreis in die Vorauswahl geschafft. Insgesamt stehen auf der Liste rund 50 Filme. Darunter sind neun mit deutscher Beteiligung, wie die Europäische Filmakademie in Berlin mitteilte. In den kommenden Wochen stimmen die mehr als 3000 Akademie-Mitglieder über die Nominierungen in den Kategorien bester Film, Regisseur, Schauspielerin, Schauspieler und Drehbuch ab. Die Nominierungen sollen am 5. November verkündet werden. Die Preisverleihung wird am 10. Dezember in der Europäischen Kulturhauptstadt Breslau (Wroclaw) in Polen stattfinden.

Wedel soll bei Bad Hersfelder Festspielen bleiben

Sein Vertrag als Intendant soll bis 2022 verlängert werden

Dieter Wedel soll bis 2022 Intendant der Bad Hersfelder Festspiele bleiben. Der Magistrat der Stadt habe in seiner Sitzung am Montag beschlossen, den bis 2018 laufenden Vertrag mit Wedel entsprechend zu verlängern, teilte die Stadtverwaltung mit. Es sei ein klarer Wunsch, die herausragende Arbeit von Dieter Wedel weiterzuführen, sagte Bürgermeister Thomas Fehling. Intendant Wedel werde sich am Freitag dazu äußern.

Longlist für den Deutschen Buchpreis

"Ein ausgezeichneter Jahrgang"

Viele bekannte Namen und einige Neuentdeckungen stehen auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016. Unter anderem sind Ernst-Wilhelm Händler, Katja Lange-Müller, Sibylle Lewitscharoff, Arnold Stadler und Peter Stamm mit ihren neuen Werken vertreten. Das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Aus 178 Neuerscheinungen hat die Jury 20 für die Longlist ausgewählt. "Ein ausgezeichneter Jahrgang", findet Jury-Sprecher Christoph Schröder. Die Longlist zeige "die große Bandbreite von Schreibweisen und Themen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur". Punktsieger ist der Verlag S. Fischer mit fünf Titeln. Nicht alle nominierten Bücher sind schon in den Buchhandlungen erhältlich: Rund ein halbes Dutzend erscheint erst Ende August oder im September. Neben den renommierten Autoren finden sich auch Newcomer wie die Mitte 20-jährige Michelle Steinbeck auf der Longlist. "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch" ist eine fantastische Reise mit einem toten Kind im Koffer. Außergewöhnliche Geschichten erzählen auch Hans Platzgumer und Philipp Winkler: "Am Rand" thematisiert das Glück im Tod, "Hool" gibt der Hooligan-Szene eine Stimme. Am 20. September erscheint die dann nur noch sechs Titel umfassende Shortlist. Der Sieger wird am 17. Oktober bekanntgegeben, dem Abend vor Beginn der Frankfurter Buchmesse. Er erhält 25 000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist je 2500 Euro.

Pop-Art-Kirchenfenster von James Rizzi in Essen

Fenster in der Kreuzeskirche sollen Dialog zwischen Kirche und Kunst fördern

Die weltweit einzigen Kirchenfenster des New Yorker Pop-Art-Stars James Rizzi sind ab sofort in der Kreuzeskirche in Essen zu sehen. Die beiden großformatigen, bunten Fenster des weltberühmten Künstlers werden am kommenden Sonntag mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Das Projekt geht maßgeblich auf die Initiative des Essener Pfarrers Steffen Hunder zurück. Er war im Jahr 2000 bei einer Reise nach New York erstmals Werken von James Rizzi (1950 bis 2011) begegnet und hatte sich dafür engagiert, ihn für biblische Themen zu gewinnen. Rizzi ist für seine expressiv-bunten, naiv wirkenden Bilder bekannt und gilt als Erfinder der modernen 3D-Grafik. Er bemalte und gestaltete unter anderem Objekte wie Turnschuhe, Spielzeug, Autos, Gebäude und eine Boeing. Das Geld für die 180.000 Euro teuren Fenster stammt von der Kirchengemeinde und vom Land Nordrhein-Westfalen, das über seine Städtebauförderung 80 Prozent der Kosten übernahm.

Can Dündar bei Potsdamer Medientreffen "M100"

"M100 Media Award" für Roberto Saviano

Der türkische Journalist Can Dündar wird zum diesjährigen Potsdamer "M100"-Medientreffen zu einem Gespräch über die aktuelle Lage in seinem Heimatland erwartet. Der vor kurzem als Chefredakteur der liberalen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" zurückgetretene Journalist werde am 15. September mit "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann auch über die politische Verantwortung Europas sprechen, teilten die Veranstalter in Potsdam mit. Dündar wurde im Mai in Istanbul wegen der Veröffentlichung vermeintlicher Staatsgeheimnisse zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Vor dem Gerichtsgebäude wurde ein Anschlag auf den Journalisten verübt, bei dem er unverletzt blieb. Dündar lebt inzwischen außerhalb der Türkei und hat nach dem Putschversuch vor wenigen Wochen angekündigt, vorerst nicht mehr in seine Heimat zurückzukehren. Mit dem "M100 Media Award" wird in diesem Jahr der italienische Journalist und Schriftsteller Roberto Saviano ausgezeichnet. Der 36-Jährige steht wegen seiner Veröffentlichungen über die italienische Mafia seit mehreren Jahren unter Polizeischutz. Saviano müsse wegen seiner Arbeit im Untergrund leben und teile damit das Schicksal einer wachsenden Zahl von Journalisten in Europa und weltweit, hieß es zur Begründung für die Auszeichnung. Das "M100"-Medientreffen wird unter anderem vom Auswärtigen Amt, der Stadt Potsdam und dem Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert.

Landesausstellung zum 700. Geburtstag von Karl IV.

Kritische Würdigung des Herrschers

Die Bayerisch-Tschechische Landesausstellung zum 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. (1316-1378) kommt im Herbst von Prag nach Nürnberg. Sie ist vom 20. Oktober bis 5. März 2017 im Germanischen Nationalmuseum zu sehen. Die Ausstellung versuche eine kritische Würdigung der Herrscherpersönlichkeit, seines Herrschaftskonzepts, seiner Bedeutung für die Residenzstädte Prag und Nürnberg sowie seiner künstlerischen Repräsentation. Die Schattenseite in der Herrschaft Karls waren die zeitgenössischen Judenverfolgungen. Nach dem Ausbruch der Pest, der nach Schätzungen rund ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel, kam es ab 1347 in vielen Städten zu Pogromen gegen die Juden. Aus Historikersicht trägt Karl zumindest eine Mitverantwortung. Auch in Nürnberg hat Karl 1349 den Abriss des Judenviertels zugunsten der Errichtung eines neuen Hauptmarktes gestattet. In der Folge kam es zu einem Pogrom, bei dem mehr als 500 Menschen ermordet wurden.

Cranach-Bilder bleiben in den USA

Ungewöhnliches Urteil zu NS-Raubkunst

Zwei von den Nazis geraubte Gemälde des Renaissance-Künstlers Lucas Cranach des Älteren (1472-1553) bleiben in den USA. Wie die "Los Angeles Times" am Montag berichtete, wies ein Gericht in Los Angeles in der vergangenen Woche die Forderung der Nachkommen eines jüdischen Kunsthändlers ab, das zweiteilige Altarbild mit einer lebensgroßen Darstellung von Adam und Eva an die Familie zurückzugeben. Die Norton Simon Art Foundation in Pasadena sei der rechtmäßige Besitzer der Bilder, urteilte Richter John F. Walter. Die Familie habe sich vor Generationen bewusst gegen eine Rückführung der Kunstwerke entschieden, sagte er zur Begründung. Laut Gerichtsakten hatte Nazi-Reichsmarschall Hermann Göring die Familie des auf der Flucht verstorbenen Amsterdamer Kunsthändlers Jacques Goudstikker 1940 zum Verkauf dieser und anderer Bilder gezwungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die Alliierten die Raubkunst an die Niederlande zurückgegeben. Die Familie Goudstikker habe damals entschieden, die Werke nicht zurückzufordern. Niederländischem Recht zufolge hätte sie dafür die von Göring erhaltene Summe zurückzahlen müssen. Nach dem Verstreichen der Rückforderungsfrist seien die Gemälde an die niederländische Regierung übergeben worden. Die Niederlande verkaufte sie an die russische Familie Stroganoff. Über die Stroganoffs gelangten die Bilder schließlich in die USA.

Leipziger Thomaskirche erhält Jesus-Altar zurück

Verbindung von Neugotik und Moderne

Die Leipziger Thomaskirche erhält ihren historischen Jesus-Altar im Stil der Neugotik zurück. In einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag werde der ursprünglich 1889 aufgestellte Hochaltar wieder eingeweiht, sagte Pfarrerin Britta Taddiken. Der von dem sächsischen Architekten Constantin Lipsius geschaffene Altar war in den 1960er Jahren aus Gründen des damaligen Geschmacks aus der Thomaskirche entfernt worden. Erhalten ist nur der obere Teil, das Retabel. Es ist aus Eichenholz geschnitzt, vergoldet und korrespondiert mit den Buntglasfenstern im Chorraum. Der Unterbau wurde vermutlich weggeworfen, weshalb nun ein neuer angefertigt werden musste. Um dessen Ausgestaltung haben die Gemeinde und das Landesamt für Denkmalpflege in Sachsen mehr als ein Jahr gerungen. Während die Denkmalschützer einen möglichst originalgetreuen Nachbau forderten, wollte die Kirchgemeinde moderne Akzente setzen. Herausgekommen ist ein Kompromiss: Vor allem die Form des Unterbaus ähnelt dem Original. Mit den Materialien wurden aber auch moderne Akzente gesetzt. Die Kosten für den neuen Altartisch und die Restaurierungsarbeiten am Retabel beliefen sich auf rund 60.000 Euro, die überwiegend durch Spenden gedeckt wurden. Die Architektin des Unterbaus, Gabriele Weis, arbeitete ehrenamtlich.

Die besten Filme des 21.Jahrhunderts

Weltweite BBC-Umfrage unter Filmkritikern

"Mulholland Drive" von Regisseur David Lynch ist der beste Film des 21. Jahrhunderts. Das ergab eine Umfrage der BBC unter 177 Filmkritiker aus 36 Ländern - "100 Greatest Films of the 21st Century so far". Den 2. Platz erreichte "In the Mood for Love" von Wong Kar-Wai (2000) und "There Will Be Blood" von Paul Thomas Anderson (2007). Jeder Kritiker stellte eine Liste mit seinen zehn besten Filmen zusammen. Aus diesen 1770 Stimmen ergaben sich dann die Top 100. endgültige Liste. Am häufigsten wurden Filme von den Regisseuren Wes Anderson, Apichatpong Weerasethakul, Christopher Nolan, Joel and Ethan Coen, Michael Haneke und Paul Thomas Anderson genannt. Sie alle haben drei Filme in der Top-100-Liste.

Jazz-Musiker Toots Thielemans gestorben

Belgien trauert um bedeutenden Musiker

Der belgische Jazz-Musiker Toots Thielemans ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das gab sein Management bekannt. Thielemans gehörte zu den bekanntesten Kulturschaffenden des Landes. Der belgische Ministerpräsident Charles Michel erklärte, man habe einen großen Musiker und eine warmherzige Persönlichkeit verloren. Der 1922 in Brüssel geborene Musiker trat mit Stars wie Charlie Parker, Ella Fitzgerald, Natalie Cole, Pat Metheny, Paul Simon und Billy Joel auf und wurde auch mit Filmmusiken bekannt. Er spielte vor allem Gitarre und Mundharmonika. Zu seinen berühmtesten Auftritten gehört sein Solo im Abspann der amerikanischen "Sesamstraße".

Neue Zeitschrift des Instituts für Zeitgeschichte

Vernetzung deutscher und englischsprachiger Forschung

Das Institut für Zeitgeschichte in München schlägt im Zusammenhang mit seinen anerkannten Publikationen ein neues Kapitel auf. Neben den Vierteljahresheften für Zeitgeschichte (VfZ) erscheint in dieser Woche erstmals das "German Yearbook of Contemporary History". Damit soll ein innovatives Format geschaffen werden, um die deutsche und englischsprachige Forschungswelt noch stärker zu vernetzen. Der erste Band greife unter dem Titel "Holocaust and Memory in Europe" bereits ein zentrales Thema des 20. und 21. Jahrhunderts auf. Auch die folgenden Ausgaben des Yearbook sollen jeweils als themenbezogener Sammelband konzipiert werden.

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