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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. August 2016

Die Vibraphon-Legende Bobby Hutcherson ist tot

Der Jazz-Musiker wurde 75 Jahre alt

Bobby Hutcherson hat das Vibraphonspiel des modernen Jazz wesentlich geprägt. In seiner Heimat Kalifornien ist er gestern an den Folgen eines Emphysems gestorben. Die Karriere von Hutcherson begann in den frühen 60er Jahren. In einem Plattenladen in Pasadena hatte er eine Aufnahme von Milt Jackson gehört und ein Schulfreund hatte später sein Interesse am Vibraphone noch größer werden lassen. Mit einem Engagement in der Mr. Lewis Band begann seine Karriere. 1965 brachte er seine erste Platte heraus. Hutcherson spielte mit den bedeutenden Musikern des Jazz, unter anderem Don Cherry, Archie Shepp und Paul Bley als auch mit Al Grey, Dizzy Gillespie und Ella Fitzgerald. Bobby Hutcherson veröffentlichte mehr als 40 Alben und schrieb Klassiker wie "Out to Lunch" oder "Mode for Joe".

Programmkinos blicken optimistisch in die Zukunft

Zahl kleiner Filmkunst-Häuser nimmt wieder zu

Die Zeit des Kinosterbens bei kleinen Filmkunst-Kinos ist nach Einschätzung der Branche überwunden. Im Jahr 2014 verzeichneten Programmkinos drei Prozent mehr Besucher als noch im Vorjahr. Dieser Trend halte an, sagte Christian Bräuer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kino-Gilde deutscher Filmkunsttheater, in Leipzig. Mehr als 300 Kinos haben sich mittlerweile in dem Branchenverein zusammengeschlossen, der im September die 16. Filmkunstmesse in der Sächsischen Metropole veranstaltet. Optimistisch stimme, dass seit einiger Zeit neue Spielstätten auch unter junger Führung entstehen, erläuterte Bräuer, der auch Geschäftsführer der Berliner York-Kinos ist.

Thüringen will zugunsten des Denkmalschutzes enteignen

Bereits die Vorgängerregierung hatte das erwogen

Thüringens Landesregierung will den privaten Eigentümer der vom Verfall bedrohten Schlossanlage Reinhardsbrunn im Landkreis Gotha enteignen. Ein entsprechender Beschluss wurde an diesem Dienstag gefällt. Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) sagte in Erfurt, der rot-rot-grünen Regierung sei bewusst, dass Thüringen mit einem Enteignungsverfahren aus denkmalschutzrechtlichen Gründen bundesweit Neuland beschreite. Das nun beschlossene Enteignungsverfahren stütze sich auf ein von der damaligen Ministerpräsidentin Lieberknecht (CDU) vorgestelltes Rechtsgutachten, sagte Hoff. Er rechnet mit einer Dauer von etwa 15 Monaten. Das 1827 erbaute Schloss Reinhardsbrunn, das in der DDR als Interhotel und bis 2001 als Hotel genutzt worden war, verfällt seit Jahren.

Bund erwägt Übernahme der Berliner Philharmoniker

Zeitung berichtet über Verhandlungen zum neuen Hauptstadtkulturvertrag

Der Bund hat einem Bericht des Berliner Tagesspiegels zufolge Interesse an einer Übernahme der Berliner Philharmoniker. Demnach schwebe Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) im Rahmen der Verhandlungen für den neuen Hauptstadtkulturvertrag ein finanzielles Engagement für das weltberühmte Ensemble vor. Ein Sprecher von Grütters erklärte, derzeit kursierten in den Medien "schöne Wunschlisten". Man müsse jedoch das Ergebnis der laufenden Gespräche abwarten. Der Vertrag laufe erst 2017 aus und es gebe überhaupt keinen Zeitdruck. Der Hauptstadtkulturvertrag regelt, welche Berliner Institutionen eine deutschlandweite Strahlkraft haben und deshalb aus der Bundeskasse gezahlt werden sollen. Für die Berlinale, die Berliner Festspiele und die Akademie der Künste gilt das schon lange.

Wasserspiele von Schloss Babelsberg wieder in Betrieb

Bundesmittel ermöglichten Renovierung des Landschaftsparks

Nach fast hundertjähriger Pause sprudeln im Potsdamer Schlosspark Babelsberg wieder die Wasserspiele. Die Brunnen, Fontänen und Bachläufe in dem mehr als 100 Hektar großen Landschaftspark seien nach umfassender Sanierung wieder am Netz, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam mit. Das zehn Kilometer lange Brauchwassernetz rund um das Schloss Babelsberg war seit 2013 für 5,9 Millionen Euro erneuert worden. Die Wasserspiele wurden nach dem Ende der Monarchie 1918 stillgelegt. Der Babelsberger Schlosspark wurde ab 1833 nach Plänen der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné und Fürst Hermann von Pückler-Muskau im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt. Die aktuellen Arbeiten wurden den Angaben zufolge aus dem Masterplan Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten bezahlt. Das 155-Millionen-Euro-Programm läuft von 2008 bis 2017 und wird von der Bundeskulturstaatsministerin und den Ländern Berlin und Brandenburg finanziert.

Gregor Schneider glaubt an den autodidaktischen Künstler

Resümee nach einem Semester an der Kunstakademie Düsseldorf

Die Installation "Totes Haus u-r" machte Gregor Schneider bekannt. Nach seinem ersten Semester als Professor für Bildhauerei sagte der 46jährige dem Onlineportal der Rheinischen Post, dass er Technik vermitteln könnte. Allerdings sei er überzeugt, "dass Künstler letztlich, wenn sie etwas Originäres entwickeln wollen, auch Autodidakten sein müssen." Damit Kunst entstehe, brauche "es viel Ruhe und Zeitlosigkeit. Das Wichtigste ist die Freiheit. Denn Freiheit schafft die Grundlage für Poesie und Schönheit. Die Akademie gäbe dafür den Freiraum. Dass er von den Studierenden etwas lerne, wollte Schneider nicht ausschließen.

Sandra Hinz neu im Kuratorium der Hans-Lilje-Stiftung

Organisation fördert Dialog von Kirche mit allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens

Theatermanagerin Sandra Hinz (37), Verwaltungsdirektorin des Deutschen Theaters Göttingen, ist in das Kuratorium der Hans-Lilje-Stiftung berufen worden. Die Kulturmanagerin wird Mitglied des aus zwölf Personen bestehenden Gremiums, das über die Schwerpunkte der Arbeit der Stiftung und über die Vergabe der Projektmittel entscheidet, wie die Stiftung in Hannover bekanntgab. Die seit 1989 bestehende Organisation geht auf den früheren Hannoverschen Landesbischof Hanns Lilje (1899-1977) zurück. Sie fördert den Dialog von Kirche und Theologie mit Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Kunst und Politik. Nach eigenen Angaben zählt sie mit einem Vermögen von rund 14,5 Millionen Euro zu den größten fördernden Stiftungen in Deutschland.

Brigitte Mang neue Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

Die sachsen-anhaltische Staatskanzlei bestätigt Medienberichte

Die österreichische Landschaftsarchitektin Brigitte Mang wird neue Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz werden. "Wir sind sehr froh, Frau Mang für Sachsen-Anhalt zu gewinnen", sagte Kultusminister Rainer Robra (CDU). Die 1959 geborene Wienerin arbeitete zuletzt als Direktorin der historischen Bundesgärten Österreich. Die Wahl stehe fest, es seien nur noch die Formalitäten zu klären, hatte ihn zuvor die "Mitteldeutsche Zeitung" zitiert. Dem Bericht zufolge wird Mang im Februar 2017 ihr Amt im Schloss Großkühnau in Dessau-Roßlau antreten. Dann scheide der bisherige Direktor Thomas Weiß aus Altersgründen aus. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz verwaltet das Dessau-Wörlitzer Gartenreich mit den Schlössern Wörlitz, Luisium, Oranienbaum und Mosigkau.

Spanien erinnert an Federico García Lorca

Heute vor 80 Jahren wurde der Dichter verhaftet

Lorca "Mythos und Tragödie", "Lorca ist nicht tot": So oder ähnlich heißt es in spanischen Medien angesichts des 80. Jahrestages der Verhaftung von Federico García Lorca. Der Verein für "Wahrheit, Justiz und Wiedergutmachung" glaubt, die sterblichen Überreste des am 19. August von Falangisten vermutlich erschossene Dramatiker könnten sich im Peñón del Colorado de Alfacar befinden. In dem Gebiet, so der Verein, könnten während des Bürgerkriegs und der Franco-Diktaturbis zu 2000 Menschen verscharrt worden sein. Von der andalusischen Regierung, heißt es, wird aber keine Erlaubnis für Grabungen erteilt. Stattdessen werde auf den nahen Gedenkort verwiesen, der von der Regierung im März 2012 eingerichtet wurde. In vielen Teilen Spaniens wird an diesem 16. August und den Tagen bis zur Ermordung Lorcas mit Veranstaltungen an den Dichter erinnert.

Harald Lesch reagiert auf Kritik von AfD-Anhängern

In "Terra X" hatte der Physiker Wahlkampfaussagen der Partei zum Klimawandel analysiert

Nachdem der Physiker Harald Lesch in einer seiner Fernsehsendungen Aussagen der Partei "Alternative für Deutschland" zum Klimawandel unter die Lupe genommen hatte, "ging es richtig rund". Es seien meist die gleichen Leute, die "den Auftrag haben, Moderatoren, die Glaubwürdigkeit genießen, als unglaubwürdig hinzustellen". So zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den 56jährigen. "Sehr hässliche Hassmails" seien bei ihm eingegangen. Zudem hätten sich AfD-Anhänger beim "Intendanten des ZDF beschwert und beim Präsidenten der Ludwig-Maximilians-Universität, Leschs Arbeitgeber", berichtet die SZ. Als Reaktion auf die Reaktionen, stellte Lesch ein "Terra X"-Video über die "Psychologie hinter Hass" ins Netz, in dem er dazu auffordert, dass sowohl seine Kritiker als seine Verteidiger auf ihre Wortwahl schauen sollten. Schon ein freundlicher Ton "könnte vieles entschärfen. Und am Ende würde vielleicht alle Seiten begreifen, dass es gar keinen Sinn macht, sich dermaßen anzugreifen", so Lesch. Man sollte versuchen, das Beste für alle aus einem Streit zu machen.

Françoise Mallet-Joris mit 86 Jahren gestorben

Die belgisch-französische Autorin war Mitglied in der Académie Goncourt

Françoise Mallet-Joris schrieb über Frauen und über die Gesellschaft, in der sie leben. Im Alter von 86 Jahren ist die Schriftstellerin am 13. August gestorben, wie das französische Kulturministerium bestätigte. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie 1951 –"Le Rempart des beguines", das auf Deutsch unter dem Titel "Der dunkle Morgen" erschien und einen Skandal auslöste. Es handelt von einem jungen, bürgerlichen Mädchen, das eine Affäre mit der Geliebten seines Vaters beginnt. 1958 gewann Mallet-Joris den Prix Femina für ihr Buch "L’Empire Celeste", gewonnen, das in Deutschland unter dem Titel "Bei Sokrates am Montparnasse" erschien. Im Laufe ihrer Karriere veröffentlichte Mallet-Joris, die bürgerlich Françoise Lilar hieß, mehr als zwei Dutzend Bücher. 40 Jahre lang war sie Mitglied der französischen Académie Goncourt. 2011 schied sie aus.

In Polen wird nach deutschem Panzerzug gegraben

Experten bezweifeln angeblichen Fund eines unterirdischen Tunnels von zwei Hobbyschatzsuchern

Die Suche nach einem angeblichen deutschen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg hat begonnen. Bagger haben heute mit Grabungsarbeiten am Bahnkilometer 65 zwischen Wroclaw (Breslau) und dem niederschlesischen Walbrzych (Waldenburg) begonnen. Zwei Männer behaupten, im vergangenen Jahr dort mit einem Bodenradar einen Zug in einem unterirdischen Tunnel entdeckt zu haben. Über den angeblichen Goldzug kursieren in der Region seit den 1970er Jahren Gerüchte. Die Nazis sollen damit Kriegsbeute vor der heranrückenden Sowjet-Armee versteckt haben. Beweise dafür gibt es aber keine. Experten aus Krakau zweifeln sogar daran, dass die Bodenaufnahmen des Schatzgräber-Duos echt sind.

New Yorker MoMA mit Pedro Almodóvar Retrospektive

Museum zeigt wochenlang Filme des Spanischen Regisseurs

Das New Yorker Museum of Modern Art würdigt den spanischen Star-Regisseur Pedro Almodóvar mit einer großen Retrospektive. Ab Ende November werden rund drei Wochen lang 20 Filme des Oscarpreisträgers gezeigt. Darunter sind "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs", "Alles über meine Mutter", "Sprich mit ihr", und das neue Werk "Julieta". Im vergangenen Jahr hatte das MoMA dem deutschen Regisseur Wim Wenders eine Retrospektive gewidmet.

Oskar Schindlers Fabrik soll Holocaust-Gedenkstätte werden

Eine Stiftung hat das Gebäude gekauft

Das verfallende Gebäude, in dem Oskar Schindler 1.200 Zwangsarbeiter aus Krakau vor den Nationalsozialisten beschützte und hunderten von ihnen das Leben retten konnte, soll in eine Gedenkstätte umgebaut werden. Das Internetportal Novinky.cz berichtet, ein Stiftungsfonds mit Namen Soa (Schoah) habe das seit Jahren verfallende Gebäude im tschechischen Brnenec gekauft und bemühe sich um eine Finanzierung ihres Vorhabens. "Unser Hauptziel ist es zunächst, das Gebäude und das ganze Lager wieder in seinen ursprünglichen historischen Zustand zu bringen, auch mitsamt den Wachtürmen und dem Lazarett", erklärte Fondsgründer Jaroslav Novák. Er sei optimistisch, öffentliche Förderungen für das Projekt zu bekommen, weil das renovierte Gebäude auch zu einem Touristenmagneten für alle werden könnten, die den Hollywood-Film "Schindlers Liste" gesehen hätten.

Springer ./. Kachelmann geht vor den Bundesgerichtshof

Das teilte ein Sprecher des Medienunternehmens mit

Die juristische Auseinandersetzung zwischen dem Axel Springer Konzern und dem Meteorologen Jörg Kachelmann geht weiter. Im Streit um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten will Springer das vom Oberlandesgericht Köln ausgesprochene Urteil, das mit einer Zahlung von 395.000 Euro an Kachelmann verbunden ist, nicht hinnehmen und vor den Bundesgerichtshof ziehen. Man werde "Nichtzulassungsbeschwerde" einlegen, weil eine Revision gegen das OLG-Urteil nicht zugelassen wurde. Wahrheitsgemäße Berichterstattung über Gerichtsverfahren gegen bekannte Persönlichkeiten dürfe nicht durch Strafzahlungen in dieser Größenordnung sanktioniert werden, argumentierte der Sprecher. Andernfalls sei eine einschüchternde Wirkung auf die Presse zu befürchten. Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden.

Pietro De Marchi erhält den Gottfried-Keller-Preis 2016

Die Ehrung wird zum 38. Mal vergeben

Pietro De Marchi erhält für seinen Gedichtband "La carta delle arance" (Das Orangenpapier) den Gottfried-Keller-Preis. Das teilte die Mrtin-Bodmer-Stiftung mit. Dem Literaturwissenschaftler wird die mit 25.000 Franken dotierte Auszeichnung Ende Oktober in Zürich verliehen. Der Gottfried-Keller-Preis wurde 1921 vom Schweizer Mäzen und Sammler Martin Bodmer gestiftet und seitdem in unregelmäßigen Abständen vergeben.

Frei.Wild hört Ende des Jahres auf

Das teilten die vier Musiker aus Südtirol auf ihrer Homepage mit

Die erfolgreiche, aber auch umstrittene Deutschrock-Band Frei.Wild hat nach 15 Jahren das Ende ihrer Auftritte angekündigt. "Wir hören auf", ließen sie wissen ohne konkrete Gründe zu nennen. Die Band sei "ähnlich einem Bauwerk", das "immer wieder gepflegt, restauriert, in unserem Falle erweitert und vor allem statisch verbessert werden" soll. "Wir sagen dann erst mal lebe-wohl Fangemeinde und ziehen uns erst mal zurück, um uns an genau diese Dinge zu wagen. Was diese beiden Dinge sein werden, möchten wir euch zu diesem Zeitpunkt nicht mitteilen." Frei.Wild hatte sich 2001 gegründet. Die letzten Konzerte sind laut Homepage vom 27. bis 29. Dezember in Mannheim, Hannover und Chemnitz geplant. Im April war die Band mit einem "Echo" ausgezeichnet worden. Drei Jahre zuvor waren sie von der Nominierungsliste gestrichen worden, weil sie mit der rechten Szene in Zusammenhang gebracht wurde. Die Bandmitglieder hatten das bestritten.

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