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Kulturnachrichten

Dienstag, 9. August 2016

ORF-Intendant Wrabetz bleibt im Amt

Er leitet den Sender weitere fünf Jahre

Der langjährige Intendant des Österreichischen Rundfunks (ORF) Alexander Wrabetz wird den Sender weitere fünf Jahre leiten. Das oberste ORF-Gremium entschied sich heute mit Mehrheit für den 56-jährigen Wiener. Wrabetz, der den Sozialdemokraten der SPÖ nahesteht, ist seit zehn Jahren im Amt. Er setzte sich gegen Richard Grasl, den kaufmännischen Direktor des ORF, durch, der der konservativen Volkspartei ÖVP zugerechnet wird. Die Besetzung des Chef-Postens gilt als politisch brisant. SPÖ und ÖVP ringen stets darum, ihnen nahestehende Kandidaten ins Amt zu hieven. Der ORF hat mit seinen TV- und Radioprogrammen eine dominante Rolle in Österreich. Das Jahresbudget liegt bei knapp einer Milliarde Euro. Das Unternehmen hat fast 4000 Mitarbeiter.

Wirbel um Netrebko bei den Bayreuther Festspielen

Singt sie auf dem Grünen Hügel - oder singt sie nicht?

Ein mögliches Engagement von Opern-Star Anna Netrebko bei den Bayreuther Festspielen ist unklar. Der Sprecher der Festspiele, Peter Emmerich, betonte heute, dass Verhandlungen mit Netrebko über einen Auftritt als Elsa in der Richard-Wagner-Oper "Lohengrin" im Jahr 2018 nach wie vor laufen. Ein Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hatte zuvor für Wirbel gesorgt. Darin sagte die 44-Jährige auf die Frage, ob sie 2018 im Festspielhaus auf der Bühne stehen wird: "Nein. Das heißt, wir sind noch im Gespräch." Wie der "Nordbayerische Kurier" und der "Münchner Merkur" berichteten, fiel die Antwort in der Online-Ausgabe der FAS noch deutlicher aus: "Das ist Gossip." Inzwischen ist aber auch online die Version aus der gedruckten Zeitung zu finden. "Französisch, Italienisch, das kann ich alles singen, aber deutsche Texte sind zu schwer für mich.", erklärte Netrebko ihre Probleme mit Richard Wagners Opern. Festspielchefin Katharina Wagner betonte im "Nordbayerischen Kurier", dass es bislang keinen Vorvertrag mit Netrebko gegeben habe - nur Gespräche. "Anna Netrebko hat sich absolut korrekt verhalten."

Name für neues Jüdisches Museum in Köln gesucht

Bürger können ihre Ideen einreichen

Gut einen Monat lang können Bürger der Stadt Köln und dem Landschaftsverband Rheinland ihre Ideen für einen Namen für das neue Jüdische Museum einreichen. Bis zum 15. September werden Vorschläge entgegen genommen, wie es in einer Mitteilung der Stadt Köln hieß. Die Ideen sollen bei der Namensfindung helfen, eine Entscheidung soll Ende 2016 fallen. Das Museum soll 2019 auf dem Kölner Rathausplatz im Zentrum der Altstadt eröffnen. Archäologen hatten dort seit 2007 das mittelalterliche Judenviertel ausgegraben. Dazu gehören die Ruinen von Hospital, Bäckerei und Synagoge. Die Forscher fanden viele kostbare Artefakte, so einen halbmondförmigen, edelsteinbesetzten Goldohrring aus dem 11. Jahrhundert. Experten bezeichnen die Ausgrabungsstätte als einzigartig. Köln war im Mittelalter die größte deutsche Stadt, seine jüdische Gemeinde gilt als die älteste nördlich der Alpen.

Staatliche Museen in Berlin erweitern Online-Service

Monatliche stehen mehr als hundert Angebote zur Wahl

Das Pergamonmuseum, das Neue Museum und die Nationalgalerie gehören dazu: Die Staatlichen Museen zu Berlin erweitern ihren Online-Service. Ab sofort können auf der Homepage www.smb.museum nicht nur Eintrittskarten für die 19 Häuser, sondern auch Tickets für Führungen und Veranstaltungen gekauft werden. Wie die Verwaltung heute mitteilte, stehen monatlich mehr als hundert Angebote zur Wahl. Zudem werden die Tickets über neue Vertriebspartner wie die Tourismusgesellschaft visitBerlin angeboten, um die Reichweite des Vorverkaufs zu erhöhen. Eine Online-Buchung erspart Wartezeiten an den Museumskassen.

Wissenschaftler beraten über Wiederaufbau von Aleppo

Gerda Henkel Stiftung fördert zwei Vorhaben mit knapp 750.000 Euro

Syrische und deutsche Wissenschaftler befassen sich mit einem künftigen Wiederaufbau der umkämpften syrischen Stadt Aleppo. Auch wenn die Kampfhandlungen andauerten, müssten bereits jetzt Szenarien für die Zeit nach dem Bürgerkrieg entwickelt werden, erklärte die Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf. Die Altstadt Aleppos ist Unesco-Welterbestätte; Hunderttausende Menschen sind derzeit in der nordsyrischen Metropole eingeschlossen. Die gemeinnützige Gerda Henkel Stiftung fördert nach eigenen Angaben zwei aktuelle Vorhaben mit insgesamt knapp 750.000 Euro. Unter dem Titel "Die Stunde Null - Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise" bauen Wissenschaftler eine Datenbank auf, mit der sie die kriegsbedingten Schäden in Aleppo systematisch dokumentieren. Zudem erstellen sie ein 3D-Modell des weitgehend zerstörten Basars. Die Vorhaben sind angesiedelt am Deutschen Archäologischen Institut und am Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen-Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Kabuler US-Universität nach Entführung vorübergehend zu

Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt

Die Amerikanische Universität in Kabul hat nach der Entführung zweier ausländischer Gastprofessoren vorübergehend geschlossen. Das ging aus einer auf der Facebook-Seite der Universität veröffentlichten Erklärung hervor. Ein australischer und ein US-amerikanischer Professor waren nahe der Universität aus ihrem Auto heraus von Unbekannten verschleppt worden. In der Erklärung sagte der Präsident der Universität, Mark English, man entwickele Sicherheitsmaßnahmen, um das Personal zu schützen. Ein Krisenstab arbeite mit den Behörden zusammen.

Online-Vorschau auf Monat der Fotografie in Berlin

Das deutschlandweit größte Fotofestival findet im Oktober statt

Am diesjährigen Europäischen Monat der Fotografie in Berlin, dem deutschlandweit größten Fotofestival, beteiligen sich im Oktober 120 Institutionen mit 130 Ausstellungen. Die neue Internetseite www.emop-berlin.eu/de informiert schon jetzt über das geplante Programm, wie die Veranstalter heute mitteilten. Das Festival in Berlin, das seit 2004 alle zwei Jahre stattfindet, gehört zu dem europaweiten Gemeinschaftsprojekt European Month of Photography. Veranstalter ist die Kulturprojekte Berlin GmbH in Zusammenarbeit mit Museen, Kulturinstitutionen, Galerien, Botschaften, Projekträumen und Fotoschulen in Berlin und Potsdam.

"Zeit" übernimmt "Christ & Welt"

Dafür wird eine Tochtergesellschaft gegründet: "Zeit: Credo"

Die wöchentliche "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" wird ab Oktober von der "Zeit"-Verlagsgruppe selbst herausgegeben, die dafür eine eigene Tochtergesellschaft mit dem Namen "Zeit: Credo" gründet. Das teilte Geschäftsführer Rainer Esser in Hamburg mit. Zugleich dankte er dem Katholischen Medienhaus in Bonn "für sechs Jahre guter und vertrauensvoller Zusammenarbeit". Die Redaktion wird von Bonn nach Berlin ziehen. Redaktionsleiter wird Raoul Löbbert, der seit 2010 zum Redaktionsteam gehört.

Oscar-Preisträgerin Brie Larson gibt Regiedebüt

Außerdem spielt sie die Hauptrolle

Die diesjährige Oscar-Preisträgerin Brie Larson ("Raum") will mit der Komödie "Unicorn Store" ihren ersten Spielfilm inszenieren. Wie die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" berichteten, wird die Schauspielerin den Independent-Film auch mitproduzieren und die Hauptrolle spielen. Der Drehstart sei für Oktober geplant. In der Geschichte geht es um eine junge Frau, die bei ihren Eltern lebt. Sie folgt einer geheimnisvollen Einladung, um mehr über das Erwachsenwerden herauszufinden.

Dieb bietet Reliquien in Secondhand-Laden an

Zuvor hatte er sie aus der Düsseldorfer Andreaskirche gestohlen

Drei der vier Sakralgegenstände, die vor einer Woche aus der Düsseldorfer Andreaskirche gestohlen wurden, sind wieder aufgetaucht. Die etwa 200 Jahre alten Reliquiengefäße seien in einem Gebrauchtwarenladen in Bahnhofsnähe angeboten worden, berichtet die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post". Der Inhaber habe die Ware sofort als Diebesgut erkannt; darauf sei der Anbieter gegangen - ohne die Beute, wie die Kriminalpolizei mitteilte. Inzwischen seien die drei silbernen Schaugefäße wieder in die Klosterkirche der Dominikaner in der Altstadt zurückgekehrt.

Vermutlich kupferzeitliche Kultstätte in Spanien entdeckt

Ähnliche Funde bislang nur aus Nordeuropa bekannt

Wissenschaftler der Universität Tübingen haben in Südspanien eine Kreisgrabenanlage aus der Zeit von 2.600 bis 2.200 vor Christus entdeckt. Die Stätte in der Region um Valencina de la Concepción bei Sevilla könnte rituellen Zwecken gedient haben, wie die Universität heute mitteilte. Ähnliche Kultstätten seien bislang nur aus Nordeuropa bekannt gewesen. Den Fund machten die Forscher im Hinterland der Region nahe Carmona. Dabei entdeckten sie eine Grabenanlage mit einer Ausdehnung von sechs Hektar. Die Stätte liege strategisch günstig nahe einer alten Furt des Flusses Guadalquivir in der Nähe der Sierra Morena. Dort seien Kupfer und andere wertvolle Materialien abgebaut worden. Weil Hirtenwege die Stätte mit der fruchtbaren Ebene von Carmona verbinden, vermuten die Forscher, dass sie als Durchgangsstation von vielen Menschen besucht wurde. Eine Interpretation als Kultstätte sei daher naheliegend, heißt es weiter.

Meryl Streep schockiert, dass Eastwood Trump wählen will

Sie hätte den Schauspieler für sensibler gehalten

Die dreifache Oscar-Preisträgerin Meryl Streep zeigt sich entsetzt von der Ansage ihres Schauspielkollegen Clint Eastwood, für Donald Trump als US-Präsident zu stimmen. "Ich bin schockiert. Das bin ich wirklich", sagte die Schauspielerin und bekennende Anhängerin von Hillary Clinton dem US-Magazin "Variety". Sie hätte Eastwood für "sensibler" gehalten. Der Regisseur und Schauspieler hatte erklärt, er empfinde die Wahl zwischen Trump und Clinton zwar als "schwierig", würde sich letztendlich bei der Präsidentschaftswahl im November jedoch für Trump entscheiden. Außerdem hatte Eastwood die Aufregung über als rassistisch empfundene Aussagen Trumps kritisiert und die Bevölkerung aufgerufen, "verdammt noch mal darüber hinweg" zu kommen.

Bergen-Belsen-Konzert von 1945 wird wiederholt

Am 28. August werden rekonstruierte Teile gespielt

Am 27. Juli 1945 gaben Yehudi Menuhin und Benjamin Britten ein Konzert für Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Aus Anlass des 100. Geburtstags Menuhins soll es nun wiederaufgeführt werden, wie die Gedenkstätte Bergen-Belsen mitteilte. An historischer Stelle, im "Roundhouse" der Kaserne Bergen-Hohne, spielen am 28. August der ukrainische Nachwuchs-Geiger Alexey Semenenko und die russische Pianistin Inna Firsova jene Teile des Konzerts, die rekonstruiert werden konnten. Dabei handele es sich um Werke von Bach, Beethoven und Debussy, hieß es. Menuhin und Britten widmeten ihr Konzert in Bergen-Belsen kurz nach Kriegsende den sogenannten Displaced Persons. Zu ihnen gehörten ehemalige Zwangsarbeiter, die während des Krieges zur Arbeit in deutschen Betrieben verpflichtet worden waren. Hinzu kamen Kriegsgefangene, ehemalige Konzentrationslagerhäftlinge und zahlreiche Osteuropäer, die zunächst nicht in ihre Heimatländer zurückkehren konnten. Veranstalter ist die International Yehudi Menuhin Foundation. Der Eintritt sei kostenlos, es werde um eine "angemessene Spende" gebeten. Eine Anmeldung ist nach Veranstalterangaben "zwingend erforderlich".

Kafka-Briefe gehen an Israels Nationalbibliothek

Höchstes Gericht in Jerusalem entscheidet in letzter Instanz

Nach jahrelangem Rechtsstreit gehen wertvolle Briefe des Schriftstellers Franz Kafka endgültig an Israels Nationalbibliothek. Dies entschied das Höchste Gericht in Jerusalem in letzter Instanz, wie die Zeitung "Haaretz" berichtete. Die Israelin Eva Hoffe scheiterte damit zum dritten Mal mit ihrer Darstellung, sie und ihre Nichten seien rechtmäßige Erbinnen des kostbaren Nachlasses des Schriftstellers Max Brod. Der jüdische Autor Kafka hatte vor seinem Tod 1924 seinen Freund Brod gebeten, seine Werke zu verbrennen. Dieser brachte sie jedoch zur Veröffentlichung und Kafka errang Weltruhm. Nach Brods Tod 1968 ging der Nachlass an seine ehemalige Sekretärin Esther Hoffe. Sie verkaufte einen Teil der Texte, darunter das Roman-Manuskript "Der Prozess", für etwa zwei Millionen Dollar. Einen anderen Teil bewahrte sie in Safes in Israel und der Schweiz auf. Nach ihrem Tod vererbte sie den Kulturschatz an ihre Töchter, von denen eine inzwischen gestorben ist. Das Gericht folgte jedoch auch in letzter Instanz dem Argument, Brod habe in seinem Testament verfügt, sein literarischer Nachlass solle an eine jüdische Bibliothek gehen.

Arbeiten am Museumsschiff in Hamburg beginnen

"Rickmer Rickmers" in Schiffswerft angekommen

Ein Wahrzeichen des Hamburger Hafens, das Museumsschiff "Rickmer Rickmers", wird modernisiert. Der Frachtensegler aus dem 19. Jahrhundert ist in einer Schiffswerft angekommen, wo umfassende Modernisierungsarbeiten begonnen haben, wie ein Sprecher der Werft Blohm+Voss mitteilte. Unter anderem sei geplant, die Stahlplatten am Rumpf des Schiffes auszubessern und den Gastronomiebereich zu erneuern, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Am 2. September soll das grüne Schiff, das seit 1983 in Hamburg an den Landungsbrücken liegt, wieder an seinen Standort zurückkehren. Der 1896 erbaute Frachtensegler wurde unter anderem als Handelsschiff auf Reisen etwa nach Hongkong und Chile genutzt.

Kent Nagano erhält Echo-Klassik

Er erhält die Auszeichnung für seine Opernproduktion "L'Aiglon"

Hamburgs Generalmusikdirektor Kent Nagano und das Orchestre symphonique de Montréal erhalten für ihre Einspielung der Opernproduktion "L'Aiglon" einen Echo-Klassik in der Kategorie "Opera recording" (Oper 20./21. Jahrhundert). "Das Aufnahmeprojekt entstand durch unsere Erkenntnis, dass die französische Sprache, ihre besondere Lyrik und vokale Tradition durch die Oper nicht nur zelebriert, sondern auch den nachfolgenden Generationen erhalten bleiben soll", sagte Nagano, der auch Leiter des Orchestre symphonique de Montréal ist. Der Echo-Klassik wird am 9. Oktober bei einer Gala im Berliner Konzerthaus vergeben. Es gibt 57 Auszeichnungen in 22 Kategorien.

"Tschick" meistinszeniertes Stück

Deutscher Bühnenverein veröffentlicht Werkstatistik 2014/2015

Das Theaterstück "Tschick" nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf wurde in der Spielzeit 2014/2015 spartenübergreifend am häufigsten inszenziert, wie aus der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervorgeht. Mit 52 Inszenierungen lag "Tschick" klar vor der "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart mit 32 Inszenierungen. Insgesamt wurde "Tschick" 1156 Mal aufgeführt. William Shakespeare ist der meistgespielte Autor gewesen. In deutschsprachigen Schauspielhäusern gab es in der vergangenen Spielzeit insgesamt 151 Inszenierungen von Shakespeare-Werken. Im Bereich der Operninszenierungen nahm bei den Komponisten Giuseppe Verdi den ersten Rang ein, vor Mozart und Puccini. Die Werkstatistik wertet Staats-, Stadt- und Landestheater sowie alle wesentlichen privaten Bühnen aus.

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