Seit 17:05 Uhr Studio 9

Freitag, 13.12.2019
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Dienstag, 2. August 2016

DJV stärkt ARD den Rücken

Anlass ist Kritik um Fernsehabend zum Theaterstück "Terror"

Der Deutsche Journalisten-Verband reagiert auf Kritik der FDP-Politiker Gerhart Baum und Burkhard Hirsch. "Man muss das Theaterstück 'Terror' von Ferdinand von Schirach nicht mögen", erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall, "aber es ist höchst bedenklich, wenn zwei ehemals aktive Politiker in die Programmautonomie der ARD eingreifen wollen." Hirsch und Baum hatten die ARD aufgefordert, die Ausstrahlung am 17. Oktober zu unterlassen, weil der Film die Verbreitung verfassungsfeindlicher Gedanken fördere. Die ARD hatte dem widersprochen und zudem auf die ausgewogene Verknüpfung des Films mit der Diskussionssendung "Hart aber fair" verwiesen. Gerade von diesen beiden Politikern habe er einen solchen Versuch der Einmischung in das Programm nicht erwartet, sagte Überall. Es liege in der Verantwortung der ARD, ein so umstrittenes Theaterstück zu senden. Die Zuschauer seien mündig genug, ich ihr eigenes Urteil zu bilden. In der Geschichte geht es um einen Kampfpiloten der entscheiden muss, ob er ein von Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abschießt oder nicht.

Ruth Fend soll die Magazine Neon und Nido retten

Bislang war sie Redaktionsleiterin des Wirtschaftsmagazins "Business Punk"

Ruth Fend wird neue Chefredakteurin von "Neon" und "Nido". Sie trete zum 1. Oktober die Nachfolge von Nicole Zepter an, teilte der Verlag Gruner + Jahr mit. Es sei kein Geheimnis, dass sich beide Zeitschriften in einer schwierigen Marktsituation befänden, erklärte Herausgeberin Wibke Dauletiar. Fend habe bei "Business Punk" gezeigt, dass sie einen jungen, anspruchsvollen Titel führen und weiterentwickeln könne. Das Magazin "Neon" hatte im zweiten Quartal dieses Jahres einen Einbruch bei der verkauften Auflage um 23,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen müssen. Die Zahl der verkauften Exemplare in diesem Quartal sank auf gut 123.000. Vom Familienmagazin "Nido" wurden im vergangenen Jahr von April bis Juni 41.500 Exemplare verkauft. Im Vergleichszeit dieses Jahres nur noch knapp 38.000. Wer Fend an der Spitze von "Business Punk" nachfolgt, will der Verlag in den kommenden Wochen bekanntgeben.

Peter Esterhazy in Familiengruft beigesetzt

Der Schriftsteller war am 14. Juli verstorben

Peter Esterhazy ist in Ganna, 120 Kilometer westlich von Budapest, beerdigt worden. Hunderte Menschen gaben ihm das letzte Geleit. Die Messe zelebrierte der Abt von Pannonhalma, Asztrik Varszegi, der mit Esterhazy befreundet war. Der Saxofonist Laszlo Des eröffnete das Begräbnis mit einem Solo. Bis kurz vor seinem Tod war er bei Lesungen zusammen mit dem Schriftsteller aufgetreten.

Denkmal für Angelika Schrobsdorff in Bestensee

In der Gemeinde verbrachte sie als Kind ihre Ferien

Bestensee im Landkreis Dahme-Spreewald will Angelika Schrobsdorff ein Denkmal setzen. Denn dort steht das Haus, in dem sie in ihren ersten Lebensjahren vor allem die Ferienzeit verbrachts, sagte Bürgermeister Quasdorf. Zunächst solle das Haus im Gemeindebesitz aber saniert werden. Angelika Schrobsdorff war am Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Geboren am 24. Dezember 1927 in Freiburg, floh sie mit ihrer jüdischen Mutter im Alter von 10 Jahren nach Bulgarien. Nach dem Ende des Nationalsozialismus kehrte sie nach Deutschland zurück und begann Ende der 1950er Jahre als Schriftstellerin zu arbeiten. Die Verfolgung der Juden in Deutschland und das Leben im Exil wurden zu den beiden großen Themen ihrer Arbeit. 1961 erschien ihr Buch "Die Herren", das in sieben Sprachen übersetzt wurde. 1983 ging Schrobsdorff nach Jerusalem, wo sie die meiste Zeit bis 2006 lebte. "Die kurze Stunde zwischen Tag und Nacht" (1978) spiegelt sowohl ihr Leben in Israel als auch ihre Ehe mit dem französischen Dokumentarfilmer Claude Lanzmann, den sie 1971 geheiratet hatte. Eines ihrer erfolgreichsten Bücher war 1992 "Du bist nicht so wie andre Mütter". Im Deutschlandradio Kultur hatte Angelika Schrobsdorff einmal gesagt, ihr "Grundtenor ist selbstverständlich Pessimismus und schwere Melancholie". Sie starb in Berlin.

Hofmann bleibt bis 2022 Intendant in Worms

Er bestätigte entsprechende Medienberichte

Nico Hofmann bleibt in den kommenden fünf Jahren Chef der Nibelungen-Festspiele in Worms. "Das freut mich, denn das eröffnet mir die Möglichkeit, mehr und langfristiger zu gestalten", sagte der Filmproduzent. Auch im kommenden Jahr werde er in Worms weiter mit Autor Albert Ostermaier und Regisseur Nuran David Calis zusammenarbeiten. Danach könne er sich aber auch andere Konstellationen vorstellen, so der Intendant. Die Auslastung bei den Festspielen lag laut Hofmann in diesem Jahr bei fast 90 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es knapp 85 Prozent gewesen. In der letzten Intendanz von Dieter Wedel im Jahr 2014 waren alle Vorstellungen ausverkauft.

Lage in der Türkei beeinflusst auch ARD-Dreharbeiten

Zwei Folgen von "Mordkommission Istanbul" in Izmir produziert

Die Situation in der Türkei wird auch vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen genau beobachtet. Nach Angaben von Sascha Schwingel, Redaktionsleiter der ARD-Filmtochter Degeto, berücksichtige man die politische Lage und konzentriere sich auf Schauplätze "an denen wir, nach allen Recherchen und Beratungen, unter normalen Bedingungen arbeiten können." Nach Terroranschlägen in der Türkei waren die Dreharbeiten für zwei Folgen der Krimireihe "Mordkommission Istanbul" bereits in der Küstenstadt Izmir und Umgebung gedreht worden. Die Produktionsfirma Ziegler Film hatte nach eigenen Angaben verschiedene mögliche Drehorte in- und außerhalb der Türkei recherchiert. "Izmir kam für diese zwei Folgen inhaltlich und visuell Istanbul am nächsten", erklärte Produzentin Regina Ziegler. Auch in der Nacht des Putschversuchs, so Hartmut Köhler von Ziegler Film, habe es keinen Polizeischutz gegeben. Die Dreharbeiten seien ohne Probleme verlaufen.

Locarno 2016 soll Kino wie der Wind sein

Die 69. Ausgabe des Filmfestivals beginnt morgen

Regisseure und Autoren aus Osteuropa und Asien prägen das diesjährige Filmfest im schweizerischen Locarno. Leiter Carlo Chatrian lobt diese Entscheidung als ein "Kino, das uns davonträgt wie der Wind". Der Ruf als "Festival der Avantgarde" solle damit gesichert werden, so Chatrian. Chancen auf einen Goldenen Leoparden haben auch deutsche Filmproduzenten. Denn zu den 17 Beiträgen des Wettbewerbs zählen die Spielfilme "Der traumhafte Weg" von Angela Schanelec, die rumänisch-deutsche Koproduktion "Vernarbte Herzen" von Radu Jude sowie "Marija", eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland un der Schweiz. Dem Kino der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1949 und 1963 ist die Retrospektive gewidmet. Das Festival endet am 13. August.

Servus TV sagt Deutschland Adieu

Programm soll weiter online zu sehen sein

Der Fernsehkanal des Red-Bull-Besitzers Dietrich Mateschitz stellt zum 31. Dezember den Sendebetrieb in Deutschland und der Schweiz ein. "Servus TV fokussiert sich auf seinen Heimatmarkt und seine österreichische Programmidentität", bestätigte man Medienberichte. Ob es durch den Sendestopp im Ausland zu einem Stellenabbau kommt, ist unklar. Der Sender konnte am deutschen Markt kaum Fuß fassen und blieb auch fast sieben Jahre nach seiner Gründung hinter den Erwartungen zurück. Die verschiedenen Servus-Magazine und -Bücher sollen weiterhin in Deutschland verkauft werden.

Kesha lässt Klage in Kalifornien fallen

In New York geht sie aber weiter gegen ihren Produzenten vor

Die US-Sängerin Kesha ("Tik Tok") hat im Prozess um Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Produzenten Dr. Luke in Kalifornien einen Rückzug gemacht. Sie habe ihre Klage in dem Westküstenstaat fallen gelassen, teilte ihr Anwalt mit. In New York wollte sie aber weiter gerichtliche Schritte unternehmen. Kesha hatte ihrem Produzenten in Klagen in New York und in Kalifornien vorgeworfen, sie über Jahre manipuliert, terrorisiert und sexuell missbraucht zu haben. Der Musik-Manager, der mit bürgerlichem Namen Lukasz Gottwald heißt, war daraufhin wegen Verleumdung und Vertragsbruchs vor Gericht gezogen. Er warf der Sängerin vor, ihn unter Druck zu setzen, um vorzeitig aus ihrem Vertrag auszusteigen.

Frankfurter Intendant: Bühnen-Abriss wäre "barbarisch"

Nur Klimaanlagen und Wasserleitungen seien marode

In der Debatte um die Zukunft der sanierungsbedürftigen Städtischen Bühnen in Frankfurt hat sich Schauspiel-Intendant Oliver Reese eindeutig gegen einen Abriss positioniert. Dies wäre ein "barbarischer Akt", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Das Schauspiel habe eine der größten Drehbühnen im deutschsprachigen Raum und einen "wunderbaren Werkstattneubau". Marode seien allein Dinge wie Klimaanlagen und Wasserleitungen. Angesichts der Generalsanierung der Doppelanlage von Schauspiel und Oper am Willy-Brandt-Platz ist eine Diskussion über einen Neubau am jetzigen oder einem anderen Standort entbrannt. Im Gespräch ist das alte Polizeipräsidium zwischen Hauptbahnhof und Messe. Nach Medienberichten könnte die Sanierung von Theater und Oper bis zu 300 Millionen Euro kosten. Eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung soll aber erst Anfang 2017 vorliegen.

Kulturnachrichten hören

August 2016
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur