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Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. Juli 2015

Grütters verteidigt Kulturgutschutzgesetz

Entwurf soll Diskussion "versachlichen"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat ihren seit Wochen heftig kritisierten Entwurf für ein Kulturgutschutzgesetz vorgelegt. Erstmals soll damit verbindlich geregelt werden, was ein "nationales Kulturgut" ist. Bislang liegt dies vor allem im Ermessen von Länderkommissionen. Ziel des Gesetzes sei ein vor allem von den Bundesländern seit langem geforderter besserer Abwanderungsschutz für Kunst, sagte Grütters. Unter anderem sollen Museumsbestände "kollektiv unter Ausfuhrschutz" gestellt werden. Zudem soll mit dem Gesetz eine EU-Richtlinie vom Mai 2014 umgesetzt und die entsprechende Unesco-Konvention besser in deutsches Recht überführt werden. Dem Entwurf muss noch das Bundeskabinett zustimmen. Grütters betonte, mit der Vorlage des Gesetzesentwurfes wolle sie zur Versachlichung der Debatte beitragen. Sie bedauere die Verwerfungen der vergangenen Wochen zwischen Kunsthandel und der Bundesregierung. Galeristen, Sammler und Künstler werfen der Regierung vor, den grenzüberschreitenden Kunsthandel damit massiv zu behindern. Dieser sei in allen Phasen der Diskussion mit angehört worden, sagte Grütters. Der Gesetzentwurf soll noch im Juli zur erneuten Stellungnahme den Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und Fachverbänden vorgelegt werden.

Neuer Name für die Forsythe Company

Ensemble wird in Dresden Frankfurt Dance Company umbenannt

Die Forsythe Company ist Geschichte. Von der neuen Saison an tritt die einst von William Forsythe gegründete Formation unter dem Namen "Dresden Frankfurt Dance Company" auf. Das teilte das inzwischen vom Italiener Jacopo Godani geleitete Ensemble mit. Auf Basis eines bis 2018 abgeschlossenen Kooperationsvertrages residiert die Company zu gleichen Teilen in Dresden und Frankfurt am Main. Geldgeber sind die Länder Hessen und Sachsen sowie die Städte Dresden und Frankfurt. Als maßgeblicher Choreograf wirkt Godani. In Abstimmung mit Forsythe soll das Ensemble einmal pro Jahr auch eines von dessen Repertoirewerken aufführen.

"Bond"-Schauspieler fordern Schutz für BBC

Regierung soll öffentlich-rechtlichen Sender stützen

Der drohende Sparzwang bei der BBC hat Schauspielgrößen wie Daniel Craig und Judi Dench alarmiert. Sie und andere Prominente riefen heute den britischen Premierminister David Cameron auf, den mit öffentlichen Geldern finanzierten Sender zu schützen. Eine verkleinerte BBC bedeute ein verkleinertes Großbritannien, hieß es in einem Brief, den auch Erfolgsautorin J.K. Rowling und Naturforscher David Attenborough unterschrieben.
Ein von der Regierung eingesetzter Ausschuss wird voraussichtlich morgen einen Plan für die Zukunft des legendären Senders vorlegen. Der BBC wird von rechten und linken Parteien immer wieder politische Voreingenommenheit vorgeworfen. Private Konkurrenten kritisieren die Größe des Hauses sowie dessen gesicherte Finanzierung.

Kasseler Documenta-Archiv geht an Documenta

Übergabe ist erster Schritt zur Erforschung der Kunstschau

Zum 60. Geburtstag der Weltkunstausstellung Documenta hat die Stadt Kassel das Archiv der Documenta heute an die Documenta GmbH übergeben. Das ist ein erster Schritt hin zur Gründung eines interdisziplinären Instituts, damit die weltweit wichtigste Schau zeitgenössischer Kunst besser erforscht werden kann. Das Archiv besitzt eine der bedeutendsten Spezialbibliotheken zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Verbunden mit der Übergabe ist eine Verdoppelung der finanzielle Ausstattung um rund 500 000 Euro. Am 15. Juli 1955 wurde die erste Documenta in Kassel eröffnet, die Documenta 14 wird 2017 in Kassel und Athen stattfinden.

Suhrkamp-Aktionär Hans Barlach gestorben

Bildhauer-Enkel starb an Lungenentzündung

Der langjährige Suhrkamp-Gesellschafter Hans Barlach ist mit 59 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Das teilte heute die Familie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit. Der Hamburger Medienunternehmer, ein Enkel des Bildhauers Ernst Barlach, hatte sich als Miteigentümer des Suhrkamp Verlags jahrelang einen erbitterten Rechtsstreit mit Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz geliefert. Das traditionsreiche Haus wurde deshalb Anfang des Jahres in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Pay-TV gewinnt mehr Abonnenten

Weiteres Wachstum erwartet

Das Bezahlfernsehen in Deutschland hat deutlich mehr Kunden gewonnen. Im vorigen Jahr sei die Zahl der Abonnenten um knapp zehn Prozent auf sieben Millionen gestiegen, teilte der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) in München mit. Nach einem Umsatzwachstum für Bezahlfernsehen und Video-on-Demand um rund 8 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro erhofft sich die Branche für 2015 ein weiteres Wachstum um sieben Prozent. Derzeit werden in Deutschland 90 Pay-TV-Programme angeboten, die meisten in den Genres Unterhaltung, Sport, Dokumentation, Musik und Kinder. Nach Angaben des Senders Sky Deutschland haben mehr als 60 Millionen Haushalte in Deutschland, Österreich, Italien, Irland und Großbritannien noch kein Pay-TV.

Erste westliche Band in Nordkorea

Laibach gibt Konzerte in Pjöngjang

Zum ersten Mal darf Medienberichten zufolge eine westliche Band in Nordkorea auftreten. Auf ihrer Homepage kündigte die slowenische Popgruppe Laibach am 19. und 20. August zwei Konzerte vor jeweils 1000 Zuschauern in Pjöngjang an. Die Band, die wegen ihrer Anspielungen auf den Faschismus umstritten ist, wird eigene Songs und nordkoreanische Volkslieder spielen. Die Laibach-Konzerte sind Teil der nordkoreanischen Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Endes der japanischen Besatzung. Vermittelt wurden sie von dem norwegischen Regisseur Morten Traavik. Laut BBC organisiert er bereits seit fünf Jahren einen kulturellen Austausch mit Nordkorea und genießt das Vertrauen der Obersten.

Türkei will für armenische Stadt Welterbetitel

Ruinenstadt Ani war Hauptstadt Armeniens

Die türkische Regierung will die Ruinen der alten armenischen Hauptstadt Ani im Nordosten des Landes auf die Unesco-Liste des Weltkulturerbes setzen lassen. Eine Unesco-Delegation werde die Ruinenstadt im September besuchen, kündigten die Behörden in der nordostanatolischen Provinz Kars an. Ani steht demnach bereits auf einer vorläufigen Unesco-Liste; bis Ende des Jahres werde eine endgültige Entscheidung der UN-Kulturorganisation erwartet. Bisher ist die Türkei mit 15 Objekten auf der Liste vertreten. Ani war im zehnten Jahrhundert die Hauptstadt eines Armenier-Reiches in Ostanatolien und dem heutigen Armenien. Die "Stadt der 1001 Kirchen" mit mehr als 100.000 Einwohnern wurde im 14. Jahrhundert von einem schweren Erdbeben erschüttert und schließlich aufgegeben. Die Ruinen liegen unmittelbar an der geschlossenen Grenze zwischen der Türkei und Armenien.

CT-Untersuchung an altägyptischen Kindermumien

Ergebnisse werden 2016 präsentiert

Das Geheimnis von zwei altägyptischen Kindermumien aus dem Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museums soll gelüftet werden. Mit modernster Technik wollen Wissenschaftler unter anderem das Geschlecht, das Alter und die Todesursache herausfinden. Heute werden die Tausende Jahre alten balsamierten Körper in den Computertomographen des St. Bernward Krankenhauses in Hildesheim geschoben. Die Forschungsergebnisse sollen im kommenden Jahr vom 12. Februar bis zum 28. August in der Ausstellung "Mumien der Welt" präsentiert werden. Gezeigt werden Mumien und Mumifizierungstraditionen in verschiedenen Kulturräumen.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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