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Kulturnachrichten

Donnerstag, 27. August 2015

Opernregisseur Nikolaus Lehnhoff ist tot

Er galt als einer der weltweit bekanntesten Opernregisseure aus Deutschland

Der Opernregisseur Nikolaus Lehnhoff ist tot. Lehnhoff sei bereits am Samstag nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren in Berlin gestorben, teilte seine Familie mit. Lehnhoff hatte noch im Mai Premiere an der Mailänder Scala mit Puccinis Oper "Turandot". Er war der letzte Assistent von Wieland Wagner (1917-1966) in Bayreuth und gab sein Debüt 1972 an der Paris Grand Opera mit Richard Strauss' Oper "Die Frau ohne Schatten". Der in Hannover geborene Lehnhoff inszenierte an allen großen Bühnen, unter anderem in Berlin, München, New York, Amsterdam, Zürich und London sowie bei den Festspielen in Salzburg und Glyndebourne.

"Im Labyrinth des Schweigens" ist im Oscar-Rennen

Der Film ist für die Oscar-Nominierung ausgewählt

Der Film "Im Labyrinth des Schweigens" über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse wird für Deutschland ins Rennen um den Auslands-Oscar geschickt. "Regisseur Giulio Ricciarelli und seinem Team gelingt in seinem gewissenhaft recherchierten Debütfilm ein spannendes und bewegendes Drama", urteilte die Jury. Sebastian Schippers Erfolgs-Film "Victoria" ging damit leer aus. Auf dem Weg zum Oscar in der Kategorie "Bester nicht englischsprachiger abendfüllender Kinofilm" gab es für den Film ein Hindernis: In "Victoria" wird zu 49 Prozent Englisch gesprochen, von der Academy sind in der Kategorie aber nur 40 Prozent erlaubt. "Es lag keine Ausnahmegenehmigung vor", sagte heute die Jury-Sprecherin Dagmar Hirtz. Eine offizielle Nominierung bedeutet die Entscheidung für "Im Labyrinth des Schweigens" noch nicht. Die fünf Nominierten wählt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles aus den Einsendungen aus allen Ländern aus. Die 88. Oscar-Verleihung findet am 28. Februar statt.

Trauer um Schauspieler und Regisseur Peter Kern

Verlust einer "aufrechten und streitbaren Stimme"

Der überraschende Tod des Wiener Regisseurs und Schauspielers Peter Kern hat in Österreich Trauer und Betroffenheit ausgelöst. Mit Kern verlasse "einer der ganz Großen die Bühne des österreichischen Films", erklärte heute Kulturminister Josef Ostermayer. Er sei ein "höchst universeller Künstler" gewesen. "In den letzten Jahren drehte er mehrere viel beachtete Autorenfilme, die sich ungeschönt und offen mit den gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart auseinandersetzten", erklärte der Kulturminister. Kerns kritischen Geist sowie seine Beiträge zur kulturpolitischen Diskussion werde man "schmerzlich vermissen". Auch das Österreichische Filminstitut würdigte den Künstler als eine der aufrechtesten und streitbarsten Stimmen des österreichischen Films. Kern verstarb gestern im Alter von 66 Jahren in einem Wiener Krankenhaus, wie enge Freunde des Künstlers bekanntgaben. Peter Kern stand für Rainer Werner Fassbinder, Hans W. Geißendörfer, Helmut Dietl und Walter Bockmayer vor der Kamera und arbeitete auch mit Christoph Schlingensief zusammen. Als Regisseur drehte er seine Filme oft auf eigene Faust, mit wenigen Fördergeldern. Zuletzt stellte er im Februar auf der Berlinale "Der letzte Sommer der Reichen" vor.

Lyriker Adonis erhält Osnabrücker Friedenspreis

Stadt würdigt sein Eintreten für eine aufgeklärte Gesellschaft

Der unter dem Künstlernamen Adonis publizierende syrisch-libanesische Lyriker und Essayist Ali Ahmad Said Esber erhält den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück. Damit werde sein Eintreten für die Trennung von Religion und Staat, die Gleichberechtigung der Frauen in der arabischen Welt und für eine aufgeklärte Gesellschaft geehrt, erläuterte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert heute die Entscheidung. Adonis gilt als einer der bedeutendsten arabischen Literaten der Gegenwart und lebt seit Mitte der 80er Jahre im Exil in Paris. In seinen Werken beschäftigt sich der Autor, der immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt wird, mit Spannungen und Verwerfungen der arabischen Kultur zwischen Tradition und Moderne. Die Vergabe solle auch dazu beitragen, die Ursachen für den Krieg in Syrien wieder verstärkt in den Blick zu nehmen, sagte der Vorsitzende der Preis-Jury, Osnabrücks Universitätspräsident Wolfgang Lücke. Ein mit 5.000 Euro dotierter Sonderpreis geht an die Bürgermeisterin der italienischen Insel Lampedusa, Giuseppina Maria Nicolini, für ihr Engagement um ein europäisches Asyl- und Einwanderungsrecht. Die Auszeichnungen sollen am 20. November in Osnabrück verliehen werden.

Barenboim bestätigt Konzertpläne in Teheran

Israels Kulturministerin kündigt Protestbrief an

Der Dirigent Daniel Barenboim und die Berliner Staatskapelle planen einen Auftritt in Teheran. Das Orchester spreche derzeit mit dem Iran über ein mögliches Konzert, teilte die Berliner Staatsoper heute mit. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier werde Schirmherr des Konzerts sein. Sobald die Gespräche abgeschlossen seien, werden es nähere Informationen geben. Barenboim ist Generalmusikdirektor der Staatsoper. Bereits gestern hatte Israels Kulturministerin Miri Regev einen Protestbrief an die Bundesregierung wegen eines möglichen Auftritts angekündigt. Barenboim, der israelischer Staatsbürger ist, verfolge eine anti-israelische Linie und schwärze Israel bei jeder Gelegenheit an. Er missbrauche die Kultur zur Durchsetzung seiner politischen Ansichten. Regev gehört der rechtsorientierten Regierungspartei Likud an.

Wiener Burgtheater ist "Theater des Jahres"

Umfrage des Magazins "Theater heute"

Das Wiener Burgtheater ist zum Theater des Jahres gewählt worden. In der jährlichen Umfrage der Zeitschrift "Theater heute" gaben sechs von insgesamt 42 Theaterkritikern ihre Stimme für die von Karin Bergmann geleitete Bühne ab. Das reichte für den ersten Platz in der Rangliste. Bei der offenen Abstimmung konnten die Kritiker deutschsprachige Bühnen ihrer Wahl zum Favoriten küren. Schauspielerin des Jahres ist Stefanie Reinsperger aus Wien. Zum Schauspieler des Jahres wurde Samuel Finzi aus Berlin gewählt.

Göttinger Sinologe erhält Chinesischen Staatspreis

Volkrepublik China würdigt besondere Verdienste um chinesische Buchkultur

Der Göttinger Sinologe Helwig Schmidt-Glintzer hat den diesjährigen Staatspreis der Volksrepublik China für besondere Verdienste um die chinesische Buchkultur erhalten. Der mit umgerechnet rund 20.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende publizistische Leistungen, die chinesische Kultur im Ausland vermitteln, wie die Universität Göttingen heute mitteilte. Der 1948 geborene Schmidt-Glintzer publizierte zur Geschichte der chinesischen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart sowie zum Thema "Chinas Götter und die Ordnung im Reich der Mitte". Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Chinas, die europäische Beschäftigung mit China und der Buddhismus als transnationale Religionsbewegung.

Letzter "Scheibenwelt"-Roman

Fans stehen nachts für das Buch des verstorbenen Terry Pratchett an

Knapp ein halbes Jahr nach dem Tod des britischen Autors Terry Pratchett ist sein letzter "Scheibenwelt"-Roman erschienen. In mehreren Städten Großbritanniens warteten Fans in der Nacht vor den Bücherläden. Viele hatten sich als Romanfiguren verkleidet, wie Bilder in sozialen Netzwerken zeigten. "The Shepherd's Crown" ist das 41. Buch der "Scheibenwelt"-Fantasyreihe und erscheint in Deutschland am 9. November unter dem Titel "Die Krone des Schäfers" im Verlag Manhattan. Pratchett, der offen mit seiner Alzheimer-Erkrankung umging, war im März im Alter von 66 Jahren gestorben. Seine berühmten Romane spielen auf einer scheibenförmigen Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten ruht, die wiederum auf dem Panzer einer riesigen Schildkröte stehen. Nach Verlagsangaben wurden mehr als 80 Millionen Bücher der "Scheibenwelt"-Reihe verkauft.

Weltrekord beim Poetry Slam in Hamburg geknackt

Mehr als 5000 Zuhörer

Rekord für die Hochburg des Poetry Slams: Mehr als 5000 Menschen sind am Mittwochabend zum "Best of Poetry Slam - Open Air" auf die Hamburger Trabrennbahn gekommen. "Damit ist der Weltrekord geknackt", sagte der Conférencier Michel Abdollahi wie beiläufig, um dann wieder zum wichtigen Teil des Abends überzugehen: der Poesie aus dem Alltag, mal gerappt, mal gereimt, mal ganz einfach gesprochen. Als Konkurrenten waren die Stars der deutschen Szene bei dem Literaturspektakel im Rahmen des Hamburger Kultursommers angetreten: Philipp Zymny, Patrick Salmen, Andy Strauß und Sebastian 23. Am Ende setzte sich der Wuppertaler Zymny gegen den zweiten Finalisten Sebastian 23 in der Gunst der Zuschauer-Jury durch.

Lawrence und Schumer schreiben eine Komödie

Skript fast fertig

Hollywood hat ein neues Dream-Team: Jennifer Lawrence, laut Forbes die derzeit bestbezahlte Schauspielerin, und Comedy-Star Amy Schumer arbeiten zusammen an einer Komödie. Lawrence verriet der "New York Times", dass sie und Schumer das Drehbuch schreiben und in dem noch titellosen Film zwei Schwestern spielen wollen. Das Skript sei fast fertig, sagte Lawrence. "Amy und ich sind auf kreativer Ebene wie geschaffen füreinander." Die Zusammenarbeit mit Schumer beschrieb der "Tribute von Panem"-Star als "die lustigste Erfahrung meines Lebens". Die beiden Schauspielerinnen hatten sich erst vor wenigen Monaten kennengelernt, nachdem Lawrence Schumer zu dem Erfolg ihrer Hit-Komödie "Dating Queen" gratuliert hatte.

Tolkiens erstes Prosa-Werk wird veröffentlicht

Er schrieb es 1915

Tolkiens erstes und bisher unveröffentlichtes Prosa-Werk "The Story of Kullervo" wird heute in Großbritannien veröffentlicht. Eine internationale Ausgabe soll am 13. Oktober erscheinen, teilte der Verlag Harper Collins am Mittwoch mit. Das 192-Seiten-Werk des "Herr der Ringe"-Autors J. R. R. Tolkien erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der als Sklave verkauft wird und dem Magier Rache schwört, der seinen Vater getötet hat. John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973) hatte die Erzählung im Jahr 1915 verfasst. Sie gilt als Fundament seiner Fantasiewelt, die später in der "Herr der Ringe"-Trilogie und beim "Hobbit" weltbekannt wurde. Das Manuskript liegt bisher in der Bodleian Library in Oxford.

US-Bürgerrechtlerin gestorben

Amelia Boynton Robinson wurde 104 Jahre alt

Die US-Bürgerrechtlerin und Weggefährtin Martin Luther Kings, Amelia Boynton Robinson, ist tot. Sie starb am Mittwoch im Alter von 104 Jahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama an den Folgen eines Schlaganfalls, wie US-Medien berichteten. Boynton Robinson war die erste schwarze Amerikanerin, die sich um ein Mandat für den US-Kongress bewarb, scheiterte aber 1964 in den Vorwahlen der Demokraten. Sie wurde am "Blutsonntag" 1965 schwer verletzt, als Polizisten versuchten, schwarze Wahlrechtsdemonstranten mit Gewalt am Überqueren der Edmund-Pettus-Brücke in Selma zu hindern. Erneute Popularität erhielt Boynton Robinson 2014 durch den Film "Selma", der die Märsche von Selma nach Montgomery im Jahr 1965 dokumentierte, die zur Verabschiedung des Wahlrechtsgesetzes führten. Sie gelten als Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung. Bei Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Selma-Marschs im März hatte Präsident Barack Obama die "Matriarchin der Wahlrechtsbewegung" in einem Rollstuhl über die Edmund Pettus-Brücke geschoben.

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