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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. August 2015

Ukrainischer Regisseur Senzow in Russland zu langer Haft verurteilt

20 Jahre Gefängnis wegen "Terrorismus"

Ein Gericht im südrussischen Rostow am Don hat den ukrainischen Filmregisseur Oleg Senzow zu 20 Jahren Gefängnis wegen "Terrorismus" verurteilt. Den Mitangeklagten Alexander Koltschenko verurteilten die Richter zu zehn Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte den beiden Männern vorgeworfen, im Mai 2014 das Büro einer prorussischen Partei auf der Krim in Brand gesetzt und geplant zu haben, eine Lenin-Statue in Simferopol in die Luft zu sprengen. Die Angeklagten hatten ihre Unschuld beteuert. Beobachter im Westen sehen den Prozess als politisch motiviert.

Konrad-Wolf-Preis 2015 posthum an Christoph Schlingensief

Er war autobiografisch eigensinnig, politisch unabhängig

Die Berliner Akademie der Künste verleiht den Konrad-Wolf-Preis posthum in diesem Jahr an Christoph Schlingensief. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung geht zugleich an das von ihm gegründete Operndorf im afrikanischen Burkina Faso, teilte die Akademie mit. Der Preis, der an den renommierten DDR-Filmemacher Konrad Wolf erinnert, wird am 20. Oktober im Akademiegebäude am Tiergarten vergeben. Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur sagte Schlingensiefs Frau Aino Laberenz, der Preis sei für sie nicht nur eine Erinnerung an ihren Mann, sondern auch ein Zeichen dafür, dass er ein starker Künstler für Deutschland gewesen sei und nicht vergessen würde. Christoph Schlingensief, einer der vielseitigsten und innovativsten deutschen Künstler, war mit 49 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Die Jury hob besonders seinen "autobiografischen Eigensinn und seine politische Unabhängigkeit" hervor. Das von ihm gegründete Operndorf ist eine kulturelle Begegnungs- und Experimentierstätte vor allem für Kinder und Jugendliche. Schlingensief hat über 40 Filme gedreht, darunter "Die 120 Tage von Bottrop" (1997), "Terror 2000 –Intensivstation Deutschland" (1991/92) und "Das deutsche Kettensägenmassaker"(1990).

Junge fällt in 1,3 Millionen Euro teures Gemälde in Taipeh

Aussteller in Taiwan werten Vorgang als Unfall

Ein Zwölfjähriger ist als Besucher der Ausstellung „Leonardo: Bilder eines Genies" in ein Bild gefallen und hat es schwer beschädigt. Videoaufnahmen der Überwachungskamera zeigen, wie der Junge mit einem Becher in der Hand hinter einer
Besuchergruppe herläuft. Plötzlich stolpert er über ein Podest mit Seilen, die das Ölgemälde "Blumen" des italienischen Malers Paolo Porpora absperren. Um nicht zu stürzen, stützt sich der Junge auf dem Bild ab, schaut sich um und läuft dann weiter. Nach Angaben der Ausstellungsmacher hat der Junge auf dem rund 350 Jahre alten Gemälde einen faustgroßen Riss hinterlassen. Die Kuratoren fordern keine Entschädigung, weil es sich um einen Unfall gehandelt habe.

Ägypten stellt geplantes Museum unter internationale Leitung

Großprojekt soll nicht unter der ägyptischen Bürokratie leiden

Das lange erwartete Große Ägyptische Museum in Kairo soll von einem internationalen Team geleitet werden. Die Museumsleitung werde ihre Arbeit unabhängig von der Regierung ausführen können, sagte Altertumsminister Mamduh al-Damati bei einer Pressekonferenz an der Baustelle in der Nähe der Pyramiden von Gizeh. Er reagierte auf Kritik, dass das Großprojekt durch die ägyptische Bürokratie in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Der Ägyptologe Zahi Hawass hatte im Juni in Bezug auf das Museum erklärt: "Regierungsroutine kann für Museen nicht funktionieren". Eigentlich hätte das Große Ägyptische Museum schon eröffnen sollen. Bisher steht an der 50 Hektar großen Baustelle nur ein kleiner Teil des Fundaments. Nach Angaben der Regierung liegt das an der fehlenden Finanzierung. Der Bau des Museums gilt als Prestigeprojekt Präsident al-Sisis, der die Tourismusbranche neu beleben will.

Unesco sieht in Zerstörung des Tempels Kriegsverbrechen

Verantwortliche des IS zur Rechenschaft ziehen

Nach der Zerstörung des 2000 Jahre alten Baal-Schamin-Tempels im syrischen Palmyra durch den IS, forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, die Verantwortlichen ausfindig zu machen und zu bestrafen. Den Vorgang der Sprengung wertete er als Kriegsverbrechen.
Währenddessen haben Anhänger der IS-Terrormiliz Bilder der Explosion im Internet verbreitet. Die Fotos zeigen, dass das einzigartige Bauwerk offenbar in Schutt und Asche gelegt wurde. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Unbekannte den Tempel verminen. Weitere Bilder zeigen eine große Rauchsäule sowie Trümmer. Der IS hatte Palmyra im Mai vom syrischen Regime eingenommen. Die einstige Handelsmetropole gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten.

Monopteros im Englischen Garten wird restauriert

Wetterseite des Tempels ist stark verwittert

Der Monopteros im Englischen Garten in München wird ab Ende August saniert. Wegen seines exponierten Standortes auf einem 15 Meter hohen Rasenhügel seien die Oberflächen des kleinen Tempels mit zehn Säulen besonders an der Wetterseite stark verwittert. Außerdem seien Malereien verblasst und der Kalkstein verschmutzt und porös. Im Zuge der Sanierung, für die 750 000 Euro eingeplant seien, solle auch der Graffitischutz erneuert und der Zugang von der Westseite her neu gestaltet werden, teilte die Bayerische Schlösserverwaltung mit. Leo von Klenze hatte den Monopteros von 1832 bis 1837 im Auftrag von Bayerns König Ludwig I. errichtet. Er zählt neben dem Chinesischen Turm zu den Wahrzeichen des Englischen Gartens.

Das letzte Buch von Günter Grass erscheint

"Vonne Endlichkait" ist ein „bewegendes Abschiedsgeschenk

"Von der Endlichkeit" ist der hochdeutsche Titel des nach ostpreußischer Mundart benannten Buches, das der Steidl Verlag heute der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Günter Grass hatte es nahezu fertiggestellt, als er am 13. April starb. Nach Angaben des Verlages hat der Literaturnobelpreisträger "in einem beeindruckenden Wechselspiel aus Lyrik, Prosa und Illustration sein letztes Gesamtkunstwerk" geschaffen. "Ich glaube, dass ihm noch einmal etwas Großes gelungen ist", sagte sein langjähriger Verleger Gerhard Steidl. "Günther Grass hat uns ein bewegendes Abschiedsgeschenk hinterlassen". Der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering, nannte die 176 Seiten, deren Miniaturen sich mit dem körperlichen Verfall, dem Sterben und die Frage nach Gott beschäftigen, "ein anrührendes, manchmal bezauberndes Kunstwerk". "Vonne Endlichkait" erscheint am Freitag in einer Startauflage von 50 000 Exemplaren.

Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann feiert seinen 90. Geburtstag

Der langjährige Präsident des Goethe-Instituts beklagt Sparpolitik im Bildungswesen

An seinem heutigen 90. Geburtstag kritisierte Hilmar Hoffman, dass der "Wert kultureller Bildung nicht ausreichend" anerkannt werde. Die "Mentalität von Sparkommissaren", sagte er im Deutschlanradio Kultur, führe dazu, dass Politiker ihren Wahlkampf nicht mehr auf Kultur ausrichteten: "Aber ein Mensch kann nur ein gutes Leben führen, wenn er aus den Köpfen der Kultur seine Nahrung beziehen kann und will." Hilmar Hoffmann war 1952 der jüngste Direktor einer westdeutschen Volkshochschule. Zwei Jahre später gründete er die Westdeutschen Kulturfilmtage, die er bis 1970 leitete. Nach Stationen als Sozial- und Kulturdezernent in Oberhausen und Frankfurt am Main, war Hoffmann von 1992 bis 2001 Chef des Goethe-Instituts.
Das Geburtstagsinterview mit Hilmar Hoffmann im Deutschlandradio Kultur können Sie hier nachhören:
http://www.deutschlandradiokultur.de/90-geburtstag-von-hilmar-hoffmann-hoffmann-wir-brauchen.1008.de.html?dram:article_id=329202

Neue Dauerausstellung für Jüdisches Museum in Berlin

Direktor kündigt völlig neue Konzeption an

Man sei dabei, "das Jüdische Museum in Berlin noch einmal neu zu erfinden", sagte Peter Schäfer nach einem knappen Jahr als Direktor des Hauses. Jede Dauerausstellung, auch wenn sie noch so gut sei, "mache einen Alterungsprozess" durch. Deshalb wolle man auch Themen "wie etwa Antisemitismus aktuell beleuchten", so Schäfer. Ein weiteres Zukunftsprojekt ist der Umbau des Programms der Akademie des Museums. "Wir möchten junge jüdische und muslimische Menschen zusammenbringen, damit sie sich über gemeinsame Probleme und Themen austauschen", erläuterte der 72jähige. Dabei gehe es um konkrete, beide Religionen betreffende Fragen und "den Nahostkonflikt mit seinen Folgen für Europa". Als Nachfolger von Gründungsdirektor Michael Blumenthal trat Peter Schäfer sein Amt am 1. September 2014 an.

Neues palästinensisches Museum für Kunst und Geschichte

Bindeglied zwischen weltweit verstreuten Palästinensern

Im kommenden Jahr soll im Westjordanland das bisher größte palästinensische Museum für Kunst und Geschichte eröffnen. Bei dem gewählten Eröffnungstag, dem 15. Mai, handelt es sich um den Tag der Nakba (Katastrophe), an dem die Palästinenser jedes Jahr an die Flucht und Vertreibung ihrer Vorfahren nach der israelischen Staatsgründung 1948 erinnern. Das 3800 Quadratmeter große Museum in der Nähe von Ramallah solle als Verbindung zwischen den Menschen im historischen Palästina und den Palästinensern in der Diaspora dienen. In der ersten Ausstellung "Never-part" zeigen Palästinenser Gegenstände, die für sie einen emotionalen Wert haben. Finanziert wird das Projekt von der palästinensischen Nichtregierungsorganisation Welfare Association. Etwas mehr als die Hälfte der zwölf Millionen Palästinenser lebt im Westjordanland, in Ost-Jerusalem, dem Gazastreifen und Israel. Die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge und ihrer Nachfahren wird weltweit auf 5,5 Millionen geschätzt.

Womöglich zwei Selbstmorde nach Hacker-Angriff auf Seitensprung-Portal

Die Polizei in Toronto ermittelt auch in einer Reihe von Erpressungsversuchen

Nach der Veröffentlichung von Millionen Nutzerdaten des Seitensprung-Portals Ashley Madison durch eine Hackergruppe hat die kanadische Betreiberfirma eine Belohnung von gut 300 000 Euro für Informationen ausgesetzt, um die Verantwortlichen dingfest zu machen. Die anonymen Hacker, die sich "Impact Team" nennen, werfen dem Unternehmen vor, Kunden durch falsche Profile zu täuschen und persönliche Daten nach der Löschung des Accounts nicht zu löschen. Nach der Veröffentlichung von Millionen Nutzerdaten wurden der Polizei mehrere Erpressungsversuche gemeldet. Zudem wird in zwei Selbstmordfällen ermittelt. Es wird nicht ausgeschlossen, dass sie Folge der Veröffentlichungen waren.

WDR weist Vorwurf der Zensur von Hart-aber-fair-Sendung zurück

Senderchef reagiert damit auf harsche Kritik

Jörg Schönborn, WDR-Fernsehdirektor, wies nun die Vorwürfe, der Sender habe Zensur oder Selbstzensur begangen, entschieden zurück. Zuvor hatte der WDR die Hart-aber-fair-Sendung „Nieder mit den Ampelmännchen" von Anfang Februar aus der Mediathek genommen. Diese Entscheidung wurde in der Öffentlichkeit teils heftig kritisiert. Die Sendung sei frei von äußerer Einflussnahme produziert, ausgestrahlt und von knapp drei Millionen Zuschauern gesehen worden, so Schönborn. Sie nach einem halben Jahr aus der Mediathek zu nehmen, sei eine souveräne Entscheidung der Programmverantwortlichen gewesen. Dies sei kein ungewöhnlicher Vorgang, sondern komme aus unterschiedlichen Gründen immer wieder vor.

Frühkeltisches Grab mit Goldschmuck entdeckt

Ruhestätte ist rund 2500 Jahre alt

Knapp 30 Kilometer südöstlich von Stuttgart haben Archäologen ein keltisches Frauengrab mit fein gearbeitetem Goldschmuck entdeckt. Es handelt sich dabei um einen außergewöhnlichen Überraschungsfund, weil Frauengräber mit Grabbeigaben dieser Qualität selten vorkommen. Die jungsteinzeitliche Siedlung aus dem sechsten Jahrtausend vor Christus liegt am Rande der Stadt Kirchheim unter Teck, das Grab stammt aus der Zeit um 500 vor Christus. Das Gelände rund um den Fundort soll eigentlich zum Gewerbegebiet werden. Seit Juli 2014 untersuchten Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege das Gebiet, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart mit. Der Goldschmuck weist darauf hin, dass die Frau der Oberschicht angehört haben muss. Überreste des Skeletts sind wegen des extrem kalkarmen Bodens nicht erhalten.

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