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Kulturnachrichten

Freitag, 21. August 2015

Das Kunstfest Weimar hat begonnen

Musik, Theater und brisante Projekte

Mit Musik und Tanz in der Innenstadt hat das Kunstfest Weimar begonnen. Bis zum 6. September bietet es mehr als 25 Produktionen mit etwa 65 Vorstellungen. Mit zwei Projekten zur NS-Zeit begibt sich das Festival auf historische Spurensuche. Das Berliner Theaterkollektiv Rimini Protokoll wird als erstes Kunstfest-Auftragswerk "Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1&2" am 3. September uraufführen - nicht mit Schauspielern, sondern mit sechs "Experten des Alltags", die ihre persönliche Sicht zu der Hetzschrift vortragen werden. Hintergrund ist, dass 70 Jahre nach dem Tod des Diktators die Urheberrechte auslaufen. Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt das Projekt nach eigenen Angaben mit 94 000 Euro.

Wolfram Weimer steigt bei "The European" ein

Die nächste Ausgabe wird dann als E-Magazin versandt

Der frühere "Welt"-Chefredakteur Wolfram Weimer steigt bei "The European" ein und sichert so den Fortbestand des Debattenmagazins. Die Weimer Media Group übernehme Portal und Zeitschrift von der Börsenmedien AG. Die nächste Ausgabe solle Ende September erscheinen und erstmals auch als E-Magazin an 50 000 Empfänger versandt werden, teilte der Verlag mit. "The European" wurde 2009 als Online-Portal gegründet, 2012 kam es dann auch als Printausgabe auf den Markt. Zu den Gast-Autoren gehören Martin Walser, Wolfgang Schäuble und Hans-Werner Sinn. In der Weimer Media Group erscheinen unter anderem "Börse am Sonntag" und "WirtschaftsKurier".

Buga-Standort Rathenow öffnet wieder

Unzählige abgeknickte Bäume wurden entfernt

Eine Woche nach den schweren Unwetterschäden in Rathenow wird die Bundesgartenschau dort morgen wieder eröffnet. Mit schwerem Gerät wurden unzählige abgeknickte Bäume entfernt. Ein Unwetter hatte am vergangenen Samstag beide Anlagen verwüstet, sie waren seitdem geschlossen. Seeger sprach von einer "Katastrophe". Die Sachschäden seien sehr viel größer als beim Unwetter in Juni, als ein 49-jähriger Parkbesucher von einem herabstürzenden Ast erschlagen wurde. Beziffern konnte er den Schaden bislang nicht.

Abschied von Max Greger

Der Jazz- und Swingmusiker war vor einer Woche gestorben

Der Saxofonist und Bandleader Max Greger ist heute in Grünwald bei München beigesetzt worden. Gut 200 Angehörige, Freunde und Fans nahmen bei einer bewegenden Trauerfeier auf dem Waldfriedhof Abschied von der Swing-Legende. Sein langjähriger Weggefährte Hugo Strasser spielte das Stück "Yesterday" von den Beatles als Solo auf der Klarinette. Sein Großvater sei bei allem Erfolg bodenständig und herzlich geblieben, sagte Maximilian Greger in einer Ansprache. Er habe für sich und für die Herzen der Menschen gespielt - und nicht für den kommerziellen Erfolg.Greger war vor einer Woche in einer Münchner Klinik, umgeben von seiner Familie, an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Der Jazz- und Swing-Musiker wurde 89 Jahre alt. In seiner langen Karriere nahm er mehr als 150 Platten und CDs auf und produzierte rund 3000 Stücke. Greger stand bis zuletzt auf der Bühne.

Britischer Geheimdienst spionierte Doris Lessing aus

Literaturnobelpreisträgerin war mit deutschem Exil-Kommunisten verheiratet

Die Schriftstellerin Doris Lessing wurde mehr als 20 Jahre lang vom britischen Inlandsgeheimdienst ausspioniert. Wie aus Akten hervorgeht, die das britische Nationalarchiv heute veröffentlichte, wurden zwischen 1943 und 1964 Lessings Telefon abgehört sowie ihr Briefverkehr und ihre Reisen überwacht. Lessings Sympathien für den Kommunismus grenzten an "Fanatismus", und ihre Äußerungen seien "unverantwortlich", befand der Geheimdienst. Lessing, die 1919 im Iran geboren und im britischen Südrhodesien (heute Simbabwe) aufgewachsen war, trat im Zweiten Weltkriegs der Kommunistischen Partei bei und verließ sie 1956. Sie siedelte nach Großbritannien über und heiratete den deutschen Exil-Kommunisten Gottfried Lessing. 2007 bekam sie den Nobelpreis für Literatur. Doris Lessing starb 2013 im Alter von 94 Jahren.

"Fifty Shades"-Fortsetzung mit neuem Regisseur

James Foley in engerer Wahl

Die Fortsetzung der Sadomaso-Romanze "Fifty Shades of Grey" soll mit einem neuen Regisseur gedreht werden. Wie die Branchenportale "Variety" und "Deadline.com" berichteten, soll der 61-Jährige US-Regisseur James Foley ("House of Cards", "Verführung einer Fremden") einer der Kandidaten sein. Seine britische Kollegin Sam Taylor-Johnson, die den ersten Teil der Erotik-Trilogie inszeniert hatte, will keine Fortsetzung drehen. Die Hauptdarsteller im zweiten Teil bleiben der Brite Jamie Dornan (33) und die US-Amerikanerin Dakota Johnson (25). "Fifty Shades of Grey" spielte in diesem Jahr weltweit mehr als eine halbe Milliarde Dollar ein. Die Fortsetzung soll Anfang nächsten Jahres gedreht werden und im Februar 2017 in die Kinos kommen. Der Abschluss der Trilogie, "Fifty Shades Freed", ist für 2018 angekündigt.

Ursula Krechel erhält Gerty-Spies-Literaturpreis

Ehrung für "literarische Erinnerungskultur"

Die Schriftstellerin Ursula Krechel erhält den Gerty-Spies-Literaturpreis 2015 der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Die Autorin werde für ihre Beiträge zu einer literarischen Erinnerungskultur ausgezeichnet, in denen sie menschliche Schicksale für die heutige Generation dem Vergessen entreiße, teilte die Landeszentrale in Mainz mit. Die Preisverleihung findet am 22. September im SWR-Funkhaus in Mainz statt. Die Jury würdigte vor allem Krechels 2012 erschienenen Roman "Landgericht", für den sie im selben Jahr den Deutschen Buchpreis erhielt. In ihm trete sie für die Erinnerung an die Emigranten in der NS-Zeit ein. Der Literaturpreis ist nach der 1997 gestorbenen Schriftstellerin Gerty Spies benannt. Als Holocaust-Überlebende kämpfte sie mit ihren Gedichten und Erzählungen gegen das Vergessen.

ZDF plant Talkshow mit Olli Schulz und Jan Böhmermann

"Partei ergreifend, polemisierend und provozierend"

Das ZDF startet im kommenden Jahr eine Talkshow mit dem Moderator Olli Schulz und dem Satiriker Jan Böhmermann. Die Gesprächs-Sendung "Schulz & Böhmermann" werde ab Anfang 2016 beim Spartensender ZDFneo zu sehen sein, teilte das ZDF mit. In der Talkshow werde 60 Minuten lang mit jeweils vier Gästen über gesellschaftliche, kulturelle und politische Themen debattiert. "Schulz & Böhmermann" sei eine "unkonventionelle Talkshow für alle, die keine klassischen Talkshows mögen". Die beiden Gastgeber seien nicht vermittelnd, sondern Partei ergreifend, polemisierend und provozierend. Getalkt werde in einem Studio mit reduzierter, minimalistischer Kulisse vor 200 Gästen.Die Sendung ist die Neuauflage der Talkshow "Roche & Böhmermann", die Böhmermann von 2012 bis 2013 gemeinsam mit der Schauspielerin und Autorin Charlotte Roche präsentierte. Ein genaues Sendedatum der Show steht noch nicht fest.

Wimmelbuch-Schöpfer Ali Mitgutsch wird 80

Seine farbenprächtigen Bücher begeistern seit 1968

Der Meister der Wimmelbücher, Ali Mitgutsch, feiert heute seinen 80.Geburtstag. Seine farbenprächtigen Bücher, die Kinder seit 1968 begeistern, erzählen wunderbare Geschichten aus dem Alltag - ohne Worte, aber dafür mit umso mehr Wärme, Humor und einem liebevollen und überaus präzisen Blick auf die Tücken und Freuden des Alltags. Da ist etwa das Mietshaus, in dem sich Zimmer an Zimmer reiht und überall etwas passiert. Eine Frau macht Pfannkuchen, ein Zahnarzt bohrt und eine Mieterin klopft empört mit dem Besenstiel gegen die Zimmerdecke, weil die Jugendlichen über ihr wild zu lauter Musik tanzen. Oder am Strand: da gießt ein Sohn seiner sonnenbadenden Mutter einen Eimer Wasser über den Oberkörper. Die Liebe zum Geschichtenerzählen hat der Münchner, der später an der Graphischen Akademie in München studierte, von seiner Mutter. Sie konnte Mitgutsch und seinen Geschwistern zwar kein wohlhabendes Elternhaus bieten, dafür aber umso mehr Fantasie. "Sie hüllte uns regelrecht ein mit ihren Worten, und wir gaben uns ihnen ganz und gar hin und fühlten uns darin geborgen", schreibt Mitgutsch in seinen Kindheitserinnerungen "Herzanzünder". Rund 70 Bücher, Poster und Puzzles sind im Laufe der Jahre entstanden, darunter zahlreiche Wimmelbücher. Allein in Deutschland wurden mehr als fünf Millionen Mitgutsch-Bücher verkauft, im Ausland mehr als drei Millionen.

Kluge-Archiv geht an die Akademie der Künste

Ab Mitte September wird es der Öffentlichkeit präsentiert

Alexander Kluge hat der Akademie der Künste in Berlin erste Teile seines umfangreichen Archivs übergeben. Inzwischen sind die Unterlagen erschlossen und können ab Mitte September für Forschungszwecke eingesehen werden. Als Autor innovativer Filme, bedeutender literarischer Texte und Mitautor theoretischer Schriften, gilt Alexander Kluge als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films. Seit 1972 ist er selber Mitglied der Akademie der Künste. Sein Archiv enthält Dokumente zu seinem umfangreichen Werk, darunter Notizen zu frühen Projekten, Produktionsunterlagen zu seinen Filmen, Manuskripte seiner literarischen Arbeiten und Korrespondenz, zum Beispiel mit Theodor W. Adorno und Siegfried Unseld. Mit einer Lesung und Filmbeiträgen wird es am 15. September 2015 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Nike Wagner kritisiert  Bayreuther Museum

Komponisten-Urenkelin: "Tödliche Fehler"

Nike Wagner hat dem neuen Bayreuther Museum für ihren Urgroßvater, den Komponisten Richard Wagner, "tödliche Fehler" vorgeworfen. Die Einrichtung im Wohnhaus des Künstlers sei zu dessen Lebzeiten "stickig, historisch, übervoll" gewesen, sagte die Intendantin des Bonner Beethovenfestivals der "Stuttgarter Zeitung". Nun habe man "Leichentücher und die Leere", ergänzte die 70-Jährige. Das sei sehr unwagnerisch. Richard Wagner lebte von 1874 bis zu seinem Tod 1883 im Bayreuther Haus Wahnfried, das er nach seinen Plänen erbauen ließ. Jüngst wurde in der Villa eine neue Dauerausstellung eröffnet, für die im Garten zusätzlich ein Anbau errichtet wurde.

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