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Kulturnachrichten

Montag, 17. August 2015

Friedrich-Hölderlin-Preis für Herta Müller

Virtuose Sprachgenauigkeit wird geehrt

Die Schriftstellerin Hertha Müller erhält den Friedrich-Hölderlin-Preis der Universität und der Stadt Tübingen. Die Literaturnobelpreisträgerin wird für "virtuose Sprachgenauigkeit, Unbestechlichkeit und ihr Gefühl für Fremdheitserfahrungen" geehrt, wie die Hochschule mitteilte. Auch die "zunehmende Intensitätssteigerung ihrer Lyrik" verbinde Müller mit Hölderlin. Die Preisverleihung ist für den 11. Dezember in der Universität geplant. Die Laudatio soll der Tübinger Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer halten. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 1989 alle zwei Jahre verliehen.

Zentrum Kulturgutverluste: Mehr Lehre zu Raubkunst

Systematische Ausbildung gefordert

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste will die Lehre und Forschung zu NS-Raubkunst an Universitäten stärken. "Es ist notwendig, eine systematische Ausbildung zu entwickeln. Das bedeutet, dass Provenienzforschung in das universitäre Kunstgeschichtsstudium fest integriert werden muss", sagte der ehrenamtliche Vorstand der Stiftung, Uwe Schneede, der Deutschen Presse-Agentur. Es werde derzeit ein Programm entwickelt. "Bisher sind Provenienzforscher Autodidakten." Nötig seien spezifisches geschichtliches, juristisches und wirtschaftsgeschichtliches Wissen, um die Geschichte eines Werkes und der Opfer rekonstruieren zu können."Solche Professuren werden auch Grundlagenforschung betreiben können und müssen", sagte der frühere Direktor der Hamburger Kunsthalle. In den Museen werde mit Blick auf die eigenen Objekte geforscht. Dabei spiele die Geschichte bestimmter Sammlungen, Kunsthandlungen oder bestimmter Nazi-Einrichtungen oder Museumsdirektoren keine Rolle. "Da ist noch ungeheuer viel zu erforschen, was dann den Museen wieder helfen wird in ihren Einzelfällen", sagte Schneede. Ideal wäre es aus seiner Sicht, wenn an drei unterschiedlichen Universitäten Professuren eingerichtet würden.

Brandenburgs Regierungschef für bessere Filmförderung

Immer wieder wandern Filmprojekte ins Ausland ab

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) fordert bessere Bedingungen bei der nationalen Filmförderung. Angesichts des internationalen Wettbewerbs müsse es in Deutschland einen stabilen Rahmen geben, sagte er am Montag bei einem Besuch von Studio Babelsberg in Potsdam. Dort entstehen derzeit die fünfte Staffel der US-Serie "Homeland" sowie der Horrorfilm "A Cure for Wellness" unter der Regie von Gore Verbinski. Filmstudio-Chef Carl Woebcken betonte, die aktuellen Projekte hätten dem Standort eine "gute Auftragslage beschert". Aufgrund der Kappungsgrenze bei der Filmförderung sei aber ein großes US-Filmprojekt verloren gegangen, das nun in Neuseeland realisiert werde. Das letzte Geschäftsjahr hatte die Studio Babelsberg AG mit einem Verlust von 2,4 Millionen Euro abgeschlossen, als Grund für die roten Zahlen wurden zwei geplatzte internationale Filmprojekte angegeben.

Ägyptens Präsident unterzeichnet Anti-Terror-Gesetz

Journalisten drohen hohe Geldstrafen

Der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi hat ein umstrittenes weitreichendes Anti-Terror-Gesetz in Kraft gesetzt, das unter anderem hohe Strafen für Journalisten vorsieht, wenn ihre Berichte von der offiziellen Darstellung eines extremistischen Angriffs abweichen. Wie aus dem Gesetzestext hervorgeht, werden in solchen Fällen mindestens 200.000 ägyptische Pfund (22.900 Euro) als Strafe fällig, die Höchststrafe liegt bei 500.000 Pfund. Auch ein einjähriges Berufsverbot für die betreffenden Journalisten könnte die Folge sein. Ohne das Berufsfeld Journalismus ausdrücklich zu erwähnen, heißt es in dem neuen Anti-Terror-Gesetz, Gerichte könnten "den Verurteilten die Berufsausübung für bis zu ein Jahr verbieten, wenn das Vergehen die Grundsätze des Berufs verletzt". Zunächst waren in Artikel 33 des Anti-Terror-Gesetzes für Berichte, die von den Angaben der ägyptischen Behörden abweichen, Haftstrafen von mindestens zwei Jahren vorgesehen. Nach heftiger Kritik von Medienvertretern wurde die Regelung abgeändert. Doch auch die Neuregelung wird als Beschneidung der Pressefreiheit kritisiert.

Land gibt Raubkunst an Erben zurück

Baden Württemberg will sich historischer Verantwortung stellen

Das Land Baden-Württemberg gibt den Erben von zwei jüdischen Kunsthändlern ein Gemälde aus dem Besitz der Staatsgalerie Stuttgart zurück. Die Übergabe an die Erben von Isaac Rosenbaum und Saemy Rosenberg folgt auf Nachforschungen durch die Staatsgalerie, wie das Kunstministerium mitteilte. "Wir stehen zu unserer historischen Verantwortung, Kulturgüter, die Verfolgten des Naziregimes entzogen worden sind, zu ermitteln und zurückzugeben", sagte der grüne Kunststaatssekretär Jürgen Walter.
Die Kunsthandlung Rosenbaum hatte das "Bildnis Pfalzgraf Johann III" (um 1526) aus der Werkstatt von Hans Wertinger 1936 verkauft. Der Erlös musste auf ein Sperrkonto eingezahlt werden und wurde damit den Eigentümern durch die Nationalsozialisten entzogen.
In der letzten Woche hatte das Land Baden Württemberg bekannt gegeben, ein Werk aus der Sammlung des Berliner Verlegers Rudolf Mosse an die Erben zurück zu geben.

Iranischer Film "Paradise" erhält Preis in Locarno

Erstlingswerk wurde heimlich gedreht

Der iranische Wettbewerbsbeitrag "Paradise" hat den Preis der Ökumenischen Jury beim diesjährigen Filmfestival Locarno erhalten. Der Film, Erstlingswerk des Regisseurs Sina Ataeian Dena, wurde unter erschwerten Bedingungen heimlich gedreht und zeigt die Situation von Frauen und Mädchen im Schulwesen von Teheran. Im Zentrum steht die 24-jährige Primarlehrerin Hanieh, die selbst Teil des gewaltsamen Systems ist und deshalb unter Depressionen leidet. "Ma dar Behesht" - so der Originaltitel - sei "ein starker, mutiger iranischer Film", begründete die Jury ihre Entscheidung. "Dank spärlichen Freiheitsmomenten lassen sich trotz der einschnürenden Verhältnisse, welche iranische Frauen erdulden müssen, Hoffnungszeichen erahnen", heißt es weiter. Der Preis ist mit einer Verleihförderung von 20.000 Franken verbunden, die von den evangelisch-reformierten Kirchen und der römisch-katholischen Kirche der Schweiz gestiftet wird.

Nibelungen-Festspiele: hohe Auslastung

Nico Hofmann hält Neuausrichtung für geglückt

Der neue Intendant der Wormser Nibelungen-Festspiele, Nico Hofmann, hat eine positive Bilanz der diesjährigen Saison gezogen. Die Festspiele seien zu 85 Prozent ausgelastet gewesen. Viel Lob habe es auch für das Bühnenbild, für das Ensemble und die Neuausrichtung des Festivals gegeben. "Ich bin dankbar für die Neugierde, Begeisterungsfähigkeit und ehrliche Offenheit des Wormser Publikums und gehe mit großer Energie und vielen wertvollen Erkenntnissen ins neue Jahr", sagte Hofmann. Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr der Stoff der Nibelungensage aus der Sicht eines Kindes nacherzählt. Am Sonntag wurde das Stück "Gemetzel" des Autors Albert Ostermaier zum letzten Mal gezeigt. Im kommenden Jahr finden die Nibelungen-Festspiele unter der Leitung des Intendanten Nico Hofmann und des künstlerischen Leiters Thomas Schadt vom 15. bis 31. Juli statt. Zu sehen sein wird dann die Uraufführung eines neuen Stücks von Albert Ostermaier. Regie führen wird der Münchener Regisseur, Theater- und Drehbuchautor Nuran David Calis.

One Direction Sieger der Teen-Choice-Awards

Die Band bedankte sich per Video-Botschaft

Die britisch-irische Boygroup One Direction hat bei der Vergabe der Teen Choice Awards kräftig abgeräumt. Die Musiker gewannen in der Nacht in Los Angeles gleich acht Trophäen, darunter als beste männliche Gruppe, für den besten Song, den besten Liebessong und als "Male Hottie", also als heißeste Männer. Die Band, die derzeit auf Tour ist, bedankte sich per Video-Botschaft. In Los Angeles hätten sie schwer zu tragen gehabt, denn die Gewinner der Teen Choice Awards erhalten ein großes Surfbrett. Über die Preisträger entscheiden US-Teenager, die im Netz ihre Stimme abgeben. Der Film "Fast & Furious 7" wurde zum besten Action-Film gekürt. Weitere Preise gingen an die Schauspieler Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson und Channing Tatum. In den Musiksparten wurden unter anderem Ed Sheeran, Ariana Grande und Taylor Swift geehrt.

Spanischer Autor Rafael Chirbes gestorben

Posthum erscheint in Spanien sein letzter Roman

Der spanische Schriftsteller Rafael Chirbes ist tot. Er erlag im Alter von 66 Jahren einem Lungenkrebsleiden. Chirbes galt als einer der wichtigsten spanischen Autoren der Gegenwart. In der Triologie "Der lange Weg", "Der Fall von Madrid" und "Alte Freunde" (1996 - 2003) setzte er sich gesellschaftskritisch mit der Franco-Diktatur auseinander und erreichte damit auch in Deutschland viele Leser. In Spanien war er erst mit seinen letzten beiden Romanen über den Verfall ethischer Werte im Zuge der Immobilienspekulation auch kommerziell erfolgreich.
Chirbes' spanischer Verleger Jorge Heralde sprach von einem schweren Schlag. Der Autor hat noch vor seinem Tod einen neuen Roman, "Paris-Austerlitz", fertiggestellt, der in Spanien in Kürze erscheinen soll.

Überraschung an den US-Kinokassen: Musikfilm räumt ab

"Straight Outta Compton" handelt von den Anfängen des Gangsta-Rap

Das biografische Musikdrama "Straight Outta Compton" über die Anfänge des Gangsta-Rap in Kalifornien räumt an den US-Kinokassen kräftig ab. An seinem Debüt-Wochenende spielte der Film auf Platz eins der Kinocharts mehr als 56 Millionen Dollar (über 50 Millionen Euro) ein. Regisseur des Biopic über die Rapper Dr. Dre, Ice Cube und Eazy-E, die in den 1980er Jahren die Hip-Hop-Band N.W.A. gründeten, ist Gary Gray. Der Film thematisiert Polizeigewalt gegen Schwarze, Rivalitäten in der Hip-Hop-Szene und Bandenbrutalität. Die Produktionskosten von knapp 30 Millionen Dollar hat der Film an seinem ersten Wochenende schon eingespielt. Deutscher Kinostart ist am 27. August.

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