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Kulturnachrichten

Samstag, 8. August 2015

Reporter ohne Grenzen: Netzpolitik.org-Affäre schadet Deutschland

"Landesverrat-Affäre" könnte Diktaturen Zensur-Vorwand liefern

Nach Ansicht von Christian Mihr, Geschäftsführer der deutschen Sektion von "Reporter ohne Grenzen", schadet die "Landesverrat-Affäre" nicht nur dem Ansehen Deutschlands weltweit, sondern könnte Diktaturen als Vorwand dienen, eigene Zensurbestrebungen zu rechtfertigen oder zu verstärken. Dies geschehe oft nach Angriffen auf die Pressefreiheit in westlichen Demokratien. In einem Gespräch auf Deutschlandradio Kultur sagte er weiter, dass "Netzpolitik.org" als Sieger aus der Affäre hervorgegangen ist, spiele dabei kaum eine Rolle. Diesen Aspekt lasse man geflissentlich unter den Tisch fallen. Mihr äußerte darüber hinaus seine Hoffnung, dass der öffentliche Aufschrei um Netzpolitik.org potentielle Whistleblower ermutige und wies darauf hin, dass es unter keinem US-Präsidenten der vergangenen Jahre so eine starke Verfolgung von Journalisten gegeben habe wie unter Barack Obama.

Kurzfilm über Flüchtlinge gewinnt Wettbewerb für YouTuber

Regisseur Christoph Peters erhielt den mit 5000 Euro dotierten Preis

Der Freiburger Filmemacher Christoph Peters hat mit seinem Kurzfilm "Upstairs" über das Schicksal eines Flüchtlings den YouTuber-Nachwuchswettbewerb "1'31" gewonnen. Der Kurzfilm habe mit seiner hochaktuellen Themenwahl und seiner Inszenierung als filmisches Kammerstück überzeugt, erklärte Jurypräsident Matthias Sellmann in Köln. Peters erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis während der VideoDays in der Kölner Lanxess-Arena. Matthias Sellman, der auch Pastoraltheologe an der Ruhr-Universität Bochum ist, hatte den Wettbewerb vor einem Jahr gemeinsam mit einem Netzwerk von kirchlichen Medienmachern angestoßen. Unter dem Motto "Wie glaubst Du? - Was liebst Du? - Worauf hoffst Du?" hatten den Angaben zufolge 500 Filmemacher zwischen 16 und 29 Jahren über 100 Videos eingereicht. Insgesamt wurden Geldpreise im Gesamtwert von 10.000 Euro vergeben.

Sozialverband warnt vor Gefahren digitaler Selbstvermessung

Fitness-Apps erfreuen sich wachsender Beliebtheit

Der Trend zur Erfassung der eigenen Körperdaten birgt nach Ansicht des Sozialverbands SoVD erhebliche Gefahren. Verbandspräsident Adolf Bauer warnte vor einem "arglosen Umgang mit Gesundheitsdaten". Das Potenzial der digitalen Selbstvermessung werde auch von den Krankenkassen erkannt, die um junge und gesunde Versicherte wetteiferten, sagte er. Der Sozialverband bewerte diese Entwicklung sehr kritisch und warne vor einem "Effizienz-Wahn", an dessen Ende höhere Versicherungsbeiträge für benachteiligte Menschen stehen könnten. So hätten chronisch Kranke kaum Chancen, sich an Fitness-Programmen zu beteiligen. Außerdem könnten sozial Schwächere sich zum Beispiel nicht im gleichen Maße gesund ernähren wie finanziell besser gestellte Menschen. Vorbeugender Gesundheitsschutz dürfe kein privates Risiko sein. "Im schlimmsten Fall entsteht ein Strafsystem für diejenigen, die nicht mithalten können", mahnte Bauer. Sein Verband beobachte die Entwicklung "sehr genau" und warne private wie gesetzliche Kassen davor, "die Versicherten gegeneinander auszuspielen".

Sammler Plattner: Kulturgutschutzgesetz verursacht Wertverlust

In Potsdam wird derzeit ein Palais für seine Sammlung wiedererrichtet.

Der Potsdamer Kunstsammler Hasso Plattner hält an seiner Ablehnung des geplanten Kulturgutschutzgesetzes fest. Alle seine Werke seien auf dem Kunstmarkt erworben worden, sollten nun nach Deutschland importiert werden und würden dann in seine Stiftung übertragen, die verpflichtet sei, das Vermögen zu wahren, erklärte Plattner in einer Stellungnahme an die "Berliner Morgenpost". Wenn seine Sammlung nun als nationales Kulturgut eingestuft werde, womit er fest rechne, dürften die Bilder nicht mehr ausgeführt werden und verlören damit auf dem Kunstmarkt an Wert. "Ein Wertverlust von mehreren Hundert Millionen ist in der Stiftung nicht zu verantworten", so Plattner. Plattner hatte nach Bekanntwerden der Reformpläne angekündigt, seine Sammlung von Werken des Impressionismus und der Klassischen Moderne nicht wie vorgesehen aus dem kalifornischen Palo Alto nach Potsdam zu bringen, falls das Gesetz in Kraft tritt. In der Landeshauptstadt wird derzeit ein Palais für Werke Plattners wiedererrichtet. Die Bundesregierung hatte die Bedenken zurückgewiesen.

Westernhagen holt Straßenmusikerin als Opening Act

Musiker hörte Berliner Sängerin am Alexanderplatz

Marius Müller-Westernhagen habe sie am Alexanderplatz spielen gehört und eine ihrer CDs gekauft, sagte die Berlinerin Elen Wendt, die unter ihrem Vornamen auftritt. Ein paar Tage später habe ihr Telefon geklingelt, am anderen Ende der Leitung sei Müller-Westernhagen persönlich gewesen. "Er lud mich ein, auf seinem Tour-Abschluss-Konzert in Berlin mit meiner Band zu spielen. Ich war total überrascht und voller Freude, weil Marius' Musik mich schon in meiner Kindheit begleitet hat." Nun wird die 25-Jährige am 24. Oktober in der Berliner Mercedes-Benz-Arena im Vorprogramm von Westernhagen auftreten. Sie ist bereits als beste Newcomerin bei den renommierten VUT Indie Awards Ende September in Hamburg nominiert. Trotz lobender Kritikerstimmen, die ihr erstes Album bisher bekommen hat, musiziert die Sängerin noch immer regelmäßig auf der Straße.

BAMF-Präsident fordert von Til Schweiger Zusammenarbeit

Schweiger setzt sich für Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft ein

Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, hat Schauspieler Til Schweiger mit Blick auf dessen geplante Flüchtlingsunterkunft in Osterode zur Zusammenarbeit mit den Behörden aufgefordert. "Herr Schweiger muss gut mit den Behörden arbeiten, auf dem Gelände muss zum Beispiel auch Platz für die Dienststelle des BAMF sein", erklärte er. Auch müssten Büros für die Wohlfahrtsverbände oder die Rückkehrberatung vorhanden sein. Kritisch äußerte sich Schmidt über Schweigers Ankündigung, dass das geplante Heim eine "Vorzeige"-Unterkunft sein werde: "Wenn jemand behauptet, dass er es besser kann, ist die erste Reaktion einer Verwaltung immer zunächst zurückhaltend. Schließlich leisten wir bereits viel und wissen, welche Tücken es gibt." Er müsse aber auch sagen, so Schmidt, dass es bereits Vorzeigeunterkünfte gebe. In Ellwangen habe er eine Einrichtung besucht, die er als "Musterunterkunft" bezeichnen würde. "Die Verwaltung kann das also auch", so der BAMF-Präsident.

Dirigent Ozawa sagt Konzerte nach Verletzung ab

Er unterzieht sich derzeit einer Physiotherapie

Stardirigent Seiji Ozawa hat sich eine Hüftfraktur zugezogen und daher drei Auftritte in Japan absagen müssen. Der 79-Jährige sei vergangene Woche gestürzt und habe dabei die Verletzung erlitten, teilte das Seiji Ozawa Matsumoto Festival mit. Er unterziehe sich nun einer dreiwöchigen Physiotherapie in einem Krankenhaus. Statt Ozawa soll nun der Amerikaner Gil Rose bei den Aufführungen von Hector Berlioz' Opfer "Beatrice et Benedict" am 24., 27. und 29. August bei dem Festival in Matsumoto am Pult stehen. An einem Konzert anlässlich seines 80. Geburtstags am 1. September wolle Ozawa aber festhalten, hieß es. Von 1973 bis 2002 leitete Ozawa das renommierte Boston Symphony Orchestra, an der Wiener Staatsoper war er von 2002 bis 2010 der Chefdirigent.

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