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Kulturnachrichten

Mittwoch, 5. August 2015

Ai Weiwei in Berlin - Rückkehr nach China geplant

Der Künstler war vier Jahre lang mit einem Ausreiseverbot belegt

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei macht nach einem mehrtägigen Aufenthalt in München jetzt Station in Berlin. Der 57-Jährige kam heute nachmittag mit dem Flugzeug in der Bundeshauptstadt an. Die Berliner Universität der Künste erwartet Ai für kommende Woche zu einem Gespräch, ob und in welcher Form er die 2011 angebotene Gastprofessur annehmen will. Ai Weiwei, der berühmteste zeitgenössische Künstler Chinas, war in seiner Heimat vier Jahre lang mit einem Ausreiseverbot belegt. In der vergangenen Woche hatte er erstmals wieder nach Deutschland kommen dürfen. In München hatte sich der Maler und Bildhauer nach einer Gehirnblutung 2009 einer ärztlichen Kontrollbehandlung unterzogen. Ai fiel wegen seiner Kritik an Missständen in China bei den Behörden in Ungnade. Im Jahr 2011 wurde er für fast drei Monate an einen unbekannten Ort verschleppt und später der Steuerhinterziehung beschuldigt. Erst in jüngster Zeit konnte er wieder unbehelligt Ausstellungen auch in China machen.

Westernschauspielerin Coleen Gray mit 92 gestorben

Sie starb bereits am Montag in ihrem Haus in Bel-Air

Die US-Schauspielerin Coleen Gray, Geliebte von John Wayne im Westernklassiker "Red River", ist tot. Sie starb am Montag im Alter von 92 Jahren in ihrem Haus in Bel-Air, wie die "Los Angeles Times" heute berichtete. Gray war 1950 neben Bing Crosby in Frank Capras "Lach und wein mit mir" zu sehen. Danach wandte sie sich dem Film Noir zu und spielte 1956 in "Die Rechnung ging nicht auf" von Stanley Kubrick mit. Der große Durchbruch blieb ihr jedoch verwehrt. 1999 verriet Grey dem "Los Angeles Magazine", dass sie von einer Hollywoodkarriere als Sexgöttin geträumt habe, aber nie für derlei Rollen besetzt worden sei.

Festspielchef Bechtolf gewinnt schlechten Kritiken auch Positives ab

Bechtolf leitet die Salzburger Festspiele als Interims-Intendant

Sven-Eric Bechtolf, Intendant der Salzburger Festspiele, sieht in schlechten Kritiken auch etwas Positives. "Sie haben mich gezwungen, über mein Bedürfnis nach Anerkennung nachzudenken und mich selbst zu erziehen", sagte Bechtolf dem "Zeitmagazin". Das "belohnungssüchtige Kind" in ihm sei anspruchsloser geworden. "Insgesamt ist Ablehnung eine charakterbildende Erfahrung." Unfaire persönliche Angriffe finde er jedoch beschämend. "Man lernt nur langsam und schmerzhaft, Stück für Stück, diese Außenwahrnehmung nicht mehr zu einer Richtlinie für sich selber zu machen", sagte Bechtolf. Er habe es aber geschafft, auf schlechte Kritiken stoisch zu reagieren. Bechtolf leitet als Nachfolger von Alexander Pereira die Salzburger Festspiele als Interims-Intendant. Der künftige Festspielleiter Markus Hinterhäuser tritt sein Amt zur Saison 2017 an.

Erstes Museum in Rheinland-Pfalz setzt auf Leichte Sprache

Vorstand der "Lebenshilfe Trier" spricht von wichtigem Schritt zur Barrierefreiheit

Mit einem neuen Audioguide in Leichter Sprache richtet sich das Trierer Stadtmuseum Simeonstift als erstes rheinland-pfälzisches Museum künftig auch an Menschen mit eingeschränkter Sprachkompetenz. Der Vorstand der Lebenshilfe Trier, Wolfgang Enderle, sprach von einem wichtigen Schritt zur Barrierefreiheit in der Region. Zielgruppen des neuen Angebots sind laut Museumsangaben neben geistig beeinträchtigten Menschen auch Betroffene von Lese-, Lern- oder Konzentrationsschwächen, ältere Besucher mit verkürzter Aufmerksamkeitsspanne sowie Deutschlernende mit niedrigem Sprachniveau. Anders als bei einem Kinderaudioguide vermittle der elektronische Museumsführer auch komplexe Inhalte und Zusammenhänge anhand von 20 ausgewählten Objekten der Dauerausstellung. Laut Museum sind weitere Projekte zur Barrierefreiheit in Arbeit. So sollen sehgeschädigte und blinde Besucher künftig mit 3D-Modellen und Tastreliefen einen besseren Eindruck von der Ausstellung erhalten.

Filmfestival Locarno hat begonnen

Bis zum 15. August sind 200 Filme zu sehen

Mit dem US-amerikanischen Spielfilm "Ricki and the Flash" mit Meryl Streep in der Hauptrolle eröffnet das 68. Internationale Filmfestival im schweizerischen Locarno. Bis zum 15. August sind etwa 200 Filme in verschiedenen Festivalsektionen zu sehen. Im Hauptwettbewerb bewerben sich 19 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt um den Goldenen Leoparden. Drei der Wettbewerbsbeiträge wurden von deutschen Geldgebern mitfinanziert: die schweizerisch-deutsche Koproduktion "Heimatland", der iranisch-deutsche Film "Paradise" und die mexikanisch-deutsche Koproduktion "Ich verspreche Anarchie".Der deutsche Autor und Regisseur Lars Kraume ("Die kommenden Tage") zeigt seinen neuen Spielfilm "Der Staat gegen Fritz Bauer" mit Burghart Klaußner in der Hauptrolle. Der Film läuft im Rennen um den Publikumspreis auf der Piazza Grande, den mittelalterlichen Marktplatz Locarnos. Die nächtlichen Freiluftaufführungen für jeweils etwa 8000 Zuschauer sind die große Attraktion des Festivals. Tausende Filmfans aus aller Welt reisen allein deswegen in die malerisch am schweizerischen Ufer des Lago Maggiore gelegene Kleinstadt.

Beckedahl begrüßt Entlassung Ranges

Aufklärung in Affäre um Landesverrat-Ermittlungen gefordert

Der Gründer des Internetportals "Netzpolitik.org", Markus Beckedahl, hat die Entlassung von Generalbundesanwalt Harald Range wegen der Affäre um die Landesverrat-Ermittlungen gegen das Portal begrüßt. Es treffe "einen der Richtigen", sagte Beckedahl im Deutschlandradio Kultur. Er forderte aber zugleich weitere Aufklärung in der Affäre. Beckedahl stellte in diesem Zusammenhang die Frage, warum in der Politik in den zweieinhalb Monate laufenden Ermittlungen gegen netzpolitik.org niemand etwas von dem Landesverrat gewusst haben wolle. "Entweder haben wir es hier mit geballter Inkompetenz auf allen Ebenen zu tun - daran möchte ich gar nicht glauben - oder hier ist noch irgendwas massiv faul", sagte der Chefredakteur des Internetportals. Er kritisierte zudem scharf Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, der die Ermittlungen durch eine Anzeige ins Rollen gebracht hatte. Maaßen habe die Landesverratsanzeigen durch ein "sehr fragwürdiges Gutachten" forciert und in Range ein "willfähriges Opfer" gefunden, "der das Ganze dann exekutierte".

Antike Funde in Sofia geben Rätsel auf

Mauern im Stadtzentrum könnten Teile des Schlosses des Kaisers Konstantin des Großen sein

Antike Funde in Bulgariens Hauptstadt Sofia stellen die Archäologen vor ein Rätsel. Die nun ans Licht gekommenen Mauern im Stadtzentrum könnten den Experten zufolge Teile des Schlosses des römischen Kaisers Konstantin des Großen sein, oder aber Reste eines öffentlichen Bades aus der Römerzeit. Vize-Bürgermeister Todor Tschobanow, ein Archäologe, sagte heute, dass es sich jedenfalls um eines der größten altrömischen Gebäude im heutigen Bulgarien handele. Das Bauwerk sei etwa 70 Meter breit gewesen; seine Mauern waren gut zwei Meter dick. Die Ausgrabungen hatten erst vor zwei Wochen begonnen. Die Reste der antiken Mauern wurden fast unmittelbar unter der Oberfläche des zentral gelegenen Platzes vor der orthodoxen Kirche Sweta Nedelja entdeckt. Das antike Gebäude sei mehrmals umgebaut worden.

Grütters würdigt Ballhaus zum 80. Geburtstag

Kulturstaatsministerin: "Himmlisches Leinwand-Erlebnis"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat zum 80. Geburtstag von Kameramann Michael Ballhaus seine "schier unerschöpfliche Experimentierfreude", seinen Einfallsreichtum und Wagemut hervorgehoben. "Mit überwältigenden Kinobildern von großer Intensität haben Sie die Filmkunst weltweit revolutioniert", schrieb die CDU-Politikerin in ihrem Glückwunsch. "Das Auge Ihrer Kamera ergründet die Tiefendimensionen Ihrer Landschaften und Figuren. So wird jeder Ballhaus-Film zu einem wahrhaft himmlischen Leinwand-Erlebnis." Der gebürtige Berliner Ballhaus, der am heute 80 Jahre alt wird, gilt als einer der besten Kameramänner der Welt.

Düsseldorfer Künstler öffnen ihre Ateliers

Kunstinteressierte können in direkten Kontakt zu Künstlern treten

Mehr als 500 Künstler in Düsseldorf öffnen an zwei Wochenenden im August ihre Ateliers wieder für Besucher. Bei der Aktion "Kunstpunkte 2015" am 15./16. und 22./23. August können Gäste an mehr als 260 Standorten Atelierluft schnuppern und Malern, Bildhauern, Fotografen oder Videokünstler über die Schulter schauen. Auch Künstler aus den USA, Tadschikistan, Korea, Israel, Serbien und Kroatien sind dabei, wie Stadt heute mitteilte. Kunstinteressierten biete sich die Gelegenheit, fernab von Galerien und Museen direkten Kontakt zu Künstlern zu finden - und Kunst direkt aus dem Atelier zu kaufen. Der Andrang dürfte erneut groß sein: Rund 65 000 Atelierbesuche wurden bei den "Kunstpunkten" der vergangenen Jahren jeweils gezählt.

Leipziger Medienpreis für Jafar Panahi und Nedim Sener

Der Preis wird am 8. Oktober verliehen.

Der Leipziger "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" geht dieses Jahr an den iranischen Regisseur Jafar Panahi und den türkischstämmigen Journalisten Nedim Sener. Damit würden zwei international herausragende Medienschaffende gewürdigt, die sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg für das freie Wort in ihren Heimatländern eingesetzt hätten, teilte die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig heute mit. Panahi filmt trotz 20-jährigen Berufsverbots. Sener hatte über den Mord an Herausgeber Hrant Dink recherchiert und saß lange in Haft. Der mit insgesamt 30 000 Euro dotierte Preis wird am 8. Oktober verliehen.

Anklage gegen 18 Journalisten in der Türkei

Staatsanwaltschaft sieht Foto-Abdruck als Terror-Propaganda an

In der Türkei sind 18 Journalisten wegen der Veröffentlichung eines Fotos angeklagt worden. Bei einer Verurteilung wegen Verbreitung terroristischer Propaganda drohen ihnen bis zu siebeneinhalb Jahren Haft, wie mehrere Zeitungen heute berichteten. Auf dem Foto ist zu sehen, wie Extremisten dem Istanbuler Staatsanwalt Mehmet Selim Kiraz eine Schusswaffe an den Kopf halten. Er war von Mitgliedern einer linksradikalen Gruppe als Geisel genommen worden. Beim Versuch seiner Befreiung wurden die beiden Geiselnehmer und der Jurist Anfang April getötet. Die türkischen Behörden hatten seinerzeit Internetdienste wie Facebook und Google aufgefordert, das Foto zu entfernen. Dies trat in der Türkei eine weitere Debatte über Meinungs- und Pressefreiheit los. Einer der Angeklagten, "Cumhuriyet"-Chefredakteur Can Dündar, sagte, mit dem Foto habe die Zeitung das hässliche und dunkle Gesicht des Terrorismus dokumentieren wollen. Für die Staatsanwaltschaft porträtiert es aber eine Terrorgruppe, die stark und handlungsfähig sei. Sie sieht darin Propaganda für diese Gruppe.

Bayreuther Festspielhaus wird saniert

Arbeiten werden 8 Jahre dauern

Nach dem Ende der diesjährigen Spielzeit beginnen die Renovierungsarbeiten am Festspielhaus in Bayreuth. Start ist an der Südfassade des weltberühmten Opernhauses, wie der kaufmännische Geschäftsführer der Festspiele, Heinz-Dieter Sense, sagte: "Wir hoffen, dass wir in zwei Jahren die Fassade saniert haben." Das Haus ist seit rund zweieinhalb Jahren eingerüstet, um zu verhindern, dass Teile der Fassade abbröckeln und Passanten gefährden. Das Gerüst ist von einer mit der Fassade bedruckten Plane verdeckt. Auch im Inneren des Gebäudes besteht Experten zufolge großer Sanierungsbedarf. Insgesamt wird mit Kosten von etwa 30 Millionen Euro gerechnet. Während der Arbeiten an der Fassade werde geklärt, was genau innerhalb des Festspielhauses saniert werden müsse, erläuterte Sense weiter. Hier gehe es beispielsweise um Fragen des Brandschutzes. Auch die Elektrotechnik müsse erneuert werden. Anfang 2016 habe man dann auch Klarheit über die Kosten. Die Frage sei dann: "Kommen wir mit 30 Millionen aus oder nicht?" Insgesamt rechnet die Festspielleitung mit einer Sanierungszeit von bis zu acht Jahren. Denn gearbeitet werden kann nur, wenn nicht gerade geprobt oder gespielt wird. Die Kosten für die Bauarbeiten tragen der Bund, der Freistaat, die Stadt Bayreuth und die Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.

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