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Kulturnachrichten

Sonntag, 31. August 2014

Premiere für Fatih Akins Armenier-Drama in Venedig

In der Türkei wurde "The Cut" schon im Vorfeld heftig kritisiert

Regisseur Fatih Akin stellt heute sein Drama "The Cut" bei den Filmfestspielen Venedig vor. Das mit Spannung erwartete Werk spielt vor rund 100 Jahren und erzählt vom Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich. Im Mittelpunkt steht ein Vater, der bei den Deportationen seine Töchter verloren hat und sich auf die Suche nach ihnen macht. In der Hauptrolle ist der Franzose Tahar Rahim zu sehen, der mit Filmen wie "Ein Prophet" international bekannt wurde.
Mit dem Film beendet der in Hamburg lebende Akin seine Trilogie um Liebe, Tod und Teufel. "The Cut" konkurriert zusammen mit 19 weiteren Beiträgen um den Hauptpreis des Festivals, den Goldenen Löwen. Die Auszeichnungen des Wettbewerbs werden kommenden Samstag verliehen.

Blumenthal wird als Direktor des Jüdischen Museums in Berlin verabschiedet

Eines der größten jüdischen Museen in Europa bekommt neuen Direktor

Michael Blumenthal wird am Montag als Direktor des Jüdischen Museums Berlin offiziell verabschiedet. Der 88jährige stand seit 1997 an der Spitze des Museums, dessen Gründungsdirektor er war. Unter seiner Leitung entwickelte sich das von Daniel Libeskind entworfene Haus zu einem der größten jüdischen Museen Europas. Es hat jährlich 700 000 Besucher. Blumenthals Nachfolger ist der Judaist Peter Schäfer (71). Er lehrte an den Universitäten Tübingen und Köln sowie der Freien Universität Berlin. Von 2005 bis 2013 war der Leibniz-Preisträger Direktor des Studienprogramms Judaistik an der amerikanischen Universität Princeton. Schäfer kündigte an, dass er die Dauerausstellung zur deutsch-jüdischen Geschichte umgestalten wolle. Das Museum werde sich künftig außerdem stärker dem Thema Antisemitismus widmen, sagte er.

Orientalist Kermani : Im Nahen Osten droht Untergang der alten Welt

Romanautor zeichnet düstere Zukunft für den Nahen Osten

Der Kölner Orientalist und Romanautor Navid Kermani sieht den Nahen Osten angesichts der sich zuspitzenden Konflikte in Syrien und dem Irak vor einer historischen Zeitenwende. "Da geht jetzt eine Welt unter. Da wird künftig eine andere Welt sein, aber nicht mehr die von vorher", sagte Kermani am Samstagabend bei einer Lesung in Erlangen. Kermani verglich das Ende des Nahen Ostens mit seinen vielen Kulturen, Sprachen und Religionen mit dem Wandel Europas nach dem II. Weltkrieg. "Im Nahen Osten wird die multikulturelle Vielfalt erlöschen. Und wenn diese Flamme einmal erloschen ist, wird man sie nicht mehr beleben können", sagte der 47 Jahre alte Orientalistik-Professor, der sich seit Jahren auch als Journalist und Prosa-Autor mit der Lage im Nahen Osten auseinandersetzt. Das Ende des traditionellen Nahen Ostens werde mit einem großen Verlust an kultureller Vielfalt einhergehen. Schon jetzt beobachte er mit Sorge, dass in seinem Heimatland, dem Iran, nur noch ein Bruchteil der Bevölkerung die traditionelle iranische Literatur kenne, die teils bis ins 12. Jahrhundert zurückreiche.

Hollywoodstar , Aktivist, Philanthrop - Richard Gere wird 65

Durchbruch mit "Ein Mann für gewisse Stunden" und "Pretty Woman"

15 Jahre liegen zurück, seit "People" den damals 50-jährigen Richard Gere zum "Sexiest Man Alive" kürte. Fast 50 Filme hat Gere gedreht. Als geschickter Strafverteidiger in dem Musical "Chicago" gewann er 2003 den Golden Globe für die beste männliche Darstellung. Und doch sind es die Rollen in "Ein Mann für gewisse Stunden" und als Julia Roberts Traumprinz in "Pretty Woman", die viele Zuschauer auf Anhieb mit ihm verbinden.
Privat machte Gere für Hollywood-Verhältnisse nicht besonders viele Schlagzeilen: Er war über 40, als er seine Schauspielkollegin Cindy Crawford heiratete. Nach der Scheidung vier Jahre später zog er mit dem ehemaligen James-Bond-Girl Carey Lowell zusammen. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, heiratete 2002, lebt aber inzwischen getrennt. Der Hollywoodstar hatte sich schon vor vielen Jahren dem Buddhismus zugewandt. Ihn verbindet eine tiefe Freundschaft mit dem Dalai Lama.Gere ist Mitbegründer des Tibet-Hauses in New York, einer Organisation zum Erhalt der bedrohten Kultur. Heute wird Richard Gere 65 Jahre alt.

Leander Haußmann : Zwischen 40 und 50 hässliche Phase für Männer

Filmregisseur liebt das Alter

Der Theater- und Filmregisseur Leander Haußmann (55, "Herr Lehmann") hat Mitleid mit jungen Schauspielern. "Reife ist ziemlich sexy", findet der 55-Jährige, wie er der "B.Z. am Sonntag" verriet. Ab 50 sei ein gutes Alter für Männer. "Zwischen 40 und 50 nicht, da haben Männer eine hässliche Phase, da quillt man auf wie ein türkisches Brot, dann sticht die Zeit da rein, die Luft geht wieder raus und das Gesicht bekommt Kontur", erklärte Haußmann. Er selbst habe es früher gar nicht abwarten können, endlich alt zu werden: "Ich fand es total schick, alt zu sein, Dinge zu wissen, Lehrer, Guru, Meister zu sein."

Replik des Helgoländer Steinkistengrabes auf Insel eingeweiht

Einblick in das Leben der Helgoländer in der Bronzezeit

Eine Nachbildung des lange verschollen geglaubten Helgoländer Steinkistengrabes aus der frühen Bronzezeit ist am Samstag auf der Hochseeinsel eingeweiht worden. "Das ist das älteste Stück Helgoland, das wir zeigen können. Auch wenn es nur eine Replik ist, ist das Grab der letzte Zeuge der Bronzezeit auf unserer Insel", sagte der Leiter des Museums Helgoland, Jörg Andres, am Sonntag. Experten datieren es auf das 16. Jahrhundert vor Christus. Es ist den Angaben zufolge das einzige Relikt, das den Reichtum der bronzezeitlichen Bewohner Helgolands durch den Abbau der dortigen Kupfervorkommen dokumentiert. Die mehr als 70 000 Euro teure Replik wurde auf dem Freigelände des Museums aufgebaut. Die Original-Steinplatten sind im Neuen Museum in Berlin zu sehen.
Der Chemiker Hermann Otto Wilhelm Olshausen hatte sie 1893 ausgegraben, der Fund wurde nach Berlin gebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt das Steinkistengrab als verloren. Erst 2008 wurde es zufällig wiederentdeckt.

Bibliotheken und Archive fordern besseren Schutz ihrer Bestände

Große Bibliotheken und Archive in Deutschland fordern einen besseren Schutz schriftlichen Kulturguts

Alte Bücher und Dokumente müssten genauso erhalten werden wie Baudenkmäler, fordert der Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, Michael Knoche. Ein entsprechender "Weimarer Appell" soll am Samstag in der Kulturstadt verabschiedet werden. Getragen wird der Aufruf von der "Allianz schriftliches Kulturgut erhalten", einem Zusammenschluss zwölf großer Bibliotheken und Archive.

Lindenbergs Ex-Leibwächter: Bruch mit Udo ist "große Wunde"

Am Montag erscheint Biografie des Ex-Bodyguards

Udo Lindenbergs ehemaliger Leibwächter Eddy Kante (54) hofft auf eine Versöhnung mit dem Altrocker. "Der Bruch mit Udo ist eine große Wunde in meinem Herzen", sagte Kante der "Bild am Sonntag". "Udo ist doch mein Lebensfreund. Ich wäre glücklich, wenn er wieder anrufen und sagen würde: Komm, wir fahren wie früher mit meinem Porsche durch die Nacht", sagte Kante, der mehr als drei Jahrzehnte Bodyguard und wichtiger Vertrauter des Panikrockers war. Seit November 2013 gehen die beiden Männer getrennte Wege. Hintergrund des Zerwürfnisses soll die Autobiografie von Kante sein, die am Montag offiziell in Berlin vorgestellt wird.

Ukraine-Krise: Gold von der Krim bleibt in Amsterdam

Der Streit zwischen der Ukraine und Russland über Kultur-Schätze der Krim bleibt vorerst ungelöst

"Die umstrittenen Objekte werden in Amsterdam gelagert, bis die Lage übersichtlicher wird", sagte ein Sprecher des Amsterdamer Allard Pierson Museums auf Anfrage. Das Museum hatte vor Beginn der Ukraine-Krise für eine Ausstellung antikes Gold von der Krim ausgeliehen. Nach der Abspaltung der Halbinsel war unklar, ob die Gegenstände an die Ukraine oder an Russland zurückgegeben werden müssen. Es sei derzeit nicht möglich, eine Entscheidung zu treffen, teilte das archäologische Museum mit. "Eine solche Entscheidung und die Rückgabe der Objekte an ein Land würden so gut wie sicher zu einer Klage der anderen Partei führen - für das Museum ein zu großes Risiko". Deshalb würden die Gegenstände bis auf weiteres in Amsterdam aufbewahrt. Die Ausstellung, die zuvor bereits in Bonn zu sehen war, endet an diesem Sonntag.

Ausstellung zu Alchemisten will mit gängigem Bild aufräumen

Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel eröffnet Ausstellung, die ein weites Spektrum zeigt

Die meisten Vertreter dieses Fachs hätten versucht, die Zusammenhänge der Natur abseits der sichtbaren Dinge zu verstehen, sagt die Kuratorin der Ausstellung, Petra Feuerstein-Herz. Allerdings ging es dabei nicht um Formeln, sondern um handfeste Experimente. Dabei machten sie Entdeckungen, von denen wir noch heute profitieren- Ammoniak, Porzellan oder die Destillation von Alkohol zum Beispiel. Natürlich habe es aber auch jene Glückssucher gegeben, für die die Alchemie heute bekannt ist. "Das war eine vergleichsweise kleine Gruppe", sagt Feuerstein-Herz. Ob diese sogenannten Goldmacher in betrügerischer Absicht handelten, oder selbst an den Zauber glaubten, sei heute im Einzelfall kaum nachzuweisen. Klar ist jedoch, dass die Alchemisten - anders als heutige Wissenschaftler - ihre Erkenntnisse als Geheimwissen ansahen und nicht mit der Öffentlichkeit teilen wollten. "Wir haben einen ganz schweren Zugang", sagt Feuerstein-Herz. Die erhaltenen Dokumente seien oft in Geheimsprache geschrieben und nur für Eingeweihte gedacht.

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