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Kulturnachrichten

Samstag, 30. August 2014

Ukraine-Krise: Gold von der Krim bleibt in Amsterdam

Der Streit zwischen der Ukraine und Russland über Kultur-Schätze der Krim bleibt vorerst ungelöst

"Die umstrittenen Objekte werden in Amsterdam gelagert, bis die Lage übersichtlicher wird", sagte ein Sprecher des Amsterdamer Allard Pierson Museums auf Anfrage. Das Museum hatte vor Beginn der Ukraine-Krise für eine Ausstellung antikes Gold von der Krim ausgeliehen. Nach der Abspaltung der Halbinsel war unklar, ob die Gegenstände an die Ukraine oder an Russland zurückgegeben werden müssen. Es sei derzeit nicht möglich, eine Entscheidung zu treffen, teilte das archäologische Museum mit. "Eine solche Entscheidung und die Rückgabe der Objekte an ein Land würden so gut wie sicher zu einer Klage der anderen Partei führen - für das Museum ein zu großes Risiko". Deshalb würden die Gegenstände bis auf weiteres in Amsterdam aufbewahrt. Die Ausstellung, die zuvor bereits in Bonn zu sehen war, endet an diesem Sonntag.

Dea Loher neue Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim in Frankfurt

Loher ist die 41. Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim, sie folgt auf Angelika Klüssendorf.

Sie erhält ein Preisgeld von 20 000 Euro und darf ein Jahr lang kostenfrei in dem historischen Stadtschreiberhaus leben. In der Begründung der Jury hieß es: "Dea Lohers Figuren sind verletzte, trauernde, suchende und auch böse Menschen, deren Schicksale kunstvoll, scheinbar zufällig miteinander verwoben werden." Ihre Bücher und Theaterstücke stellten die existenziellen Fragen nach Sinn, Schicksal und Scheitern. Zu Lohers mehr als 15 Bühnenwerken zählen "Tätowierung" und "Klaras Verhältnisse".

Bibliotheken und Archive fordern besseren Schutz ihrer Bestände

Große Bibliotheken und Archive in Deutschland fordern einen besseren Schutz schriftlichen Kulturguts

Alte Bücher und Dokumente müssten genauso erhalten werden wie Baudenkmäler, fordert der Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, Michael Knoche. Ein entsprechender "Weimarer Appell" soll am Samstag in der Kulturstadt verabschiedet werden. Getragen wird der Aufruf von der "Allianz schriftliches Kulturgut erhalten", einem Zusammenschluss zwölf großer Bibliotheken und Archive.

Ausstellung zu Alchemisten will mit gängigem Bild aufräumen

Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel eröffnet Ausstellung, die ein weites Spektrum zeigt

Die meisten Vertreter dieses Fachs hätten versucht, die Zusammenhänge der Natur abseits der sichtbaren Dinge zu verstehen, sagt die Kuratorin der Ausstellung, Petra Feuerstein-Herz. Allerdings ging es dabei nicht um Formeln, sondern um handfeste Experimente. Dabei machten sie Entdeckungen, von denen wir noch heute profitieren- Ammoniak, Porzellan oder die Destillation von Alkohol zum Beispiel. Natürlich habe es aber auch jene Glückssucher gegeben, für die die Alchemie heute bekannt ist. "Das war eine vergleichsweise kleine Gruppe", sagt Feuerstein-Herz. Ob diese sogenannten Goldmacher in betrügerischer Absicht handelten, oder selbst an den Zauber glaubten, sei heute im Einzelfall kaum nachzuweisen. Klar ist jedoch, dass die Alchemisten - anders als heutige Wissenschaftler - ihre Erkenntnisse als Geheimwissen ansahen und nicht mit der Öffentlichkeit teilen wollten. "Wir haben einen ganz schweren Zugang", sagt Feuerstein-Herz. Die erhaltenen Dokumente seien oft in Geheimsprache geschrieben und nur für Eingeweihte gedacht.

Mit Sport und Rockmusik gegen Rechtsextremismus

Musikfestival in Jamel erwartet als Höhepunkt die Band "Alphaville"

Seit Jahren organisiert die Krimi-Autorin Birgit Lohmeyer in Mecklenburg-Vorpommern ein Musikfestival gegen rechte Gewalt und Intoleranz. Bei der achten Auflage von "Jamel rockt den Förster" wird es erstmals auch sportlich: Boxer und Aikido-Kämpfer zeigten ihr Können. Mit am Ring standen Profiboxer aus Mecklenburg-Vorpommern wie Sebastian Zbik sowie die Trainer Fritz Sdunek und Michael Timm. Es gehe darum, gemeinsam ein Zeichen für ein buntes Mecklenburg-Vorpommern ohne Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz zu setzen, erklärte Birgit Lohmeyer. Mit ihrem Mann Horst hatte sie 2007 das Forstrock-Festival als Reaktion auf Anfeindungen rechtsgerichteter Dorfbewohner gegründet, nachdem die beiden von Hamburg auf einen alten Forsthof in Jamel bei Wismar gezogen waren. Für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus wurden beide mehrfach geehrt.

Künstlerische Schatzsuche in Folkestone - erstes Gold gefunden

Es gebe Gerüchte über weitere Funde der 24-Karat-Barren, die aber nicht bestätigt seien

Bei der ungewöhnlichen Kunstaktion in Folkestone, bei der der deutsche Künstler Michael Sailstorfer 30 Goldbarren am Strand vergraben hat, ist der erste Schatz gefunden worden. "Wir wissen gesichert, dass ein Goldstück gefunden wurde", sagte ein Sprecher der Organisatoren dem "Guardian". Es soll sich um eine Familie aus Folkestone handeln, die anonym bleiben wolle. Sailstorfer hatte im Rahmen der Kunst-Triennale von Folkestone an der südenglischen Kanalküste 30 kleine Goldbarren im Gesamtwert von rund 10 000 Pfund (knapp 13 000 Euro) vergraben. Er wollte damit einen kleinen Goldrausch auslösen. In der Tat kamen seit Beginn der Aktion am Donnerstag Hunderte Schatzsucher jeweils bei Ebbe zum Strand, um mit Spaten und Schaufel ihr Glück zu versuchen.

Schriftsteller Werner Liersch gestorben

Liersch war 81 Jahre alt

Er starb bereits am vergangenen Samstag in seiner Berliner Wohnung an Altersschwäche, wie seine Familie heute bestätigte. Liersch wurde 1932 in Berlin geboren. Er war ein bekannter DDR-Literaturkritiker, 1982 wurde er mit dem Heinrich-Mann-Preis geehrt. Ende der 80er Jahre gehörte er der Jury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt an. Später war er Chefredakteur der Zeitschrift "Neue Deutsche Literatur". Seine Biografie über Hans Fallada gilt als Standardwerk. Zuletzt erschien von ihm in diesem Jahr der Gedichtband "Stille finden. Brandenburg im Gedicht". Liersch sorgte 2008 für Schlagzeilen, als er aufdeckte, dass der Schriftsteller Erwin Strittmatter ("Der Laden") im Zweiten Weltkrieg in einer SS-Polizeieinheit gedient hatte. Ein Skandal, denn der Star-Autor der DDR hatte sich stets als Antifaschist und Deserteur stilisiert.

Portugal verkauft Miró-Gemälde

Mit dem Verkauf von 85 Gemälden will das Land seine Staatskasse füllen

Wie heute bekannt wurde, stufte das Land die Werke nicht als Kulturerbe ein, deshalb dürfen die Werke Mirós außer Landes gebracht werden. Die Kunstwerke des spanischen Malers stammen aus dem Besitz der Bank BPN, die 2008 nach hohen Verlusten verstaatlicht worden war. Die Werke sollten zunächst beim Londoner Auktionshaus Christie's versteigert werden. Dies hatte ein Lissaboner Gericht im Juni gestoppt. Christie's hatte den Wert der Sammlung mit mehr als 30 Millionen Pfund (umgerechnet 36,4 Millionen Euro) beziffert. Zu der Kollektion gehört unter anderem das Gemälde "Frauen mit Vögeln", dessen Wert auf bis zu 8,4 Millionen Euro geschätzt wird. Nach den Worten des Auktionshauses handelt es sich um eine der "umfassendsten und eindrucksvollsten Sammlungen" des spanischen Künstlers, die jemals zur Versteigerung angeboten wurden. Die Regierung in Portugal hatte den umstrittenen Verkauf der staatlichen Sammlung unter Verweis auf den knappen Staatshaushalt gegen Kritik verteidigt.

Aldi Australien nimmt Kinderbuch von Roald Dahl wegen Schimpfworts aus Regalen

Kunden protestieren gegen die Entfernung des Buches

Wegen Kundenprotesten gegen das Wort "Schlampe" in einem 32 Jahre alten Kinderbuch hat Aldi Australien den Klassiker "Revolting Rhymes" von Roald Dahl aus den Regalen genommen. "Eine begrenzte Anzahl" von Kunden habe an dem Schimpfwort Anstoß genommen und die Supermarktkette zu einem Verkaufsstopp bewegt, teilte der Konzern mit. Daraufhin kam es am Freitag zu einem Sturm der Entrüstung unter Australiern, die das Buch trotzdem für kindgerecht und die selbsternannten Tugendwächter für prüde halten. In der Gedichtsammlung "Revolting Rhymes" aus dem Jahr 1982, die sechs bekannte Märchen neu erzählt, lästert Cinderella über den abstoßenden Prinzen, der wiederum entgegnet: "Wer ist diese dreckige Schlampe?" Im englischen Original lautet die Passage: "Who's this dirty slut? Off with her nut! Off with her nut!" Aldi rechtfertigte seine Vorgehensweise damit, die Bedenken der Kundschaft "ernst zu nehmen". Auf der australischen Facebook-Seite des Unternehmens begrüßten einige Internet-Nutzer den Verkaufsstopp. Andere äußerten sich entsetzt. "Ich kann nicht glauben, dass ihr Euch wegen eines Buches mit einem einzigen 'schlimmen' Wort von einer kleinen Minderheit nötigen lasst", schrieb ein Nutzer. Gleichgesinnte riefen dazu auf, Aldi wegen des Kinderbuch-Boykotts ebenfalls zu boykottieren.

US-Komikerin Joan Rivers liegt im künstlichen Koma

Vor kurzem hatte Rivers noch über ihren eigenen Tod gescherzt

Die US-Komikerin Joan Rivers (81) liegt nach einem plötzlichen Atemstillstand im künstlichen Koma. Möglicherweise könnte am Wochenende versucht werden, sie aufzuwecken, meldeten die "New York Daily News" heute. "Sie ruht sich aus und ist bei ihrer Familie", schrieb ihre Tochter in einer Erklärung, aus der mehrere amerikanische Medien zitierten. Nähere Angaben zum Zustand der Moderatorin machte sie zunächst nicht. Joan Rivers hat in zahlreichen Filmen und Serien im US-Fernsehen mitgespielt, mehrere Bücher veröffentlicht und moderiert die Sendung "Fashion Police", in der sie sich über Modesünden von Prominenten lustig macht. Nach Angaben der "New York Daily News" hatte sie nur Stunden vor ihrem Koma auf einer Bühne gescherzt: "Ich bin 81. Mich kann es jede Sekunde erwischen. Ich könnte gleich hier umkippen und Ihr könntet sagen "He, ich bin dabei gewesen!"."

Leichter Besucherrückgang bei Theatern und Konzerten

Weniger Veranstaltungen führten zu weniger Besuchern

Die Aufführungen von deutschen Theatern und Orchestern sind in der Spielzeit 2012/2013 von 31,9 Millionen Menschen besucht worden. In der Saison zuvor waren es noch 32,1 Millionen. Das geht aus heute in Köln veröffentlichten Bühnenstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervor. Ein Grund für den Rückgang sei vermutlich, dass die Zahl der Veranstaltungen an den öffentlich getragenen Häusern von rund 67 200 auf 65 800 deutlich zurückgegangen sei, schrieb der Deutsche Bühnenverein. Am besten ausgelastet waren die Kinder- und Jugendtheater mit 84,3 Prozent. Die übrigen Sparten kamen auf 78,2 Prozent. Die öffentlichen Zuschüsse der Stadt- und Staatstheater sowie Landesbühnen stiegen von 2,25 auf 2,3 Milliarden Euro. Die Eigeneinnahmen sanken im Vergleichszeitraum von etwas mehr als 500 auf 497 Millionen Euro. Die Statistik des Bühnenvereins berücksichtigt 142 Staatstheater, Stadttheater und Landesbühnen sowie 130 Orchester, 221 Privattheater und 75 Festspiele.

Besucherrekord beim Schleswig-Holstein Musik Festival

Neuerungen haben sich bewährt

Mit einem Besucherrekord geht am Wochenende das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) zu Ende. "Rund 153 000 Karten wurden verkauft, die Platzauslastung betrug 83 Prozent", zog Intendant Christian Kuhnt heute in Lübeck eine wirtschaftlich und künstlerisch sehr erfolgreiche Bilanz seiner ersten Festivalsaison. "Die zentrale Idee des SHMF, die Musik zu den Menschen zu bringen und Hemmschwellen abzubauen, hat wunderbar funktioniert." Die drei Neuerungen - das Künstlerporträt mit der Cellistin Sol Gabetta, der Komponist Felix Mendelssohn als roter Faden und eine musikalische Öffnung - hätten sich mehr als bewährt.

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Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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