Seit 11:05 Uhr Tonart

Mittwoch, 24.07.2019
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Freitag, 29. August 2014

Schriftsteller Werner Liersch gestorben

Liersch war 81 Jahre alt

Er starb bereits am vergangenen Samstag in seiner Berliner Wohnung an Altersschwäche, wie seine Familie heute bestätigte. Liersch wurde 1932 in Berlin geboren. Er war ein bekannter DDR-Literaturkritiker, 1982 wurde er mit dem Heinrich-Mann-Preis geehrt. Ende der 80er Jahre gehörte er der Jury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt an. Später war er Chefredakteur der Zeitschrift "Neue Deutsche Literatur". Seine Biografie über Hans Fallada gilt als Standardwerk. Zuletzt erschien von ihm in diesem Jahr der Gedichtband "Stille finden. Brandenburg im Gedicht". Liersch sorgte 2008 für Schlagzeilen, als er aufdeckte, dass der Schriftsteller Erwin Strittmatter ("Der Laden") im Zweiten Weltkrieg in einer SS-Polizeieinheit gedient hatte. Ein Skandal, denn der Star-Autor der DDR hatte sich stets als Antifaschist und Deserteur stilisiert.

Portugal verkauft Miró-Gemälde

Mit dem Verkauf von 85 Gemälden will das Land seine Staatskasse füllen

Wie heute bekannt wurde, stufte das Land die Werke nicht als Kulturerbe ein, deshalb dürfen die Werke Mirós außer Landes gebracht werden. Die Kunstwerke des spanischen Malers stammen aus dem Besitz der Bank BPN, die 2008 nach hohen Verlusten verstaatlicht worden war. Die Werke sollten zunächst beim Londoner Auktionshaus Christie's versteigert werden. Dies hatte ein Lissaboner Gericht im Juni gestoppt. Christie's hatte den Wert der Sammlung mit mehr als 30 Millionen Pfund (umgerechnet 36,4 Millionen Euro) beziffert. Zu der Kollektion gehört unter anderem das Gemälde "Frauen mit Vögeln", dessen Wert auf bis zu 8,4 Millionen Euro geschätzt wird. Nach den Worten des Auktionshauses handelt es sich um eine der "umfassendsten und eindrucksvollsten Sammlungen" des spanischen Künstlers, die jemals zur Versteigerung angeboten wurden. Die Regierung in Portugal hatte den umstrittenen Verkauf der staatlichen Sammlung unter Verweis auf den knappen Staatshaushalt gegen Kritik verteidigt.

Aldi Australien nimmt Kinderbuch von Roald Dahl wegen Schimpfworts aus Regalen

Kunden protestieren gegen die Entfernung des Buches

Wegen Kundenprotesten gegen das Wort "Schlampe" in einem 32 Jahre alten Kinderbuch hat Aldi Australien den Klassiker "Revolting Rhymes" von Roald Dahl aus den Regalen genommen. "Eine begrenzte Anzahl" von Kunden habe an dem Schimpfwort Anstoß genommen und die Supermarktkette zu einem Verkaufsstopp bewegt, teilte der Konzern mit. Daraufhin kam es am Freitag zu einem Sturm der Entrüstung unter Australiern, die das Buch trotzdem für kindgerecht und die selbsternannten Tugendwächter für prüde halten. In der Gedichtsammlung "Revolting Rhymes" aus dem Jahr 1982, die sechs bekannte Märchen neu erzählt, lästert Cinderella über den abstoßenden Prinzen, der wiederum entgegnet: "Wer ist diese dreckige Schlampe?" Im englischen Original lautet die Passage: "Who's this dirty slut? Off with her nut! Off with her nut!" Aldi rechtfertigte seine Vorgehensweise damit, die Bedenken der Kundschaft "ernst zu nehmen". Auf der australischen Facebook-Seite des Unternehmens begrüßten einige Internet-Nutzer den Verkaufsstopp. Andere äußerten sich entsetzt. "Ich kann nicht glauben, dass ihr Euch wegen eines Buches mit einem einzigen 'schlimmen' Wort von einer kleinen Minderheit nötigen lasst", schrieb ein Nutzer. Gleichgesinnte riefen dazu auf, Aldi wegen des Kinderbuch-Boykotts ebenfalls zu boykottieren.

Leichter Besucherrückgang bei Theatern und Konzerten

Weniger Veranstaltungen führten zu weniger Besuchern

Die Aufführungen von deutschen Theatern und Orchestern sind in der Spielzeit 2012/2013 von 31,9 Millionen Menschen besucht worden. In der Saison zuvor waren es noch 32,1 Millionen. Das geht aus heute in Köln veröffentlichten Bühnenstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervor. Ein Grund für den Rückgang sei vermutlich, dass die Zahl der Veranstaltungen an den öffentlich getragenen Häusern von rund 67 200 auf 65 800 deutlich zurückgegangen sei, schrieb der Deutsche Bühnenverein. Am besten ausgelastet waren die Kinder- und Jugendtheater mit 84,3 Prozent. Die übrigen Sparten kamen auf 78,2 Prozent. Die öffentlichen Zuschüsse der Stadt- und Staatstheater sowie Landesbühnen stiegen von 2,25 auf 2,3 Milliarden Euro. Die Eigeneinnahmen sanken im Vergleichszeitraum von etwas mehr als 500 auf 497 Millionen Euro. Die Statistik des Bühnenvereins berücksichtigt 142 Staatstheater, Stadttheater und Landesbühnen sowie 130 Orchester, 221 Privattheater und 75 Festspiele.

US-Komikerin Joan Rivers liegt im künstlichen Koma

Vor kurzem hatte Rivers noch über ihren eigenen Tod gescherzt

Die US-Komikerin Joan Rivers (81) liegt nach einem plötzlichen Atemstillstand im künstlichen Koma. Möglicherweise könnte am Wochenende versucht werden, sie aufzuwecken, meldeten die "New York Daily News" heute. "Sie ruht sich aus und ist bei ihrer Familie", schrieb ihre Tochter in einer Erklärung, aus der mehrere amerikanische Medien zitierten. Nähere Angaben zum Zustand der Moderatorin machte sie zunächst nicht. Joan Rivers hat in zahlreichen Filmen und Serien im US-Fernsehen mitgespielt, mehrere Bücher veröffentlicht und moderiert die Sendung "Fashion Police", in der sie sich über Modesünden von Prominenten lustig macht. Nach Angaben der "New York Daily News" hatte sie nur Stunden vor ihrem Koma auf einer Bühne gescherzt: "Ich bin 81. Mich kann es jede Sekunde erwischen. Ich könnte gleich hier umkippen und Ihr könntet sagen "He, ich bin dabei gewesen!"."

Besucherrekord beim Schleswig-Holstein Musik Festival

Neuerungen haben sich bewährt

Mit einem Besucherrekord geht am Wochenende das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) zu Ende. "Rund 153 000 Karten wurden verkauft, die Platzauslastung betrug 83 Prozent", zog Intendant Christian Kuhnt heute in Lübeck eine wirtschaftlich und künstlerisch sehr erfolgreiche Bilanz seiner ersten Festivalsaison. "Die zentrale Idee des SHMF, die Musik zu den Menschen zu bringen und Hemmschwellen abzubauen, hat wunderbar funktioniert." Die drei Neuerungen - das Künstlerporträt mit der Cellistin Sol Gabetta, der Komponist Felix Mendelssohn als roter Faden und eine musikalische Öffnung - hätten sich mehr als bewährt.

Bildhauer Erwin Wurm zeigt neue Bronze-Würstchen in Duisburg

Erstmals in Deutschland zeigt der österreichische Künstler Erwin Wurm in Duisburg seine neuesten humorvollen Werke aus der Serie "Abstract Sculptures"

Bis zum 28. September sind die grotesken Würstchen-Skulpturen, die mit dünnen Wurstärmchen und -beinchen respektlos berühmte Klassiker der Bildhauerei der Moderne von Rodin bis Giacometti parodieren, im Lehmbruck Museum zu sehen. Die teilweise hochglänzend polierten bronzenen Bockwürste nehmen menschliche Posen ein, wenn sie zum Beispiel herrisch die Ärmchen in die Hüften stemmen oder die Wurstextremitäten triumphierend in die Höhe reißen. Bekannt ist Wurm für seine «One Minute Sculptures», bei denen sich Menschen selber als Kunstwerk ausprobieren können, indem sie Handlungsanweisungen folgen und groteske Haltungen einnehmen.

Marek Lieberberg darf Titel "Rock am Ring" nun doch verwenden

Oberlandesgericht hebt einstweilige Verfügung auf

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg darf wieder mit dem Titel "Rock am Ring" werben. Das Oberlandesgericht Koblenz hat heute eine einstweilige Verfügung für die Rechte des bekannten Musikfestivals aufgehoben. Das Landgericht Koblenz hatte im Juni entschieden, dass der Konzert-Riese kein Festival mit diesem Namen organisieren oder bewerben darf, wenn der frühere Geschäftspartner Nürburgring GmbH nicht zustimme - die Rechte am Titel gehörten beiden Seiten. Dagegen hatte Lieberberg Berufung eingelegt. Der Veranstalter will mit dem Festival nach Mönchengladbach ausweichen, weil er sich mit dem neuen Eigner an der Rennstrecke - dem Autozulieferer Capricorn - nicht auf eine Fortsetzung einigen konnte.

Harry Belafonte bekommt Ehren-Oscar für sein humanitäres Engagement

Sänger tritt in die Fußstapfen von Angelina Jolie

US-Sänger Harry Belafonte bekommt für sein humanitäres Engagement einen Ehren-Oscar. Der Jean Hersholt Humanitarian Award, der gleichwertig zu einem klassischen Oscar ist, werde dem 87-Jährigen wegen seines Einsatzes gegen Rassismus und Diskriminierung verliehen, teilte am Donnerstag die US-Filmakademie mit. Belafonte tritt damit in die Fußstapfen von Hollywood-Star Angelina Jolie. Die US-Schauspielerin hatte den Preis im vergangenen Jahr für ihren Einsatz als Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erhalten. Weitere Ehren-Oscars erhalten der japanische Regisseur Hayao Miyazaki, der französische Drehbuchautor Jean-Claude Carrière und die irische Schauspielerin Maureen O'Hara. Sie alle werden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. "Wir sind unendlich glücklich, diese außergewöhnlichen Mitglieder unser weltweiten Filmemacher-Gemeinschaft ehren zu können", erklärte die Filmakademie. Die Preise sollen Anfang November bei einer Zeremonie in Hollywood verliehen werden.

Touristenmassen schaden Tempel in Kambodscha

Besucherströme am Angkor Wat Tempel sollen reguliert werden

Ein Meer aus Sonnenhüten und Schirmen verdeckt den historischen steinernen Eingang zum Angkor Wat-Tempel in Kambodscha. Zahllose Touristen strömen dem Tor entgegen. Die Anlage war das Zentrum der Khmer, deren Reich vom 9. bis 15. Jahrhundert bestand. Auf ihrem Weg zum Eingang bleiben die Besucher alle paar Meter stehen und machen mit ihren Smartphones Fotos und Selfies. Mit seinen Wänden voller Ornamente zählt der Tempel zu den kostbarsten Sehenswürdigkeiten der Welt. "Wir müssen die negativen Auswirkungen begrenzen", betont eine Sprecherin der Verwaltung. Die Regierung hat dafür bereits Regeln aufgestellt: Zum Beispiel dürfen nur noch 100 Besucher gleichzeitig die Treppen zum Hauptturm des Angkor Wat-Tempels hinaufsteigen. Es gebe jetzt außerdem Wachmänner wegen der Graffiti, erklärt sie. Eine weitere Idee ist es, die Touristenbusse nicht mehr in den Park zu lassen. Stattdessen sollten die Besucher laufen.

Heino wird Juror bei "Deutschland sucht den Superstar"

Dieter Bohlen und Heino bilden Jury der zwölften Staffel

Volksmusiksänger Heino wird neuer Juror bei der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" ("DSDS"). Der 75-Jährige werde in der zwölften Staffel den Platz neben Dieter Bohlen am Jurypult einnehmen, teilte der Kölner Privatsender RTL heute mit. Heino freut sich auf die neue Aufgabe: "Jungen Musikern auf ihrem Weg ins Musikbusiness zu helfen, ist etwas sehr Schönes und ich hoffe, ihnen viel von meiner Erfahrung mit auf den Weg geben zu können", sagte er laut Mitteilung. Heino sei immer aufgeschlossen für Neues, begründete RTL die Entscheidung. Der gebürtige Düsseldorfer habe sich immer den aktuellen musikalischen Trends angepasst und sei so zur generationsübergreifenden Kultfigur geworden.

Zwei Deutsche im Finale der Luftgitarren-Weltmeisterschaft

Wettbewerb findet zum 19. Mal in Finnland statt

Daniel Oldemeier aus Paderborn hat sich für das Finale der Weltmeisterschaften im Luftgitarrespielen qualifiziert. Damit kämpfen am Freitagabend in der finnischen Stadt Oulu zwei Deutsche um den begehrten Titel. Als deutsche Meisterin war Sabrina Schramm aus München die Teilnahme in der Endrunde schon vorher sicher. Oldemeier ergatterte am Donnerstagabend noch einen Startplatz. Insgesamt standen 16 Luftgitarristen aus neun Ländern im Finale. Sie mussten ein einminütiges Rock- oder Metallstück auf ihrer imaginären Gitarre spielen. Der ungewöhnliche Wettbewerb findet zum 19. Mal in Oulu statt und lockt jedes Jahr bis zu 7000 Menschen in die Stadt.

Kirchenprojekt zu Zehn Geboten vergibt Filmpreise

Gewinner arbeiteten zum dritten Gebot "Du sollst den Feiertag heiligen"

Das ökumenische Berliner Kulturprojekt zu den biblischen Zehn Geboten vergibt am Sonntag zum dritten Mal Filmpreise. Der mit 2.000 Euro dotierte erste Preis geht an den Münchner Regisseur und Kameramann Thomas Riedelsheimer, wie die Guardini-Stiftung und die Stiftung Sankt Matthäus heute ankündigten. Zum Thema haben die Gewinnerbeiträge das dritte Gebot "Du sollst den Feiertag heiligen". Die Preisträger stellen die Bedeutung von Muße und Stille, unter anderem in einem Zisterzienserinnenkloster, dar.
Das vor zwei Jahren gestartete Kulturprojekt steht unter dem Titel "Dekalog heute". Es soll die Auseinandersetzung mit den Zehn Geboten und mit deren Stellenwert für die heutige Gesellschaft anregen.

Kulturnachrichten hören

August 2014
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur