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Kulturnachrichten

Dienstag, 19. August 2014

Simin Behbahani: Iranische Schriftstellerin mit 87 Jahren gestorben

Die Lyrikerin und Menschenrechtlerin gehörte zu den populärsten Autorinnen ihres Landes. Vor fünf Jahren wurde ihr verboten, den Iran zu verlassen.

Bereits im Alter von 14 Jahren hatte Simin Behbahani ihre ersten Gedichte geschrieben und dabei poetische Traditionen gebrochen. In den zahlreichen Lyrikbänden, die sie über die Jahrzehnte veröffentlichte, ging es immer wieder um alltägliche Themen. Besonders stark machte sie sich für die Rechte der Frauen. Die "Löwin des Iran" engagierte sich an der Seite von Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi und erhielt 2006 den französischen Simone-de-Beauvoir-Preis.
Nach den Präsidentschaftswahlen 2009 unterstützte sie die Opposition mit ihren Gedichten. "Du magst dir wünschen, mich zu verbrennen oder entscheiden, mich zu steinigen" schrieb sie. "Aber in deiner Hand wird das Streichholz oder der Stein die Macht verlieren, mir etwas anzuhaben."

Kulturstaatsministerin: Länder gefährden Kunsthandelsstandort Deutschland

Monika Grütters (CDU) wirft den Bundesländern vor, die Umsetzung der neuen Steuerregeln für den Kunsthandel zu verweigern.

"Dahinter steckt ein offensichtliches Nichtwissen der Verantwortlichen über die Situation und die Bedürfnisse des hiesigen Kunstmarktes", kritisierte sie im Kunstmagazin «Art». Die Finanzminister der Länder verweigerten sich einem einstimmigen Bundesratsbeschluss und intervenierten auf EU-Ebene, so Grütters. "Ein solcher Schuss kann auch nach hinten losgehen."

Der Steuersatz für den Kunsthandel liegt in der Europäischen Union inzwischen bei einheitlichen 19 Prozent. Weil in Deutschland nur 7 Prozent erhoben worden waren, hat man sich darauf geeinigt, lediglich 30 Prozent des Kaufpreises mit dem vollen Steuersatz zu belegen.

DJV zu Festnahmen deutscher Journalisten: USA keine Bananenrepublik

Das erklärte der DJV-Sprecher Hendrik Zörner.

Er reagierte damit auf die vorübergehende Festnahme von zwei deutschen Journalisten in der US-Kleinstadt, in der vor mehr als einer Woche der Jugendliche Michael Brown durch sechs Schüsse getötet worden war.
Es sehe danach aus, dass "die Sicherheitskräfte das freie Feld haben wollen und Berichterstatter stören", sagte Zörner im Deutschlandradio Kultur. Erklären könne er sich diese Übergriffe nicht. Vor allem vor dem Hintergrund, "dass wir es hier mit den USA zu tun haben und nicht mit einer Bananenrepublik". Die Presse- und Meinungsfreiheit habe in der amerikanischen Verfassung einen so hohen Stellenwert wie in nur wenigen Verfassungen anderer Länder.
Ansgar Graw, der für die "Welt"-Gruppe schreibt, und sein für deutsche Regionalzeitungen arbeitender Kollege Frank Herrmann, waren am Montagnachmittag drei Stunden lang von der Polizei festgehalten worden. Die Straße sei menschenleer gewesen als sie aufgefordert wurden, nicht stehenzubleiben, so Graw und Herrmann. Sie seien dieser Anordnung unverzüglich nachgekommen. Man sei von den Beamten "rüde angeschnauzt" und gefesselt ins Gewahrsam transportiert worden.
Die Deutschen sind nach DJV-Angaben nicht die einzigen Journalisten, die in Ferguson von Repressionen betroffen sind. So habe es auch Übergriffe auf Reporter der Fotoagentur Getty Images und ein US-Kamerateam gegeben. In der vergangenen Woche seien Reporter der "Washington Post" und der "Huffington Post" vorübergehend festgenommen worden.

Hanser goes digital: Verlagschef will im Oktober Details präsentieren

"Das Digitalgeschäft ist etwas, das wir angehen wollen", sagte Jo Lendle der Deutschen Presseagentur.

Zur Frankfurter Buchmesse im Oktober will der 46jährige das neue Angebot präsentieren. Bereits vergangene Woche hatte Lendle in der FAZ erste Details genannt: Jede Woche ein neuer Text, allerdings nicht so umfänglich und auch deshalb preiswerter als ein gedrucktes Buch. "Wir rechnen mit nichts, aber wir wollen etwas Neues ausprobieren, Ideen schneller umsetzen."
Ähnlich gedacht hatte bereits Elisabeth Ruge, die den Hanser-Verlag Ende 2013 verlassen hatte - wenige Monate bevor der langjährige Verlagschef Michael Krüger Lendle zu seinem Nachfolger machte. Krüger, so die dpa, war der vielleicht letzte Verlagschef in Deutschland, der nicht wusste, wie man E-Books bedient.

Neue Gerd-Ruge-Stipendien vergeben: Fast 100.000 Euro für sieben junge Filmemacher

Die Stipendien sollen helfen, innerhalb von eineinhalb Jahren Ideen kinoreif zu machen.

Ausprobieren können sich in diesem Jahr:
*Christian Bäucker, der seine eigene Familiengeschichte in der DDR als Folie nutzt, um zu schildern, wie schwer es Kinder der Wende haben, sich in der Welt zurechtzufinden.

*Dana Linkiewicz sucht in "Compassio Christi" nach Erklärungen für das Phänomen der Stigmata.

*Lisa Violetta Gaß. Sie porträtiert einen vietnamesischen Flüchtling.

*Susanna Salonen will über die Strukturen der europäischen Union berichten.

*Helen Simon geht in Bulgarien dem Geschäft von Kinderhändlern nach.

Till Schauder bewegt sich in "Wenn Gott schläft" auf den Spuren des Musikers Shahin Najafi, gegen den die Fatwa ausgesprochen wurde.

Pawel Siczek: Mit Hilfe von Animationen soll unter dem Titel "Weiße Angst" von Menschen erzählt werden, die in Weißrussland für Demokratie und Freiheit ihr Leben riskieren.

Der heute 86 Jahre alte Gerd Ruge vergibt die Stipendien seit 2002. Der Journalist gehörte auch jetzt wieder zu den Juroren, teilte die Filmstiftung NRW mit.

NS-Raubkunst: "Zwei Reiter am Strand" aus der Sammlung Gurlitt

Neue Erkenntnisse der Taskforce "Schwabinger Kunstfund"

Das Werk von Max Liebermann aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt ist nach Einschätzung der Expertengruppe während der NS-Zeit unrechtmäßig veräußert worden.
Dies hätten umfangreiche Recherchen in Archiven des In- und Auslands "mit höchster Wahrscheinlichkeit" ergeben. "Die Untersuchung auch dieses Bildes zeigte, gerade angesichts konkurrierender Ansprüche, wie komplex die Fragestellungen der
Provenienzforschung sind und wie aufwändig sich die Recherche gestaltet", betonte Taskforce-Leiterin Ingeborg Berggreen-Merkel.

"Es liegt nun an den Erbberechtigten, über das weitere Vorgehen zu entscheiden", sagte Berggreen-Merkel. Ein New Yorker Anwalt hatte Ansprüche auf das Bild geltend gemacht. Vor gut zwei Monaten war bereits Henri Matisses "Sitzende Frau" als NS-Raubkunst eingestuft worden.

NS-Raubgut: Staatsbibliothek gibt Bücher an jüdische Nachfahren zurück

Die in der Abteilung für Historische Drucke entdeckten Werke stammten aus dem Besitz eines Berliner Apothekers

Die Berliner Staatsbibliothek hat drei Bücher aus dem ehemaligen Eigentum des jüdischen Apothekers Leopold Scheyer an dessen Nachkommen zurückgegeben. Um Deutschland 1939 verlassen zu können, hatte Scheyer seinen Hausrat und seine Privatbibliothek unter Wert veräußert. Er emigrierte den Angaben zufolge in die Niederlande, wo er sich angesichts der drohenden Deportation am 9. März 1943 das Leben nahm. Die Staatsbibliothek übergab jetzt die drei Bücher an Scheyers in London lebende Enkelin Edith Rosenberger. Wie die nun restituierten Exemplare in die Staatsbibliothek gelangt sind, ist ungewiss. Entdeckt wurden die Bücher im Rahmen der systematischen Überprüfung einschlägiger Verdachtsfälle.

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Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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