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Kulturnachrichten

Sonntag, 17. August 2014

Salman Rushdie nimmt dänischen Andersen-Preis entgegen

Polizei begleitet die Preisverleihung

Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen hat der britisch-indische Autor Salman Rushdie am Sonntag im dänischen Odense den Hans-Christian-Andersen-Preis entgegengenommen. Dänemarks Kronprinzessin Mary überreichte den wichtigsten Literaturpreis des Landes, der mit 500 000 dänischen Kronen (rund 67 000 Euro) dotiert ist. Rushdie sei ein unvergleichlicher Schriftsteller, der die Weltliteratur bereichert habe, hatte die Jury ihre Wahl begründet. Der 67-jährige Autor meidet das Rampenlicht, seit er wegen seines als islamkritisch betrachteten Buchs "Die satanischen Verse" vor 25 Jahren mit dem Tode bedroht wurde.
Der Andersen-Preis wird alle zwei Jahre in Erinnerung an den dänischen Märchenerzähler vergeben. Zuletzt hatte ihn 2012 die chilenische Schriftstellerin Isabel Allende bekommen. Auch Joanne K.Rowling ("Harry Potter") und Paulo Coelho sind frühere Preisträger.

Historiker Wolfgang Leonhard gestorben

Vom leidenschaftlichen Kommunisten zum Sowjetkritiker

Wolfgang Leonhards Leben war so aufregend wie die deutsche Geschichte, an der er beteiligt war. Einst war ihm eine kommunistische Spitzenkarriere vorgezeichnet, als er als treuer Genosse ein sozialistisches Deutschland aufbauen sollte. 1948 wandte er sich vom Stalinismus ab und wurde zu einem der kenntnisreichsten Kritiker des real existierenden Sozialismus. Als Sowjet- und DDR-Experte war er publizistisch stets aktiv - und mit der eigenen Lebensgeschichte "Die Revolution entlässt ihre Kinder" (1955) auch Bestsellerautor. Am Sonntag ist Leonhard im Alter von 93 Jahren in einem Krankenhaus in Daun in der Eifel gestorben.
Leonhard galt als letzter Zeitzeuge aus dem innersten kommunistischen Führungskreis, der die spätere Gründung der DDR vorbereitet hatte. "Es ist nicht dasselbe, ob man von politischen Gegnern, die man bekämpft, oder von seinen eigenen Leuten umgebracht wird", formulierte er einst bitter. Die deutschen Kommunisten seien "die einzige politische Bewegung, in der ungefähr gleich viele Menschen von den Nazis und von den Stalin-Leuten in der Sowjetunion umgebracht wurden".

Schriftsteller-Protest gegen Amazon weitet sich aus

Die Hamburger Autorenvereinigung (HAV) unterstützt den Schriftsteller-Protest

Einen offenen Brief unterzeichneten bis Sonntagvormittag rund 1100 Autorinnen und Autoren, wie die Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland auf ihrer Webseite mitteilte. Darunter sind weitere prominente Namen wie Amelie Fried, Franziska Sperr, Christoph Hein, Doris Dörrie, Gaby Hauptmann, Jan Brandt und Ilija Trojanow. In dem Brief werfen die Autoren dem Unternehmen vor, gezielt Empfehlungslisten zu manipulieren und Bücher bestimmter Verlage verlangsamt auszuliefern, um höhere Rabatte durchzusetzen. Die Autoren würden im Konflikt mit Verlagen in "Beugehaft" genommen. Zuvor hatten auch schon in den USA mehr als 900 Autoren, darunter Stephen King und John Grisham, mit einem offenen Brief gegen Amazon protestiert. Dabei ging es um den seit Monaten schwelenden Streit mit dem US-Verlag Hachette.
Die Hamburger Autorenvereinigung (HAV) unterstützt den Schriftsteller-Protest gegen die Methoden des Onlinehändlers Amazon. Der HAV-Vorsitzende Gino Leineweber prangerte am Sonntag in einer Mitteilung das aus seiner Sicht "unseriöse Geschäftsgebaren" von Amazon an. "Wir haben die einst kleine Firma unterstützt und ihr zu großem Gewinn und Ausbau verholfen und nun kehrt sie sich gegen uns", sagte Leineweber, der auch Präsident der Schriftsteller- und Übersetzervereinigung Three Seas Writer an Translater Council (TSWTC) ist. "Amazon soll sich nicht täuschen, der Protest wächst gewaltig."

Young Euro Classic mit mehr als 23 000 Besuchern

Usbekische Künstlern gewinnt Komponistenpreis

Mit der Verleihung des Europäischen Komponistenpreises an die usbekische Künstlerin Aziza Sadikova ist am Sonntag in Berlin das Musikfestival Young Euro Classic zu Ende gegangen. Sadikova erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) für ihr Werk "Brief Scherben", eine von sechs Uraufführungen und vier Deutschen Erstaufführungen im diesjährigen Wettbewerb. Die Auszeichnung überreichte die Europabeauftragte des Landes Berlin, Hella Dunger-Löper (SPD), wie die Veranstalter mitteilten.
Insgesamt wurden bei Young Euro Classic mehr als 23.500 Zuhörer an 15 Tagen gezählt. Eingeladen waren Jugendorchester und junge Musikstars aus Europa, Afrika und Asien. Insgesamt nahmen mehr als 1.000 junge Musiker teil.

Rund 7500 Besucher bei "Nacht der Kirchen" in Halle

Veranstalter hochzufrieden mit Besucherzahl

Trotz wechselhaften Wetters ist die "Nacht der Kirchen" in Halle mit Musik, Lesungen und Führungen laut Veranstaltern gut besucht worden. Die erwartete Zahl von 7500 Besuchern sei - wenn überhaupt - nur geringfügig unterschritten worden, teilte der Evangelische Kirchenkreis Halle-Saalkreis am Sonntag mit.
Bereits zum 14. Mal hatten 50 Gotteshäuser in Halle und umliegenden Gemeinden ihre Türen für Besucher geöffnet. Besonders reges Interesse hätten die Menschen am Kirchsaal des Gefängnisses "Roter Ochse" gezeigt, hieß es. Auch die Lesungen originaler Kriegspredigten anlässlich des 100. Jahrestages des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges in der Johanneskirche waren den Angaben zufolge gut besucht.

Knapp 30 000 Menschen bei Schlössernacht in Sanssouci

126 Stunden Spielzeit im Potsdamer Park Sanssouci

Die 16. Potsdamer Schlössernacht hat laut Veranstalter knapp 30 000 Menschen in den Park Sanssouci gelockt. Damit war das romantische Spektakel am Samstagabend mit Musik, Lesungen und barocken Aufführungen nicht ganz ausverkauft, sagte ein Sprecher. Die Kapazitätsgrenze für die Veranstaltung im illuminierten Welterbepark liegt bei 33 000. Die Darbietungen der rund 400 Künstle wurden teils beeinträchtigt von Regen. Die Veranstalter zeigten sich jedoch zufrieden. Das Auftaktkonzert am Freitagabend war lange zuvor ausverkauft.

Uraufführung von Open-Air Musical "Romeo & Julia" in Kiel

Shakespeare und Rosenstolz an der Kieler Förde

Die Uraufführung von Shakespeares «Romeo & Julia» als Musical in Kiel ist mit viel Applaus aufgenommen worden. Dabei feierten die 560 Zuschauer des Open-Air-Events am Samstagabend direkt an der Förde nicht nur Inszenierung (Daniel Karasek) und Darsteller (Maxine Kazis als Julia und Johannes Merz als Romeo), sondern auch die Musik von Rosenstolz. Das Erfolgsteam schrieb die 15 anrührenden und mitreißenden Disco-Pop-Songs für die wohl bekannteste Liebestragödie der Welt.

Locarno: Goldener Leopard geht an philippinischen Regisseur

Historiendrama gewinnt Hauptpreis des 67. Internationalen Filmfestivals Locarno

Ausgezeichnet wird Regisseur Lav Diaz für sein fünfeinhalb Stunden dauerndes Drama "From what is before" ("Von dem, was war"), wie das Festival am Samstag mitteilte. In dem Film geht es um die gravierenden Auswirkungen der Diktatur von Ferdinand Marcos auf den Philippinen in den 1970er Jahren. Die fünfköpfige Jury, der auch der deutsche Regisseur Thomas Arslan angehört, folgte damit den Erwartungen eines Großteils von Publikum und Kritikern. Im Wettbewerb liefen 17 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt.

Peter Scholl-Latour ist tot

Journalist Peter Scholl-Latour im Alter von 90 Jahren gestorben

Es gab wohl kaum eine Talkshow-Couch, auf der er nicht saß und der Bundesrepublik die Welt erklärte: Peter Scholl-Latour prägte das Bild der Deutschen von der Weltpolitik. Als Fernsehreporter war er eines der populärsten TV-Gesichter, als Sachbuchautor brachte er es mit Büchern wie "Der Tod im Reisfeld" auf Millionenauflagen. Im Alter von 90 Jahren ist Scholl-Latour am Samstag in Rhöndorf am Rhein gestorben.
Unermüdlich bereiste Scholl-Latour bis ins hohe Alter die Welt. Er war überall und kannte sie alle - vom Ajatollah Khomeini bis zum Vietcong-General Vo Ngyuen Giap. Stempel von 200 Staaten, von denen mancher schon lange untergangen ist, hatte er in seinen Pässen. Noch kurz nach seinem 90. Geburtstag am 9. März plante er die nächste Reise in den Tschad. "Ich muss wieder raus", sagte er damals.
Viele seiner mehr als 30 Bücher erzählen von Kriegen. Schon die Titel lassen wenig Gutes ahnen. Ob "Der Wahn vom Himmlischen Frieden" über China, "Allah, Blut und Öl" oder "Afrikanische Totenklage", "Welt aus den Fugen" - Scholl-Latours Welt war geprägt von Mord und Totschlag, Machtkämpfen und Verschwörungen. Damit landete er fast immer Bestseller.

Generationswechsel an der Kammeroper Rheinsberg

Siegfried Matthus übergibt künstlerische Leitung an Sohn Frank

Nach 24 Jahren an der Spitze der Kammeroper Rheinsberg hat Komponist Siegfried Matthus die künstlerische Leitung an seinen Sohn Frank übergeben. Im Anschluss an die letzte Aufführung der Spielzeit 2014, Mozarts «Zauberflöte» hat der 80-jährige Matthus am Samstagabend die Schlüssel der Kammeroper seinem 30 Jahre jüngeren Sohn überreicht. Der Regisseur und Schauspieler hat einen Drei-Jahresvertrag und will neue Akzente setzen. Sein Programm will er im Oktober vorstellen.
Der 1934 geborene Siegfried Matthus war Meisterschüler von Hanns Eisler. Er gründete nach der Wende 1990 die Kammeroper und inszenierte 24 Jahre lang in den Sommermonaten Opern-Premieren. Dabei setzte er auf junge Musiker und erfahrene Opernmacher.

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