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Kulturnachrichten

Freitag, 15. August 2014

Offener Protestbrief an Amazon von deutschsprachigen Schriftstellern heute veröffentlicht

Der Wortlaut ist seit Freitag mittag unter www.fairer-buchmarkt.de zu lesen

Ursprünglich sollte der offene Brief deutschsprachiger Autoren an Bezos nächste Woche veröffentlicht werden. Die Verfasser kritisieren die Geschäftspraktiken von Amazon und werfen dem Unternehmen vor, Autoren und ihre Bücher als Druckmittel für mehr Rabatte zu nutzen. Zu den 555 Unterzeichnern Autoren wie Ingrid Noll, Günter Wallraff, Elfriede Jelinek, Nele Neuhaus, Sten Nadolny und "Tatort"-Drehbuchautor Fred Breinersdorfer. "Wir müssen die Leser aufklären, dass die Manipulation der Empfehlungslisten und die verzögerte Auslieferung von Büchern, deren Verlage sich gegen Amazon wehren, zum Alltag bei Amazon gehören", sagte Regula Venske, Generalsekretärin des PEN-Zentrums Deutschland.

"Tänzer des Jahres" aus Wuppertal - Ballett am Rhein beste Kompanie

Paul White vom Tanztheater Wuppertal und Ballerina Natalia Osipova sind die "Tänzer des Jahres"

Erneuter Erfolg für Martin Schläpfer und sein Ballett am Rhein. Das Ensemble wird als "Kompanie des Jahres" ausgezeichnet. Es gewann den Preis bei der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift "tanz" wie bereits im Vorjahr. "Einmal mehr steht Martin Schläpfers Ensemble auf dem Siegertreppchen", heißt es im "tanz"-Jahrbuch 2014 über die Sieger-Kompanie. "Weil es keinen altbackenen Corps-Geist pflegt, sondern sich aus erlesenen Körperinstrumenten zusammensetzt - die wunderbar klingen, einzeln wie kollektiv." Der zum "Tänzer des Jahres" gekürte 31-jährige Paul White habe das Publikum im Sturm erobert. "Weil der Novize des Wuppertaler Tanztheaters genau das in den Kreislauf der Kompanie einspeist, was dringend gebraucht wird: frisches Blut und jede Menge Energie." Die "Tänzerin des Jahres", Natalia Osipova, würdigten die Macher von "tanz" als weltweit erfolgreiche Erste Solistin des Royal Ballet London und des American Ballet Theatre. Sie gilt als eine der herausragenden Ballerinas ihrer Generation. Die in Berlin lebende, amerikanische Choreografin Meg Stuart wählten die 41 europäischen Tanzkritiker zur "Choreografin des Jahres". Stuart lasse "aus einzelnen Ideen in physischen Versuchsanordnungen und Improvisationen, beeinflusst von Büchern, Gesprächen, anderen Künstlern, nach und nach eine eigene performative Welt entstehen." Die "Tanz-Produktion des Jahres" heißt "tauberbach" und stammt von dem belgischen Choreografen Alain Platel, der auf den "Abfallbergen der brasilianischen Zivilisation mit einer Ästhetik der Selbstbehauptung überzeugt", so die Kritikerin Eva-Elisabeth Fischer.

Hildesheimer Dom wird feierlich wiedereröffnet

Mit Festgottesdienst wird sanierter Mariendom nach viereinhalbjähriger Bauzeit am Abend wiedereröffnet

Am Pontifikalamt mit Bischof Norbert Trelle wird auch der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, teilnehmen und eine Grußbotschaft von Papst Franziskus überbringen. Ihr Kommen angekündigt haben zudem die emeritierten Erzbischöfe Robert Zollitsch aus Freiburg und Kardinal Joachim Meisner aus Köln sowie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und sein Amtsvorgänger, der frühere Bundespräsident Christian Wulff. Der Gottesdienst wird live im Internet übertragen. Der zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Dom war Anfang 2010 für umfangreiche Sanierungsarbeiten geschlossen worden. Die Wiedereröffnung wird eine ganze Woche gefeiert mit Gottesdiensten, Führungen und Treffen für verschiedene Gruppen, darunter die Spender und Sponsoren sowie die Bauarbeiter und Bauplaner. Die Festwoche ist zugleich Auftakt zu den 1.200-Jahr-Feierlichkeiten von Bistum und Stadt Hildesheim, die bis Ende 2015 dauern.

Großteil der geschädigten Bücher in der Anna-Amalia-Bibliothek wieder nutzbar

Restaurierung und Wiederbeschaffung kosteten bisher knapp 40 Millionen Euro

Zehn Jahre nach der Brandkatastrophe in der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek steht der größte Teil der 118.000 verbrannten oder beschädigten Bücher wieder für die Benutzung zur Verfügung. Restaurierung und Wiederbeschaffung in den vergangenen Jahren seien "eine gewaltige Aufbauleistung und Erfolgsgeschichte", sagte Kultusminister Christoph Matschie (SPD). Mehr als die Hälfte davon wurde den Angaben zufolge aus öffentlichen Mitteln aufgebracht. An den Spenden von über elf Millionen Euro beteiligten sich mehr als 22.000 Privatpersonen sowie Unternehmen und Institutionen. Die Gesamtkosten für die Sanierung der 2007 wieder eröffneten historischen Bibliothek wurden mit 14 Millionen Euro angegeben. Stiftungspräsident Hellmut Seemann betonte, der Großbrand und seine Folgen hätten das Bewusstsein für die öffentliche Verantwortung gegenüber wertvollem Kulturgut gestärkt. Der Gesamtschaden werde auf 67 Millionen Euro geschätzt. Die Durchsicht der Aschebücher könne voraussichtlich bis 2016 abgeschlossen werden. Mit dem stark verkohlten Erstdruck einer Schrift von Nikolaus Kopernikus aus dem Jahr 1543 präsentierte Bibliotheksdirektor Michael Knoche eines der wertvollsten Bücher der Bibliothek, das seit dem Brand als verschollen galt und nunmehr bei der routinemäßigen Sichtung der Aschebücher entdeckt wurde. Die Schrift "De Revolutionibus Orbium coelesticum, Libri VI" ist das Hauptwerk des Astronomen, der darin sein neues Weltbild mit der Sonne als Mittelpunkt entwickelt.

Hunderte Warhol-Filme werden nach Jahrzehnten wieder publiziert

Mehr als 500 Filme sollen in den nächsten Jahren digital aufbereitet und veröffentlicht werden - viele zum ersten Mal

Berühmt wurde er für seine Bilder, aber Andy Warhol hat auch Hunderte Filme gemacht. Das Warhol-Museum in Pittsburgh und das New Yorker Museum of Modern Art kündigten am Donnerstag ein großangelegtes Digitalisierungsprojekt an.
Viele der Filme seien nie zu sehen gewesen, manche zuletzt vor mehr als 40 Jahren, hieß es von den Museen. Sie waren zwischen 1963 und 1972 entstanden, einige sind nur ein paar Minuten lang. Andere gehen über Stunden: "Sleep" (1963), einer von Warhols Filmen mit seiner ersten Kamera, ist fast fünfeinhalb Stunden lang - und zeigt nichts als einen schlafenden Mann. Sein größter Erfolg war der Episodenfilm "The Chelsea Girls".

Alexander Schubert neuer Museumschef in Speyer

Schubert folgt auf Eckart Köhne, der vor wenigen Tagen die Leitung des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe übernommen hat

Alexander Schubert (45) ist am Donnerstagabend offiziell in sein neues Amt als Direktor des Speyerer Historischen Museums der Pfalz eingeführt worden. Schubert studierte in Bayreuth und Bamberg Geschichte, Germanistik, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaften. 2001 erhielt er den Doktortitel für eine Arbeit zum ersten süddeutschen Städtekrieg. Seit 2002 war er bei den Museen der Stadt Bamberg, bevor er nach Magdeburg und 2007 zu den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim wechselte. Die Wahl durch Stiftungsvorstand und Stiftungsrat erfolgte einstimmig.

Mexikanische Schauspielerin Columba Domínguez mit 85 Jahren gestorben

Sie galt als große Diva des "Goldenen Zeitalters" des mexikanischen Films bis Ende der 1960er Jahre

Die mexikanische Schauspielerin Columba Domínguez ist tot. Der frühere Star des mexikanischen Kinos starb in der Nacht zum Donnerstag in einem Krankenhaus in Mexiko-Stadt, teilte die Filmakademie mit. Sie war bei über 60 Filmproduktionen auf der Leinwand zu sehen und wurde als hübsche Muse des Filmemachers Emilio Fernández bekannt. 1955 arbeitete sie mit dem spanischen Regisseur Luis Buñuel in dessen Film "El río y la muerte" (Der Fluss und der Tod) zusammen.

"Die drei ???" feiern fünfzigsten Geburtstag: In Deutschland sehr erfolgreich

Im Geburtsland USA gibt es die Serie aber schon seit 25 Jahren nicht mehr

Der Journalist Robert Arthur erfand 1964 die Jugendkrimireihe, die im deutschsprachigen Raum die älteste und erfolgreichste Jugendkrimireihe ist. Die Abenteuer in der fiktiven kalifornischen Küstenstadt Rocky Beach brauchen keinen Mord. Lektorin Anja Herre sagte: "Das ist uns ganz wichtig. Da halten wir dran fest." Eltern könnten sich stets auf den "sicheren Grusel" verlassen, dass jeder noch so knifflige Fall mit Köpfchen und Kombinationsgabe gelöst wird, und dass am Ende alles immer gut wird. In den USA scheiterte der Versuch die Reihe dem Zeitgeschmack anzupassen. "Man fürchtete wohl, das Ganze sei zu behäbig", sagt Herre. Anfang der 90er Jahre wurde die Reihe dort eingestellt. Anders auf dem deutschen Markt. 1968 erschien hier der übersetzte erste Band "Die drei ??? und das Geisterschloss". Der Erfinder der Reihe schrieb übrigens selbst nur zehn Bände. Von einem Phänomen spricht Doris Breitmoser, die Geschäftsführerin des Arbeitskreises für Jugendliteratur (AKJ). Zum einen gebe es die Faszination von Reihen allgemein, mit bekannten Helden und vertrauter Umgebung. Zum anderen seien die Charaktere klar und verkörperten ein Freundschaftsbild, das abhanden zu kommen scheint. Extrem wichtig sei aber natürlich die Spannung. Ein Rezept für den Erfolg lasse sich daraus aber nicht entwickeln. Das zeige sich auch daran, dass ähnliche Reihen niemals diesen Kultstatus erreicht haben.

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