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Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. August 2014

Deutschsprachige Schriftsteller protestieren gegen Amazon

Protestbrief an Amazon-Chef Jeff Bezos soll nächste Woche veröffentlicht werden

Zuvor hatten in den USA mehr als 900 Autoren, darunter Stephen King und John Grisham, mit einem offenen Brief gegen Amazon protestiert. Nun üben auch deutschsprachige Autoren scharfe Kritik an den Geschäftsmethoden des Onlinehändlers. Sie werfen Amazon vor, Autoren und ihre Bücher als Druckmittel für mehr Rabatte zu nutzen. Laut der Zeitung "Handelsblatt", der der Brief vorliegt, gehören zu den über 100 Unterzeichnern Autoren wie Ingrid Noll, Günter Wallraff, Elfriede Jelinek, Nele Neuhaus und "Tatort"-Drehbuchautor Fred Breinersdorfer. "Wir müssen die Leser aufklären, dass die Manipulation der Empfehlungslisten und die verzögerte Auslieferung von Büchern, deren Verlage sich gegen Amazon wehren, zum Alltag bei Amazon gehören", sagte Regula Venske, Generalsekretärin des PEN-Zentrums Deutschland, der Zeitung.

Mexikanische Schauspielerin Columba Domínguez mit 85 Jahren gestorben

Sie galt als große Diva des "Goldenen Zeitalters" des mexikanischen Films bis Ende der 1960er Jahre

Die mexikanische Schauspielerin Columba Domínguez ist tot. Der frühere Star des mexikanischen Kinos starb in der Nacht zum Donnerstag in einem Krankenhaus in Mexiko-Stadt, teilte die Filmakademie mit. Sie war bei über 60 Filmproduktionen auf der Leinwand zu sehen und wurde als hübsche Muse des Filmemachers Emilio Fernández bekannt. 1955 arbeitete sie mit dem spanischen Regisseur Luis Buñuel in dessen Film "El río y la muerte" (Der Fluss und der Tod) zusammen.

Preis für Pressefreiheit für US-Enthüllungsjournalist

James Risen droht wegen Schutzes seiner Quellen Gefängnis

Die Gewerkschaft der US-Zeitungsjournalisten hat den "New York Times"-Reporter James Risen ausgezeichnet, weil er sich seit Jahren, trotz drohender Gefängnisstrafe, weigert eine Quelle zu offenbaren. Risen erhalte den Herbert Block-Preis für Pressefreiheit für die Verteidigung der Grundlagen einer freien Presse, erklärte die Newspaper Guild am Mittwoch. Verliehen wird der Preis im Oktober. Risen muss sich seit Jahren wegen Geheimdienstverrats vor einem Strafgericht verantworten, weil er sich weigert, einen Informanten für sein 2006 erschienenes Buch "Kriegszustand" über die Zusammenarbeit der Regierung von Ex-Präsident George W. Bush mit dem Geheimdienst CIA zu nennen. Risen habe nur seine Arbeit gemacht, erklärte der Vorsitzende der Newspaper Guild, Bernie Lunzer. "Er grub nach Informationen, suchte nach Quellen und gewann ihr Vertrauen und enthüllte schließlich einige der schlimmen Wahrheiten hinter dem Antiterror-Krieg". Er habe die US-Bürger über Entwicklungen aufgeklärt, die Washington verschwiegen habe, ohne dabei die nationale Sicherheit zu gefährden.

Max Horkheimer-Nachlass ab Mittwoch online

Archivzentrum der Frankfurter Universitätsbibliothek schaltet dann rund 250.000 Seiten frei

Ab nächsten Mittwoch steht der Nachlass des Sozialphilosophen Max Horkheimer jedem online zur Verfügung. Gelesen werden können dann auch teilweise unveröffentlichte Briefe, etwa die Korrespondenz mit Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Jürgen Habermas und Siegfried Kracauer. Die Digitalisierung des Nachlasses war laut Universität aus konservatorischen Gründen nötig. Horkheimer war ein führender Kopf der Frankfurter Schule. Er leitete als Direktor das Institut für Sozialforschung. Nach seiner Rückkehr aus dem US-amerikanischen Exil war der Wissenschaftler von 1951 bis 1953 auch Rektor der Universität.

"Die drei ???" feiern fünfzigsten Geburtstag: In Deutschland sehr erfolgreich

Im Geburtsland USA gibt es die Serie aber schon seit 25 Jahren nicht mehr

Der Journalist Robert Arthur erfand 1964 die Jugendkrimireihe, die im deutschsprachigen Raum die älteste und erfolgreichste Jugendkrimireihe ist. Die Abenteuer in der fiktiven kalifornischen Küstenstadt Rocky Beach brauchen keinen Mord. Lektorin Anja Herre sagte: "Das ist uns ganz wichtig. Da halten wir dran fest." Eltern könnten sich stets auf den "sicheren Grusel" verlassen, dass jeder noch so knifflige Fall mit Köpfchen und Kombinationsgabe gelöst wird, und dass am Ende alles immer gut wird. In den USA scheiterte der Versuch die Reihe dem Zeitgeschmack anzupassen. "Man fürchtete wohl, das Ganze sei zu behäbig", sagt Herre. Anfang der 90er Jahre wurde die Reihe dort eingestellt. Anders auf dem deutschen Markt. 1968 erschien hier der übersetzte erste Band "Die drei ??? und das Geisterschloss". Der Erfinder der Reihe schrieb übrigens selbst nur zehn Bände. Von einem Phänomen spricht Doris Breitmoser, die Geschäftsführerin des Arbeitskreises für Jugendliteratur (AKJ). Zum einen gebe es die Faszination von Reihen allgemein, mit bekannten Helden und vertrauter Umgebung. Zum anderen seien die Charaktere klar und verkörperten ein Freundschaftsbild, das abhanden zu kommen scheint. Extrem wichtig sei aber natürlich die Spannung. Ein Rezept für den Erfolg lasse sich daraus aber nicht entwickeln. Das zeige sich auch daran, dass ähnliche Reihen niemals diesen Kultstatus erreicht haben.

Topographie des Terrors zeigt Ausstellung zu Thaddäus Troll

Berliner Ausstellung beschäftigt sich mit dessen NS-Vergangenheit

Walter Jens nannte ihn den „letzten großen Impressionisten deutscher Sprache. Eine Ausstellung in Berlin geht jetzt der bisher weitgehend unbekannten Vergangenheit von Thaddäus Troll (1914-1980) als NS-Kriegsreporter nach. "Er war kein großer Täter, aber er war ein Mitwisser, ein Mitläufer", sagte Kuratorin Claudia Steur. Troll gehörte unter seinem bürgerlichen Namen Hans Bayer von 1941 bis 1945 den Propagandakompanien der Wehrmacht an, er wurde Zeuge von Kriegs- und Gewaltverbrechen der Nazis, sagt Steur. Nach dem Krieg wurde er unter dem Künstlernamen Thaddäus Troll ein erfolgreicher Mundartdichter und Literat. Seine NS-Vergangenheit hielt er bis zu seinem Freitod 1980 geheim. "Thaddäus Troll hat sich nach dem Krieg neu erfunden", sagte der Beiratsvorsitzende Prof. Peter Steinbach. "Er hat sich immer angepasst, er hat es sich bequem gemacht." Troll selbst schrieb im Februar 1978 über die Zeit während der NS-Herrschaft: "Ich nehme es keinem alten Nazi übel, wenn er damals nicht die intellektuelle Fähigkeit hatte, das Unrecht zu erkennen. Ich nehme es unsereinem sehr viel mehr übel, die wir es erkannt haben, nicht aber den Mut hatten, diese Erkenntnis zu äußern."

Kostbares Gemälde aus italienischer Kirche gestohlen

Es handelt sich um einen der größten Kunstraube der vergangenen Jahrzehnte in Italien

Aus einer Kirche im norditalienischen Modena ist ein Altarbild des Malers Guercino (1591-1666) im Schätzwert von mehreren Millionen Euro gestohlen worden. Der Raub des Gemäldes mit dem Titel "Madonna mit dem Evangelisten Johannes und dem Wundertäter Gregor" aus der im Stadtzentrum gelegenen Kirche San Vincenzo wurde von einem Priester entdeckt, wie die Tageszeitung "Corriere della Sera" berichtet. Der Diebstahl des knapp drei mal zwei Meter großen Kunstwerks sei zunächst unbemerkt geblieben, weil die Alarmanlage nicht funktioniert habe, so der "Corriere". Das Bistum Modena gab als Begründung Geldmangel an. Die ursprüngliche Finanzierung der Alarmanlage durch die städtische Sparkasse sei wegen der hohen Unterhaltskosten eingestellt worden, so Generalvikar Giacomo Morandi. Der Maler Guercino wurde 1591 im italienischen Cento als Giovanni Francesco Barbieri geboren. Sein Künstlername bedeutet übersetzt "Der Schieler" und soll auf sein schielendes rechtes Auge zurückgehen.

Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Direktor fordert mehr Aufmerksamkeit für schriftliches Erbe

Verheerender Brand vor knapp zehn Jahren zerstörte zehntausende Bücher

Der Direktor der Herzogin Amalia Bibliothek in Weimar plädiert für einen noch sorgsameren Umgang mit historischen Büchern und Dokumenten. Mach dem Brand habe zwar ein Umdenken bei Politikern und Bürgern eingesetzt, es müsse aber noch mehr zur Sicherung des schriftlichen Erbes unternommen werden, sagte Bibliotheksdirektor Michael Knoche. Er habe den Eindruck, es werde seit 2004 nicht mehr so leichtfertig mit diesen Schätzen in Bibliotheken und Archiven umgegangen. Ihnen müsste aber die gleiche Aufmerksamkeit zukommen wie baulichen Denkmälern.

Deutscher Buchpreis 2014

Jury veröffentlicht Longlist

In Frankfurt am Main wurde die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2014 vorgestellt. Die siebenköpfige Jury hat 176 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2013 und dem 10. September 2014 erschienen sind oder noch erscheinen.
Die Jury des Deutschen Buchpreises hat 20 Romane in die engere Wahl für die Preisvergabe 2014 genommen "Immer wieder konnten wir neu und anders und überraschend erleben, wie durch Sprache Welten nicht schlicht abgebildet, sondern zu allererst erschaffen wurden", sagte Jurysprecherin Wiebke Porombka am Mittwoch in Frankfurt. Zur Auswahl gehören die jüngsten Werke von Angelika Klüssendorf («April»), Thomas Hettche («Pfaueninsel») und Michael Köhlmeier («Zwei Herren am Strand»). Auch Sasa Stanisic («Vor dem Fest»), Heinrich Steinfest («Der Allesforscher») und Feridun Zaimoglu («Isabel») sind vertreten. Bei den Themen handele es sich um «beschädigte und irrwitzige Innenwelten genauso wie produktiv irritierende, vermeintlich ferne Außenwelten, die aber mitunter mehr über die Gegenwart erzählen als das vordergründig Naheliegende», sagte Porombka.

Kunstpreis der Schering Stiftung geht an Kate Cooper

Ehrung ist mit Einzelausstellung verbunden

Die britische Künstlerin Kate Cooper, geboren 1984, bekommt den diesjährigen Kunstpreis der Schering Stiftung. Sie erhält die mit 10 000 Euro dotierte Ehrung am 20. September in Berlin, wie die Stiftung heute mitteilte. "Kate Cooper hat besonders innovative und überzeugende künstlerische Praktiken entwickelt, mit denen sie den Einfluss der neuen Technologien auf unser Alltagsverhalten hinterfragt", befand die Jury. Der Preis ist mit einer Einzelausstellung verbunden, die am 13. September im Berliner KW Institute for Contemporary Art eröffnet wird. Cooper ist Leiterin der Londoner Künstlerinitiative Auto Italia.

Moritzburg stellt August von Sachsen in den Mittelpunkt

Der evangelsiche Bischof wurde vor 400 Jahren geboren

Unter dem Titel "Im Land der Palme" zeigt die Moritzburg in Halle seit heute eine Ausstellung über August von Sachsen (1614-1680). Anlass ist dessen 400. Geburtstag. Der evangelische Bischof des Erzstifts Magdeburg und Fürst in Halle hat nach Angaben des Landeskunstmuseums eine politische und kulturelle Ära geprägt. Unter den rund 400 Exponaten der Schau sind Gemälde, Druckgrafiken, Skulpturen, Schmuck- und Dekorationsstücke sowie Jagdgeräte.
Die Palme ist in der Kunstgeschichte ein vielschichtiges Symbol, wie das Landeskunstmuseum betonte. Sie sei Symbol der Barockzeit, der Hoffnung nach Glanz, Freude und einem guten Leben. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) musste sich August von Sachsen nach Angaben des Museums in äußerst schwierigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen behaupten. Die Ausstellung erinnere an die Auseinandersetzungen zwischen Katholizismus und Protestantismus im Zuge der Reformation. Die Schau ist bis zum 2. November zu sehen.

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