Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Samstag, 23.11.2019
 
Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Kulturnachrichten

Sonntag, 10. August 2014

Anna Netrebko bei Salzburger Festspielen gefeiert

Die Inszenierung von Alvis Hermanis stieß dagegen nicht auf ungeteilte Begeisterung

Die russische Sopranistin Anna Netrebko ist bei den Salzburger Festspielen frenetisch gefeiert worden. In einer mit Spannung erwarteten Neuproduktion von Giuseppe Verdis "Il Trovatore" ("Der Troubadour") hatte sie die Rolle der Leonora verkörpert. An ihrer Seite agierte der ins Baritonfach gewechselte Startenor Placido Domingo, der im ausverkauften Großen Festspielhaus ebenfalls mit Jubel und Fußgetrampel bedacht wurde. Etwas verhaltener fiel der Applaus für den Dirigenten Daniele Gatti am Pult der Wiener Philharmoniker aus. Neben viel Beifall gab es für den lettischen Regisseur Alvis Hermanis auch einige Buhs. Er hatte die Oper aus der Renaissancezeit in ein Bildermuseum der Gegenwart verlegt und deutete die etwas verworrene Handlung als Traum einer frustrierten Museumswärterin, die sich in das Bildnis eines Minnesängers verliebt hatte und sich im Traum in Leonora verwandelte. Einer tiefer gehenden Deutung des Stoffes versagte sich Hermanis jedoch.

Israelischer Filmproduzent Menachem Golan 85-jährig gestorben

Israels "Mr. Cinema" führte auch bei dutzenden Filmen Regie

Der israelische Filmproduzent Menachem Golan ist laut Medienberichten im Alter von 85 Jahren gestorben. Golan sei am Freitag in Jaffa gestorben, berichtete die israelische Presse. Der am 31. Mai 1929 im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina geborene Golan produzierte rund 200 Filme und führte zudem bei 44 Streifen Regie. Er arbeitete mit Regisseuren wie Jean-Luc Godard und John Cassavetes, produzierte aber auch Hollywood-Actionfilme. "Golan war bis zu seinem letzten Atemzug 'Mr. Cinema'", zitierte das israelische Armeeradio Kulturministerin Limor Livnat. "Er war so schillernd und hatte eine besondere Persönlichkeit, und er wird stets ein Kinoheld bleiben", sagte sie. Golan arbeitete mit seinem Cousin Yoram Globus zusammen. Das Duo produzierte in den 1960er Jahren viele in Israel beliebte Filme. 1977 produzierten die Cousins den Streifen "Operation Thunderbolt" über die israelische Kommandoaktion zur Befreiung des ins ugandische Entebbe entführten Air-France-Flugzeugs.

290 000 Kunstinteressierte bei Quadriennale in Düsseldorf

Das Ziel von 250 000 Festivalgästen wurde damit übertroffen

Das Kunstfest Quadriennale in Düsseldorf hat in diesem Jahr 290 000 Besucher angelockt. Das teilten die Veranstalter zum Abschluss des viermonatigen Festivals mit. Die dritte Auflage der Quadriennale stand unter dem Motto "Über das Morgen hinaus" und zeigte Kunst von der Antike bis zur Gegenwart. Höhepunkt des Abschlusswochenendes war ein "Sky Event" von Otto Piene auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstation Hombroich in Neuss. Die Langen Foundation veranstaltete die himmlische Kunstaktion zu Ehren des am 17. Juli 2014 gestorbenen Lichtkünstlers. Große aufblasbare Sterne stiegen am Samstagabend in Regenbogenfarben und schwarz-weiß in die Luft.

Historiker Winkler erhält "Europapreis für politische Kultur 2014"

Die Laudatio hielt Sigmar Gabriel

Der deutsche Historiker Heinrich August Winkler ist mit dem "Europapreis für politische Kultur 2014" geehrt worden. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem 75-Jährigen am Rande des Internationalen Filmfestivals von Locarno in Ascona verliehen, wie die Hans Ringier Stiftung mitteilte. Zu den bisherigen Preisträgern zählten Jean-Claude Juncker, Jürgen Habermas, Hans-Dietrich Genscher, Donald Tusk und Wolfgang Schäuble. Für Ringier bezeichnete Frank A. Meyer den Preisträger den Angaben zufolge als einen großen Europäer. "Das bezeugt er ganz besonders mit seinem Werk "Geschichte des Westens". Er kommt damit gerade zur rechten Zeit. Der Westen muss sich wieder seinen Werten zuwenden, sie in der Welt offensiv vertreten. Heinrich August Winkler liefert dazu die historische Grundlage", sagte Meyer. Sigmar Gabriel, Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister, würdigte Winklers politisches Engagement. "Immer wieder kritisiert er Rückfälle in ein Denken, das die deutsche Entscheidung für die parlamentarische Demokratie, für ein geeintes und damit friedliches Europa, und für enge transatlantische Beziehungen in Frage stellt", sagte der SPD-Politiker laut Stiftung in seiner Laudatio.

Indisches Museum findet vergessene Zeichnungen von Dalí im Archiv

Zwei Zeichnungen wurden nach 24 Jahren wiederentdeckt

Ein staatliches Museum im indischen Kolkata hat in seinen Archiven zwei kolorierte Zeichnungen des surrealistischen Künstlers Salvador Dalí gefunden. Die beiden Kunstwerke aus einer Macbeth-Serie würden in diesem Monat im Victoria Memorial der Hafenmetropole ausgestellt, berichtete die Zeitung "Hindustan Times". Die Zeichnungen des spanischen Malers Dalí (1904-1989) befinden sich demnach seit 24 Jahren in der Sammlung des Victoria Memorials - wovon die Beamten aber nichts wussten. Sie tauchten auch nicht in der Liste der wichtigsten Kunstwerke des Museums auf. Die beiden Zeichnungen auf japanischem Reispapier waren ein Geschenk des Malers Bimal Banerjee an das Museum. "Ich bin gepeinigt und enttäuscht von den Zuständigen im Victoria Memorial", sagte Banerjee, der mittlerweile in New York lebt, der Zeitung. Er habe die Werke zusammen mit Dutzenden weiteren dem Museum unter der Auflage gegeben, dass diese in der Ständigen Galerie hängen. Weil das Museum seine Gabe nicht wertgeschätzt habe, habe er alle Verbindungen nach Kolkata (früher: Kalkutta) abgebrochen. Die Zeichnungen habe er persönlich von Dalí im Austausch für seine eigenen Werke erhalten.

Kulturschaffende: Deutschland muss sich für Palästinenser einsetzen

Künstler fordern außerdem Israels Rückzug aus Gaza

Mehr als 350 Kulturschaffende in Deutschland haben in einem offenen Brief zum Gaza-Krieg Bundesregierung und Bundestag aufgefordert, sich für den Schutz der palästinensischen Bevölkerung einzusetzen. Vertreter der Koalition, des Bundestag und des europäischen Parlaments sollten ihren Einfluss auf die israelischen Entscheidungsträger geltend machen und diese zu einem Rückzug der israelischen Armee und zur Aufhebung der Blockade des Gazastreifens bewegen, heißt es in dem Schreiben, das gestern auf den Demonstrationen zur Solidarität mit Gaza in Berlin und München vorgelesen wurde. Unterzeichnet wurde der bereits am 1. August verfasste Aufruf von Schriftstellern, Filmemachern, Musikern, Regisseuren, Schauspielern und Journalisten. Dazu zählen Luk Perceval, Werner Ruzicka, Ingo Schulze, Vera von Lehndorff, Nina Hagen, Rupert Neudeck, Schorsch Kamerun, Olga Grjasnowa, Stefan Kaegi, Erica Fischer und Kai Schumann.

Mehr als sieben Meter hohe Buddha-Statue in Hannover eingeweiht

Die über zwei Tonnen schwere Figur ist Europas größte Buddha-Statue

Eine mehr als sieben Meter hohe Buddha-Statue schmückt den Platz vor dem bundesweit größten buddhistischen Kloster in Hannover. Zur Einweihung beim Ullambanafest kamen mehrere tausend Gläubige. Für die aus Spendengeldern finanzierte Skulptur wurde eigens ein Thron in Form eines sechseckigen Gebäudes gebaut. Das buddhistische Kloster Pagode Vien Giac im Stadtteil Hannover-Mittelfeld zählt zu den größten seiner Art außerhalb Asiens. Es wurde 1987 erbaut. Das Kloster ist für die 120 000 Vietnamesen und auch andere Buddhisten in Deutschland eine zentrale religiöse und kulturelle Stätte. Es soll weiter ausgebaut werden. Als erstes werde ein Meditationsgarten angelegt. Dass das Kloster jetzt über die größte Buddha-Statue in Europa verfügt, sei eher ein Zufall, sagte der Sprecher. Sie hätten das bei der Planung nicht gewusst und seien erst später darauf aufmerksam gemacht worden.

Ausstellung erinnert an legendären Merseburger Bischof

"Thilo von Trotha - Merseburgs legendärer Kirchenfürst" ist bis zum 2. November zu sehen

Anlässlich des 500. Todestags des Merseburger Bischofs Thilo von Trotha zeigt die Stadt eine Ausstellung zu seinem Leben und Wirken. 150 Exponate aus dem In- und Ausland seien erstmals in elf Räumen des Merseburger Dom- und Schlossensembles zu sehen, teilten die Organisatoren mit. Der Bischof habe im 15. und 16. Jahrhundert die europäische Geschichte mitgeschrieben. Ausgestellt werden Gewänder, Mitren, Gemälde, Handschriften, Schmuckgegenstände, Drucke und Tafelbilder. Die Exponate stammen aus Deutschland, Italien, Dänemark, Österreich und Schweden. Die restaurierten Räume sind zudem selbst Ausstellungsobjekt. Thilo von Trotha führte das Merseburger Bistum fast 50 Jahre lang (1466-1514). Er war auch Landesherr und Kunstmäzen.

Kulturnachrichten hören

August 2014
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur