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Kulturnachrichten

Freitag, 1. August 2014

Hochhuth warnt vor Besuch seines eigenen Stückes

"Nie wurde ein so oft inszeniertes Stück von mir derart verhunzt, verjuxt, wie von dem jetzigen Regisseur", sagte der Dramatiker Rolf Hochhuth vor der Premiere seines Stücks am Berliner Ensemble

In seiner 53-jährigen Bühnenerfahrung habe er noch nie erlebt, dass sich Schauspieler von einem Regisseur in ihren Rollen so "entwürdigen" ließen. Hochhuth hatte das Drama "Sommer 14 - Ein Totentanz" selbst dem Berliner Regisseur Torsten Münchow zu einer Neuinszenierung anvertraut. Erst bei der Generalprobe am Donnerstag habe er gesehen, was dabei herausgekommen sei, sagte er der dpa. Zu dem hochkarätigen Schauspielerteam gehören Mathieu Carrière, Caroline Beil, Reiner Schöne und in einer Gastrolle Ottfried Fischer.

Helmut Kohl gewinnt Rechtsstreit um Tonbandaufnahmen

Revision beim Bundesgerichtshof ist möglich

Das Oberlandesgericht Köln hat dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl 200 Tonbänder zugesprochen, auf denen er sein Leben Revue passieren lässt. Der Publizist Heribert Schwan hatte die Aufnahmen 2001 und 2002 gemacht, um auf dieser Grundlage Kohls Memoiren verfassen zu können. Vor der Vollendung des letzten Bandes kam es aber zu einem Zerwürfnis. Schwan behielt die Bänder zunächst, doch Kohl klagte schließlich auf Aushändigung des Materials. Der Altkanzler hatte bereits in erster Instanz Recht bekommen und befindet sich mittlerweile im Besitz der Bänder.

Claudia Perren tritt Amt als Direktorin am Bauhaus Dessau an

Perren ist die Nachfolgerin von Philipp Oswalt

Die in Ost-Berlin geborene Architektin will das Bauhaus Dessau künftig zu einem lebendigen Ort für Kreative und junge Menschen aus der ganzen Welt machen, die 41-jährige will den Fokus wieder stärker auf die Lehre richten, sagte sie im Deutschlandradio Kultur.
Der Stiftungsrat hatte sich nach einer Ausschreibung der Stelle für Perren entschieden. Sie lehrte zu dem Zeitpunkt an der Universität in Sydney. Sie folgt am Bauhaus Philipp Oswalt, dessen Vertrag nach fünf Jahren nicht verlängert wurde. Während seiner Amtszeit gab es Streit um den Standort des geplanten Bauhausmuseums in Dessau. Es soll 25 Millionen Euro kosten.

100 Jahre Erster Weltkrieg: Freiburger Historiker zieht Parallelen zur heutigen Situation

Jörn Leonhard: Putin nutzt den postimperialen "Phantomschmerz" der Russen geschickt aus

Der Co-Direktor des Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) sagte im Deutschlandradio Kultur, zwar müsse man vorsichtig sein, die Situation 1914 unmittelbar und direkt auf die Gegenwart anzuwenden, aber es gebe "Analogien mittlerer Reichweite". So habe die "subjektive Wahrnehmung" in Österreich-Ungarn 1914, "eingekreist zu sein, gedemütigt zu werden", durchaus "Parallelen zur Situation oder zur Selbstwahrnehmung vieler russischer Politiker in der Gegenwart". Auch in der Gegenwart könne mit Geschichte Politik gemacht werden, so Leonhard weiter: "Russland hat im Grunde genommen zwei imperiale Vergangenheiten, die des Zarenreiches und die der Sowjetunion. Und Putin ist jemand, der diesen Phantomschmerz in der postimperialen Phase geschichtspolitisch ganz geschickt ausnutzt." Der Freiburger betonte jedoch auch große Unterschiede zwischen 1914 und und heute: So gebe es derzeit anders als damals direkte Kommunikation zwischen beiden Seiten.

Kriegstagebücher von Dichter Sassoon online

Die 4100 handgeschriebenen Seiten, Zeichnungen und Notizen von Siegfried Sassoon wurden von der Universitätsbibliothek in Cambridge digitalisiert, die die Tagebücher 2009 erworben hatte

Sie geben nach Angaben der Universität einen "einmaligen Einblick" in die Erfahrungen des Offiziers, der sich später gegen den Krieg wandte. Auf den Seiten sind noch Spuren von Kerzenwachs und Schlamm aus den Schützengräben zu erkennen. Auch Nachkriegseintragungen und der Palästina-Konflikt Anfang der 1930er Jahre sind darin festgehalten.

Ensemble sammelt Unterschriften für geschassten Intendanten

Bis heute Nachmittag hatten schon 4000 Menschen unterschrieben

Mit mehreren tausend Unterschriften wollen sich Schauspieler der Bad Hersfelder Festspiele für ihren entlassenen Intendanten Holk Freytag einsetzen. "Wir hoffen, wir kriegen mindestens 5000 Unterschriften", sagte Fabian Baumgarten, einer der Schauspieler. Auf einer Facebook-Seite mit dem Titel "Solidarität für Holk Freytag" hätten sich zudem 1900 Leute für den Intendanten ausgesprochen. Für morgen ist ein Solidaritätsumzug durch die Stadt geplant. Freytag war nach einem langen Streit um die Finanzen der Festspiele entlassen worden. Sein Vertrag lief noch bis Saisonende 2016. Die Unterschriften will Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) am Montag entgegennehmen. Ein ursprünglich von den Schauspielern ins Spiel gebrachtes Bürgerbegehren wird es dagegen nicht geben. "Das Bürgerbegehren ist rechtlich leider nicht möglich, da es sich um eine Personalie handelt, die von einem solchen Begehren gesetzlich ausgeschlossen ist", sagte Baumgarten der Nachrichtenagentur dpa.

Agenten-Kunstwerk von Banksy übersprüht

Graffiti befindet sich unweit des britischen Geheimdienstes

Ein Graffiti des britischen Streetart-Künstlers Banksy ist im englischen Cheltenham mit roter und goldener Farbe übersprüht worden. "Der Banksy ist mit Anti-Graffiti-Farbe geschützt, aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, weil die Farbe durch die Schutzschicht dringen und das Kunstwerk ruinieren kann", sagte am Angela De Souza von der Initiative "Rettet den Banksy". Gestern Nacht hatten Anwohner eine Gruppe Männer mit einer großen Abdeckplane weglaufen sehen. Das Graffiti war im April an einer Hauswand in Cheltenham aufgetaucht, Banksy hatte die Echtheit später über seine Homepage bestätigt. Es zeigt drei Agenten im Stil der 50er Jahre, die an einer Telefonzelle neben dem Haus Gespräche abhören. Das Hauptquartier des in Abhör-Skandale verstrickten britischen Geheimdienstes GCHQ ist nur wenige Kilometer entfernt. Ein Kunstsammler plant, das Bild zu kaufen und aus der Mauer entfernen zu lassen.

Fettecken-Schnaps-Streit beendet

"Joseph Beuys" geändert in "Geist"

Der Streit über die Verarbeitung des Rests einer zerstörten Fettecke von Joseph Beuys zu Schnaps ist beigelegt. Die Parteien hätten sich außergerichtlich geeinigt, sagte ein Anwalt der Kanzlei Raue in Berlin. Auch das Düsseldorfer Museum Kunstpalast versicherte, dass das "wechselseitige Missverständnis" ausgeräumt worden sei. Beide Seiten vereinbarten demnach eine Änderung der Angaben auf dem Etikett der Schnapsflasche: Statt "Joseph Beuys, Reste einer staatlich zerstörten Fettecke" soll hier nun stehen: "Geist. Reste der zerstörten Fettecke von Joseph Beuys (1982, Raum 3, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Edition 1-16, Korpys/Löffler/Schmal 2014, 50 % Vol)". Die Künstler Markus Löffler, Andree Korpys und Dieter Schmal hatten im Museum Kunstpalast aus den über 30 Jahre alten Fettresten erst Alkohol gebrannt und diesen dann zu Schnaps verdünnt. Eva Beuys sah damit das Urheberpersönlichkeitsrecht ihres verstorbenen Mannes verletzt.

Legendärer Maskenbildner Dick Smith mit 92 gestorben

Smith war für Make-up-Spezialeffekte bei Filmen wie "Der Pate", "Taxi Driver" und "Der Exorzist" zuständig

"Der Meister ist von uns gegangen", teilte sein berühmter Schüler, Make-up-Künstler Rick Baker ("American Werewolf", "Men in Black"), am Donnerstag auf Twitter mit. Smith wurde 1945 vom Sender NBC als erster Make-up-Mann des Networks angeheuert. In Hollywood ließ er unzählige Stars auf der Leinwand altern, darunter Dustin Hoffman in "Little Big Man" und Marlon Brando in "Der Pate". In dem Horrorfilm "Der Exorzist" machte er aus Linda Blair ein furchterregendes Monster, David Bowie verwandelte er in "Begierde" in einen alten Vampir. 1984 gewann Smith einen Oscar für das Make-up in dem Film "Amadeus". 2011 wurde er von der Oscar-Akademie mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Besucherrekord beim Schleswig-Holstein Musik Festival

Festival endet am 31. August in Kiel

Das 1986 gegründete Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) verzeichnet in diesem Jahr einen Besucherrekord. "Bereits zur Halbzeit sind mehr Karten verkauft als im bisherigen Spitzenjahr des Festivals 2009 insgesamt", sagte Intendant Christian Kuhnt der Nachrichtenagentur dpa. Für die Veranstaltungen seien schon 143 000 Tickets weggegangen - 2009 waren es am Ende 141 000. Auch künstlerisch sei das neue Programm voll aufgegangen. "Wieder mehr in die Fläche zu gehen, das Profil und das Programm zu erweitern, sind die tragenden Säulen, auf denen der Erfolg beruht", sagte Kuhnt.

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