Seit 22:03 Uhr Hörspiel

Mittwoch, 21.08.2019
 
Seit 22:03 Uhr Hörspiel

Kulturnachrichten

Mittwoch, 21. August 2019

Bolsonaro stoppt Ausschreibungen für LGBT-Filme

Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro hat Ausschreibungen für TV-Serien mit LGBT-Themen für das öffentliche Fernsehen gestoppt. Das berichten brasilianische Medien. Nach Regierungsangaben sollen nun neue Kriterien für die öffentliche Filmförderung ausgearbeitet werden, hieß es. Bolsonaro hatte zuvor angekündigt, keine öffentlichen Gelder für "Sex-Filme" bereitstellen zu wollen. Der Präsident hatte explizit drei geförderte Filme kritisiert, die über das Leben von trans- und homosexuellen Personen erzählen. Zudem drohte er, die für das Auswahlverfahren zuständigen Mitarbeiter der staatliche Filmagentur Ancine "zu köpfen", also zu entlassen. Vertreter der Filmbranche warnten vor einer Zensur durch die Regierung.

"Systemsprenger" geht ins Oscar-Rennen

Der Spielfilm "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. Er wurde unter sieben Bewerbern als Kandidat für die Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film ausgewählt. Dies teilte German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mit. Auf der Bewerber-Liste standen sieben Filme, darunter die Hape-Kerkeling-Biografie "Der Junge muss an die frische Luft" von Regisseurin Caroline Link und "Lara" von Jan-Ole Gerster. Die Oscar-Akademie wählt im Januar 2020 fünf Bewerber-Filme aus, die offiziell für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert werden.

Eifrigste Buchkäufer im Rhein-Main-Gebiet

Die eifrigsten Buchkäufer Deutschlands leben nach wie vor im Rhein-Main-Gebiet. Am meisten Geld für Bücher gaben im vergangenen Jahr die Bürger von Bad Homburg vor der Höhe mit 165 Euro pro Kopf aus, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilte. Auf Platz zwei landeten die Bürger von Bad Soden am Taunus, die Bücher für durchschnittlich 160 Euro pro Kopf erwarben. Auf dem dritten Platz rangiert Starnberg bei München mit 158 Euro pro Kopf. Am wenigsten brachten die Bürger von Eisleben in Sachsen-Anhalt und Ilmenau in Thüringen für Bücher auf, jeweils durchschnittlich 82 Euro pro Kopf. Deutschlandweit zeigt sich bei den Buchkäufen ein Gefälle ähnlich der Verteilung der Kaufkraft insgesamt. Dabei gibt es weiterhin ein Ost-West-Gefälle: Die Bürger in den östlichen Bundesländern gaben im Durchschnitt weniger Geld für Bücher aus. Jedoch habe sich die Kaufkraftschere zwischen Ost und West "ein Stückchen weiter geschlossen".

Udo Kittelmann verlässt Nationalgalerie Berlin

Der bisherige Direktor der Nationalgalerie Berlin, Udo Kittelmann, verlässt überraschend das Haus. Kittelmann werde auf eigenen Wunsch seinen bis Ende Oktober 2020 laufenden Vertrag nicht verlängern, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Er stand zwölf Jahre an der Spitze des Verbundes, zu dem neben Alter und Neuer Nationalgalerie das Museum Berggruen, die Sammlung Scharf-Gerstenberg sowie der Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart gehören. Präsident Hermann Parzinger nannte Kittelmann einen "Museumsmann mit ganz eigener Haltung". Er habe die Nationalgalerie "im nationalen wie internationalen Rahmen zum Global Player gemacht".

"Literaturpreis für grotesken Humor" für Heinz Strunk

Mit der Auszeichnung werde die literarische Seite eines "lebendigen Gesamtkunstwerks des grotesken Humors" gewürdigt, teilte die Stiftung Brückner-Kühner mit. Der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk verkörpere wie kein anderer den grotesken Humor in allen seinen Formen, heißt es in der Begründung der Jury. Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Er ist Gründungsmitglied des hanseatischen Komik-Trios "Studio Braun" mit Jacques Palminger und Rocko Schamoni. Sein erster Roman "Fleisch ist mein Gemüse" wurde ein Bestseller. Der "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor", gestiftet von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner, wird seit 1985 jährlich vergeben. Der erste Preisträger war Loriot, zuletzt bekam ihn Sibylle Berg.

Boy-Gobert-Preis an Merlin Sandmeyer

Merlin Sandmeyer, Ensemble-Mitglied am Hamburger Thalia Theater, erhält den Boy-Gobert-Preis für Nachwuchsschauspieler an Hamburger Bühnen. Der 29-Jährige verfüge "über eine künstlerische Kraft, die ihm sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums" sichere, teilte die den Preis vergebende Körber-Stiftung mit. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll Sandmeyer am 8. Dezember bei einer Matinee im Thalia Theater überreicht werden. Der 1990 in Saarbrücken geborene Sandmeyer war zunächst Regieassistent, Musiker und Schauspieler am Staatstheater Saarbrücken. Er absolvierte ein Schauspielstudium an der Otto Falkenberg Schule München und spielte bei den Münchner Kammerspielen. Bisherige Boy-Gobert-Preisträger sind unter anderen Ulrich Tukur, Martin Wuttke, Susanne Wolff und Fritzi Haberlandt.

Berliner Staatsballett zur Kompanie des Jahres gewählt

Bei einer Umfrage bestimmten 25 internationale Kritikerinnen und Kritiker das Berliner Staatsballett, Deutschlands größtes Tanzensemble, zu ihrem Favoriten. Das teilte die Fachzeitschrift "Tanz" mit. Um den Wechsel in der künstlerischen Leitung der Kompanie hatte es heftige Querelen gegeben. Die Auseinandersetzungen drehten sich um den Einstieg der Tanzregisseurin Sasha Waltz, die das Ensemble inzwischen gemeinsam mit Ko-Intendant Johannes Öhmann leitet. Zunächst hatte das Ensemble des Staatsballetts an der Eignung von Waltz gezweifelt, als Vertreterin des modernen Tanztheaters eine klassische Ballettkompanie zu leiten. Nach Vermittlung von Kultursenator Klaus Lederer hatten sich Tänzer und Intendantenpaar auf eine Zusammenarbeit verständigt. Zur Choreographin des Jahres wählten die Kritiker die Brasilianerin Lia Rodrigues. Im Bereich der Tänzer landeten Friedemann Vogel vom Stuttgarter Ballett und Jan Casier vom Ballett Zürich in der Kritikergunst ganz vorn, bei den Tänzerinnen zeichnete sich unter den Voten keine Favoritin ab.

Tschechien: Krise wegen Kulturminister beendet

In Tschechien zeichnet sich ein Ende der Regierungskrise wegen der Besetzung des Kulturministeriums ab. Der ehemalige Außenminister Lubomir Zaoralek soll das Ressort übernehmen. Ursprünglich hatten die Sozialdemokraten den Vizevorsitzenden Michal Smarda für den Posten nominiert. Präsident Milos Zeman hatte dessen Ernennung allerdings drei Monate lang abgelehnt. Am Montag zog dieser dann zurück. Für Zaoralek signalisierte Zeman bereits Zustimmung. Ex-Kulturminister Antonin Stanek war nach Protesten wegen der Entlassung des Direktors der Nationalgalerie in Prag, Jiri Fajt, zurückgetreten.

Grünes Licht für "Matrix 4" mit Keanu Reeves

Keine andere Rolle machte den US-Schauspieler Keanu Reeves so berühmt wie die Figur "Neo" aus der dreiteiligen Science-Fiction-Filmreihe "Matrix", die zwischen 1999 und 2003 entstand. Diese soll jetzt mit Reeves in der Hauptrolle fortgesetzt werden, wie die US-Branchenblätter "Hollywood Reporter" und "Variety" berichten. Demnach ist auch die Schauspielerin Carrie-Anne Moss in ihrer früheren Rolle als Trinity wieder an Bord. Lana Wachowski kehrt als Regisseurin, Autorin und Produzentin zurück. Über den Inhalt und einen möglichen Drehstart von "Matrix 4" wurde zunächst nichts bekannt.

Gerhard Richter entwirft Kirchenfenster

Gerhard Richter entwirft nach Angaben der Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey im Saarland drei große Fenster für die dortige gotische Kirche, die derzeit renoviert wird. Zu der im Sommer 2020 geplanten Fertigstellung seien die neuen Fenster zu sehen, hieß es. Der Künstler sei durch privates und musikalisches Engagement davon überzeugt worden, seine bislang größte sakrale Arbeit der Abtei zu widmen. Richter und der estnische Komponist Arvo Pärt wollten mit ihrer Einheit von Kunst und Musik einen neuen Höhepunkt ihres Schaffens setzen.

Kulturnachrichten hören

August 2019
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur