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Mittwoch, 22.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. Juli 2021

Eva Rabchevska gewinnt Stuttgarter Violinwettbewerb

Die Geigerin Eva Rabchevska aus der Ukraine hat den erstmals ausgetragenen Internationalen Violinwettbewerb Stuttgart gewonnen. Das teilten die Guadagnini Stiftung und die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart als Veranstalterinnen am Dienstag mit. Die 24jährige erhält 25.000 Euro Preisgeld. Außerdem wird ihr für drei Jahre eine Geige von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1746 als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Eva Rabchevska ist Absolventin des Staatlichen Konservatoriums Bratislava in der Slowakei und studiert derzeit an der Musikhochschule Reina Sofía in Madrid.

Schöneberger wird "Verstehen Sie Spaß?" moderieren

Die Entertainerin Barbara Schöneberger moderiert künftig den Fernseh-Unterhaltungsklassiker "Verstehen Sie Spaß?". Das teilte der Südwestrundfunk am Dienstag mit. Schöneberger sei witzig, schlagfertig und natürlich und passe bestens zu der Sendung. Die erste Samstagabend-Show mit der neuen Gastgeberin wird voraussichtlich am 2. April 2022 im Ersten zu sehen sein. Für sie gehe mit der neuen Aufgabe ein Kindheitstraum in Erfüllung, wird Schöneberger in der Mitteilung zitiert. Die 47-Jährige moderiert verschiedene TV- und Radiosendungen und ist auch als Gastgeberin von Preisverleihungen bekannt.

Limes und jüdisches Kulturgut werden Welterbe

Deutschland erhält zwei neue Welterbestätten. Zum ersten Mal zeichnete die UNESCO jüdisches Kulturgut in Deutschland aus, indem sie die Auszeichnung den sogenannten SchUM-Stätten Mainz, Worms und Speyer als Wiege des europäischen Judentums verlieh. Auch der Niedergermanische Limes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches wurde als neues Welterbe eingestuft. Das Welterbe-Komitee traf die Entscheidungen überraschend noch am Dienstag bei seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou. Nach der Auszeichnung der Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen gemeinsam mit acht anderen europäischen Bädern sowie der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt am Wochenende kann sich Deutschland nun mit vier neuen Welterbetiteln schmücken. Die SchUM-Stätten Mainz, Worms und Speyer in Rheinland-Pfalz sind Orte des jüdischen Mittelalters und werden auch "Jerusalem am Rhein" genannt. SchUM ist eine Abkürzung aus den mittelalterlichen hebräischen Anfangsbuchstaben der Städte. Der Limes war ein knapp 400 Kilometer langer Teil der Außengrenze des antiken Römischen Reichs. Er reichte vom heutigen Bad Breisig südlich von Bonn bis in die Nähe des niederländischen Katwijk. Archäologinnen und Archäologen aus beiden Ländern hatten den Antrag gemeinsam erarbeitet. Deutschland hat jetzt 50 Welterbestätten.

Auszeichnungen für Franz Schuh und Hubert Wolf

Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht in diesem Jahr an den österreichischen Essayisten Franz Schuh. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt am Dienstag mit. Eine weitere Auszeichnung, den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa, verleiht sie dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf. Die Auszeichnungen sind mit je 20.000 Euro dotiert und werden am 6. November im Staatstheater Darmstadt verliehen. Franz Schuh nehme mit seinen Essays "eine solitäre Position im deutschsprachigen literarischen Leben ein", lobte die Jury. 2021 erschien von ihm der Band "Lachen und Sterben". Hubert Wolf mache historische und politische Einflüsse auf die katholische Lehre transparent, hieß es. Der Kirchenhistoriker veröffentlichte zuletzt "Der Unfehlbare: Pius IX. und die Erfindung des Katholizismus im 19. Jahrhundert".

Juristische Nachschlagewerke verlieren NS-Namen

Einige Standardwerke der deutschen Rechtswissenschaft werden künftig nicht mehr nach Namensgebern aus der Zeit des Nationalsozialismus' betitelt. Betroffen sind zum Beispiel die Standardwerke "Palandt", der wichtigste juristische Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, und "Schönfelder", eine bekannte Gesetzessammlung. Beide Werke stammen aus dem Verlag C.H. Beck. Am Dienstag gab der Verlag bekannt, dass beide Bücher umbenannt werden: Der "Palandt" soll den Namen von Christian Grüneberg tragen, er ist seit 2006 Richter am Bundesgerichtshof. Auch die Gesetzessammlung "Schönfelder" bekommt einen neuen Namen. Sie wird künftig vom Präsidenten des Deutschen Juristentags, Mathias Habersack, herausgegeben und soll nach ihm benannt werden. Habersack ist Professor für bürgerliches Recht und Unternehmensrecht an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.

Schlüsselfigur des Missbrauchsskandals in Chile tot

In Chile ist der ehemalige katholische Priester Fernando Karadima im Alter von 90 Jahren gestorben. Er stand im Zentrum eines großen Missbrauchsskandals, der die katholische Kirche in Chile erschütterte und bis heute nachwirkt. Das Erzbistum Santiago de Chile teilte auf seiner Internetseite mit, es begleite die überlebenden Missbrauchs-Opfer und ihre Familien. Auch ehemalige Betroffene von sexuellem Missbrauch reagierten auf den Tod Karadimas. Die drei Chilenen James Hamilton, Juan Carlos Cruz und Jose Andrés Murillo hatten am härtesten für die Aufarbeitung des Skandals gekämpft. Sie erklärten in den sozialen Netzwerken: "Fernando Karadima, ein ehemaliger katholischer Priester, der viele Menschen sexuell und spirituell missbraucht hat, einschließlich uns, ist gestorben. Alles, was wir über Karadima zu sagen hatten, wurde gesagt. Er war ein weiteres Bindeglied in dieser Kultur der Perversion und Vertuschung in der Kirche." Fernando Karadima wurde 2011 vom Vatikan wegen Vergehen an Minderjährigen verurteilt. Papst Franziskus entließ ihn 2018 aus dem Klerikerstand.

PEN-Zentrum will ständigen Rat mit polnischem PEN

Das PEN-Zentrum Deutschland hat seinem Pendant in Polen einen gemeinsamen ständigen Rat vorgeschlagen. Die PEN-Zentren beider Länder betonten anlässlich des 30jährigen Bestehens des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags in einem offenen Briefwechsel, welche enormen Verpflichtungen aus dieser Freundschaft erwüchsen. Ein gemeinsamer Rat wäre "ein wichtiger Teil der Freundschaft, die sich auch als deutsch-polnische Verantwortungsgemeinschaft versteht", so das deutsche PEN-Zentrum. Dessen Präsidentin Regula Venske und der frühere Vizepräsident Sascha Feuchert schrieben, es seien "gerade die Autorinnen und Autoren unserer beider Länder, denen die Verantwortung zukommt, sich mit aller Macht gegen die zu stellen, die die Demokratie auszuhöhlen versuchen, indem sie etwa die Axt an das Grundprinzip der Gewaltenteilung legen". In einer anderen Brief-Passage heißt es: „Die grundsätzliche Idee des PEN, die uns alle vereint, ist, dass Literatur eine gemeinsame Währung aller Menschen ist, eine, die Grenzen zu überwinden im Stande ist. In Zeiten, in denen der Frieden und die Demokratie gefährdet sind und erneut Nationalismen erstarken, ist es unsere Pflicht, uns zusammenzutun und gemeinsam zu agieren, damit unsere Stimmen noch deutlicher gehört werden.“

Schauspieler Matthes erhält Preis in Ludwigshafen

Der Berliner Schauspieler Ulrich Matthes erhält den diesjährigen Preis für Schauspielkunst des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen. Der Festivaldirektor Michael Kötz teilte am Dienstag mit, Matthes habe seit den 1980er Jahren nicht nur an den Theatern der Republik gewirkt, er sammle auch einen Theaterpreis nach dem anderen. Seit den 1990ern habe er außerdem etwa 50 Filmrollen gespielt. Der 62jährige Matthes ist seit 2004 Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin. Die Auszeichnung soll dem Schauspieler, der auch Präsident der Deutschen Filmakademie ist, am 4. September in Ludwigshafen überreicht werden.

Spears-Anwalt will Ablösung des Vaters als Vormund

Der neue Anwalt der US-Popsängerin Britney Spears hat am Montag vor Gericht die Ablösung ihres Vaters als Vormund der Tochter beantragt. Das berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf die beim Los Angeles Superior Court eingereichten Gerichtsdokumente. In der Petition wurde das Gericht demnach aufgefordert, Jamie Spears durch einen anderen, vorläufigen Vormund zu ersetzen. Das Verhältnis zwischen der Sängerin und ihrem Vater sei "giftig", zitierte die Los Angeles Times aus den Gerichtsdokumenten. Es beeinträchtige "die psychische Gesundheit von Frau Spears, ihr Wohlbefinden und ihre Fähigkeit, ihre außergewöhnliche Karriere zu verfolgen und fortzusetzen". Der 39-Jährigen war vor zwei Wochen nach einer richterlichen Anhörung erlaubt worden, ihren eigenen Anwalt zu bestimmen. 2008 hatte ein Gericht dem Vater die Vormundschaft übertragen.

UNESCO verschiebt Entscheidung über Donaulimes

Die Entscheidung über die Aufnahme des Donaulimes in die Welterbeliste ist aufgeschoben worden. Das UNESCO-Komitee entschied am Montag bei seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou, dass eine Arbeitsgruppe das weitere Vorgehen in den kommenden Tagen besprechen soll. Der Donaulimes war Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches und erstreckt sich in seinem bayerischen Abschnitt von Bad Gögging bis nach Passau. In den langen Diskussionen war von einem "beispiellosen Fall" die Rede, nachdem Ungarn kurzfristig aus dem gemeinsamen Antrag mit Deutschland, Österreich und der Slowakei ausgestiegen war. Der Internationale Rat für Denkmalpflege gab in der Debatte zu bedenken, dass ohne Ungarn rund 400 Kilometer und damit mehr als die Hälfte der Grenze aus dem Antrag herausgenommen worden seien. Unter den Mitgliedsländern herrschte Uneinigkeit, ob die übrigen Teile des Donaulimes dennoch ohne weitere Evaluierung in die Welterbeliste aufgenommen werden sollen.

Sechs weitere Stätten erhalten Status als Welterbe

Das Unesco-Welterbekomitee hat sechs neue Welterbestätten ernannt. Dazu gehören die Kolonien der Barmherzigkeit in Belgien und den Niederlanden. 1818 von der niederländischen Gesellschaft für Barmherzigkeit ins Leben gerufen, waren die Kolonien ein aufklärerisches Experiment zur Armenhilfe und Urbarmachung von Brachland. Ausgewählt wurde auch die archäologische Ausgrabungsstätte Arslan Tepe in der Türkei und vier einzigartige Naturräume auf dem asiatischen Kontinent.

Bund unterstützt Erhalt des schriftlichen Kulturerbes

Der Bund unterstützt in diesem Jahr mit rund zwei Millionen Euro Projekte zur Rettung historischer Akten, Handschriften und Bücher in Archiven oder Bibliotheken. Der Erhalt des schriftlichen Kulturerbes sei "ein nationaler Kraftakt, den unsere kulturellen Einrichtungen aufgrund des Umfangs der Schäden nicht allein stemmen können", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Montag. Der Bund wolle mit den Geldern "wertvolle Originale für die Zukunft sichern", so die CDU-Politikerin. Unterstützt werde unter anderem ein Vorhaben zur Reinigung und Restaurierung des Archivs der Göttinger Orgelbaufirma Ott. Im Jahr der Orgel würden damit unersetzliche Pläne und Zeichnungen zu über 1.100 Orgelbauprojekten nachhaltig gesichert. Ein Projekt der Universitätsbibliothek der Goethe-Universität in Frankfurt am Main widme sich dem Erhalt zentraler Quellen zur Erforschung der Kolonialgeschichte: Von Säurefraß bedrohte Bestände der Deutschen Kolonialgesellschaft sollten entsäuert und in neuen Schutzverpackungen fachgerecht aufbewahrt werden.

Grütters plant offenbar Deutsche Popakademie

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) plant einem Zeitungsbericht zufolge die Gründung einer Deutschen Popakademie. Auch solle es einen Deutschen Preis für Popmusik geben, sagte sie der Düsseldorfer "Rheinischen Post" am Montag. Die Auszeichnung werde eine Vielfalt an musikalischen Genres umfassen. Vorbild für die neue Akademie sei die Deutsche Filmakademie, hieß es. Die Arbeit der Einrichtung solle im September beginnen. Der Sitz der Akademie steht laut Zeitung noch nicht fest. Zu den 25 Gründungsmitgliedern zählten unter anderem die Musiker Herbert Grönemeyer, Roland Kaiser und Johannes Oerding.

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