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Kulturnachrichten

Sonntag, 25. Juli 2021

Frauenabend in Bayreuth: Jubel nach "Holländer"-Premiere

Es war der Abend der Frauen in Bayreuth: Dirigentin Oksana Lyniv ist nach ihrem Debüt bei der Premiere der neuen Produktion bei den Richard-Wagner-Festspielen am Sonntagabend begeistert gefeiert worden. Übertroffen wurde der Jubel für die 43-Jährige, die als erste Frau eine Oper bei den berühmten Festspielen dirigierte, nur von dem für eine andere Bayreuth-Debütantin: Die litauische Sopranistin Asmik Grigorian war in der Rolle der Senta aus "Der fliegende Holländer" der erklärte Star des Abends. Die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen, als sie sich nach der gut zweistündigen Oper vor dem Publikum verbeugte.

Publikumsliebling Herbert Köfer ist tot

Er stand noch mit fast 100 Jahren auf der Bühne. Herbert Köfer, einer der bekanntesten Schauspieler der DDR und auch nach dem Mauerfall erfolgreich, ist am Samstag im Alter von 100 Jahren gestorben. Das teilte seine Witwe Heike Köfer am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur mit.Der gebürtige Berliner stand rund 80 Jahre auf der Bühne. Er war Theater- und Filmschauspieler, Moderator und Synchronsprecher. Vor allem in seiner Paraderolle als Opa Paul Schmidt in der DDR-Fernseh-Serie "Rentner haben niemals Zeit" spielte er sich in die Herzen der Zuschauer. Köfer war von Anfang an ein prägendes Gesicht des DDR-Fernsehens: 1952 verlas er dort die ersten Nachrichten - in der "Aktuellen Kamera". Auch bei der letzten Sendung an Silvester 1991 war er dabei. Er spielte in DEFA-Filmen wie "Nackt unter Wölfen" (1963) und nach der Wende in beliebten TV-Serien wie "In aller Freundschaft" oder "SOKO Leipzig".

Jüdisches Festjahr wird bis Mitte 2022 verlängert

Das jüdische Festjahr 2021 wird bis zum 31. Juli 2022 verlängert. Das beschloss die Bundesregierung, teilte der Jubiläumsverein "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" mit. Somit könnten auch Veranstaltungen durchgeführt werden, die wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant stattgefunden hätten. Alle rund 1.500 ursprünglich geplanten Projekte würden nun umgesetzt. Die Verlängerung sei "ein wichtiges Signal" für die Zivilgesellschaft und Organisationen, die gemeinsam mit dem Verein an dem Ziel arbeiteten, jüdisches Leben in Deutschland sichtbar und erlebbar zu machen, lobte der Vorsitzende der Mitgliederversammlung, Abraham Lehrer.

Salzburger Festspiele offiziell eröffnet

Vor großem Publikum mit FFP2-Masken sind die Salzburger Festspiele eröffnet worden. Als Festredner warb der Philosoph und frühere deutsche Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin für eine beherzte Verteidigung der Demokratie: Den Dystopien von Klimawandel, drohendem Atomkrieg und Digitalisierung mit immer mehr Maschinenmacht müsse etwas Positives entgegengesetzt werden und das sei eine humanistische Utopie namens Demokratie. Eigentlich sollte das bedeutendste Klassik-Festival der Welt ohne Corona-Auflagen stattfinden. Aber einen Tag nach der ersten Premiere, die schon am 17. Juli stattfand, war ein geimpfter Gast positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb wurde die FFP2-Maskenpflicht eingeführt. Das Festival dauert bis zum 31. August.

Helge Schneider droht Rechtsstreit nach Konzertabbruch

Der Abbruch eines Konzertes durch Helge Schneider in Augsburg könnte für den Künstler in einem Rechtsstreit enden. Man habe einen Anwalt eingeschaltet, sagte eine Sprecherin des Veranstalters. Nun werde etwa geprüft, ob Schneider Schadenersatz leisten müsse. Schneider hatte am Freitagabend bei dem Festival "Strandkorb Open Air" seine Show abgebrochen, weil ihn herumlaufende Menschen störten. Am Samstag erklärte sich der Musiker in einem Video auf Twitter und sagte, er habe erst später erfahren, dass diese Menschen zur Gastronomie gehörten und das Publikum bedienten. Ein Versuch des Veranstalters, mit Schneider nach dem abrupten Abbruch seiner Show zu sprechen, sei an dem Abend gescheitert. Man hätte sogar das Bewirten eingestellt, wenn Schneider weitergemacht hätte, sagte Gibson. Bislang warte der Veranstalter auf eine Stellungnahme des Entertainers.

Fotograf und Sammler F.C. Gundlach gestorben

Der Fotograf und Sammler F.C. Gundlach ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Gundlach galt als einer der bedeutendsten Modefotografen der deutschen Nachkriegszeit. Neben Models traten auch zahlreiche Stars wie Cary Grant, Romy Schneider oder Zarah Leander vor seine Kamera. Ende der 1960er Jahre wechselte Gundlach die Seiten und gründete in Hamburg das Dienstleistungsunternehmen "Professional Photo Service" (PPS). Später kam die "PPS-Galerie F.C. Gundlach" dazu, die erste reine Fotogalerie in Deutschland. Anfang der 1990er Jahre verkaufte Gundlach seine Firma und wurde zum leidenschaftlichen Sammler und Ausstellungsmacher. Gundlach war Gründungsdirektor des Hauses der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Henri-Nannen-Preis für sein publizistisches Lebenswerk ausgezeichnet.

Tausende demonstrieren in Budapest für Rechte Nicht-Heterosexueller

Tausende Ungarn haben in Budapest für die Rechte nicht-heterosexueller Menschen demonstriert. Beim alljährlichen Marsch der Organisation "Budapest Pride" rückte die Politik des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban, die sich immer offener gegen Homosexuelle und andere sexuelle Minderheiten richtet, ganz besonders in den Mittelpunkt. Im Juni hatte das Parlament auf Betreiben der Regierung ein Gesetz beschlossen, das den Zugang von Informationen über nicht-heterosexuelle Lebensformen für Kinder verbietet - sei es im Schulunterricht oder über Publikationen. Zudem ist Werbung verboten, in der Homosexuelle oder Transsexuelle als Teil der Normalität dargestellt werden. Die EU-Kommission erwägt wegen dieses Gesetzes rechtliche Schritte gegen Ungarn.

Zehntausende beim Berliner CSD

In Berlin haben nach Polizeiangaben rund 65.000 Menschen den 43. Christopher Street Day gefeiert. Wegen der Corona-Pandemie galten Abstandsregeln und eine generelle Maskenpflicht. Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller hatte zur Solidarität mit verfolgten Schwulen, Lesben und Transgender aufgerufen. Zwar sei das heutige Berlin "weltoffen und liberal", jedoch sei auch in der "Regenbogenhauptstadt Europas" homophobes Denken und Handeln ein Problem, sagte der SPD-Politiker. Dem müsse man sich gemeinsam entgegenstellen. Kultursenator Klaus Lederer von der Linkspartei war froh, nach der letztjährigen digitalen CSD-Ausgabe jetzt wieder ein politisches Signal direkt von der Straße senden zu können.

Kurorte in Deutschland als neues Welterbe ausgezeichnet

Die drei deutschen Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen werden von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet. Das hat die UN-Kulturorganisation auf ihrer Sitzung im chinesischen Fuzhou beschlossen. Die drei werden damit zusammen mit weiteren acht europäischen Städten in die Liste der "Großen Bäder Europas" aufgenommen. Zu den elf Kurstädten, die den Welterbetitel erhielten, zählen auch Spa (Belgien), Vichy (Frankreich), Bath (Vereinigtes Königreich) sowie Karlsbad, Franzensbad und Marienbad aus der Tschechischen Republik. Außerdem beschloss die UNESCO, das steinzeitliche Monument Stonehenge in England im kommenden Jahr in die Liste der gefährdeten Stätten aufzunehmen. Hintergrund ist der geplante Bau eines Autobahntunnels, der laut Experten das mehr als 5.000 Jahre alte Monument gefährden könnte. Derzeit läuft ein Rechtsstreit über den geplanten Bau. Vor wenigen Tagen hatte die UNESCO der Hafenstadt Liverpool die Auszeichnung als Weltkulturerbe entzogen.

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