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Kulturnachrichten

Sonntag, 4. Juli 2021

Kindermedienpreis für Kinofilm "Madison"

Der deutsch-österreichische Jugendfilm "Madison - Ungebremste Girlpower" ist auf dem Filmfest München mit dem Kindermedienpreis "Der Weiße Elefant" als bester Kinofilm ausgezeichnet worden. Die Inszenierung von Kim Strobl erzählt von der zwölfjährigen Madison, die für eine Karriere als Bahn-Rennradlerin trainiert. Nach einem Sturz muss sie pausieren und lernt beim Urlaub in Tirol ein Leben abseits von Trainingsplänen und Durchhalteparolen kennen. Ins Kino soll der Streifen im Herbst kommen. Beste Kinder-Fernsehserie wurde "Die Erben der Nacht" von KiKA und dem Ersten. In der Kategorie TV-Spielfilm siegte "@Kalinka - Melde dich bitte". Weitere Auszeichnungen gingen an die Radiosendung "Zusammen sind wir bunt - Anti-Rassismus-Woche bei TOGGO Radio" von Super RTL sowie an die KiKA-Internetangebote "Triff. Berühmte Wissenschaftlerinnen" und "Triff. Berühmte Künstlerinnen". Beste Nachwuchsdarstellerin wurde Romy Lou Janinhoff für ihre Rolle im Film "Mission Ulja Funk". Die Preise sind mit je 1.500 Euro dotiert. Der Kindermedienpreis wird seit 2001 verliehen.

Regisseur Ozon für die "totale Freiheit der Kunst"

Laut Francois Ozon muss Kunst ein Raum der "totalen Freiheit" bleiben, "wo man einen Mord zeigen kann, wo man eine ungewöhnliche Sexualität zeigen kann, ohne dass jemand das moralisch zensiert". Diese Freiheit werde heute von vielen Seiten angegriffen, sagte der französische Filmregisseur der "Süddeutschen Zeitung". Natürlich könne Kunst politisch sein, aber sie dürfe nicht mit dem Zeigefinger daherkommen, sagte der Künstler. "Wenn man anfängt, Regeln für die Kunst aufzustellen, wird es Propaganda, Zensur". Heutzutage sei es ein Riesenproblem, dass viele zwischen Realität und Virtualität nicht mehr unterscheiden wollten oder könnten. Die Grenzen seien fließend, und das könnten manche nicht auseinanderhalten. Ozons 2018 veröffentlichte Produktion "Gelobt sei Gott" griff einen Missbrauchsfall in der Katholischen Kirche auf und gewann den Silbernen Bären bei der Berlinale. Sein Film "Sommer 85" kommt demnächst ins Kino.

Hamburger Fischmarkt wieder geöffnet

Der berühmte Hamburger Fischmarkt hat nach langer Corona-Pause am Sonntagmorgen wieder geöffnet. Von 5 Uhr an konnten Nachtschwärmer und Frühaufsteher zum ersten Mal seit mehr als 15 Monaten wieder die beliebte Hamburger Attraktion besuchen. Der Fischmarkt in Altona läuft mit Corona-Auflagen im Testbetrieb. Marktschreier und Musiker sind noch nicht erlaubt. Besucher müssen eine medizinische Maske tragen und dürfen nur außerhalb des Geländes essen. Auf einer Länge von 250 Metern und einer Breite von 30 Metern dürfen zudem derzeit nur rund 60 Händler in zwei Reihen ihre Waren anbieten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut. Der 300 Jahre alte Hamburger Fischmarkt hat wie gewohnt vom frühen Morgen bis 9.30 Uhr geöffnet. Auf spätere Öffnungszeiten wollten sich die Markthändler nicht einlassen, weil damit das Image des Marktes nicht gewahrt werden könne. Vor Corona waren sonntags bis zu 70.000 Menschen auf dem Fischmarkt unterwegs.

Fotograf Mühe sieht Merkel schon als historische Figur

Der Fotograf Andreas Mühe sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits als "historische Figur" - erkennbar durch die drei vertrauten Merkmale Haltung, Haare und Blazer, sagte der Künstler dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Ein Epochentitel müsse allerdings noch gefunden werden. Seine stilisierten Bilder, die seine Mutter als Double der Kanzlerin zeigen, sieht Mühe nicht als Satire. "Es ist der Versuch, einen Umgang zu finden mit einer Frau, die unser Land geprägt hat und dadurch wohl jeden von uns mit. Ich bin 41 Jahre alt, 16 Jahre davon regierte Angela Merkel, das ist eine lange Zeit, auch meines Lebens." Die Fotografien mit seiner Mutter seien "reine Fiktionen", so Mühe weiter. "Politik kann wie ein Theaterbetrieb wirken, und so sind auch die Fotos gedacht." Sie wiesen aber auch in die Zukunft, "denn wahrscheinlich werden wir Merkel vermissen".

"Alice im Wunderland" ins Klingonische übersetzt

Nach dem "Kleinen Prinz" hat Lieven L. Litaer jetzt auch "Alice im Wunderland" in die Kunstsprache Klingonisch übersetzt. Das Kinderbuch des britischen Schriftstellers Lewis Carroll werde Anfang November unter dem Titel "QelIS boqHarmey" auf Außerirdisch erscheinen, wie der Star-Trek-Sprachexperte der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Die Übersetzung sei eine Herausforderung gewesen, "weil das Werk vor versteckten und offensichtlichen Wortspielen übersprudelt". Für seine Version habe er neue klingonische Wortspiele geschaffen, sagte der Übersetzer. Zudem seien einige "brandneue Vokabeln" entwickelt worden. Motiviert habe ihn die aktuelle Serie "Star Trek: Discovery", in der einige Zeilen aus "Alice" zitiert worden seien. Dazu handele es sich auch um eines der Lieblingsbücher der Hauptfigur Michael Burnham, Captain des Raumschiffs "Discovery". Litaer werde das Buch bei seinen Sprachkursen als Lektüre einsetzen, sagte der Klingonischlehrer. Mit der Übersetzung wolle er dazu beitragen, "dass sich die klingonische Sprache verbreitet".

Katharina Wagner: Stream ersetzt Live-Oper nicht

Vor Beginn des diesjährigen Kartenverkaufes hat die Intendantin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, die Bedeutung von Kultur-Veranstaltungen mit Publikum hervorgehoben. Das Live-Erlebnis sei durch nichts zu ersetzen, auch nicht durch Streamings, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie hoffe, dass die Corona-Pandemie keine dauerhaften Auswirkungen auf das Opern-Geschäft haben wird. Für das am 25. Juli beginnende Festival können ab dem Nachmittag Tickets gekauft werden. Lange Zeit war unklar, ob es in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann. Jetzt dürfen bei den Bayreuther Festspielen 911 Zuschauer im Saal dabei sein - und damit rund die Hälfte der üblichen Zahl.

Erster Außeneinsatz an Chinas neuer Raumstation

Zwei chinesische Raumfahrer haben den ersten Außeneinsatz an Chinas neuer Raumstation absolviert. Liu Boming und Tang Hongbo hätten fast sieben Stunden im Weltall verbracht, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde nach Ende der Arbeiten mit. Das chinesische Staatsfernsehen zeigte Bilder der beiden, wie sie aus der im Bau befindlichen Raumstation kletterten, während unter ihnen die Erde zu sehen war. Mit Hilfe eines 15 Meter langen Roboterarms installierten die beiden unter anderem einige Kameras. Das dritte Besatzungsmitglied, Kommandant Nie Haisheng, blieb in der Raumstation. Die Raumfahrer sind seit mehr als zwei Wochen in Chinas Raumstation in der Erdumlaufbahn und sollen insgesamt drei Monate bleiben.

Berliner Museen zum ersten Mal ohne Eintritt

In Berlin bieten die Museen heute zum ersten Mal einen Sonntag ohne Eintritt an. Mehr als 60 Berliner Häuser können besucht werden, ohne dass Karten gekauft werden müssten. Mit dabei sind unter anderem die Neue Nationalgalerie, das Anne-Frank-Zentrum, die Deutsche Kinemathek und das Museum für Naturkunde. Wegen Corona muss trotzdem ein Zeitfenster gebucht werden. Der eintrittsfreie Museumssonntag findet künftig immer am ersten Sonntag des Monats statt. Ziel ist es, die kulturelle Teilhabe zu unterstützen. Außerdem soll die Wirkung der Aktion wissenschaftlich untersucht werden.

Belarus: Goethe-Institut notfalls digital

Der Belarus-Experte der SPD, Johannes Schraps, glaubt, dass die deutschen Kulturinstitute in Minsk nach der Schließung durch die Behörden andere Wege finden werden, um ihre Inhalte anzubieten. Schon in der Corona-Pandemie habe man gesehen, dass viele Formate in den digitalen Bereich verlagert wurden, sagte Schraps im Deutschlandfunk Kultur. So würden zum Beispiel Sprachkurse weiterhin jedem offenstehen. Das Goethe-Institut und der Deutsche Akademische Austauschdienst in Belarus mussten kürzlich ihre Arbeit einstellen. Damit reagierte Machthaber Lukaschenko auf die Sanktionen der Europäischen Union gegen die Ex-Sowjetrepublik. Die Sanktionen waren nach der erzwungenen Landung einer europäischen Passagiermaschine in Minsk und der Verhaftung eines Regierungskritikers verhängt worden.

Komponisten-Urenkelin Daphne Wagner für Reformen

Aus Sicht der Komponisten-Urenkelin Daphne Wagner ist die Satzung der Richard-Wagner-Stiftung veraltet und muss überholt werden. Das sagte die 74-Jährige dem "Nordbayerischen Kurier" in Bayreuth. Ihre Cousine Katharina Wagner, die Leiterin der Bayreuther Festspiele, hatte solche Änderungen erst kürzlich angekündigt. Demnach soll sich eine Arbeitsgruppe mit der Reform der Satzung befassen. Daphne Wagner spricht von einem langwierigen Prozess. Die Richard-Wagner-Stiftung wurde 1973 errichtet und ist Eigentümerin des Festspielhauses. Sie wählt auch den Festspielleiter.

Modellprojekt zur Club-Öffnung in Ravensburg

In Ravensburg in Baden-Württemberg läuft ein Modellprojekt zur Öffnung von Clubs in Zeiten von Corona. Dabei ist Tanzen ohne Maske und Abstand ausdrücklich erlaubt. Voraussetzung ist ein negativer Coronatest, auch nach dem Tanzabend sollen sich die Gäste testen lassen. Um die Bereitschaft zum Nachtest zu erhöhen, wird ein Pfand von 30 Euro zusätzlich zum Eintrittspreis erhoben. Bis zu 450 Menschen nehmen teil. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Hochschule Ravensburg-Weingarten.

Paris kauft Musikklub Bataclan

Die Pariser Stadtverwaltung hat den Musikklub Bataclan gekauft. Es gebe eine lange Geschichte zwischen Paris und dem Klub, schrieb ein Mitarbeiter der Verwaltung auf Twitter, als der Kauf bekannt gegeben wurde. Die finanziellen Details wurden nicht bekannt. Im Bataclan hatten islamistische Attentäter am 13. November 2015 mehr als 80 Konzertbesucher getötet. Auch an anderen Orten der Stadt wurden damals Anschläge verübt. Insgesamt kamen 130 Menschen ums Leben.

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