Montag, 26.10.2020
 

Kulturnachrichten

Montag, 27. Juli 2020

Literaturfest München wegen Corona nicht wie geplant

Das Literaturfest München 2020 wird wegen der Corona-Krise nur eingeschränkt stattfinden, teilten die Stiftung Literaturhaus München, der Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und das Kulturreferat mit. Das Festprogramm des Literaturhauses und das forum:autoren mit internationalen Gästen vor großem Publikum ließen sich nur eingeschränkt oder gar nicht realisieren. In Planung ist weiterhin der zweite große Programmteil des Literaturfests, die Münchner Bücherschau. Durch die parallel entwickelte "digitale Bücherschau" sei es möglich, auch bei geringeren Teilnehmerzahlen vor Ort viele Buchinteressierte zu erreichen und die Ausfallrisiken gering zu halten, sagte Michael Then, Vorsitzender des bayerischen Landesverbands des Börsenvereins.

Hegel-Haus Stuttgart öffnet an dessen 250. Geburtstag

Das Museum Hegel-Haus in Stuttgart wird am 250. Geburtstag des Philosophen am 27. August wiedereröffnet. Die neue Dauerausstellung widmet sich Leben und Werk von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der 1770 in dem Haus zur Welt kam und 1831 in Berlin starb. Multimediale Installationen und interaktive Stationen sollen Hegel auch Besuchern ohne philosophische Vorkenntnisse näherbringen, sagte Museumsleiterin Christiane Sutter. Hegels Wirkungsgeschichte sei enorm, auch wenn seine Gedankenwelt zuerst unzugänglich erscheine. In den vergangenen Monaten war das Gebäude wegen Umbaus geschlossen. Die Sanierung kostete rund 900 000 Euro. Nach der Eröffnungsfeier sind zwei Festwochen mit weiteren Veranstaltungen geplant.

Ensemble Leipziger Straße in Berlin unter Schutz gestellt

Das bauliche Ensemble rund um die Leipziger Straße in Berlin wird unter Schutz gestellt. Es ist eines der bedeutendsten Neubauviertel Ost-Berlins und zentraler Wohnort der Hauptstadt. Damit sollen unerwünschte bauliche Veränderungen verhindert werden, heißt es in einem Erlass des Bezirksamts Mitte. Das Bezirksamt hatte als Grundlage für die Entscheidung ein Architektur-Gutachten in Auftrag gegeben. Darin heißt es, die Verbindung von Hochhaus und Flachbau wie in der Leipziger Straße sei eine Errungenschaft moderner Stadtorganisation. Frühere Pläne zur Neugestaltung des Gebiets würden nun verworfen.

Robert-Walser-Preis für Thilo Krause und Anne Pauly

Die französische Schriftstellerin Anne Pauly und ihr deutscher Kollege Thilo Krause werden mit dem Robert Walser-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre gleichzeitig an ein französischsprachiges und ein deutschsprachiges Erstlingswerk vergeben. Krause erzähle in seinem Debüt "Elbwärts" auf eindringliche Weise über eine Konfrontation mit einem Jugendtrauma, so die Jury. Für seine Gedichte wurde er bereits 2012 mit dem Schweizer Literaturpreis und 2016 mit dem Clemens-Brentano-Preis sowie dem ZKB Schillerpreis ausgezeichnet. Die in Paris lebende Anne Pauly entwickele in ihrem Erstling "Avant que j'oublie" mit bemerkenswerter Geschmeidigkeit, Komik und Poesie die vielfältigen Facetten einer gerade verschwundenen Vaterfigur, so die Jury in ihrer Begründung.

Birgitta Coers neue Leiterin des documenta-Archivs

Die Kunsthistorikerin Birgitta Coers wird neue Direktorin des documenta-Archivs in Kassel. Sie übernimmt die Leitung des Archivs am 1. Oktober, wie documenta und Museum Fridericianum mitteilten. Zunächst sollte Nadine Oberste-Hetbleck die Aufgabe übernehmen, sie trat die Stelle aber aus "familiären Gründen" nicht an. Coers betonte, ihr Ziel sei es, die "außergewöhnlichen Archivbestände mit Blick auf die digitalen Herausforderungen wissenschaftlich aufzubereiten und international sichtbar zu machen". Das 1961 gegründete Archiv widmet sich der Archivierung, Dokumentation und wissenschaftlichen Bearbeitung von Text- und Bildquellen zur modernen und zeitgenössischen Kunst, insbesondere zu den documenta Ausstellungen. Geplant ist, das Archiv zu einem umfangreichen Forschungsinstitut auszubauen.

Gedenkkonzert für Opfer von Brückeneinsturz

Zwei Jahre nach dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua findet heute im Gedenken an die Opfer ein Konzert statt. Die "Accademia Nazionale di Santa Cecilia" spielt unter der Leitung von Dirigent Antonio Pappano. Das Konzert unter der neugebauten Brücke wird ab 19.30 Uhr im Internet übertragen. Die von Architekt Renzo Piano neu errichtete Brücke wird am 3. August eingeweiht. Bei dem Einsturz der Autobahnbrücke im August 2018 waren 43 Menschen ums Leben gekommen.

Leichnam von John Lewis wird im Kapitol aufgebahrt

Als Höhepunkt der mehrtägigen Trauerfeiern zu Ehren des US-Bürgerrechtlers John Lewis ist dessen Leichnam heute in der Rotunde des US-Kapitols in Washington aufgebahrt worden. Dies ist eine besondere Ehre, die nur wenigen Verstorbenen zuteil wird. Am Wochenende hatten bereits hunderte Menschen im Bundesstaat Alabama, der Heimat des Kongressabgeordneten, Abschied von Lewis genommen. Der berühmte Bürgerrechtler war vor anderthalb Wochen im Alter von 80 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. In den 1960er-Jahren gehörte er zu den bekanntesten Mitstreitern von Martin Luther King Jr., die für die Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung in den USA kämpften. Später vertrat er die Demokratische Partei jahrzehntelang im US-Kongress.

Modedesigner Kansai Yamamoto gestorben

Der japanische Modedesigner Kansai Yamamoto ist tot. Er starb im Alter von 76 Jahren an Leukämie, wie seine Tochter, die Schauspielerin Mirai Yamamoto, per Instagram mitteilte. Yamamoto galt als Pionier der japanischen Modeindustrie und wurde unter anderem für seine Entwürfe für David Bowies Alter Ego Ziggy Stardust bekannt. Er machte sich ab den 70er-Jahren mit farbenfrohen Avantgarde-Kreationen einen Namen. Diese griffen oft Elemente der japanischen Kultur auf - wie beispielsweise aus dem traditionellen Kabuki-Theater - und stellten Geschlechtergrenzen in Frage.

Christian Stückl erhält Abraham-Geiger-Preis

Der Regisseur Christian Stückl ist in München mit dem Abraham-Geiger-Preis geehrt worden. Die mit 10.000 Euro dotierte jüdische Auszeichnung erhielt er für seine Inszenierungen der international bekannten Oberammergauer Passionsspiele. Stückl sei es gelungen, "weg von christlichem Judenhass hin zu einer ausgewogenen Darstellung innerjüdischer Konflikte" zu kommen, hieß es in der Begründung des an der Universität Potsdam angesiedelten Rabbiner-Seminars Abraham-Geiger-Kolleg. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, würdigte Stückl in ihrer Laudatio als einen "emphatischen, verständigen und klugen Mann", der mit offenen Augen und einem wachen Geist gesegnet sei. Bei den Passionsspielen sei es ihm gelungen, die Historie mitzudenken, der Tradition mit der nötigen Ehrerbietung zu begegnen, die Würde des Stückes zu wahren und trotzdem einen Modus zu finden, der die Passion in die heutige Realität einpasse.

Schauspielerin Olivia de Havilland gestorben

Im Alter von 104 Jahren ist die Schauspielerin und zweifache Oscar-Gewinnerin Olivia de Havilland in Paris gestorben. Sie gehörte zu den letzten großen Stars der Filmstudio-Ära in Hollywood. De Havilland war außerdem die letzte überlebende Darstellerin des Filmklassikers "Vom Winde verweht" aus dem Jahr 1939. Sie war auch bekannt dafür, gegen umstrittene Verträge mit Hollywood-Studios anzukämpfen. Ihr Produktionsstudio wollte sie in den 1940er-Jahren nach Ablauf des Vertrags gegen ihren Willen zu mehr Filmen zwingen, dagegen zog De Havilland aber erfolgreich vor Gericht.

Regisseur Christian Petzold in Venedig-Jury

Der deutsche Regisseur Christian Petzold gehört der Jury der diesjährigen Filmfestspiele in Venedig an. Dies teilte das Festival am Sonntag mit. Im Jahr 2008 war er mit dem Film "Jerichow" im Wettbewerb der Filmfestspiele vertreten. Neben Petzold sind in der Jury die österreichische Regisseurin Veronika Franz, die britische Regisseurin Joanna Hogg, der italienische Schriftsteller Nicola Lagioia, der rumänische Regisseur Cristi Puiu und die französische Schauspielerin Ludivine Sagnier vertreten. Geleitet wird sie von der australischen Schauspielerin Cate Blanchett. Wegen der Corona-Pandemie werden diesmal in Venedig weniger Werke zu sehen sein als in den Vorjahren. Die Liste der Wettbewerbsfilme und das ganze Programm wird Ende Juli erwartet.

Kinder sollen Minister befragen dürfen

Einmal im Jahr soll der Bundestag künftig für eine Stunde lang Schülern aus den 7. und 8. Klassen gehören. Die Kinderkommission des Bundestages hat auf Anregung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ein entsprechendes Eckpunktepapier beschlossen. Darin wird eine regelmäßige "Kinderfragestunde" vorgeschlagen, sagte der Vorsitzende der Kinderkommission Matthias Seestern-Pauly von der FDP der Deutschen Presseagentur. Die "Kinderfragestunde" soll so ablaufen wie im niederländischen Parlament. Kurz vor der Sommerpause sollen in Berlin Schülerinnen und Schüler im Plenum Fragen an Minister und Ministerinnen stellen dürfen. Insgesamt sollen zehn Schulklassen daran teilnehmen. Die Fragen sollen im Unterricht entwickelt und dann beim Bundestag eingereicht werden.

Schauspieler John Saxon gestorben

Der US-Schauspieler John Saxon ist tot. Er sei am Samstag durch eine Lungenentzündung zu Hause in Murfreesboro im US-Staat Tennessee im Alter von 83 Jahren gestorben, meldete der "Hollywood Reporter" unter Berufung auf Saxons Frau. Neben seinen Auftritten in mehreren "Nightmare on Elm Street"-Horrorfilmen ist er bekannt für seine Darstellung in "Der Mann mit der Todeskralle" an der Seite von Bruce Lee. Saxon wurde als Carmine Orrico, als Sohn italienisch-amerikanischer Eltern, geboren und wuchs in Brooklyn auf. Als Jugendlicher arbeitete er bereits als Model und wurde dabei für Hollywood entdeckt. Experten würdigten ihn dafür, anderen männlichen Stars wie Rock Hudson und Tab Hunter bei deren Karrieren geholfen zu haben. Saxon spielte fast 200 Rollen in Film und Fernsehen.

Hunderte Techno-Fans feiern in Tschechien trotz Corona

Trotz der Corona-Pandemie ist in Tschechien eine dreitägige Technoparty gefeiert worden. Zum Abschluss am Sonntag kamen rund 900 Menschen auf einem Feld rund 60 Kilometer südlich von Prag zusammen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Polizei ließ die Partygänger gewähren, obwohl die Aktion nicht bei den Behörden angemeldet war. "Niemand will ein zweites CzechTek", sagte Innenminister Jan Hamacek zur Begründung im Sender Prima. Im Jahr 2005 war die Technoparty CzechTek gewaltsam aufgelöst worden. Dabei wurden Dutzende Menschen verletzt. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war um 131 Fälle niedriger als an den Vortagen, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Bisher starben 368 Menschen. Unterdessen schloss Ministerpräsident Andrej Babis einen zweiten Lockdown aus. "In erster Linie müssen wir an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen appellieren", sagte er der Zeitung "Pravo".

Papst ruft zu mehr Kontakt zu alten Menschen auf

Papst Franziskus hat Jugendliche aufgefordert, sich mit mehr Kreativität um Kontakt zu alten Menschen zu bemühen. In den vergangenen Monaten seien viele Alte in ihrer Wohnung oder in Heimen allein geblieben, oft ohne Kontakt zu Angehörigen, so das Kirchenoberhaupt beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. "Lasst sie nicht allein, nutzt die Fantasie, telefoniert, macht Videoanrufe, schreibt Textnachrichten, hört ihnen zu und besucht sie unter Einhaltung der Gesundheitsvorschriften", so der Papst. Abschließend bat er um einen spontanen Beifall für alle Großeltern dieser Welt.

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