Seit 05:05 Uhr Studio 9
Donnerstag, 22.10.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Samstag, 25. Juli 2020

Streaming aus dem Theater von Epidauros

Erstmals wird heute Abend eine Vorstellung aus dem monumentalen Theater von Epidauros in Griechenland im Internet gestreamt. Weltweit werden Zuschauer ab 20 Uhr die Gelegenheit haben, die antike Tragödie "Die Perser" zu sehen. Damit solle den Menschen, die wegen der Coronapandemie dieses Jahr Griechenland nicht besuchen können, die Gelegenheit gegeben werden, die einmalige Atmosphäre des Theaters zu genießen, teilte der griechische Regierungschef Mitsotakis im Staatsfernsehen mit. Die Tragödie "Die Perser" stammt von dem antiken Dramatiker Aischylos. Erstmals wird eine Vorstellung aus dem monumentalen Amphitheater von Epidauros in Griechenland im Internet gestreamt. Zu sehen ist das Stück unter www.livefromepidaurus.gr

Anwälte erinnern an inhaftierten Osman Kavala

Am kommenden Montag wird der türkische Kulturmäzen Osman Kavala seit 1.000 Tagen in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis von Silivri in der Nähe von Istanbul einsitzen. Wenige Tage vor diesem Datum kritisierten seine Anwälte Köksal Bayraktar, Deniz Tolga Aytöre und Ýlkan Koyuncu in einer Online-Pressekonferenz in Istanbul das Verfahren als „politisch motiviert". Hunderte Künstler und Intellektuelle in aller Welt beteiligen sich inzwischen an der Kampagne „Free Osman Kavala" und fordern seine sofortige Freilassung. Der heute 62jährige Kavala wurde am 1. November 2017 in Untersuchungshaft genommen und kurz danach in das Gefängnis nach Silivri verlegt. Er hatte sich in zahlreichen Projekten für Demokratie, Menschenrechte und die Stärkung der Zivilgesellschaft eingesetzt. 2002 hatte er dazu die Stiftung Anadolu Kültür gegründet. In von Theaterintendantin Shermin Langhoff und Filmemacher Fatih Akin initiierten Videobotschaften erklären beide ihre Beziehung zu Kavala und dessen Bedeutung für die internationale Kulturzusammenarbeit.

Fleetwood-Mac-Mitgründer Peter Green gestorben

Der britische Gitarrist und Mitgründer der Band "Fleetwood Mac", Peter Green, ist tot. Er sei friedlich im Schlaf im Alter von 73 Jahren gestorben, teilten Familienmitglieder am Samstag in einer offiziellen Stellungnahme mit. Green gründete gemeinsam mit Schlagzeuger Mick Fleetwood 1967 in London "Fleetwood Mac". Green verließ die Band allerdings schon 1970 wieder. Der Blues-Rock-Gitarrist hatte lange Zeit psychische Probleme. Seine Familie kündigte eine weitere Stellungnahme für die kommenden Tage an.

CSD wird wegen Corona online gefeiert

Der Berliner Christopher Street Day wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr im Internet gefeiert. Noch bis Mitternacht läuft die online-Sendung "Mainstream" mit Talks und Beiträgen, darunter von Rufus Wainwright, Rummelsnuff und Black Cracker. Mehr als 30 Initiativen und Vereine, sowie queere Communitys sind beteiligt. Außerdem waren kleinere Demos angekündigt. Berlins Regierender Bürgermeister Müller hat in einer Videobotschaft zum entschiedenen Kampf gegen die Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen sowie Transgender-Personen aufgerufen. Übergriffe gebe es nicht nur in anderen Staaten, sondern auch hierzulande, beklagte Müller. Ausgrenzung und Diskriminierung dürften nicht zugelassen werden. Am Christopher Street Day wird an den Aufstand in der New Yorker Schwulenbar "Stonewall Inn" gegen willkürliche Polizeikontrollen im Jahr 1969 erinnert.

Polnischer Opernsänger Bernard Ladysz gestorben

Der polnische Opernsänger Bernard Ladysz ist tot. Er starb am Samstag in Warschau im Alter von 98 Jahren, wie die Polnische Presseagentur PAP unter Berufung auf das Museum des Warschauer Aufstands berichtete. In einer Aufnahme der Oper "Lucia di Lammermoor" sang Ladysz an der Seite von Maria Callas die Rolle des Raimondo. Später war er unter anderem an der Uraufführung der Lukas-Passion des polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki beteiligt. Für viele Jahre wurde die Nationaloper in Warschau zur Heimatbühne des in Vilnius geborenen Bassbaritons. Mit ihm sei ein herausragender Sänger und ein großer polnischer Patriot gestorben, schrieb Kulturminister Piotr Glinski auf Twitter.

Die Verteidigungsministerin will Nachteile für homosexuelle Soldaten ausgleichen

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer will Soldaten entschädigen, die in der Vergangenheit wegen ihrer Homosexualität dienstrechtlich benachteiligt worden sind. Dies ist einer der Eckpunkte eines Gesetzentwurfs, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt. Die Neuregelung zielt dem Bericht zufolge auf Benachteiligungen, die sich noch bis ins Jahr 2000 hinein ausgewirkt haben sollen. Eine Aufhebung früherer dienstrechtlicher Urteile, die sich aus heutiger Sicht als Diskriminierung darstellen, war bislang von allen Bundesregierungen abgelehnt worden. Im Entwurf von Kramp-Karrenbauer sind jetzt nicht nur Aufhebungen, sondern ausdrückliche Rehabilitierungsbescheinigungen vorgesehen. Alle Regeln sollen auch für frühere NVA-Soldaten gelten. Der Gesetzentwurf soll am 17. September zusammen mit der Studie "Tabu und Toleranz - der Umgang der Bundeswehr mit Homosexualität von 1955 bis zur Jahrtausendwende" vorgestellt werden.

Popsänger Bendzko zu Corona-Studie: "Wir brauchen Fakten"

Der Popmusiker Tim Bendzko hofft auf klärende Fakten einer neuen Studie der Unimedizin Halle für Großveranstaltungen in Corona-Zeiten. "Alle Maßnahmen, die bis jetzt ergriffen wurden, auch gerade in Bezug auf Konzerte und Großveranstaltungen, beruhen auf Annahmen und Vermutungen. Und was könnte mehr helfen als Fakten und entsprechende Daten?", sagte er dem Radiosender MDR JUMP. Bendzko soll im August in Leipzig drei Konzerte in verschiedenen Sicherheitsszenarien für 4000 Probanden spielen. Die Forscher wollen dabei ein mathematisches Modell entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann.

Bayreuth ohne Festspiele aber mit Konzert

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten beginnen heute auf dem Grünen Hügel von Bayreuth wegen der Corona-Pandemie keine Richard-Wagner-Festspiele. Allerdings gibt es bei Deutschlands bekanntestem Opernfestival einen kleinen Ersatz: In der Villa Wahnfried, dem früheren Wohnhaus Richard Wagners, veranstalten die Festspiele am Nachmittag ein Konzert mit den Bayreuther Sängerstars Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt, das von Musikdirektor Christian Thielemann dirigiert wird und live auf BR-Klassik übertragen werden soll. Außerdem gibt der dänische Komponist und Performance-Künstler Simon Steen-Andersen mit seiner Video-Produktion "The Loop of the Nibelung" ganz neue Einblicke in das Festspielhaus. Sie soll vom 28. Juli an unter anderem auf der Homepage der Bayreuther Festspiele zu sehen sein.

Frankreichs Kulturszene fordert Wiedereröffnung

Kulturschaffende und Konzertveranstalter in Frankreich fordern von der Regierung einen Plan für die Wiederbelebung der Branche. Die Musik- und Konzert-Industrie sei wegen der Corona-Pandemie auf den Knien, schrieben rund 1500 Veranstalter, Künstler, Produzenten und weitere Kulturschaffende in einem offenen Brief an Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Jean Castex und Kulturministerin Roselyne Bachelot. Bisher sei kein Datum in Aussicht gestellt worden, ab dem in Konzerthallen und auf kleineren Bühnen wieder Veranstaltungen stattfinden könnten. Die Unterzeichner fordern einen klaren Zeitplan für die Wiedereröffnung ihrer Sparte. Kinos, Cafés und Restaurants hätten schließlich auch schon wieder öffnen dürfen, kritisieren sie.

Journalisten kündigen aus Protest gegen Einflussnahme

Aus Protest gegen die Entlassung des Chefredakteurs der ungarischen Nachrichten-Webseite Index haben zahlreiche Mitarbeiter der Redaktion gekündigt.
Agenturangaben zufolge handelt es sich um mindestens 60 Redakteure und Reporter. Sie nannten die Entlassung des Chefredakteurs einen offenen Versuch, Druck auf die Berichterstattung auszuüben. Index ist das größte regierungs-unabhängige Nachrichtenportal Ungarns. Beobachter sehen es als eines der letzten Medien des Landes, die kritisch über die Politik von Premierminister Orban berichten.

Kulturnachrichten hören

Juli 2020
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

Neu im Kino: "Bohnenstange"Bruch mit dem Heldenmythos
In einem Filmstill aus "Bohnenstange" ist eine Schauspielerin mit Kopftuch zu sehen. (Eksystent Distribution / Liana Mukhamedzyanova)

Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

Zum Tod von Designer Enzo MariUrvater des Do-it-Yourself
Porträt von Enzo Mari. (Getty Images / Hulton Archive / Leonardo Cendamo )

Das Entwerfen um des Entwerfens willen lehnte Enzo Mari ab: Berühmt wurde der nun verstorbene Italiener mit schlichten Holzmöbeln zum Selberbauen. Der Architekt Andreas Glücker erinnert an einen Designer, der das Design für tot erklärte.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur