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Montag, 26.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 24. Juli 2020

Frankreichs Kulturszene fordert Wiedereröffnung

Kulturschaffende und Konzertveranstalter in Frankreich fordern von der Regierung einen Plan für die Wiederbelebung der Branche. Die Musik- und Konzert-Industrie sei wegen der Corona-Pandemie auf den Knien, schrieben rund 1500 Veranstalter, Künstler, Produzenten und weitere Kulturschaffende in einem offenen Brief an Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Jean Castex und Kulturministerin Roselyne Bachelot. Bisher sei kein Datum in Aussicht gestellt worden, ab dem in Konzerthallen und auf kleineren Bühnen wieder Veranstaltungen stattfinden könnten. Die Unterzeichner fordern einen klaren Zeitplan für die Wiedereröffnung ihrer Sparte. Kinos, Cafés und Restaurants hätten schließlich auch schon wieder öffnen dürfen, kritisieren sie.

Journalisten kündigen aus Protest gegen Einflussnahme

Aus Protest gegen die Entlassung des Chefredakteurs der ungarischen Nachrichten-Webseite Index haben zahlreiche Mitarbeiter der Redaktion gekündigt.
Agenturangaben zufolge handelt es sich um mindestens 60 Redakteure und Reporter. Sie nannten die Entlassung des Chefredakteurs einen offenen Versuch, Druck auf die Berichterstattung auszuüben. Index ist das größte regierungs-unabhängige Nachrichtenportal Ungarns. Beobachter sehen es als eines der letzten Medien des Landes, die kritisch über die Politik von Premierminister Orban berichten.

Zwei antike Schiffe sollen rekonstruiert werden

Zwei antike römische Schiffe, deren Überreste 1944 von deutschen Truppen verbrannt wurden, sollen nach dem Willen des Bürgermeisters von Nemi mit deutscher Hilfe wieder rekonstruiert werden. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, möchte die Kleinstadt nahe Rom von Deutschland zum einen Schadenersatz für das zerstörte Kulturgut. Darüber hinaus wolle man den einstigen Feind für die Rekonstruktion der 1928 bis 1932 im Nemi-See geborgenen Schiffe gewinnen, wird Bürgermeister Alberto Bertucci zitiert. Dem Bericht zufolge wurde das Museum mit den Schiffen aus der Zeit Kaiser Caligulas (12-41 n. Chr.) von Mitgliedern einer Wehrmachtseinheit willentlich angezündet. Dies sei kein gewöhnlicher Kriegsschaden gewesen. Bertucci verwies auch auf die europäische Dimension eines gemeinsamen Rekonstruktionsprojekts. Anhand vorhandener Daten könnten die Schiffe mittels 3D-Drucktechnik wiederhergestellt werden.

Richtfest für Deutsches Chorzentrum in Berlin

Mit dem Deutschen Chorzentrum in Berlin bekommen demnächst die rund 15 000 Chöre in der Bundesrepublik auch ein festes Zuhause in der Hauptstadt. "Wir sind auf der Zielgeraden", sagte Verbandspräsident, Christian Wulff, zum Richtfest in Berlin-Neukölln. Gerade die aktuelle Situation mit der Corona-Pandemie zeige, wie wichtig Chöre für den gesellschaftlichen Zusammenhalt seien. Der Verband werde sich von seinem neuen Sitz aus auch kulturpolitisch für das gemeinschaftliche Singen einsetzen, betonte der Alt-Bundespräsident. Die Eröffnung des Chorzentrums ist für März 2021 geplant. In dem Haus soll auch der Chorverband Berlin, der Landesmusikrat sowie ein Musikkindergarten mit 70 Plätzen unterkommen. Das Haus solle als Ort des Austauschs für die Chor- und Vokalmusikszene in Deutschland dienen und auch eine Brücke zu den Bewohnern in der unmittelbaren Nachbarschaft schlagen, teilte der Chorverband mit.

Deutscher Übersetzerfonds vergibt 73 Stipendien

In seiner zweiten Runde für das Jahr 2020 hat der Deutsche Übersetzerfonds 73 Stipendien in Höhe von rund 330.000 Euro vergeben. Unterstützt werden zahlreiche Prosaprojekte in 18 Ausgangssprachen, neun Sachbücher, sieben Lyrikarbeiten, vier Kinder- und Jugendbücher, drei Theaterübersetzungen und zwei Essays. Exzellenzstipendien für zusammen 36 000 Euro gab es für Rainer Schmidt, der Tagebücher des US-Schriftstellers Henry David Thoreau übersetzt, für Eva Profousová für "Die Stunden aus Blei" der tschechischen Schriftstellerin Radka Denemarková sowie für eine Gruppe von Übersetzern für eine "Neue spanischsprachige Dramatik". Die Jury wählte zudem 49 Projekte für Arbeitsstipendien mit zusammen etwa 200.000 Euro und weitere Stipendien aus. Der 1997 in Berlin gegründete Deutsche Übersetzerfonds ist ein gemeinnütziger Verein und fördert literarische Übersetzungen ins Deutsche.

Drei weitere Lüpertz-Fenster für Kirche in Bamberg

Die Kirche Sankt Elisabeth in Bamberg erhält dieses Jahr drei weitere Glasfenster von Markus Lüpertz. Möglich sei dies durch Großspenden, sagte die "Initiative Glasfenster Markus Lüpertz" der Katholischen Nachrichten-Agentur. Damit sind dann fünf der acht geplanten raumhohen Fenster fertig. Der international rennommierte Lüpertz zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Die ersten beiden Werke wurden im vergangenen Jahr in der Kirche in der oberfränkischen Stadt enthüllt. Gezeigt werden auf den Fenstern unter anderem Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth. Die ersten beiden Werke behandeln das Thema "Almosen", die neuen auch die Themen "Kranke besuchen" und "Hungrige speisen". Schirmherren des Projekts sind der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und Oberbürgermeister der Stadt Andreas Starke.

Disney verschiebt "Mulan"-Filmstart

Immer mehr Hollywood-Studios verschieben Filmstarts und bringen damit Kinobetreiber in die Bredouille. Der US-Unterhaltungskonzern Disney will drei seiner Filme erst deutlich später als geplant in die Kinos bringen. Die Neuverfilmung von "Mulan", die ursprünglich im März 2020 veröffentlicht werden sollte, wird auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Pandemie habe auch die Produktion von "Avatar 2" und des nächsten "Star Wars"-Streifens unterbrochen, wodurch beide ein Jahr später als vorgesehen in die Kinos kommen sollen, teilte ein Disney-Sprecher mit. Die mit den Folgen des Corona-Lockdowns kämpfende Branche muss weiter mit Filmen aus dem Frühjahr auskommen oder greift mangels Neuproduktionen auf Klassiker zurück. In den USA haben der größte US-Kinobetreiber AMC sowie die britische Cineworld die Wiedereröffnung ihrer Kinos auf frühestens Mitte August verlegt.

Bayern plant Chorstudie zu Corona-Vermeidung

Bei den Regensburger Domspatzen wird im neuen Schuljahr wissenschaftlich untersucht, wie ein Ausbruch von Corona vermieden werden kann. Der Freistaat Bayern stellt dafür Mittel von rund 110.000 Euro bereit. Wissenschaftsminister Sibler teilte mit, er erhoffe sich Aufschluss über praktikable Testungsstrategien zur Vermeidung von Schulschließungen. Insbesondere für Musikgymnasien, aber auch Kultureinrichtungen könnte die Forschungsarbeit wegweisend sein. Für die Studie werden Domspatzen-Schüler mehrere Wochen auf das Virus getestet. Im Zusammenspiel mit Hygienemaßnahmen könne das Risiko einer Ansteckung so um ein Vielfaches minimiert werden. Domkapellmeister Heiß erwartet sich damit auch neue Möglichkeiten, wieder mit seinen Chören auftreten zu können.

Augsburg hat bald eine Jim-Knopf-Straße

Gute Nachrichten für Freunde der Augsburger Puppenkiste: Wer will, kann bald nach Lummerland ziehen - zumindest in eine gleichnamige Straße. Im Augsburger Stadtteil Lechhausen sollen die Wege eines Neubaugebiets nämlich nach Puppenkisten-Orten und -Figuren benannt werden, wie die Stadt mitteilte. Geplant sind neben der Lummerland-, eine Jim-Knopf- und eine Urmelstraße. Das Thema Puppenkiste passe hervorragend zu dem geplanten familienfreundlichen Wohngebiet, hieß es. Das Marionettentheater Augsburger Puppenkiste feierte 1948 Bühnen-Premiere. 1953 wurde die erste Verfilmung in der Kinderstunde im ARD Fernsehen gezeigt.

Erste Freitagsgebete in Istanbuls Hagia Sophia

Erstmals seit 85 Jahren finden in der Hagia Sophia wieder Freitagsgebete statt. Vor zwei Wochen hatte der türkische Präsident Erdogan die Hagia Sophia nach einer Gerichtsentscheidung wieder zur Moschee erklärt. Heute strömten Hunderte von Muslimen in Istanbul zu dem Bauwerk. Christen, westliche Staaten und Kulturinstitutionen hatten die Umwandlung des Museums in eine Moschee scharf kritisiert. Als Protest läuteten in Griechenland die Kirchenglocken mit ihren Fahnen auf Halbmast. Dass die Hagia Sophia künftig als Moschee dient, bezeichnete der griechische Erzbischof Hieronymos als einen "unheiligen Akt der Schändung". Der weltbekannte Kuppelbau sei "ein Symbol unseres Glaubens und ein universelles Denkmal der Kultur". Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert gebaut und ursprünglich die bedeutendste christliche Kathedrale. Ab 1453 wurde sie als Moschee genutzt bis sie 1935 in ein Museum umgewandet wurde.

Im Irak entführte deutsche Kuratorin ist wieder frei

Die in der irakischen Hauptstadt Bagdad verschleppte deutsche Kuratorin Hella Mewis ist wenige Tage nach ihrer Entführung wieder frei. Sicherheitskräfte hätten Mewis befreit, sagte Militärsprecher Jahia Rasul der Deutschen Presse-Agentur.
Details zu dem Einsatz nannte er nicht. Unklar blieb auch, ob es in den vergangenen Tagen Verhandlungen mit den Entführern gegeben hatte. Die Aktivistin Sirka Sarsam, die mit Mewis befreundet ist, bestätigte die Freilassung. Die Kuratorin lebt seit mehreren Jahren in Bagdad und baute dort ein Kulturinstitut auf, das die Arbeit junger irakischer Künstler fördert.

Autor Zaimoglu findet Hagia-Sophia-Debatte übertrieben

Die Debatte über die Hagia Sophia in Istanbul geht weiter. Der deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu hält die "Aufgeregtheit" wegen der Umwandlung vom Museum in eine Moschee für übertrieben. "Viele säkular gestimmte Menschen entdecken plötzlich ihr Herz für die Christenheit. Sie sollten sich aber bitteschön auch engagieren, wenn es um tiefere Glaubensfragen geht", sagte der 55-Jährige der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Zaimoglu betonte: "Ich begrüße, wenn in einem Gotteshaus wieder ein Gott angebetet wird. Die Hagia Sophia wurde ja schließlich nicht als Verwahranstalt und Showroom von Kultgegenständen gebaut." Gleichwohl handele es sich bei dem Schritt des türkischen Präsidenten Erdogan um eine Inszenierung. Zaimoglu weiter: "Es ist aber auch nichts Neues unter der Sonne. Aus Synagogen und Tempeln wurden Kirchen. Heute werden Kinos und Buchläden daraus, wenn sie nicht mehr gebraucht werden", so der Schriftsteller. Nach mehr als 80 Jahren findet zum ersten Mal wieder ein Freitagsgebet in der Hagia Sophia in Istanbul statt.

Jedes dritte Museum der USA von Schließung gefährdet

Als Folge der Corona-Pandemie fürchten viele Museen in den USA um ihre Zukunft. Laut einer Umfrage des US-Museumsverbands AAM hat jedes dritte Museum angegeben, dass ein deutliches Risiko besteht, endgültig zum kommenden Herbst schließen zu müssen. Mehr als 750 Museumsdirektoren wurden dafür befragt. Der überwiegende Teil habe zudem nur noch Rücklagen für bis zu zwölf Monate. Eine Schließung von rund 12 000 Museen sei für Gemeinden, Wirtschaft und das Bildungssystem verheerend. Rund 700 000 Arbeitsplätze wären betroffen. Die Museen hoffen deshalb auf staatliche Finanzhilfen und Spenden.

100 niederländische Museen fürchten Schließung

Rund 100 Museen in den Niederlanden fürchten wegen der Corona-Krise das Aus. Ohne staatliche Hilfen würden sie das nächste Jahr finanziell nicht überleben, teilte der Verband der Museen in Amsterdam mit. Vor allem die kleineren Museen mit weniger als 40 000 Besuchern im Jahr seien von der Pleite bedroht. Die Regierung in Den Haag hatte zu Beginn der Pandemie zwar ein Hilfspaket von insgesamt 300 Millionen Euro für Kultureinrichtungen zur Verfügung gestellt. Nach Angaben des Verbandes kommt das aber vor allem den großen Kunstmuseen zugute.

Schauspieler dürfen sich beim Dreh wieder küssen

Schauspieler dürfen wieder küssen und kämpfen, ohne dass sie davor in Quarantäne müssen. Ab sofort sind keine pauschalen präventiven Maßnahmen mehr erforderlich, das teilte die zuständige Berufsgenossenschaft mit. Bislang lautete die Empfehlung für Filmproduktionen, dass sich die Schauspieler bei Drehorten in Deutschland etwa vor Kuss-Szenen fünf Tage lang in Quarantäne begeben sollen.

Der Electra-Sänger Stephan Trepte ist tot

Der Musiker und Sänger Stephan Trepte der Rockband Electra ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Sohn, der Schauspieler Ludwig Trepte auf seinem Instagram-Account. Aus Biehla in Sachsen stammend, spielte er nach einer Ausbildung zum Maschinenbauer zunächst in Amateurbands, bis ihn Electra-Chef Bernd Aust zur Band holte. Für Electra sang Stephan Trepte 1972 als ersten Song "Tritt ein in den Dom". Die Band und ihr Lied wurden auch deswegen bekannt, weil der Song in der DDR als Werbung für die Kirche interpretiert und das Lied kaum noch offiziell gespielt wurde. Nach Spannungen bei Electra wechselte Trepte zu anderen Bands. Bei Reform blieb er bis zu deren Auflösung 1986. Später beteiligte sich Trepte an verschiedenen Musikprojekten. Zu Electra stieß Trepte später wieder hinzu und blieb als Sänger bis zur Auflösung der Band im Jahr 2015 dabei.

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