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Kulturnachrichten

Sonntag, 19. Juli 2020

Moraltheologe Eberhard Schockenhoff gestorben

Der katholische Theologe und Ethiker Eberhard Schockenhoff ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Das bestätigte die Universität Freiburg. Schockenhoff hatte in Freiburg den Lehrstuhl für Moraltheologie inne und gehörte viele Jahre dem Deutschen Ethikrat an. Er beschäftigte sich unter anderem mit medizinethischen Fragen und entwarf die Grundzüge einer Friedensethik. 2007 erschien seine Studie zur "Theologie der Freiheit". Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken würdigten den Verstorbenen. Schockenhoff habe eine "visionäre Kraft" und eine "bemerkenswerte analytische Brillanz" besessen, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bätzing.

Zentralrat der Juden feiert 70. Geburtstag

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat das 70-jährige Bestehen des Zentralrats in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag" gewürdigt. Bei dessen Gründung habe niemand mit einer solchen Lebensdauer gerechnet, schreibt Knobloch. In den vergangenen 70 Jahren sei die jüdische Gemeinschaft in Deutschland größer, vielfältiger und sichtbarer geworden als je zuvor nach 1945. Dennoch sei in Zeiten von wachsendem Judenhass ein solcher Zusammenschluss weiterhin notwendig. Dem Zentralrat gehören nach eigenen Angaben derzeit 105 jüdische Gemeinden mit rund 100.000 Mitgliedern an.

Twitter entfernt Trump-Video

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat erneut einen Beitrag von US-Präsident Donald Trump gesperrt. Diesmal ging es um den Video-Tweet eines Social-Media-Mitarbeiters des Weißen Hauses, den Trump weiterverbreitet hatte. Twitter teilte mit, das mit Musik der Popgruppe Linkin Park unterlegte Video sei nach einer Urheberrechts-Beschwerde deaktiviert worden. Vom US-Präsidialamt war zunächst kein Kommentar zu erhalten. In den letzten Wochen hatten eine Reihe von Musikern Trump die Nutzung ihrer Lieder untersagt, darunter Rihanna, die Rolling Stones und Pharrell Williams. Bereits früher hatte Twitter Nachrichten des Präsidenten deaktiviert oder mit einem Warnhinweis versehen, in einem Fall wegen eines Verstoßes gegen das Verbot von Gewaltverherrlichung.

Schriftsteller Juan Marsé gestorben

Der spanische Schriftsteller Juan Marsé ist im Alter von 87 Jahren gestorben.
Der Katalane gilt als einer der größten spanischen Erzähler der Gegenwart und wurde immer wieder als Außenseiter-Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt. Marsés Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und dienten oft als Vorlage für Filme und Theaterstücke. Neben vielen anderen Auszeichnungen wurde er auch mit dem Cervantes-Preis geehrt, dem wichtigsten Literaturpreis der spanisch sprechenden Welt.

Neuer Startversuch für Mars-Mission der Emirate

Nach zweimaligem Aufschub wegen schlechten Wetters startet die erste Mars-Mission der Vereinigten Arabischen Emirate in der Nacht zum Montag. Eine japanische Rakete soll die Mars-Sonde "Hoffnung" um 23.58 Uhr MESZ vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima ins All bringen. Nach den Plänen der Emirate soll die Sonde im Februar 2021 mit der Umrundung des Roten Planeten beginnen. Insgesamt soll sie ihn ein ganzes Mars-Jahr, das entspricht 687 Tagen auf der Erde, umrunden und dabei ein umfassendes Bild seiner Atmosphäre und meteorologischen Dynamik liefern. Wegen der derzeit günstigen Lage des Planeten zur Erde planen auch die USA und China für diesen Monat eigene Mars-Missionen.

Uffizien-Chef verteidigt Social-Media-Strategie

Uffizien-Direktor Eike Schmidt hat die Social-Media-Strategie der Florenzer Kunstsammlung gegen Kritiker verteidigt. Damit wolle man die jüngeren Generationen für die Sammlungen begeistern, sagte der 52-jährige deutsche Kunsthistoriker in einem Interview der Zeitung "La Repubblica". Die Sammlungen gehörten allen Menschen, nicht nur einer kulturellen Elite. Kürzlich hatten die Uffizien ein Foto der Influencerin Chiara Ferragni auf Instagram gepostet, auf dem sie in ausgefransten Shorts und bauchfreiem Top vor dem Bild "Die Geburt der Venus" von Sandro Botticelli posiert. Auf TikTok hatte das Museum in jüngster Zeit unter anderem mit einer verspielten Darstellung der "Medusa" von Caravaggio mit coronagemäßem Mund-Nasen-Schutz von sich reden gemacht. "Es bewegt mich, Briefe von Eltern zu bekommen, die mir erzählen, wie ihre Kinder sie darum gebeten haben, die Uffizien zu besuchen, nachdem sie die TikTok-Videos gesehen haben", sagte Schmidt.

Mann in Gewahrsam nach Brand von Nantes

Nach dem Großbrand in der Kathedrale im west-französischen Nantes hat die Polizei einen Mann in Gewahrsam genommen. Der Mann arbeite als Freiwilliger für die Diözese und sei für die Schließung der Kirche am Freitagabend verantwortlich gewesen, sagte ein Staatsanwalt der Nachrichtenagentur AFP. Deshalb wollten die Ermittler "bestimmte Aspekte seines Tagesablaufs" klären. Es sei jedoch zu früh zu sagen, ob der Mann an der mutmaßlichen Brandstiftung beteiligt gewesen sein könnte. Nach Angaben der Feuerwehr wurde beim Brand die große Orgel zerstört. Auch mehrere Buntglasfenster sowie Kunstobjekte wurden demnach zerstört oder beschädigt. Frankreichs Premier Castex sagte nach einem Besuch in Nantes staatliche Unterstützung für die Renovierung zu.

Gründer von "Time Out"-Magazinmarke gestorben

Der Gründer der Stadtführer-Magazinmarke "Time Out", Tony Elliott, ist tot. Er sei bereits am Donnerstag im Alter von 73 Jahren an den Folgen von Lungenkrebs gestorben, teilte der Geschäftsführer der "Time Out"-GruppeJulio Bruno mit. Im Jahre 1968 hatte Elliott "Time Out" als Unterhaltungs- und Programmzeitschrift für London gegründet. Ab 1971 brachte Elliott das Magazin wöchentlich heraus. Es wurde bald zur Pflichtlektüre für Liebhaber von gutem Essen, Musik, Theater, Filmen und Kunst. 1995 wurde "Time Out" New York gestartet, es folgten ähnliche Formate für Städte auf der ganzen Welt sowie eine Serie von Reiseführern. Inhalte von "Time Out" sind mittlerweile überwiegend online zu finden und umfassen 328 Städte in 58 Ländern.

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Fazit

Verschlossene Akten zu Hans GlobkeSchwierige Aufarbeitung
Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatssekretär Hans Globke im Gespräch, aufgenommen im September 1963 in der italienischen Hauptstadt Rom. (picture-alliance / dpa)

Die Plattform "Frag den Staat" macht Akten zu Ex-Kanzleramts-Chef Hans Globke öffentlich. Er war im NS-Regime Mitverfasser der Rassengesetze und danach enger Vertrauter von Konrad Adenauer. Doch die Aufarbeitung ist schwierig, erzählt Aktivist Arne Semsrott.Mehr

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