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Kulturnachrichten

Samstag, 18. Juli 2020

Vatikan drängt auf Anzeige bei Missbrauchsverdacht

Der Vatikan-Experte für Missbrauchsprävention Hans Zollner sieht katholische Bischöfe weltweit bei der Zusammenarbeit mit der staatlichen Justiz stärker in der Pflicht. Eine jüngst veröffentlichte Handreichung der Glaubenskongregation zu Missbrauchsverfahren enthalte eine "starke Einladung", mit den Behörden auch dort zu kooperieren, wo es keine Anzeigepflicht gebe, sagte Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kommission für Kinderschutz und Leiter des Kinderschutzzentrums an der Universität Gregoriana in Rom, dem Portal "Vatican News". In etwa drei Viertel aller Länder bestehe keine Anzeigepflicht, sagte Zollner. Insofern sei die Empfehlung der Glaubenskongregation "auch eine wichtige Stellungnahme der Kirche", so der Jesuit. Die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz für den Umgang mit sexuellem Missbrauch durch Kleriker und Kirchenmitarbeiter sehen eine solche Meldung bereits vor.

Junge Leute offenbar für Twitter-Hack verantwortlich

Hinter dem Angriff auf Twitter-Konten von Prominenten in den USA soll eine Gruppe junger Leute stehen. Laut einem Bericht der "New York Times" hatten sich die mutmaßlichen Täter über das Internet kennengelernt. Nach Twitter-Angaben sind bei dem Angriff am Mittwoch rund 130 Nutzerkonten ins Visier genommen worden. Betroffen waren unter anderem der voraussichtliche US-Präsidentschafts-Kandidat der Demokraten Joe Biden, Amazon-Gründer Jeff Bezos sowie Konten des iPhone-Herstellers Apple. Auf deren Konten erschien der Aufruf, Bitcoins im Wert von 1.000 Dollar zu überweisen.

Richter-Bild für mehr als zwei Millionen Euro versteigert

Ein Gemälde des deutschen Malers Gerhard Richter ist bei einer Auktion in München für mehr als zwei Millionen Euro versteigert worden. Das Werk "Christiane und Kerstin" in schwarz-weiß stammt aus dem Jahr 1968 und zählt zu den frühen Arbeiten Richters. Nach Angaben des Auktionshauses Ketterer Kunst brachte es bei der Versteigerung genau 2,625 Millionen Euro ein. Das Bild geht den Angaben zufolge an eine Sammlerin aus Hongkong. Es sei seit seiner Entstehung immer in Privatbesitz gewesen und nun erstmals angeboten worden.

Karliczek dringt auf Lehrer-Weiterbildungen

Bundesbildungsministerin Karliczek fordert von den Ländern eine bessere technische Ausstattung der Lehrkräfte. Allerdings reiche die Anschaffung der Infrastruktur nicht aus, wenn die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeiten nicht anwenden könnten, sagte Karliczek gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deswegen müssten Lehrkräfte verstärkt im digitalen Unterrichten weitergebildet werden. In den vergangenen Monaten seien überall - in den Unternehmen oder auch in den Behörden - die Mitarbeiter noch einmal besser ausgestattet und geschult worden. Das sollte auch in einem gesellschaftlich so wichtigen Bereich wie den Schulen möglich sein, sagte Karliczek.

Stiftung sieht Vertrauen in die Medien erschüttert

Die Mehrheit der Bürger ist einer Studie zufolge wegen der Zunahme von Falschmeldungen in der Corona-Krise besorgt. Noch nie zuvor hätten sich Desinformationen so schnell und flächendeckend verbreitet und hartnäckig festgesetzt, lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung in sieben Ländern in Auftrag gegeben hatte. 44 Prozent der Befragten glauben, die Medien würden auf Druck der Regierung Tatsachen über das Coronavirus verschweigen. Auch Verschwörungstheorien über den Microsoft-Milliardär Bill Gates finden in einigen Ländern viel Widerhall. So stimmt die Hälfte der Befragten der Aussage zu, Gates würde eine Zwangsimpfung für jeden Menschen fordern. In Deutschland sind rund 28 Prozent der Befragten dieser Meinung. An die Behauptung, Gates wolle zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Menschen Mikrochips einpflanzen, glaubt länderübergreifend laut Umfrage nahezu ein Drittel aller Befragten. Die Glaubwürdigkeit von Politikern und Ärzten sei in der Corona-Krise länderübergreifend gesunken, erklärte die Stiftung weiter.

Brand in der Kathedrale von Nantes

In der Kathedrale von Nantes ist am Morgen ein Feuer ausgebrochen. Die Einsatzkräfte seien kurz vor acht alarmiert worden, teilte die Feuerwehr des nordfranzösischen Départements Loire-Atlantique mit. 60 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Das Feuer sei aber mittlerweile unter Kontrolle. Vor fünf Jahren hatte es in Nantes schon einmal einen spektakulären Brand in einer Kirche gegeben. Damals wurden Teile der Basilika Saint-Donatien aus dem 19. Jahrhundert zerstört. Nantes hat insgesamt zwei Basiliken und eine Kathedrale.

Netflix enttäuscht Anleger

Der US-Streamingdienst Netflix hat seine Nutzerzahlen in der Coronakrise deutlich gesteigert - mit seinen Quartalszahlen aber die Anleger enttäuscht. Im Zeitraum von April bis Juni betrug der Gewinn rund 720 Millionen Dollar. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte er sich auf 709 Millionen Dollar belaufen. An der Wall Street hatten Analysten auf einen stärkeren Gewinnsprung gehofft - vor allem da die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Bekämpfung der Coronapandemie zu einer verstärkten Nutzung von Streamingangeboten führten. Netflix steigerte seine Nutzerzahlen um rund 10 Millionen auf knapp 193 Millionen. Das Unternehmen warnte zugleich, dass sich der Zuwachs bei den Abonnenten im Jahresverlauf abschwächen könnte. Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen sackte der Börsenkurs um mehr als zehn Prozent ab, erholte sich danach aber wieder etwas.

Der US-Bürgerrechtler John Lewis ist tot

John Lewis, eine Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung und des Kampfes gegen die Rassendiskriminierung in den USA, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Lewis, ein enger Wegbegleiter von Martin Luther King, war der jüngste noch lebende Aktivist der sogenannten "Großen Sechs", die 1963 den Marsch auf Washington organisierten. Lewis sprach bei der damaligen Kundgebung kurz vor King's legendärer Rede für Freiheit und Arbeit mit den Worten "I Have a Dream''. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Pelosi, würdigte den demokratischen Abgeordneten Lewis am Abend als "Titan der Menschenrechtsbewegung".

Tobias Moretti ist ab 2021 nicht mehr "Jedermann"

Der Schauspieler Tobias Moretti spielt den "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen in diesem Jahr zum letzten Mal. Das kündigte der 61-Jährige am Freitag in Salzburg an. Die Titelrolle in Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel auf dem Salzburger Domplatz gilt als prestigeträchtige Rolle in der deutschsprachigen Theaterwelt. Moretti, der in den 90ern in der Serie "Kommissar Rex" im Fernsehen einem breiteren Publikum bekannt wurde, spielte die Rolle seit 2017. Näheres über seinen Abschied und eine mögliche Neubesetzung wurde noch nicht bekannt gegeben. Die Salzburger Festspiele feiern in diesem Jahr im August wegen der Corona-Krise in abgespeckter Form ihr 100. Jubiläum.

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Fazit

Neu im Kino: "Bohnenstange"Bruch mit dem Heldenmythos
In einem Filmstill aus "Bohnenstange" ist eine Schauspielerin mit Kopftuch zu sehen. (Eksystent Distribution / Liana Mukhamedzyanova)

Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

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