Seit 05:05 Uhr Studio 9
Donnerstag, 22.10.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. Juli 2020

Frankreich gibt Kulturgüter nach Afrika zurück

Das französische Kabinett hat einen Gesetzesvorschlag für die Rückgabe von bestimmten Kulturgütern an zwei afrikanische Staaten verabschiedet. Wie die Regierung in Paris mitteilte, sollen 26 Werke des sogenannten königlichen Schatzes von Abomey an Benin gehen. Diese Werke seien bisher im Pariser Museum Quai Branly - Jacques Chirac aufbewahrt worden und stammten ursprünglich aus dem Besitz des Generals Alfred Dodds (1842-1922). Senegal erhalte einen Säbel des damaligen Feldherren El Hadj Omar Tall, hieß es weiter. Die Waffe kommt aus dem Bestand der Pariser Armeemuseums. Es hatte den Säbel vom General Louis Archinard (1850-1932) bekommen.

Deutsch-niederländisches Literaturfestival startet

Das deutsch-niederländische Festival "Literarischer Sommer" wird trotz Corona in diesem Jahr stattfinden. Die 21. Ausgabe beginnt am 29. Juli in Aachen mit einer Lesung von Alexander Osang und endet am 8. September mit einer Lesung von Jan Costin Wagner in Venlo. Das hat die Stadt Krefeld angekündigt, die das Festival veranstaltet. Es gelten verschiedene Corona-Schutzmaßnahmen. Im Vergleich zu den vorangegangen Jahren habe sich die Zahl der Autorinnen und Autoren durch die Corona-Bedingungen verringert, hieß es.

Regisseur Tykwer hält Dreharbeiten für unmöglich

Filmregisseur Tom Tykwer hält unter den jetzigen Corona-Einschränkungen Dreharbeiten für eine neue Staffel der Erfolgsserie "Babylon Berlin" für unmöglich. Wegen der aktuellen Hygiene-Abstandsregeln seien Produktionen wesentlich eingeschränkt, Filmdrehs allenfalls im Studio möglich, sagte Tykwer in Berlin. Einen Film zu drehen heiße, spontane Situationen auf dem Set herzustellen, "das Unkontrollierte in einer kontrollierten Situation zu finden", so Tykwer weiter. Auch die Kinos hätten mit dem Misstrauen des Publikums zu kämpfen, das sich nur zögerlich wieder in geschlossene Säle traue. Ein Teil der Zuschauer habe sich an die Streaming-Angebote gewöhnt. Diese Menschen müssten wieder ins Kino zurückgeholt werden, erklärte der 55jährige.

BBAW erhält Handschriftensammlung von Humboldt

Das Archiv der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) hat mit der Schenkung einer Handschriftensammlung der Alexander von Humboldt-Stiftung einen bedeutenden Bestandszuwachs erhalten. Das Konvolut umfasst einige bislang unbekannte Einzelstücke, ein verschollen geglaubtes Manuskript und Briefe, die der Forschung bislang nicht bekannt gewesen waren, heißt es in einer Pressemitteilung. In der Handschriftensammlung sind unter anderem 98 Briefe von beziehungsweise an Alexander von Humboldt aus den Jahren 1798 bis 1858 sowie wissenschaftliche Manuskripte enthalten. Angesichts ihrer großen zeitlichen und thematischen Bandbreite halte die Sammlung nicht nur neue Anknüpfungspunkte für die Alexander von Humboldt-Forschung im engeren Sinne bereit. Sie biete darüber hinaus wertvolle Bausteine zur europäischen Wissensgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Bund unterstützt Kinos bei Wiedereröffnung

Damit Kinos in ganz Deutschland in der Corona-Krise ihren Betrieb wieder aufnehmen können, stellt die Bundesregierung insgesamt 40 Millionen Euro für das neue „Zukunftsprogramm Kino II“ zur Verfügung. Dies gab Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute bei einem gemeinsamen Besuch mit Regisseur Tom Tykwer in einem der ältesten Kinos Deutschlands, dem Moviemento in Berlin, bekannt.
Aus diesen 40 Millionen Euro fördert der Bund Investitionen in Umbau-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen, mit denen sich die Gefahr einer Ausbreitung des Corona-Virus beim Kinobesuch reduzieren lässt.

Bundeskonzept für Hygieneregeln an Schulen

Wenige Wochen vor dem Sommerferien-Ende in den nördlichen Bundesländern haben sich die Bildungsminister auf der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin auf bundesweit einheitliche Hygieneregeln an Schulen geeinigt. Der Rahmenplan sieht unter anderem vor, bei schulischen Veranstaltungen außerhalb des eigentlichen Unterrichts möglichst einen Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten und Schüler mit verdächtigen Symptomen vom Unterricht auszuschließen. Zudem sollen Schulgebäude regelmäßig gereinigt und gelüftet sowie allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie Händewaschen eingehalten werden. Der Plan empfiehlt außerdem die Benutzung der offiziellen Corona-Warn-App. Die jetzt getroffene Vereinbarung zum Infektionsschutz solle den Ländern nach als Orientierung dienen. Auf Detailregelungen habe man wegen der spezifischen Gegebenheiten vor Ort jedoch bewusst verzichtet. Trotz der Corona-Pandemie sollen die Schulen nach den Sommerferien wieder in den Regelbetrieb starten.

Colston-Statue in Bristol durch Demonstrantin ersetzt

Die Statue einer Demonstrantin der Black Lives Matter-Bewegung ist auf einem Sockel im englischen Bristol aufgestellt worden. Die Figur ist ein Abbild der Protestierenden Jen Reid, die Anfang Juni nach dem Abbau der Statue des früheren Sklavenhändlers Edward Colston auf den Sockel geklettert und dabei fotografiert worden war. Gefertigt wurde die Statue von Marc Quinn, einem der bekanntesten Bildhauer Großbritanniens. Im Juni hatten Demonstranten die Statue von Colston vom Sockel geholt und in den Hafen von Bristol geworfen. Die Aktion war eine Antwort auf die Debatte über Rassismus und Sklaverei, die nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd ausgebrochen war. Die neue Statue wurde ohne Genehmigung der Stadtbehörden aufgestellt.

Mögliche Verschiebung der Leipziger Buchmesse 2021

Die Leipziger Buchmesse schließt eine Verschiebung ihres Termins 2021 nicht aus. Derzeit liefen Gespräche dazu mit den Ausstellern, sagte eine Messe-Sprecherin. Das Ziel sei eine Präsenzveranstaltung. Bislang steht als Termin für die Frühlingsschau der Buchbranche der 18. bis 21. März 2021. Die Leipziger Buchmesse war dieses Jahr eine der ersten großen Messen, die aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt wurde. Die Frankfurter Buchmesse plant wegen der Corona-Pandemie für Oktober eine Mischung aus Live-Events und Online-Programm.

Musikfest Berlin 2020 findet statt

Das Musikfest Berlin, veranstaltet von den Berliner Festspielen und der Stiftung Berliner Philharmoniker, findet statt. Das teilten die Veranstalter in einer Pressemitteilung mit. Sie freuten sich, das Musikfest trotz der Corona-bedingten Auflagen veranstalten zu können. Leider werden die bereits angekündigten Gastorchester nicht dabei sein. Das Festivalprogramm bleibe dennoch in seinen wesentlichen Zügen erhalten. Zu den auftretenden Künstlern zählen der Pianist Igor Levit, die Bratschistin Tabea Zimmermann sowie der Opernsänger Christian Gerhaher und der Dirigent Daniel Barenboim.

Wichtiges US-Filmfestival in Colorado abgesagt

Das Telluride Film Festival im US-Bundesstaat Colorado wird nicht, wie geplant, im September stattfinden. Nachdem die Veranstalter monatelang an dem Termin festgehalten hatten, haben sie ihn angesichts der wieder steigenden Zahlen von Corona-Fällen nun doch abgesagt. Das berichtet die "New York Times". Neben den Filmfestspielen von Venedig und Toronto gilt das Festival in Telluride als ein wichtiger Indikator im Wettbewerb um die Oscars. Auch die Veranstalter der Oscars hatten bereits ihren Termin für die Vergabe der Academy Awards von Ende Februar auf Ende April 2021 verlegt, um Filmschaffenden mehr Zeit zu geben, ihre Werke fertigzustellen und zu veröffentlichen.

Spotify expandiert in Russland und Osteuropa

Der Streamingdienst Spotify steigt in den russischen Markt ein. Zusätzlich startet die Plattform für Musik, Hörspiele und Podcasts in zwölf weiteren Ländern im osteuropäischen Raum. Darunter sind Albanien, Slowenien, Weißrussland und die Ukraine, wie das Unternehmen mitteilte. Die 2008 gegründete Plattform des schwedische Unternehmens gehört zu den größten Musik- und Podcast-Plattformanbietern. Zu den internationalen Konkurrenten in der Sparte zählen Apple und Deezer.

New Yorker Richter lehnt Weinstein-Vergleich ab

Ein New Yorker Richter hat einen Vergleich zwischen dem verurteilten Vergewaltiger und früheren Hollywood-Produzenten Weinstein und einigen Klägerinnen vorerst verhindert. Dabei ging es um 19 Millionen Dollar, die die Frauen als Entschädigung erhalten sollten. Mehrere Opferanwälte hatten den Deal abgelehnt. Sie bemängelten unter anderem, dass Weinstein im Zuge der Vereinbarung keinerlei Schuld eingestehen müsse. Außerdem zahle der frühere Filmproduzent die Entschädigungen nicht selbst. Vielmehr würden Versicherungen und Weinsteins frühere Produktionsfirma aufkommen. Im kürzlich zu Ende gegangenen Strafverfahren war der frühere Film-Boss zu einer Haftstrafe von 23 Jahren verurteilt worden. Über 80 Frauen erheben schwere Vorwürfe gegen Weinstein - der Fall war Ausgangspunkt der weltweiten #MeToo-Bewegung.

Doch kein US-Visa-Entzug für ausländische Studenten

Die USA wollen nun doch keine ausländischen Studierenden ausweisen, die wegen der Coronavirus-Pandemie nur an Online-Kursen teilnehmen können. Die Regierung ziehe ihre Pläne für eine Aberkennung von Studentenvisa zurück, sagte Bundesrichterin Allison Burroughs. Gegen das umstrittene Vorhaben waren mehrere Bundesstaaten und Universitäten wie die Eliteuniversitäten Harvard und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) vor Gericht gezogen. Die US-Einwanderungsbehörde hatte vergangene Woche erklärt, ausländische Studenten dürften nicht in den USA bleiben, wenn sie vom Herbst an nur an Online-Kursen ihrer Hochschulen teilnähmen, oder müssten an eine Universität wechseln, an der Präsenz-Unterricht stattfinde. Wegen der Coronavirus-Pandemie haben viele Universitäten ihre Kurse ins Internet verlegt. Wie es im neuen Semester weitergehen soll, haben die meisten Hochschulen noch nicht entschieden.

Corona-Kunst: Banksy-Bilder werben fürs Maskentragen

Der Streetart-Künstler Banksy hat in einer Londoner U-Bahn mit Ratten-Bildern dafür geworben, in der Corona-Krise Masken zu tragen. Auf einem auf Instagram verbreiteten knapp einminütigem Video soll er selbst zu sehen sein - mit Maske, weißem Schutzanzug, blauen Handschuhen und einer orangefarbenen Warnweste. Der Künstler malt mit Hilfe von Schablonen Ratten auf die inneren Wände und Fenster der Waggons. Ein Tier segelt zum Beispiel mit einem Mundschutz als Fallschirm herab, ein anderes - ohne Maske - niest viel Farbe an ein Fenster. Für seine Bilder benutzte Banksy auch Spraydosen und ein Drucksprühgerät. Als Kommentar hinterließ er wörtlich: "Wenn du keine Maske trägst, kapierst du es nicht." Das Video wurde bisher drei Millionen Mal angeschaut. In der U-Bahn sind die Bilder aber nicht mehr zu sehen - die Verkehrsbehörde hat sie wegwischen lassen.

Kulturnachrichten hören

Juli 2020
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Zum Tod von Designer Enzo MariUrvater des Do-it-Yourself
Porträt von Enzo Mari. (Getty Images / Hulton Archive / Leonardo Cendamo )

Das Entwerfen um des Entwerfens willen lehnte Enzo Mari ab: Berühmt wurde der nun verstorbene Italiener mit schlichten Holzmöbeln zum Selberbauen. Der Architekt Andreas Glücker erinnert an einen Designer, der das Design für tot erklärte.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur