Montag, 26.10.2020
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 5. Juli 2020

Künstler Günther Uecker erneut als Zeuge vor Gericht

Im Prozess um ein angebliches Werk von Günther Uecker soll der Nagel-Künstler am Montag vor dem Landgericht Düsseldorf als Zeuge aussagen. Es ist der zweite Anlauf. Der 90-Jährige hatte beim ersten Verhandlungstermin vor einem Monat unentschuldigt gefehlt. Daraufhin war ein Ordnungsgeld in Höhe von 750 Euro gegen ihn verhängt worden. Uecker soll sagen, ob es sich bei dem «Sandbild 1986 auf Büttenpapier» um eine Fälschung handelt oder um ein Original. Anlass ist die Klage einer 56-jährigen Büroangestellten gegen einen Kunsthändler, der ihr das Bild verkauft hatte. Die Käuferin hält das Werk inzwischen für eine Fälschung und fordert 7500 Euro Anzahlung zurück. Der Kunsthändler dagegen beteuert, das Bild sei echt und weit mehr wert als die insgesamt vereinbarten 15 000 Euro. Der älteste Sohn Ueckers, der das Lebenswerk seines Vaters verwaltet, hatte bereits attestiert, dass das «Sandbild» kein echter Uecker sei. Uecker zählte mit Heinz Mack und Otto Piene zur berühmten Künstlergruppe Zero, die 1958 gegründet wurde. Die Künstler bemühten sich um einen Neuanfang, eine «Stunde Null» für die Nachkriegskunst.

Pariser Louvre öffnet wieder

Ab Montag ist der Louvre in Paris wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet - allerdings unter strengen Hygiene-Auflagen. So muss der Kunstpalast seine Besucherzahlen drastisch einschränken: Nur rund 30 Prozent der üblichen 30.000 bis 40.000 Menschen pro Tag wird der Zutritt gewährt. Als das meist besuchte Museum der Welt sei die bevorstehende Wiedereröffnung eine große Herausforderung, sagte Louvre-Direktor Martinez. Im vergangenen Jahr besuchten insgesamt 9,6 Millionen Menschen das Museum.

China-Kritische Bücher aus Hongkongs Bibliotheken entfernt

Nachdem das neue "Sicherheitsgesetz" in Hongkong in Kraft getreten ist, haben offenbar mehrere öffentliche Bibliotheken Werke china-kritischer Autorinnen und Autoren entfernt. Wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, sind bestimmte Titel nicht mehr verfügbar. Betroffen seien unter anderem Bücher des Demokratie-Aktivisten Joshua Wong, der Civic-Party-Abgerdneten Tanya Chan und des Gründers der Hongkonger Autonomie-Bewegung, Chin Wan. Auf Facebook erklärte Wong, das neue Sicherheitsgesetz sei im Grunde ein Instrument, mit dem die Redefreiheit eingeschränkt werden könne. Von offizieller Stelle hieß es, dass derzeit überprüft werde, ob die Inhalte der Bücher gegen die neue Regelung verstießen. Das neue Gesetz gibt den chinesischen Behörden weitreichende Vollmachten in der Sonderverwaltungszone.

Elf Millionen Jahre alte Schildkröte gefunden

In einer Tongrube nördlich von Hamburg sind Überreste einer rund elf Millionen Jahre alten Lederschildkröte gefunden worden. Wie bereits am Samstag bekannt wurde, seien neben mehreren Hundert Platten aus dem Rückenpanzer auch Knochen an der Fundstelle in Groß Pampau aufgetaucht, die vermutlich zu den Extremitäten des mindestens zwei Meter langen Reptils gehörten. Die Platten seien in einer mehrwöchigen aufwendigen Aktion von den Mitgliedern des Grabungsteams freigelegt und geborgen worden. Vor allem fossile Schildkrötenfunde seien extrem selten, da die Kadaver der toten Reptilien meist gefressen wurden und die Panzer schnell zerfallen sind, so der Grabungsleiter. Die präparierten Funde sollen im Lübecker Museum für Natur und Umwelt ausgestellt werden.

Neuer Generaldirektor der italienischen Museen

Massimo Osanna, Leiter des Archäologischen Parks Pompeji, übernimmt die Gesamtleitung der staatlichen Museen in Italien. Das gab das Kulturministerium in Rom am Wochenende bekannt. Der aus der süditalienischen Basilikata stammende Klassische Archäologe, der unter anderem in Heidelberg und Berlin forschte und lehrte, übernimmt damit die Verantwortung für die Koordination und touristische Entwicklung von mehr als 500 Museen, Monumenten und Ausgrabungsstätten. Osanna, ordentlicher Professor für Klassische Archäologie an der Universität Federico II in Neapel, löst auf dem Posten des Generaldirektors der staatlichen Museen den Juristen und Kulturmanager Antonio Lampis ab.

Britischer Schauspieler Earl Cameron gestorben

Der britische Schauspieler Earl Cameron ist tot. Der TV- und Filmstar, der als einer der ersten schwarzen Schauspieler in Großbritannien Erfolge feiern konnte, starb im Alter von 102 Jahren, teilte seine Familie mit. Der im britischen Überseegebiet Bermuda geborene Cameron startete seine Leinwandkarriere 1951 mit einer Hauptrolle in dem Film "Pool of London". 1965 übernahm er einen kleineren Part in dem James-Bond-Film "Feuerball", 1973 war er in dem Film "A Warm December" des Regisseurs Sidney Poitier zu sehen. Auch in der populären britischen TV-Serie "Doctor Who" wirkte er mit. Zahlreiche Schauspieler und Politiker bekundeten nach Camerons Tod ihre Anteilnahme. Der "Guardian" würdigte ihn als "Großbritanniens ersten schwarzen Filmstar". Bermudas Regierungschef David Burt sagte, der gesamte Inselstaat feiere "das lange und bemerkenswerte Leben" des Schauspielers.

Barcelonas Sagrada Familia öffnet wieder

Die Kirche Sagrada Familia in Barcelona hat nach fast vier Monaten Schließung wegen der Coronapandemie erstmals wieder ihre Pforten geöffnet. An diesem und am kommenden Wochenende dürfen exklusiv Mitarbeiter des Gesundheitswesens, der Sicherheitskräfte und sozialer Einrichtungen als Dank für ihren Einsatz die weltberühmte Basilika des Architekten Antonio Gaudi besuchen. In einer zweiten Phase sollen die Einwohner Barcelonas wieder Zutritt erhalten, hieß es. Eine allgemeine Öffnung sei erst ab Januar geplant.

Pubs in England dürfen wieder öffnen

Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Coronapandemie haben die Pubs in England wieder geöffnet. Es gelten aber strenge Auflagen: Gäste müssen beispielsweise ihre Kontaktdaten hinterlassen und Menschenansammlungen am Tresen sind nicht erlaubt. Die Polizei hat die Zahl ihrer Einsatzkräfte stark erhöht. Premierminister Boris Johnson hat seine Landsleute aufgefordert, sich an die Regeln zu halten, um eine zweite Corona-Welle zu vermeiden. Neben Pubs dürfen ab Samstag auch Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele andere Einrichtungen wieder öffnen. Großbritannien ist das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa.

Neustart am La Fenice in Venedig

Am Opernhaus La Fenice in Venedig kann wieder vor Publikum gespielt und gesungen werden. Nach monatelanger Coronapause feiert das Theater den Neustart an diesem Sonntag mit einem Konzert mit Chor und Orchester. Das Haus hat die Aufführung den Venezianern, der Lagunenstadt und den medizinischen Helfern im Kampf gegen die Covid-19-Krankheit gewidmet, erklärte Intendant Fortunato Ortombina. Auf dem Programm steht die "Fanfare for a Common Man" des US-Komponisten Aaron Copland. Außerdem sind Stücke von Claudio Monteverdi, Giovanni Gabrieli und Johann Sebastian Bach vorgesehen.
In den kommenden Tagen folgen auch Opernabende. Statt rund 1000 Gästen könnten aktuell nur rund 300 Menschen in den Saal.

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