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Kulturnachrichten

Dienstag, 30. Juli 2019

Premierenerfolg für "Médée" bei Salzburger Festspielen

Eine Neuinszenierung der selten gespielten Oper "Médée" von Luigi Cherubini ist am Dienstag vom Salzburger Festspielpublikum gefeiert worden. Die junge russische Sopranistin Elena Stikhina gab in der Titelrolle der mythischen Kindsmörderin ihr Debüt bei den Festspielen und wurde mit besonders viel Beifall bedacht. Ebenfalls starken Applaus gab es für das Regieteam um den australisch-schweizerischen Regisseur Simon Stone, der den antiken Mythos radikal in die Jetztzeit verlegt.

Indie-Konzert im Libanon nach Protesten abgesagt

Nach Protesten christlicher Gruppen ist im Libanon ein Konzert der Indie-Rockband Mashrou Leila abgesagt worden. Das Veranstaltungskomitee des Byblos International Festival teilte mit, es sei zu der Absage gezwungen gewesen, um ein "Blutvergießen" zu vermeiden, wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete. Mashrou Leila gehört zu den bekanntesten Bands in der arabischen Welt. Weil sich ihr Sänger Hamed Sinno zu seiner Homosexualität bekennt, wird sie immer wieder angefeindet.

Guillermo del Toro erhält Hollywood-Stern

Der mexikanische Oscar-Preisträger Guillermo del Toro wird auf dem "Walk of Fame" verewigt. Am 6. August soll der Regisseur und Produzent den Stern enthüllen, wie die Verleiher mitteilten. Als Gastredner sind Regisseur J.J. Abrams und Sängerin Lana Del Rey eingeladen. Del Toro wird den 2669. Stern auf dem Hollywood Boulevard erhalten. Die Feier fällt zeitlich mit der Premiere des von del Toro produzierten Horror-Films "Scary Stories to Tell in the Dark" zusammen.

Riesiger Dinosaurier-Knochen in Frankreich gefunden

Der rund 140 Millionen Jahre alte Schenkelknochen eines Sauropoden wurde bei Angeac-Charente nahe Bordeaux gefunden. Der Knochen misst etwa zwei Meter und wiegt 400 Kilogramm. Nach Angaben des Wissenschaftlers Ronan Allain vom Naturhistorischen Museum in Paris sei der Fund "einzigartig" wegen seines "Zustands und seiner perfekten Versteinerung". Die Ausgrabungsstätte in der Weinbauregion hat inzwischen einen Ruf als paläontologische Schatzkammer. Seit zehn Jahren werden dort tausende Dinosaurierknochen ausgegraben.

Kritik an Minigolfbahn in Kathedrale in Großbritannien

In der mittelalterlichen Rochester Cathedral rund 50 Kilometer von London kann im August Minigolf gespielt werden. Mit Blick auf die Brücken im Parcours sagte die Pfarrerin der Kirche, man hoffe, dass "Besucher über die Brücken nachdenken, die in ihren eigenen Leben und in unserer heutigen Welt gebaut werden müssen". Der religiöse Kommentator Tim Stanley bezeichnete das Vorhaben als "Akt der Entweihung". Teile der Kathedrale sind fast 1000 Jahre alt.

Technischer Defekt verursachte Brand im MMK

Der Brand im Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt am Main ist nach Angaben der Polizei auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Brandstiftung könne ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin dem Evangelischen Pressedienst. Das Feuer habe sich an einem Dieselnotstromaggregat im Dachbereich entzündet. Die Schadensumme belaufe sich vorausssichtlich auf mehrere Zehntausend Euro. Die Feuerwehr hatte gestern mit 70 Einsatzkräften bis zum Nachmittag gelöscht. Personen oder Kunstgegenstände seien nicht zu Schaden gekommen. Das Museum gilt als eines der bedeutenden Häuser für Gegenwartskunst in Deutschland.

Autorin Boie sieht Buch-Verschenkaktion skeptisch

Die Kinderbuchautorin Kirsten Boie sieht die bundesweite Buch-Verschenkaktion zum Weltkindertag skeptisch. Am 20. September wollen die "Stiftung Lesen" und der Online-Händler Amazon eine Million Märchenbücher an Kinder verschenken. Diese würden bildungsferne Haushalte nicht erreichen, sagte Boie im Deutschlandfunk Kultur, da die Eltern nicht in Buchläden gingen. Außerdem kritisierte sie die Auswahl des Buches. Sie habe große Zweifel, ob ein Märchenbuch buchferne Kinder, die durch Fernsehen und Internet geprägt seien, erreichen könne. Märchen seien wohl gewählt worden, da sie rechtefrei zu bekommen seien, also ohne Autorenhonorar, sagte Boie. Verteilt werden sollen die Bücher über die Buchhandelsketten Hugendubel und Thalia.

Katholischer Medienpreis geht an vier Autoren

Der Katholische Medienpreis geht in diesem Jahr an Veronika Wulf, Hans Block und Moritz Riesewieck. Einen Sonderpreis der Jury erhält Heribert Prantl, wie die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mitteilte. Die Preise werden am 21. Oktober in Brühl vergeben. Veronika Wulf wird für ihren Text "Der fremde Sohn" in der "taz" ausgezeichnet. Hans Block und Moritz Riesewieck bekommen den Preis für ihren Arte-Fernsehbeitrag "The Cleaners". Heribert Prantl wird für erklärende Artikel zu den Hochfesten der Kirche wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten in der "Süddeutschen Zeitung" ausgezeichnet.

Katy Perry hat von christlichem Rapsong geklaut

Katy Perrys Hit "Dark Horse" ist nach Ansicht einer Jury unzulässig von einem christlichen Rapsong abgekupfert. Die neunköpfige Jury fällte ihr Urteil am Montag in Los Angeles. Über die fällige Entschädigung wird ab heute verhandelt. Vor fünf Jahren hatten Marcus Gray und zwei Co-Autoren des Songs "Joyful Noise" Perry verklagt. Perry und die Co-Schreiber des Songs sagten während des siebentägigen Prozesses aus, dass sie den christlichen Rapsong oder von Gray vor der Klage nicht gehört hätten. Sie hörten auch keine christliche Musik, gaben sie an.

Schriftsteller Werner Heiduczek ist tot

Der Leipziger Schriftsteller Werner Heiduczek ist tot. Das bestätigte seine Lebensgefährtin der "Leipziger Volkszeitung". Heiduczek starb am Sonntag an den Folgen eines Schlaganfalls. Er wurde 92 Jahre alt. Der Autor schuf bekannte Werke der DDR-Literatur wie "Mark Aurel oder ein Semester Zärtlichkeit" und "Abschied von den Engeln". Mit "Tod am Meer" geriet er in das Visier der Staatssicherheit. Das Buch wurde wegen angeblich antisowjetischer Passagen verboten. Heiduczeks Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Prozess gegen Asap Rocky hat begonnen

Gegen den US-Rapper Asap Rocky und zwei seiner Begleiter hat in Stockholm das Gerichtsverfahren wegen Körperverletzung begonnen. Sie sollen Ende Juni in Stockholm einen Mann brutal zusammengeschlagen haben. Für das Verfahren hat das Gericht drei Tage angesetzt. Der Fall hatte international Aufmerksamkeit erregt, weil sich US-Präsident Trump für den Rapper eingesetzt hatte. In einem Telefonat mit Schwedens Ministerpräsident Löfven forderte er dessen Freilassung. Löfven sagte der schwedischen Zeitung "Allehanda", er habe sehr deutlich gemacht, dass das schwedische Justizsystem nicht verhandelbar sei - egal wer anrufe oder twittere.

Lil Nas X bricht Chart-Rekord in den USA

Das Lied "Old Town Road" des Rappers Lil Nas X hat den Rekord für die längste Zeit an der Spitze der US-Single-Charts gebrochen. Wie der Branchendienst Billboard mitteilte, steht der Song mit Elementen aus Rap und Country-Musik die 17. Woche in Folge auf Platz eins der Hitliste. Der bisherige Rekord von 16 Wochen war 1995 von der Sängerin Mariah Carey zusammen mit der Boyband Boyz II Men mit dem Lied "One Sweet Day" aufgestellt worden.

Australischer Literaturpreis für Buch über Aborigines

Mit einem Buch über das Schicksal einer Aborigines-Familie hat die australische Schriftstellerin Melissa Lucashenko einen der wichtigsten Literaturpreise des Landes gewonnen. Die 52-Jährige erhielt den Miles Franklin Literary Award in Sydney für ihren Roman "Too Much Lip" ("Zu viel Lippe"), der vom brutalen Vorgehen gegen Australiens Ureinwohner handelt. Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 37 000 Euro dotiert. Das Buch handelt vom Schicksal einer Aborigines-Familie in der australischen Provinz bis in die heutige Zeit. Der Preis wird seit 1957 verliehen. Benannt ist er nach der australischen Schriftstellerin Stella Miles Franklin, aus deren Nachlass er auch finanziert wird.

Nach Eklat in Bayreuth Jubel für Dragqueen

Die Kritik der schwarzen Drag Queen Le Gateau Chocolat am Publikum der Bayreuther Festspiele zeigt Wirkung. Bei der zweiten Tannhäuser-Aufführung am Sonntagabend, an der sie mitgewirkt hat, wurde sie nicht mehr aufgrund ihres Aussehens ausgebuht. Bei der Premiere am Donnerstagabend auf dem Grünen Hügel war es zu einem rassistischen und homophoben Eklat gekommen, als Le Gateau Chocolat als einzige Darstellerin auf der Bühne ausgebuht wurde. Sie hatte weder eine Sprech- noch eine Gesangsrolle. Daraufhin postete sie auf Facebook: "Dass ich als einziger Künstler auf der Bühne ausgebuht wurde, sagt eine ganze Menge darüber aus, wer ihr immer noch seid." Das zeigte Wirkung. Diesmal gab es Jubel- statt Buhrufe.

Scorsese besucht Ureinwohner in Oklahoma

US-Regisseur Martin Scorsese hat vor Beginn der Dreharbeiten zu seinem Film "Killers of the Flower Moon" den Stamm der Ureinwohner Osage in Oklahoma besucht, um den es dabei geht. Scorsese und andere an dem Projekt beteiligte Personen hätten sich mit Häuptling Geoffrey Standing Bear und anderen Osage getroffen, um zu diskutieren, wie in dem Film die Kultur, Geschichte und das Erbe des Stammes akkurat dargestellt werden kann. Das berichtete die Zeitung "Tulsa World" am Montag. Scorseses Film adaptiert David Granns Sachbuch "Killers of the Flower Moon; The Osage Murders and the Birth of the FBI". Es dokumentiert die Morde in den 1920er-Jahren an wohlhabenden Osage, nachdem Öl auf ihrem Land entdeckt worden war. Standig Bear berichtete, Scorsese habe ihm gesagt, dass Robert De Niro den Rinderzüchter William Hale spielen werde und auch Leonardo DiCaprio eine Hauptrolle übernehme.

Autor Tuvia Rübner mit 95 in Israel gestorben

Der israelische Autor Tuvia Rübner ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das bestätigte der Herausgeber Rübners der Deutschen Presse-Agentur. Der Schriftsteller und Übersetzer sei in der Nacht im Kibbuz Merchavia im Norden Israels gestorben. Rübner wurde 1924 in Bratislava als Kind jüdischer Eltern geboren. Als einzigem seiner Familie gelang ihm 1941 die Flucht ins heutige Israel. Seine Gedichte schrieb Rübner bis 1954 in deutscher, anschließend auch in hebräischer Sprache. Für sein Werk erhielt er viele Auszeichnungen. Eine davon war der Paul-Celan-Preis (1999) für seine Übersetzung des Romans "Schira" von Literatur-Nobelpreisträger Samuel Agnon aus dem Hebräischen ins Deutsche. 2008 bekam er den Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Landes, und 2012 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Rübner arbeitete auch als Professor für deutsche und hebräische Literatur an der Universität Haifa. Der Dichter veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und übersetzte unter anderem Werke von Johann Wolfgang von Goethe ins Hebräische.

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