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Freitag, 22.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 29. Juli 2019

Nach Eklat in Bayreuth Jubel für Dragqueen

Die Kritik der schwarzen Drag Queen Le Gateau Chocolat am Publikum der Bayreuther Festspiele zeigt Wirkung. Bei der zweiten Tannhäuser-Aufführung am Sonntagabend, an der sie mitgewirkt hat, wurde sie nicht mehr aufgrund ihres Aussehens ausgebuht. Bei der Premiere am Donnerstagabend auf dem Grünen Hügel war es zu einem rassistischen und homophoben Eklat gekommen, als Le Gateau Chocolat als einzige Darstellerin auf der Bühne ausgebuht wurde. Sie hatte weder eine Sprech- noch eine Gesangsrolle. Daraufhin postete sie auf Facebook: "Dass ich als einziger Künstler auf der Bühne ausgebuht wurde, sagt eine ganze Menge darüber aus, wer ihr immer noch seid." Das zeigte Wirkung. Diesmal gab es Jubel- statt Buhrufe.

Scorsese besucht Ureinwohner vor Filmprojekt

US-Regisseur Martin Scorsese hat vor Beginn der Dreharbeiten zu seinem Film "Killers of the Flower Moon" den Stamm der Ureinwohner Osage in Oklahoma besucht, um den es dabei geht. Scorsese und andere an dem Projekt beteiligte Personen hätten sich mit Häuptling Geoffrey Standing Bear und anderen Osage getroffen, um zu diskutieren, wie in dem Film die Kultur, Geschichte und das Erbe des Stammes akkurat dargestellt werden kann. Das berichtete die Zeitung "Tulsa World" am Montag. Scorseses Film adaptiert David Granns Sachbuch "Killers of the Flower Moon; The Osage Murders and the Birth of the FBI". Es dokumentiert die Morde in den 1920er-Jahren an wohlhabenden Osage, nachdem Öl auf ihrem Land entdeckt worden war. Standig Bear berichtete, Scorsese habe ihm gesagt, dass Robert De Niro den Rinderzüchter William Hale spielen werde und auch Leonardo DiCaprio eine Hauptrolle übernehme.

Brand im Frankfurter Museum für Moderne Kunst

Bei einem Brand im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main sind weder Menschen noch Kunstwerke zu Schaden gekommen. Passanten hatten am Montagvormittag Rauch aus dem Dach gemeldet und die Feuerwehr alarmiert. Am späten Nachmittag war der Brand nach Angaben der Feuerwehr gelöscht. Zur Schadenshöhe könne erst ein Gutachter Auskunft geben. Die Polizei habe Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Museumsleitung will am Dienstagmorgen entscheiden, ob das Haus für Besucher wieder geöffnet wird. Das Museum gilt als eines der bedeutenden Häuser für Gegenwartskunst in Deutschland. Es wurde von dem Wiener Architekten Hans Hollein in der Form eines Tortenstücks entworfen und 1991 eröffnet. Die Sammlung umfasst mehr als 5.000 Werke seit den 1960er-Jahren, dazu gehören Gemälde, Fotografien, Skulpturen, Zeichnungen und Videoinstallationen.

Tschechischer Kulturminister abberufen

Der tschechische Präsident Zeman hat den Rücktritt von Kulturminister Stanek nach zweimonatigem Zögern angenommen. Er wird zum 31. Juli wirksam. Der Sozialdemokrat Stanek hatte mit der überraschenden Abberufung des Leiters der Prager Nationalgalerie, Jiri Fajt, in der in- und ausländischen Kulturszene für Unmut gesorgt. Seine eigene Partei hatte den 53-Jährigen daraufhin zum Rückzug gedrängt.

Italowestern-Schauspieler George Hilton ist tot

Der aus Italowestern bekannte Schauspieler George Hilton ist tot. Er sei am Sonntagabend in einer Klinik in Rom gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf eine Freundin Hiltons. Er wurde 85 Jahre alt. Geboren wurde Hilton, der eigentlich Jorge Hill Acosta y Lara hieß, 1934 in Montevideo in Uruguay. Seine erste Rolle in einem Italowestern spielte der Südamerikaner an der Seite von Franco Nero in "Django - Sein Gesangbuch war der Colt" (1966). Weitere "Django"-Filme folgten.

Autor Tuvia Rübner mit 95 in Israel gestorben

Der israelische Autor Tuvia Rübner ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das bestätigte der Herausgeber Rübners der Deutschen Presse-Agentur. Der Schriftsteller und Übersetzer sei in der Nacht im Kibbuz Merchavia im Norden Israels gestorben. Rübner wurde 1924 in Bratislava als Kind jüdischer Eltern geboren. Als einzigem seiner Familie gelang ihm 1941 die Flucht ins heutige Israel. Seine Gedichte schrieb Rübner bis 1954 in deutscher, anschließend auch in hebräischer Sprache. Für sein Werk erhielt er viele Auszeichnungen. Eine davon war der Paul-Celan-Preis (1999) für seine Übersetzung des Romans "Schira" von Literatur-Nobelpreisträger Samuel Agnon aus dem Hebräischen ins Deutsche. 2008 bekam er den Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Landes, und 2012 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Rübner arbeitete auch als Professor für deutsche und hebräische Literatur an der Universität Haifa. Der Dichter veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und übersetzte unter anderem Werke von Johann Wolfgang von Goethe ins Hebräische.

Deutsches Recht beim Sampling nicht mit EU-Recht vereinbar

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat ein Grundsatzurteil zum Musiksampling gefällt. Demnach stellt es keinen Eingriff in die Rechte eines Tonträgerherstellers dar, wenn ein Audiofragment in geänderter und nicht wiedererkennbarer Form weiterverwendet wird. Die Gruppe Kraftwerk hatte gegen den Musikproduzenten Moses Pelham geklagt. Dieser hatte eine zweisekündige Sequenz in einem seiner Songs verwendet. Zwei Kraftwerk-Musiker sahen sich dadurch in ihren Rechten als Tonträgerhersteller verletzt und hatten erfolgreich vor dem Bundesgerichtshof geklagt. Der EuGH entschied nun, dass das deutsche Recht nicht mit EU-Recht vereinbar ist.

Medien dürfen ohne Zustimmung geschützte Werke nutzen

Im Streit zwischen "Spiegel Online" und dem Grünen-Politiker Volker Beck über die Veröffentlichung von Texten zur Strafbarkeit von Sex mit Kindern hat der Europäische Gerichtshof sein Urteil gesprochen. Der von Beck gegen die Veröffentlichung angeführte Schutz des Urheberrechts sei "nicht bedingungslos", erklärte der EuGH in Luxemburg. Vielmehr könne es sein, dass die politische Auseinandersetzung oder eine das Allgemeininteresse berührende Diskussion berücksichtigt werden müsse. Medien dürfen demnach bei der Berichterstattung über Tagesereignisse grundsätzlich auch ohne vorherige Zustimmung des Verfassers urheberrechtlich geschützte Werke nutzen.

Kölner Ex-OB regt Gerhard-Richter-Museum an

Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Schramma hat die Gründung eines Gerhard-Richter-Museums angeregt. Er habe den Vorschlag intern schon vor Jahren lanciert, doch nun werde es langsam Zeit, etwas zu unternehmen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Kölner Zeitungen hatten zuvor über Schrammas Vorstoß berichtet. Gerhard Richter, der international höchstdotierte lebende Maler, lebt seit fast 40 Jahren in Köln und ist Ehrenbürger der Stadt. Eine Mitarbeiterin von Richter sagte, der Maler sei mit unterschiedlichen Institutionen im Gespräch, es sei im Moment aber noch nichts spruchreif.

Lisa Hrdina erhält den Mario-Adorf-Preis

Die Schauspielerin Lisa Hrdina wird mit dem diesjährigen Mario-Adorf-Preis geehrt. Die 30-jährige Berlinerin erhält die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre außergewöhnlichen Leistungen bei den Nibelungen-Festspielen in Worms. Das teilten die Veranstalter am Abend mit. Dort war sie in der Inszenierung "Überwältigung" als Kriemhilds Sohn Ortlieb an der Seite von Klaus Maria Brandauer zu sehen. In der Begründung der Jury hieß es, Hrdina werfe sich "mit voller Kraft und durchaus mit vollem Risiko" in die Rolle dieses Jungen, der entschieden gegen das ewige Morden und Töten der Erwachsenen um ihn herum aufbegehrt. Der Mario-Adorf-Preis wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen.

Venezolanischer Maler Carlos Cruz-Diez ist tot

Der venezolanischer Maler Carlos Cruz-Diez ist im Alter von 95 Jahren in Paris gestorben. Dies teilte seiner Familie auf seiner Webseite mit. Cruz-Diez gilt als einer der Begründer und großen Vertreter der Kinetischen Kunst und OP Art. Sein Werk platziert ihn unter den Schlüsselfiguren des 20. Jahrhunderts im Bereich der Farbverwendung. Cruz-Diez lebte und lehrte in Paris und Caracas. Seine Arbeiten mit Farbe und seinen Installationen wurden unter anderem im New Yorker Museum of Modern Art, in der Tate Modern in London und im Wallraf-Richartz-Museum in Köln ausgestellt.

"Monitor"-Chef fordert Schutz der Pressefreiheit

Der mit Mord bedrohte Redaktionsleiter und Moderator des Politikmagazins "Monitor", Georg Restle, fordert von der Politik einen stärkeren Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit. Er habe nicht den Eindruck, dass die Sicherheitsorgane in diesem Land die gewachsene Bedrohungslage wirklich im Griff haben, sagte der Journalist dem "Tagesspiegel". "Journalisten vor staatlichen Eingriffen zu schützen, Freiräume für Berichterstattung zu gewährleisten und eine Kultur der staatlichen Geheimniskrämerei zu beenden. Dadurch würde die Presse- und Meinungsfreiheit in diesem Land gestärkt werden", so der Redaktionsleiter. Georg Restle hatte nach einem kritischen Kommentar zur AfD in den "Tagesthemen" am 11. Juli Morddrohungen erhalten.

Stimme von Minnie Mouse gestorben

Die US-amerikanische Synchronsprecherin Russi Taylor, die unter anderem Walt Disneys Zeichentrickfigur Minnie Mouse ihre Stimme verlieh, ist tot. Sie starb am Freitag in Glendale im US-Staat Kalifornien im Alter von 75 Jahren, wie die Walt Disney Company bestätigte. Auch in der Zeichentrickserie "Duck Tales" übernahm Taylor verschiedene Rollen, darüber hinaus gab sie den Zwillingen Sherri und Terri bei den "Simpsons" ihre Stimme. Verheiratet war sie laut "Variety" seit 1991 mit dem 2009 gestorbenen Wayne Allwin, dem langjährigen Sprecher von Micky Mouse. Bei einem Vorsprechen habe sie 1986 mehr als 200 Mitbewerber für die Sprechrolle der Minnie Mouse ausgestochen, teilte die Walt Disney Company mit. In Hunderten Disney-Projekten habe sie Minnie daraufhin ihre Stimme gegeben.

Hohenzollern kritisieren Bund wegen Indiskretion

Georg Friedrich Prinz von Preußen hat die Weitergabe von Dokumenten aus den vertraulichen Verhandlungen mit dem Bund, Berlin und Brandenburg sowie Kultureinrichtungen kritisiert. Er bedaure dabei in erster Linie nicht die Weitergabe von Dokumenten, sondern die selektive Weitergabe, die ein schiefes Bild vermittle. In einem Interview der "Welt am Sonntag" forderte das Oberhaupt des Hauses Hohenzollern Bund, Länder und Institutionen zugleich zur Aufklärung auf. Außerdem verteidigte er die rechtlichen Ansprüche seines Hauses auf Immobilien und Kunstwerke aus ehemaligem Familienbesitz. Er sei sehr zuversichtlich, dass rasch eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden werde. Diese werde auf keinen Fall öffentlich gezeigte Bestände in den Museen gefährden, versicherte der Chef des Hauses Hohenzollern. Ein langwieriges und kostspieliges Gerichtsverfahren sehe er nur als "Ultima Ratio".

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