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Kulturnachrichten

Freitag, 26. Juli 2019

Streep erhält ersten Schauspielpreis des Toronto Filmfestivals

Die Schauspielerin Meryl Streep bekommt den ersten Schauspielpreis des internationalen Filmfestivals von Toronto. Die Organisatoren des Festivals, das im September veranstaltet wird, teilten mit, dass Streep bei einer Wohltätigkeitsgala am 9. Februar den ersten TIFF Tribute Actor Award erhalte. Streep ist die Schauspielerin mit den meisten Oscar-Nominierungen in der Geschichte der Auszeichnung. Sie hat den Oscar drei Mal gewonnen. Sie spielt im Film "The Laundromat" von Steven Soderberg mit. Er feiert beim Filmfestival von Toronto seine Nordamerika-Premiere.

Aufsichtsratsmitglied von Whitney Museum tritt zurück

Nach monatelangen Protesten von Künstlern ist ein Aufsichtsratsmitglied des New Yorker Whitney Museums zurückgetreten. "Ich bin diesem Rat beigetreten, um dem Museum mit zum Erfolg zu verhelfen", sagte Unternehmer Warren Kanders, wie die "New York Times" berichtete. "Ich möchte keine Rolle - so unbeabsichtigt sie auch wäre - bei seinem Untergang spielen." Zahlreiche Künstler hatten seit Monaten gegen die Einbindung von Kanders ins Whitney Museum protestiert, weil dessen Firma Versorgungsgüter für Militär und Polizei herstellt, unter anderem auch Tränengas. Acht Künstler hatten deswegen zuletzt ihre Werke aus der renommierten Whitney Biennale zurückgezogen, die das auf Kunst aus den USA spezialisierte Museum im Süden Manhattans derzeit zeigt. Das Museum zeigte sich betroffen von der Auseinandersetzung. "Das Whitney Museum ist eines der progressivsten, vielfältigsten, engagiertesten und aufgeschlossensten Programme von allen großen Institutionen in diesem Land", sagte Direktor Adam Weinberg.

Parzinger sieht neue Chancen für Restitutionskonzept

Vom Lob durch den Restitutionsexperten Felwine Sarr für die Fortschritte in Deutschland zur Rückgabe von Kolonialen Objekten an Afrika ist Hermann Patziger - Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und zuständig für das Humboldtforum - überrascht. Dass Deutschland nach Meinung von Sarr nun eine Vorreiterrolle in der Debatte um die Rückgabe von Kunstobjekten nach Afrika habe, könne aber auch genutzt werden, die von ihm favorisierte Variante zur Rückgabe populär zu machen. Patziger empfiehlt keine generelle Rückgabe, sondern plädiert dafür, dass Kunstobjekte zurückgeführt werden sollten, wenn sie durch Kampfhandlungen nach Europa gekommen sind. Darum bevorzugt sein Konzept auch die Herkunftsforschung von Objekten. Frankreichs Präsident Macron hatte die Debatte um die Restitution vor einigen Monaten angestoßen. Felwine Sarr hatte zusammen mit der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy in einem Bericht für den französischen Präsidenten empfohlen, aus der Kolonialzeit stammende Kunstwerke an die Herkunftsländer in Afrika zurückzugeben.

Autor Daniel Kehlmann kritisiert Populismus

Der Bestseller-Autor Daniel Kehlmann sieht die Macht zunehmend in die Hände von Narren übergehen. Der neue britische Premier Boris Johnson sei dafür ein noch besseres Beispiel als der amerikanische Präsident Trump, sagte er der „Stuttgarter Zeitung. Entscheidend sei, dass solche Populisten völlig im Dienst ihrer eigenen Korruption stünden. Kehlmann sieht Parallelen zum Anfang des 20. Jahrhunderts und das mögliche Ende einer langen Friedensperiode. Eine Phase der Stabilität sei plötzlich unter Beschuss geraten, ohne dass man ausmachen könne, woher dieser Überdruss herrühre. Daniel Kehlmann hat zahlreiche Bestseller geschrieben, zuletzt den Eulenspiegel-Roman "Tyll" für den er am Samstag in Aalen mit dem Schubart-Literaturpreis ausgezeichnet wird.

Keine Woodstock-Jubiläumsausgabe in New York

Die Jubiläumsausgabe des Musikfestivals Woodstock soll nun doch nicht im US-Bundesstaat New York stattfinden. Nur drei Wochen vor der Großveranstaltung gaben die Veranstalter einen neuen Festivalort bekannt. Das Festival Woodstock 50 werde Mitte August in Columbia nordöstlich der Hauptstadt Washington stattfinden, sagten die Veranstalter der "New York Times". Die Woodstock-Jubiläumsausgabe stand bereits auf der Kippe, nachdem der Hauptinvestor abgesprungen war. Zudem gab es Probleme, einen Ort im New Yorker Hinterland zu finden, wo 1969 das ursprüngliche Woodstock-Festival stattgefunden hatte. Unklar ist immer noch, welche Künstler bei Woodstock 50 auftreten werden. Ursprünglich hatten die Veranstalter Stars wie Jay-Z und Miley Cyrus angekündigt. Auch zahlreiche Musiker und Bands, die bereits 1969 dabei waren, sollten auftreten, darunter Santana und die Bluesrockband Canned Heat.

Stiftung Lesen verteidigt Buch-Verschenkaktion

Im Streit um eine Bücher-Verschenkaktion gemeinsam mit dem Internethändler Amazon setzt die Stiftung Lesen auf weiteren Dialog mit dem Buchhandel. Das sagte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung, Jörg F. Maas, dem Katholischen Nachrichtendienst. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte an der Aktion - bei der zum Weltkindertag am 20. September eine Million Märchenbücher verschenkt werden sollen - kritisiert, dass große Teile des Buchhandels nicht beteiligt sind. Auch die Mitgliedschaft im Stifterrat der Stiftung Lesen wurde in Frage gestellt. Stiftung Lesen Geschäftsführer Maas unterstrich, dass das wichtigste Ziel sei, insbesondere Familien für das Lesen zu begeistern. Dazu gebe es eine Zusammenarbeit mit ganz unterschiedlichen Bündnispartnern, wie Kinderärzten, Leseclubs und auch Amazon. Leseförderung müsse auf 1.000 verschiedenen Schauplätzen passieren, betonte Maas und wies darauf hin, dass auch der Börsenverein das Ziel formuliert habe, neue Leser auch durch außergewöhnliche Aktionen zu gewinnen.

Notre-Dame-Architekt besorgt wegen Hitzewelle in Paris

Der Chefarchitekt zur Wiederinstandssetzung der Pariser Kathedrale Notre-Dame, Philippe de Villeneuve, zeigt sich besorgt über mögliche Auswirkungen der derzeitigen Hitzewelle, bei der die Temperaturen in Paris auf über 40 Grad geklettert waren. Dadurch könnten Fugen und Mauerwerk an Zusammenhalt und Qualität verlieren und das Gewölbe womöglich doch noch einstürzen, sagte er dem Sender France 3. Bereits mehrmals haben für die Baustelle Verantwortliche betont, dass die Sicherung der Kathedrale noch nicht abgeschlossen sei und weiter die Gefahr bestehe, dass die Gewölbe einstürzen. Die Pariser Kathedrale war durch einen Großbrand Mitte April stark beschädigt worden.

Hohenzollern-Prozess soll fortgesetzt werden

Beim Potsdamer Amtsgericht ist der Antrag des Landes zur Fortsetzung des Gerichtsverfahrens um Entschädigungsforderungen der Hohenzollern eingegangen. Das bestätigte der stellvertretender Gerichtssprecher Matthias Scharf. Nun müssten die Anwälte der Hohenzollern dazu Stellung beziehen. Bis zum Beginn der Verhandlungen könne es noch Monate dauern. Bei dem 2014 gestarteten und seit 2018 ruhenden Rechtsstreit geht es darum, ob den Hohenzollern eine Entschädigung rechtmäßig überhaupt zusteht. Nach Angaben des Ministeriums muss nun geklärt werden, ob die Hohenzollern dem Naziregime Vorschub geleistet haben. Die Nachkommen des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. fordern derzeit die Rückgabe zahlreicher Kunstgegenstände, ein Wohnrecht im Schloss Cecilienhof oder zwei anderen Liegenschaften sowie 1,2 Millionen Euro Entschädigung vom Land Brandenburg.

Der Familientherapeut Jesper Juul ist tot

Der bekannte dänische Familientherapeut Jesper Juul ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Das teilte das von ihm 2004 mitgegründete Institut Familylab unter Berufung auf Juuls Sohn Nicolai mit. Sowohl autoritäre als auch antiautoritäre Erziehungsstile für Kinder lehnte Juul ab und schuf einen eigenen Erziehungsansatz. Besonders mit seinen Erziehungsratgebern "Nein aus Liebe" (2006) oder "Dein kompetentes Kind" (1996) wurde er international bekannt. Juuls pädagogische Sicht ist, dass Kinder vollwertige Menschen sind, die nicht erst durch Anweisungen, Verbote und Strafen geformt werden müssen. Er entwickelte das Konzept der "Gleichwürdigkeit", bei der die Beziehung zwischen Familienmitgliedern untereinander, von Respekt voreinander und der Anerkennung der Würde des jeweils Anderen geprägt wird. Ableger seines Familienberatungsinstituts Familylab gibt es mittlerweile in zahlreichen europäischen Ländern, darunter die Schweiz, Italien und Österreich.

Greta Thunberg singt für den Klimaschutz

Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg kommt nun auch musikalisch zu Wort: Auf der neuen Single der britischen Indie-Rockband "The 1975" ruft die 16-Jährige in einer gesprochenen Botschaft dazu auf, endlich etwas gegen den Klimawandel zu tun, wie die PR-Firma der Band mitteilte. "Es ist jetzt Zeit für zivilen Ungehorsam. Es ist Zeit, zu rebellieren", sagt Thunberg in dem knapp fünfminütigen, mit Musik untermalten Stück "The 1975". Dabei handelt es sich um eine Variation des Tracks ("Somebody Else"), mit dem die Gruppe aus Manchester immer ihre Studioalben eröffnet, so auch ihr kommendes viertes Werk "Notes On A Conditional Form". Die Einnahmen aus der Single, die Ende Juni in Stockholm entstand, sollen an die Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion gehen, schrieb Thunberg auf Instagram.

Buhs und viel Jubel für neuen Bayreuther "Tannhäuser"

Die Bayreuther Festspiele haben einen neuen "Tannhäuser". Regisseur Tobias Kratzer hat gestern Abend seine Version vom "Sängerkrieg auf der Wartburg" auf dem Grünen Hügel auf die Bühne gebracht. Sein ebenso humorvolles wie kluges und berührendes Plädoyer für eine Aussöhnung von Pop- und Hochkultur gefiel nicht jedem. Nach der Premiere gab es einige Buhs, aber auch großen Jubel, Bravo-Rufe und Getrampel. Einige begeisterte Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Buhs gab es - eher ungewöhnlich in Bayreuth - auch für den russischen Star-Dirigenten Waleri Gergijew bei seinem Bayreuther-Festival-Debüt. Ausschließlich Applaus gab es für das Sänger-Ensemble um "Tannhäuser" Stephen Gould. Den meisten davon bekam - völlig zu recht - "Elisabeth"-Darstellerin Lise Davidsen ab.

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