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Kulturnachrichten

Mittwoch, 24. Juli 2019

Keine Einigung mit Hohenzollern

Im Streit um Entschädigungsforderungen der Hohenzollern ist vorerst keine Einigung erzielt worden. "Die Hohenzollern haben sich mit ihren unannehmbaren Forderungen selbst ins Abseits gestellt", erklärte Brandenburgs Finanzminister Görke nach entsprechenden Gesprächen. Zuvor hatte der Linke-Politiker dem Adelhaus eine Frist bis heute gesetzt. Der Ur-Ur-Enkel des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II., sollte erklären, dass er auf Entschädigungszahlungen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro verzichtet und eine entsprechende Klage gegen das Land zurückzieht. Das Haus Hohenzollern fordert die Rückgabe zahlreicher Kunstgegenstände, ein Wohnrecht im Schloss Cecilienhof sowie 1,2 Millionen Euro Entschädigung vom Land Brandenburg.

Taylor Swift veröffentlicht einen Teil ihrer Tagebücher

Die Musikerin Taylor Swift veröffentlicht einen Teil ihrer Tagebücher. Das teilte die US Sängerin auf ihrem Instagram-Account mit, wie der "Stern" auf seiner Onlineseite schreibt. Zu den vier Deluxe-Versionen ihres neuen Albums "Lover" würden auch 120 Seiten ihrer Tagebüchern gehören - je Album-Version 30 Seiten mit Auszügen aus ihren Aufzeichnungen. Sie schreibe seit ihrem 13. Lebensjahr regelmäßig Tagebuch, diese würden versteckte Juwelen wie "Originalsongtexte" und "Gefühle" enthalten. Sie habe für ihre Fans eine Art Retrospektive gestalten wollen und wies darauf hin, dass ihr erstes Album vor 13 Jahren erschienen sei. In ihren Tagebüchern habe sie so gut wie alles aufgeschrieben, was ihr passiert sei, schrieb die 29-jährige. Mit mehr als 170 Millionen verkauften Tonträgern gehört Taylor Swift zu den erfolgreichsten Musikern der Geschichte.

Gedruckte Tageszeitungen verlieren Reichweite

Die Zahl der Zeitungsleser in Deutschland ist weiter gesunken. Nach der am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Media-Analyse (MA) greifen bundesweit 38,1 Millionen Menschen zur gedruckten Tageszeitung. Das sind im Vergleich zur vorangegangenen Untersuchung im vorigen Juli 1,2 Millionen Leser weniger. Allerdings konnten einige überregionale Abozeitungen an Reichweite gewinnen. Darunter u.a. die "Süddeutsche Zeitung" als meistgelesenes Blatt in dieser Kategorie mit einem plus von 30000 auf rund 1,3 Millionen Leser täglich. Als meist gelesene Tageszeitung mit 8,6 Millionen Lesern schrieb die "Bild"-Zeitung erneut Verluste, mit etwa 800000 Lesern weniger als im Juli 2018. Für die repräsentative Untersuchung wurden knapp 130 000 Menschen nach ihrer Nutzung von gedruckten Tageszeitungen befragt. Nach der Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse erreichen die gedruckten Blätter aktuell 53,9 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre.

Alexander Neef leitet künftig die Pariser Oper

Der deutsche Musikmanager Alexander Neef übernimmt ab 2021 die Leitung der Pariser Oper und löst dann den bisherigen Operndirektor Stéphane Lissner ab. Das teilte der Elysée-Palast in Paris mit. Neef wechselt aus dem kanadischen Toronto in die französische Hauptstadt. Der 45-Jährige Neef leitet seit Juni 2008 das Opernhaus in Toronto, wirkte allerdings davor auch schon an zahlreichen Inszenierungen für die Pariser Oper unter dem damaligen Leiter Gérard Mortier mit. In Toronto gelang es Neef, die Oper für ein jüngeres Publikum zu öffnen. Zudem holte er internationale Stars an das Haus, wie etwa die US-Sängerinnen Sondra Radvanovsky und Christine Goerke. In Paris kann Neef über ein Budget von derzeit rund 220 Millionen Euro jährlich verfügen. Mit dem neobarocken Palais Garnier und der modernen Oper am Bastille-Platz werden ihm in Paris künftig zwei Spielstätten zur Verfügung stehen.

Restitutionsexperte lobt deutsche Haltung in Europa

Der Restitutionsexperte Felwine Sarr hat Position und Entwicklung deutscher Kulturverantwortlicher in der Diskussion um Rückgaben von Kunstobjekten gelobt. Die deutsche Haltung sei eine der fortschrittlichsten in Europa, sagte der senegalesische Schriftsteller und Wirtschaftswissenschaftler im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Deutschland sei auch durch die Debatte um das Berliner Humboldt Forum immer fortschrittlicher geworden - dort sollen auch Objekte aus der deutschen Kolonialzeit gezeigt werden. Sarr hatte zusammen mit der französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy in einem Bericht für den französischen Präsidenten Macron empfohlen, aus der Kolonialzeit stammende Kunstwerke an die Herkunftsländer in Afrika zurückzugeben.

Komponist Robin Hoffmann bekommt Henze-Preis

Der Komponist und Improvisationskünstler Robin Hoffmann wird mit dem Hans-Werner-Henze-Preis ausgezeichnet. Seine Arbeit zeichne sich durch eine eigenständige Klangsprache, Leichtigkeit und ironisch-humorvollen Umgang mit Klängen aus, lobte die Jury. Der 48-jährige Hoffmann stammt aus Bielefeld und tritt unter anderem als Komponist für diverse Instrumental- und Vokalformationen auf. Dabei interpretiert er seine Werke aber auch selbst - etwa als Kunstpfeifer und Lauterzeuger oder in dem er seinen Körper als Trommel einsetzt. Die Auszeichnung ist mit rund 13000 Euro dotiert und wird alle 6 Jahre vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe für besondere schöpferische Leistungen zeitgenössischer und aus Westfalen-stammender Künstler vergeben. Im Herbst kommenden Jahres wird Robin Hoffman im Rahmen eines Henze-Festivals in Gütersloh mit dem Preis geehrt.

Redakteure verurteilen Drohung gegen Monitorchef

Die Redakteure von ARD, ZDF und Deutschlandradio haben die Morddrohung gegen den Redaktionsleiter und Moderator des Politikmagazins "Monitor", Georg Restle, verurteilt. Man sei bestürzt über die Morddrohung, die der Kollege wegen seines Kommentars in den ARD-Tagesthemen erhalten habe, erklärten die WDR-Redakteursvertretung und die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Redakteursausschüsse Agra in Köln: "Wir solidarisieren uns mit ihm - eine solche Bedrohung für Leib und Leben des Kollegen ist ein abscheulicher Angriff auf ihn und die Presse- und Meinungsfreiheit." Georg Restle hatte in einem Kommentar für die ARD-"Tagesthemen" am 11. Juli die AfD kritisiert und unter anderem gefordert, die Partei müsse als rechtsextremistisch eingestuft werden. Das Schreiben mit der Morddrohung gegen Restle stammt laut WDR offenbar von demselben Absender, der auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den Altenaer Bürgermeister Andreas Hollstein bedroht hatte. Die Generalbundesanwaltschaft vermutet ein rechtsextremes Tatmotiv.

Beginn für Notre-Dame Wiederaufbau noch ungewiss

Die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner glaubt nicht, dass die Pariser Kathedrale Notre-Dame bald wieder hergestellt sein wird. Das sagte sie dem Bayerischen Rundfunk. Die Architektin koordiniert die deutsche Hilfe für die durch einen Brand schwer beschädigte Kirche. Noch immer bestehe die Gefahr, dass sich die durchnässten Mauern einziehen und die restlichen Gewölbe einstürzen könnten, erläuterte sie. Wenn die Schäden nicht zu groß seien, könnte lediglich der Dachstuhl in fünf Jahren wieder stehen, habe der Architekt ihr gegenüber erklärt. Viel länger würde aber die vollständige Restaurierung in der Kirche dauern: das komplette Chorgestühl beginne zu schimmeln, der Innenraum sei verraucht und die Orgel müsse zur Säuberung auseinandergenommen werden. Im Juli hatte das französische Parlament ein Gesetz zum Wiederaufbau in den kommenden fünf Jahren angenommen. Die Regierung in Paris will für den Wiederaufbau einen internationalen Architektenwettbewerb starten.

Jüdische Stätten am Rhein sollen Welterbe werden

Die Initiative für die Aufnahme der jüdischen mittelalterlichen Kultur von Speyer, Worms und Mainz ins Unesco-Welterbe tritt in ihre entscheidende Phase. Das fast abgeschlossene 600-seitige Antragsdossier - das den außergewöhnlichen universellen Wert der jüdischen Stätten am Rhein beschreibt - sei bereits ins Englische übersetzt. Das sagte die Leiterin der Stabsstelle im Wissenschaftsministerium, Stefanie Hahn, der Deutschen Presse-Agentur. Der Antrag für die Aufnahme ins Welterbe gilt für die sogenannte Schum - die jüdische Tradition in Speyer, Worms und Mainz. Dazu zählt die um 1120 gebaute Mikwe, das jüdische Ritualbad in Speyer; in Worms außer der Mikwe auch die Synagoge und der Friedhof und in Mainz der mittelalterliche Friedhof "Judensand". Ende 2019 soll der Antrag an die Weltkulturorganisation Unesco in Paris weitergeleitet werden. Im Juli 2021 trifft das Welterbe-Komitee der Unesco dann eine Entscheidung.

Senioren haben Nachholebedarf in digitaler Welt

Lediglich jeder Dritte der über 70jährigen fühlt sich im Umgang mit dem Internet sicher, wie die Bertelsmann Stiftung erklärte. Von den 60- bis 69-Jährigen sind es 41 Prozent. Damit Senioren souverän mit den digitalen Angeboten umgehen können, reicht es nach Einschätzung der Studie nicht, ältere Menschen zu schulen. Der Umgang mit den Daten müsse transparenter werden, nur so könne Vertrauen entstehen und die gesellschaftliche Akzeptanz von komplizierten Computerprogrammen steigen. Zugleich betont die Studie, dass digitale Angebote eine große Chance für die Generation "Silver Surfer" seien. Sie könnten dazu beitragen, dass Ältere so lange wie möglich zu Hause leben könnten - etwa, weil sie die Dinge des täglichen Lebens online bestellen, mit Familie und Freunden per Smartphone kommunizieren oder telemedizinische Angebote nutzen könnten.

Brandenburg setzt Hohenzollern Frist

Das Land Brandenburg hat dem Haus Hohenzollern im Streit über Entschädigungsleistungen eine Frist bis zu diesem Mittwoch gesetzt. Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern und Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., soll erklären, dass er auf Entschädigungszahlungen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro verzichtet. Dies teilte das brandenburgische Finanzministerium mit. Derzeit ruht ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Potsdam. Die damalige Sowjetunion hatte nach dem Zweiten Weltkrieg die einstige Regentenfamilie enteignet. Das Land will das Geld nicht zahlen, da die Familie dem "nationalsozialistischen System erhablich Vorschub" geleistet habe. Die Hohenzollern hatten dagegen geklagt. Zwischen dem Haus Hohenzollern und dem Bund sowie den Ländern Berlin und Brandenburg wird zudem über die Rückgabe teils sehr wertvoller Kunstobjekte verhandelt.

Richter wollen Musik-Event "Kiesgrube" ziehen lassen

Star-DJs der Elektro-Musikszene dürfen unter dem Namen "Kiesgrube" auch abseits eines solchen Gewässers auflegen. Das ist die vorläufige Rechtsauffassung des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Bei der Verhandlung stellten die Richter heraus, dass sie die Rechte am Begriff "Kiesgrube" bei der gleichnamigen Event GmbH sehen. Sowohl die ursprünglichen Veranstalter der Kiesgrube-Events in Neuss, als auch der zwischenzeitliche Veranstalter hatten dies anders gesehen. Der Begriff habe sich vom Ort gelöst und als Bezeichnung für das Musikereignis durchgesetzt. Als "Kiesgrube" war das Musik-Event seit 1996 bekannt geworden. Das Urteil, an dessen Ausgang die Richter nahezu keine Zweifel ließen, soll am kommenden Montag verkündet werden.

Fälschungsverdacht bei Miró-Ausstellung in München

Eine Ausstellung mit Druckgrafiken des spanischen Künstlers Joan Miró ist wegen Fälschungsverdachts vorerst abgesagt worden. Bei einer Handvoll Werke seien Zweifel an der Echtheit aufgetaucht, begründete eine Sprecherin des Münchner Künstlerhauses. Der Verdacht könne sich auch als falsch erweisen, trotzdem müsse alles nachgeprüft werden. Die Ausstellung "Joan Miró - Charme und Poesie der Farben" sollte eigentlich von Mittwoch an bis anfang September September 90 handsignierte Einzelblätter und 15 historische Plakate des Künstlers zeigen. Miró gilt als ein wichtiger Vertreter des Surrealismus.

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