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Kulturnachrichten

Samstag, 20. Juli 2019

Salzburger Festspiele beginnen mit "Jedermann!"

Mit der Schauspielerin Vera Tscheplanova als neuer "Buhlschaft" haben am Samstagabend die Salzburger Festspiele 2019 begonnen. Erstmals in einem gewagten, durchbrochenen Hosenanzug und mit ungewohnt rauchiger Stimme umgarnte die gebürtige Russin ihren Geliebten "Jedermann", wieder gespielt von Tobias Moretti. Mit fast 700 Vorstellungen in einem knappen Jahrhundert - kommendes Jahr begehen die Festspiele ihr 100-jähriges Bestehen - ist Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel "Jedermann" auf dem Salzburger Domplatz ein zentraler Bestandteil des weltgrößten Musik- und Theaterfestivals.

Gebeine aus Sebaldusgrab noch da

Die Gebeine des Heiligen Sebaldus aus dem achten Jahrhundert sind in einer feierlichen Zeremonie in der Nürnberger Kirche St. Sebald erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden. Der Pfarrer brach während eines Rituals die Siegel der beiden Holzladen, in denen sich 13 purpurfarbene Stoffsäckchen befinden. Sie enthalten unter anderem die Schädeldecke und längere Knochenstücke des Nürnberger Stadtpatrons. Vertreter von Kirche, Stadt und Wissenschaft überprüfen seit 1463 im Abstand von 25 bis 50 Jahren, ob die Reliqiuen noch vollständig sind. Anlass der insgesamt 19. Graböffnung war das 500. Jubiläum der Fertigstellung des Grabmals.

"Melt!"-Festival wegen Unwetter-Warnung unterbrochen

Das "Melt!"-Festival mit rund 25 000 Besuchern ist am Samstagabend wegen einer Unwetter-Warnung unterbrochen worden. Wie der Veranstalter auf Anfrage mitteilte, wurden die Fans gebeten, Autos und Shuttle-Busse aufzusuchen. Der Wetterdienst hatte eine Warnung vor Gewittern herausgegeben. Nach Angaben von Festivalsprecher Tommy Nick folgten die Zuschauer den Anweisungen reibungslos. Das "Melt!"-Festival gehört zu einer der bedeutendsten Veranstaltungen auf dem Areal, das wegen seiner beeindruckenden Kulisse aus fünf riesigen Kohlebaggern bekannt ist.

Nulltoleranz gegenüber israelbezogenem Antisemitismus

Die Antisemitismusforscherin Monika Schwarz-Friesel fordert eine Nulltoleranz-Politik gegenüber israelbezogenem Antisemitismus. In einem Gespräch in der Sendung Tacheles im Deutschlandradio Kultur sagte Schwarz-Friesel, dass radikale Kräfte in der Gesellschaft Oberwasser bekämen, wenn man einem sich auf dem Weg der Normalität befindlichen Antisemitismus nicht scharf entgegentrete. Deswegen begrüße sie auch den im Mai getroffenen Beschluss des Bundestages, die israelfeindliche BDS-Kampagne als antisemitisch zu verurteilen. Die Kampagne sei, so wörtlich, derealisierend, dämonisiere den Staat Israel und ziele auf seine Zerstörung. Der Beschluss werde dem Antisemitismus aber nicht den Boden entziehen, denn er sei ein gesamtgesellschaftliches Phänomen.

Danzigs Bürgermeisterin gegen Westerplatte-Museum

Danzigs Bürgermeisterin Aleksandra Dulkiewicz hat den polnischen Präsidenten Duda aufgefordert, Pläne zum Bau eines umstrittenen Museums auf der Westerplatte zu stoppen. Das polnische Parlament hat mit der nationalkonservativen Mehrheit der PiS-Partei ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Kritiker fürchten, im Vordergrund könne möglicherweise eine einseitige Interpretation von Geschichte stehen. Damit das Gesetz in Kraft tritt, muss Duda es noch unterschreiben - dies gilt als wahrscheinlich. Dulkiewicz kritisierte, dies werde Zeugnis dafür sein, dass die PiS-Regierung die Meinung anderer nicht berücksichtige. Historiker, Zeitzeugen und Bürger hätten in die Pläne miteinbezogen werden müssen. Polens Regierung argumentiert, der historisch bedeutende Ort sei von der Stadt Danzig vernachlässigt worden. Der Beschuss der Westerplatte am frühen Morgen des 1. Septembers 1939 leitete den deutschen Angriff auf Polen und damit den Beginn des Zweiten Weltkriegs ein. Seit 1966 steht auf der Westerplatte ein 25 Meter hohes Granit-Denkmal.

Möglicher Geburtsort des Apostels Petrus entdeckt

Bei Grabungen im israelischen Al-Araj am See Genezareth haben Archäologen möglicherweise den Geburtsort des Apostels Petrus gefunden. Die Funde einer byzantinischen Kirche neben Überresten einer römischen Siedlung bestärkten die These, dass es sich bei Al-Araj um die antike Stadt Bethsaida handle, heißt es in einer Mitteilung des an den Grabungen beteiligten "Center for the Study of Ancient Judaism and Christian Origins" in New York. Die beteiligten Archälogen Mordechai Aviam und Steven Notely vertreten die These, dass Bethsaida der Geburtsort der drei Apostel Petrus, Philippus und Andreas sein soll. Andere archäologische Theorien halten das zwei Kilometer weiter nördlich gelegene Et-Tell für das biblische Bethsaida.

Twitter-Account von Scotland Yard geknackt

Unbekannte Hacker haben den Twitter Account der Londoner Polizei geknackt. In etlichen gefälschten Tweets forderten sie die Freilassung des Rappers Digga D, teilte die britische Nachrichtenagentur PA mit. "Wir entschuldigen uns bei unseren Abonnenten und Followern für die Nachrichten, die sie bekommen haben", hieß es in einer Mitteilung von Scotland Yard. Der Drill-Rapper Digga D, alias Rhys Herbert, sei voriges Jahr im Alter von 17 Jahren zusammen mit vier anderen Mitgliedern der 1011 Gang festgenommen worden, als sie mit Baseballschlägern und Macheten ausgerüstet auf dem Weg waren, Rivalen anzugreifen, meldete PA. Der sogenannte Drill-Rap, bei dem oft maskierte und vermummte Männer von Waffen, Drogen und Messerstechereien reden, wird mit einem Anstieg von Gewaltverbrechen in der britischen Hauptstadt in Verbindung gebracht.

Opernsänger Tom Martinsen gestorben

Der norwegische Opernsänger Tom Martinsen ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Martinsen sei bereits am Donnerstag gestorben, wie die Sächsische Staatsoper in Dresden unter Berufung auf seine Familie bekanntgab. Martinsen stammte aus Hamar und studierte an der Musikhochschule in Oslo und an der Opernhochschule in Stockholm. Sein Debüt in Dresden gab er als Hoffmann in "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach. In Dresden war er zunächst als ständiger Gast und später als Teil des Solistenensembles in vielen Partien zu erleben. Zudem gastierte Martinsen auf zahlreichen Bühnen im Ausland.

Argentinischer Architekt César Pelli gestorben

Der preisgekrönte argentinische Architekt César Pelli, der unter anderem das One World Financial Center in New York entworfen hat, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit. Seine Bauten in der ganzen Welt seien sein Vermächtnis und "ein Stolz für alle Argentinier", schrieb Präsident Mauricio Macri im Kurzbotschaftendienst Twitter. Pelli hatte zunächst Architektur in Argentinien studiert, bevor er 1952 in die USA ging. Von 1977 bis 1984 war er Dekan der Architektur-Fakultät an der Elite-Universität Yale. Zu seinen berühmtesten Bauwerken zählen die Petronas Towers in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Weltweit entwarf er zahlreiche Theater und Kulturzentren. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Bedauern über Mangel an Exzellenz-Unis im Osten

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann hält es für bedauerlich, dass die TU Dresden die einzige Exzellenz-Universität in Ostdeutschland ist. Willingmann sagte gegenüber dem MDR, es handle sich um ein strukturelles Problem. "Wenn sie sich anschauen, wer jetzt bei den elf Geförderten dabei ist, dann sind es im Grunde die Metropoluniversitäten, die auch in der Vergangenheit zu den Reicheren gehörten", sagte er. Viele verfügten über eine sehr lange Tradition und hätten deshalb andere Forschungsstrukturen sowie längere internationale Kontakte aufgebaut. Auch Sachsen-Anhalt habe noch Nachholbedarf, räumte Willingmann ein. So müssten etwa Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen noch enger zusammenarbeiten. Um Forscher aus dem Ausland anzulocken, brauche es außerdem eine erstklassige kulturelle Infrastruktur in Stadt und Land. Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek hatte gestern zehn Hochschulen und den Verbund aus den Berliner Universitäten zu Exzellenz-Unis gekürt. Der Titel geht einher mit zusätzlichen staatlichen Fördergeldern in Millionenhöhe.

Ungarische Philosophin Ágnes Heller gestorben

Die ungarische Philosophin und Soziologin Ágnes Heller ist im Alter von 90 Jahren im Plattensee-Bad Balatonalmadi gestorben. Dies bestätigte die Ungarische Akademie der Wissenschaften (MTA), deren Mitglied sie war und in deren Ferienheim sie zu ihrem Todeszeitpunkt Urlaub machte. Heller war eine Schülerin des ungarischen marxistischen Philosophen Georg Lukacs. Nach dem ungarischen Volksaufstand von 1956 stellte sie den sogenannten real existierenden Sozialismus - der die sowjetische Herrschaft über Osteuropa und damit ihre Heimat Ungarn einschloss - in Frage und wurde zur Dissidentin. 1977 emigrierte sie nach Repressionen des damaligen kommunistischen Regimes nach Australien. 1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York. Nach der demokratischen Wende 1989 kehrte sie nach Ungarn zurück. Sie wurde zu einer wichtigen und streitbaren Stimme eines modernen Liberalismus. Dies brachte sie in entschiedene Gegnerschaft zur Regierung des seit 2010 amtierenden rechtsnationalen, fremdenfeindlichen Ministerpräsidenten Viktor Orban.

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