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Mittwoch, 18.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 4. Juli 2019

Streit um Versteigerung von Tutanchamun-Büste

Ägypten reagiert verärgert auf eine für Donnerstagabend geplante Versteigerung einer Büste des Tutanchamun. Der Verkauf der 3.000 Jahre alten Steinbüste im Londoner Auktionshaus Christie's widerspreche internationalen Konventionen, erklärte das ägyptische Außenministerium laut Medienberichten. Mutmaßlich sei sie nach 1970 aus der Tempelanlage von Karnak oder etwa aus dem Amnuntempel in Heliopolis gestohlen worden. Unter anderen forderte das ägyptische Antikenministerium Christie's auf, den rechtmäßigen Besitz nachzuweisen. Sollte sich nachweisen lassen, dass es sich um geschmuggelte Artefakte handele, werde man den Fall an Interpol übergeben. Christie's gibt zwar Vorbesitzer an, wie die Büste nach Europa kam, ist aber unklar.

US-Rapper ASAP Rocky bleibt in Stockholm in Haft

Der US-amerikanische Rapper ASAP Rocky kommt nach einer Schlägerei in Schweden vorerst nicht auf freien Fuß. Wie die Staatsanwaltschaft in Stockholm mitteilte, werden der Musiker und zwei weitere Männer wegen des Verdachts auf grobe Körperverletzung voraussichtlich am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. In einem Video von dem vermeintlichen Vorfall auf der Promi-Webseite TMZ.com ist zu sehen, wie der Rapper einen jungen Mann heftig zu Boden wirft und anschließend mit anderen zusammen auf ihn einprügelt. Rocky selbst gab an, von zwei Männern verfolgt worden zu sein. Wegen der Verhaftung müssen Konzerte der Europatournee abgesagt werden.

"Mad" Magazin vor dem Aus

Nach 67 Jahren wird "Mad", das wohl bekannteste Satiremagazin der Welt in den USA eingestellt. Das berichten übereinstimmend verschiedene Medien. Der Verlag, in dem "Mad" in den USA erscheint, DC Comics, bestätigte der Nachrichtensite "Cnet.com", dass 9/2019 als letzte Ausgabe an den Kiosken erscheint. Danach werde man "Mad" nur noch per Abonnement und im Direktverkauf erhalten können. Der Inhalt der Hefte soll aus Nachdrucken alter Artikel und Comics bestehen, aber mit jeweils neuen Titelseiten. Die Titelseiten, auf denen immer Alfred E. Neumann zu sehen war, ein grinsender Junge mit riesiger Zahnlücke, sind legendär. Die deutschen "Mad"-Ausgaben wurden bereits Anfang 2019 eingestellt.

Meisterwerke der Neuen Pinkothek ziehen um

Bis voraussichtlich 2025 bleibt die Neue Pinakothek in München wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Auf die darin ausgestellten Kunstwerke des 19. Jahrhunderts müssen Kunstfreunde dennoch nicht gänzlich verzichten: Unter dem Titel "Von Goya bis Manet" werden rund 90 Gemälde und Skulpturen aus dem Bestand ab 25. Juli in der benachbarten Alten Pinakothek zu sehen sein. Weitere 35 Gemälde haben derweil unter dem Motto "Sehnsucht nach dem Süden" Aufnahme in der Sammlung Schack gefunden. Dazu gehören unter anderem Carl Spitzwegs "Armer Poet", Moritz von Schwinds "Eine Symphonie", Arnold Böcklins "Pan im Schilf" und Anselm Feuerbachs "Abschied der Medea".

Abkommen für Deutsch-Griechisches Jugendwerk unterzeichnet

Deutschland und Griechenland haben ein Abkommen zur Gründung eines gemeinsamen Jugendwerkes unterzeichnet. Dieser Schritt sei ein wichtiges Signal für ganz Europa und fördere das Verständnis der Jugendlichen beider Länder füreinander, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in Berlin. Internationale Begegnungen seien die beste Präventionsarbeit, um Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken und lebenslange Freundschaften entstehen zu lassen. Die neue Institution soll sich an den Vorbildern des Deutsch-Französischen und des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes orientieren, die 1963 und 1991 gegründet wurden.

Auch Samstag Buchverkauf auf Frankfurter Buchmesse

Der Buchverkauf auf der Frankfurter Buchmesse wird ausgeweitet. Bei der diesjährigen Bücherschau vom 16. bis 20. Oktober werde das Publikum erstmals schon am Samstag Bücher kaufen können und nicht nur wie bisher am Sonntag, berichtete das Fachmagazin "Börsenblatt". Der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels habe diesem Vorgehen zugestimmt. Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, nannte die Ausweitung des Buchverkaufs ein wichtiges Signal. Die Zahl der Buchkäufer in Deutschland sei 2018 erstmals seit einigen Jahren wieder gestiegen. "Diesen Trend wollen wir unterstützen", so Boos. Der Wunsch, Bücher vor Ort zu kaufen, sei beim Publikum groß.

Akropolis wegen Hitze geschlossen

Wegen hoher Hitzschlagsgefahr ist das Wahrzeichen von Athen, die Akropolis, für vier Stunden geschlossen worden. Auf dem Hügel herrschten um die Mittagszeit über 37 Grad Celsius. In der Sonne übertrafen die Temperaturen die 40 Grad und stellten damit eine Gefahr für die Gesundheit der Besucher dar. Aus diesem Grund beschloss die zuständige Behörde der antiken Stätten Athens, die Akropolis von 13.00 bis 17.00 Uhr zu schließen, berichtete das Staatsfernsehen.

Touristenzahlen in Jordanien steigen

Jordanien hat im Juni einen Anstieg der Touristenzahlen um 26,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet. Tourismusministerin Majd Shweikeh machte bei der Vorstellung der monatlichen Statistiken verstärktes Marketing in traditionellen und neuen Märkten sowie neue Billigflugverbindungen für den Anstieg verantwortlich, wie die jordanische Tageszeitung "Jordan Times" berichtete. Seit Jahresbeginn kamen demnach mit gut 2,4 Millionen 5,6 Prozent mehr Touristen als im Vorjahreszeitraum. Den größten Zuwachs gab es mit 38,8 Prozent bei Besuchern aus Europa sowie mit 19,1 Prozent aus Nord- und Südamerika.

415 Millionen-Neubau für Paul-Ehrlich-Institut

Das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel bekommt für geplante 415 Millionen Euro einen neuen Hauptsitz im hessischen Langen. Das alte Gebäude, das ebenfalls in Langen steht, und dessen Technik würden auf längere Sicht an seine Grenzen stoßen, sagte eine Sprecherin des auch Paul-Ehrlich-Institut (PEI) genannten Bundesinstituts. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben werde Bauherrin des Komplexes und vermiete diesen dann an das PEI, sagte die Sprecherin. Für die Planungs- und Bauzeit seien rund zehn Jahre veranschlagt worden.

Alitalia streicht Werbung mit Obama-Imitator

nline/ subDie italienische Fluggesellschaft Alitalia hat nach heftiger Kritik in sozialen Medien eine Werbekampagne mit einem Imitator des früheren US-Präsidenten Barack Obama zurückgezogen. Dem Unternehmen war Rassismus vorgeworfen worden, weil es in dem Werbespot für eine neue Washington-Route im Stile des "Blackfacings" einen als Schwarzen geschminkten Darsteller eingesetzt habe. Die Airline entschuldigte sich. Das Video sei inzwischen entfernt worden. Von "Blackfacing" ist die Rede, wenn geschminkte Weiße schwarze Menschen darstellen.

Honorarordnung für Architekten gekippt

Die deutsche Honorarordnung für Architekten und Ingenieure ist nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs unzulässig. In einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland urteilte das Luxemburger Gericht, die Festschreibung von Mindest- und Höchstpreisen sei in diesem Fall nicht verhältnismäßig. Die Bundesregierung und betroffene Berufsverbände hatten argumentiert, die Mindestsätze sicherten Qualitätsstandards. Die EU warf Deutschland dagegen vor, mit den Regelungen den Wettbewerb zu beeinträchtigen. Architekten und Ingenieuren aus anderen Mitgliedsstaaten werde der Marktzugang erschwert, wenn sie ihre Preise nicht frei gestalten könnten. Die Qualität könne auch mit anderen Mitteln gesichert werden, betonte der Generalanwalt.

Forscher decken über 30.000 Jahre alte Gewalttat auf

Forscher haben nach mehr als 30.000 Jahren die Todesumstände eines modernen Frühmenschen aufgedeckt. Die Senckenberg-Wissenschaftlerin Katerina Harvati und ein internationales Kollegenteam führen die Verletzungen an dem Schädel des Mannes auf eine Gewalttat zurück, wie das Senckenberg Forschungsinstitut mitteilte. Bislang war davon ausgegangen worden, dass die Frakturen an dem Fossil erst nach dem Tod durch Verwitterungsprozesse entstanden waren. Das Team um die Tübinger Forscherin Harvati konnte zeigen, dass die Frakturen von stumpfer Gewalt herrührten - im einem Fall sei der Schlag "eindeutig mit einem keulenartigen Objekt" ausgeführt worden.

Welterbe-Antrag zum Donaulimes droht zu scheitern

Der ursprünglich äußerst aussichtsreiche Antrag, den Donaulimes in Deutschland, Österreich, Slowakei und Ungarn zum Weltkulturerbe zu erklären, ist unmittelbar vor der Entscheidung vom Scheitern bedroht. Ungarn wolle den gemeinsamen Antrag der vier Länder zum besondern Status der Überreste der einstigen römischen Militärgrenze in letzter Minute abändern, teilte die Unesco-Kommission Österreich mit. Änderungen im umfangreichen Antrag seien seit Monaten wegen der Unesco-Regeln eigentlich nicht mehr möglich, ein solcher Schritt werde voraussichtlich die Zurückweisung des Antrags nach sich ziehen. Das Welterbekomitee der Unesco tagt noch bis zum 10. Juli in Baku in Aserbaidschan.

Festival "Kosmos Chemnitz - Wir bleiben mehr" beginnt

Zum Festival "Kosmos Chemnitz - Wir bleiben mehr" werden heute zehntausende Besucher erwartet. Das Festival in der Innenstadt versteht sich als eine Fortsetzung des Konzerts #wirsindmehr aus dem vorigen Jahr. Dort hatten nach rechten Demonstrationen und fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz Bands wie die Toten Hosen und Kraftklub vor 65 000 Menschen für eine friedliche und tolerante Gesellschaft gespielt. Von mittags an sind neben Auftritten u. a. von Herbert Grönemeyer und Tocotronic auch Lesungen, Podiumsdiskussionen, Sportevents und Vorführungen an 40 Spielorten geplant.

Schwarze US-Sängerin spielt "Die kleine Meerjungfrau"

Das Märchen "Die kleine Meerjungfrau" von Hans Christian Andersen wird als Live-Action-Musical mit einer schwarzen Hauptdarstellerin neu verfilmt. "Ein Traum wird wahr", freute sich die US-amerikanische Sängerin Halle Bailey auf Twitter. In den sozialen Medien fielen die Reaktionen gespalten aus. Unter #BlackPrincessAriel posteten die Befürworter, unter #NotMyAriel finden sich zahlreich rassistische Kommentare. Regisseur Rob Marshall sagte laut "Variety", Halle verfüge über eine seltene Kombination von "Geist, Herz, Jugend, Unschuld und Substanz", gepaart mit einer "wunderbaren Singstimme". Anfang 2020 sollen die Dreharbeiten beginnen. Für Bailey, die mit ihrer Schwester Chloe als das R&B-Duo Chloe x Halle bekannt wurde, ist es die erste Kino-Hauptrolle.

Kalifornien verbietet Diskriminierung wegen Afrofrisuren

Kalifornien hat das Tragen von Afrofrisuren in der Schule und am Arbeitsplatz als erster US-Staat unter besonderen Schutz gestellt. Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete ein Gesetz, das Benachteiligungen von Schwarzen aufgrund ihrer Haarpracht untersagt. Die Initiative geht auf die Demokratin Holly Mitchell aus Los Angeles zurück. Die Afroamerikanerin sitzt im Senat von Kalifornien und trägt ihre Rastalocken offen. Sie hoffe, dass der Staat Kalifornien den Lauf der Geschichte auch im Rest des Landes ändere, indem er einräume, dass sich Frisuren im Berufsleben traditionell am eurozentrischen Modell orientierten - nämlich an glattem Haar, erklärte Mitchell. Viele schwarze Bürger in Kalifornien berichteten, dass sie wegen ihrer Frisur oft aneckten und sogar Schwierigkeiten bei der Jobsuche hätten.

"Fusion"-Macher wollen weiter machen

Das alternative Kulturfestival "Fusion" soll es trotz des jüngsten Streits mit Behörden um Sicherheitsauflagen auch weiterhin geben. Das gab der Veranstalterverein Kulturkosmos in Lärz bekannt. Bei der "Fusion" 2019, die in der letzten Juniwoche rund 70 000 Gäste aus dem In- und Ausland angezogen hat, habe es mit der Polizei "eine reibungslose, kooperative und vertrauensvolle Zusammenarbeit" gegeben. Grundlage dafür seien der Verzicht der Polizei auf anfangs geforderte "anlasslose Bestreifung" und das unauffällige Platzieren der mobilen Polizeiwache dicht am Gelände der "Fusion" gewesen. Auch das Polizeipräsidium Neubrandenburg zog eine positive Bilanz. Überschattet wurde das "Fusion"-Festival allerdings vom Tod eines 28jährigen. Ein toxologische Gutachten soll die Todesursache klären.

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Wolfgang Joop ist neben Jil Sander der erfolgreichste lebende deutsche Modemacher und schuf mit seiner Marke JOOP! ein Imperium. Nun hat er eine Autobiografie geschrieben - ein Buch über seine Kindheit, Jugend und die ersten Schritte in der Modebranche. Mehr

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