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Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. Juli 2019

SR-Intendant fordert Gütesiegel für Journalismus

Der Intendant des Saarländischen Rundfunks hat ein europäisches Gütesiegel für Qualitätsjournalismus gefordert. Das Auftreten neuer Internetanbieter und die steigende Zahl sogenannter Influencer mache es nicht einfacher, den Wahrheitsgehalt bestimmter Sachverhalte im Netz zu identifizieren, sagte Thomas Kleist bei der Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises in Paris. Wenn Hasskommentare sich wie "Lauffeuer" im Netz verbreiteten und alternative Medien wie "Spaltpilze" in der Gesellschaft wirkten, dann stelle sich die Frage, wie die freiheitlichen Demokratien mit diesem Phänomen umgehen wollen. Ein Gütesiegel könne dem Internetkonsumenten auf Anhieb vor Augen führen, wer es mit wem zu tun habe. Es könne mit dem TÜV-Kennzeichen auf Elektrogeräten vergleichbar sein. Verlässliche Informationen, auf deren Grundlage Meinungsbildung stattfinde, seien die Basis einer Demokratie.

Schlagersänger Costa Cordalis gestorben

Der Schlagersänger Costa Cordalis ist tot. Er sei am Dienstag im Kreise seiner Familie auf Mallorca gestorben, ließ die Familie heute über das Management der Deutschen Presse-Agentur mitteilen. Seinen größten musikalischen Erfolg hatte Costa Cordalis mit dem Titel "Anita". Medienberichten zufolge soll der Sänger nach einem Schwächeanfall länger in einer Klinik auf Mallorca gelegen haben. Noch Ende Februar war er zusammen mit Sohn Lucas bei einem Benefizkonzert in Essen aufgetreten. Cordalis war außerdem zweimal griechischer Landesmeister im Skilanglauf. Er wurde 75 Jahre alt.

Ulinka Rublack erhält Historikerpreis

Die Historikerin Ulinka Rublack von der Universität Cambridge erhält in diesem Jahr den Preis des Historischen Kollegs. Sie erhalte die mit 30 000 Euro dotierte Auszeichnung vornehmlich für ihr Buch "Der Astronom und die Hexe. Johannes Kepler und seine Zeit", teilte das Kolleg in München mit. Keplers Mutter war im Jahr 1615 wegen Hexerei angeklagt worden. Ihr Sohn versucht, ihren Freispruch zu erreichen - eine wahre Geschichte. Rublack schreibe mit fundiertem Fachwissen und mache ein komplexes wissenschaftliches Thema für ein allgemeines Publikum zugänglich, hieß es in der Mitteilung. Rublack lehrt seit 1996 Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit am St. John's College.

Katja Becker wird Präsidentin der DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bekommt erstmals eine Präsidentin. Katja Becker, Professorin für Biochemie und Molekularbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde von der Mitgliederversammlung der DFG in Rostock in das Spitzenamt der größten Forschungsförderorganisation gewählt. Becker ist seit 2014 DFG-Vizepräsidentin und tritt ihr neues Amt 2020 für zunächst vier Jahre an. Sie folgt damit auf den germanistischen Mediävisten Peter Strohschneider.

Nike Wagner gibt Beethovenfest-Intendanz auf

Die Intendantin des Bonner Beethovenfests Nike Wagner will ihren Vertrag nicht verlängern. Das kündigte sie im WDR an. Nach den Feiern zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens wolle sie nur noch bis zur Übergabe an einen Nachfolger tätig sein. Die Urenkelin von Richard Wagner ist seit 2014 Intendantin des Bonner Beethovenfests. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan dankte Wagner für ihre Arbeit: Es sei ihr gelungen, eine ganz eigene künstlerische Handschrift zu präsentieren und mit neuen Formaten zu überraschen.

Gemälde aus Gurlitt-Sammlung zurückgegeben

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat ein weiteres Gemälde aus der Gurlitt-Sammlung an den rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Im Bundeskanzleramt überreichte sie "Quai de Clichy. Temps gris (Opus 156)" von Paul Signac an Agnes Sevestre-Barbe, Vertreterin der Familie des ursprünglichen Eigentümers Gaston Prosper Levy. Es handele sich um die sechste Rückgabe aus dem Bestand Gurlitt. Forschern der Taskforce Schwabinger Kunstfund und des Projekts Provenienzrecherche Gurlitt hatten das Werk im Oktober 2018 als NS-Raubkunst identifiziert. Nach Augenzeugenberichten hatten deutsche Soldaten das Werk in Gaston Prosper Levys Schloss in Frankreich im Jahr 1940 beschlagnahmt. 2013 tauchte es in einer Münchner Wohnung mit zahlreichen anderen Kunstwerken wieder auf. Sie gehörten zur Sammlung des mittlerweile verstorbenen Cornelius Gurlitt, dem Sohn des NS-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt.

Barbara Frey wird Intendantin der Ruhrtriennale

Die Schweizer Regisseurin Barbara Frey wird neue Intendantin der Ruhrtriennale. Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen informierte in Düsseldorf über den Aufsichtsratsbeschluss der Kultur Ruhr GmbH. Frey werde ab November 2020 die künstlerische Leitung des größten Kulturfestivals in Nordrhein-Westfalen übernehmen. Sie sei dann verantwortlich für die Spielzeit 2021 bis 2023. Die 56-jährige Frey war zuvor zehn Jahre lang Intendantin des Schauspielhauses Zürich. Sie folgt auf Stefanie Carp, die die Ruhrtriennale seit 2018 zusammen mit dem Schweizer Regisseur Christoph Marthaler leitet. Carp war wegen ihrer Festivalplanung mit der israelkritischen Band "Young Fathers" und ihre Kommunikation des Themas im vergangenen Jahr heftig kritisiert worden. Das experimentelle Kulturfestival in den monumentalen Industriebauten des Ruhrgebiets bekommt alle drei Jahre eine neue Leitung.

Hip-Hop-Star Nicki Minaj tritt in Saudi-Arabien auf

Der Hip-Hop-Star Nicki Minaj tritt in Saudi-Arabien auf. Die Rapperin, die mit einem ausgefallenen Stil und obszönen Liedtexten in Verbindung gebracht wird, wird nach saudischen Organisatorenangaben am 18. Juli beim Jeddah World Fest eine Hauptrolle spielen. Die Veranstaltung soll international ausgestrahlt werden. Der Sender MTV soll darüber berichten. Die Ankündigung sorgte für Aufsehen. Saudi-Arabien gilt als streng konservativ und hat jahrzehntelang die Unterhaltungsindustrie mit Kontrollen belegt. Die saudische Moralpolizei nahm einst Razzien gegen Einrichtungen vor, die laute Musik spielten. Das Königreich hat zur Förderung des Tourismus angekündigt, für internationale Teilnehmer an dem Musikfest schnell ein elektronisches Visum zu erteilen.

Bedeutender Bildhauer-Preis für Kölner Künstlerin

Die in Köln lebende Künstlerin Hannah Schneider hat den mit 2500 Euro dotierten Gustav-Weidanz-Preis für Plastik erhalten. Sie setzte sich damit gegen rund 100 Bewerber aus ganz Deutschland durch, wie die Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle an der Saale mitteilte. Die in Baden-Württemberg geborene Künstlerin überzeugte die Jury mit ihrem Umgang mit bildhauerischen Themen wie Körper und Raum, Masse und Proportion oder Bewegung und Statik. Der Gustav-Weidanz-Preis wird seit 1975 von der Kunsthochschule in Halle vergeben und zählt nach eigenen Angaben bundesweit zu den wichtigsten Nachwuchsförderpreisen für Bildhauer. Ziel sei es, junge Künstler unter 35 Jahren mit dem Preisgeld zu fördern, hieß es.

Schweriner Intendant will 2021 gehen

Der Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, Lars Tietje, will seinen Posten im Sommer 2021 aufgeben. Er werde seinen Vertrag über die vereinbarte Laufzeit hinaus nicht verlängern, teilte der 51-Jährige in Schwerin mit. Seine Entscheidung begründete Tietje mit mangelnder Rückendeckung der Politik für sein Leitungsteam. Das Kulturministerium bestätigte die einvernehmliche Trennung. Im Mai hatte Tietje erklärt, das Staatstheater in Schwerin und Parchim habe nach dem Abbau von 30 Stellen im Zuge der letzten Theaterreform Schwierigkeiten, seinem künstlerischen Anspruch gerecht zu werden.

Junge Erfinder werden nicht genug gefördert

Die Zahl junger Erfinder in Deutschland nimmt zwar stark zu. Die Kreativität der Jugendlichen wird aber nach Ansicht der Stiftung Jugend forscht noch nicht ausreichend gefördert. "Das Potenzial ist bei weitem nicht gehoben. Nach wie vor wird die Kraft des jugendlichen Erfindergeistes bei uns unterschätzt", sagte der Geschäftsführer der Stiftung, Sven Baszio, der Deutschen Presse-Agentur. Lehrer sollten zum Beispiel besser ausgebildet werden, um Talente besser zu erkennen und für die Forschung fit zu machen. Außerdem gebe es in Deutschland abseits der Schulen zu wenige Orte, an denen sich jugendliche Erfinder treffen, austauschen und experimentieren können, sagte Baszio vor der Verleihung des Artur-Fischer-Erfinderpreises Baden-Württemberg am Mittwoch in Stuttgart. Der Preis prämiert alle zwei Jahre sowohl private Erfinder als auch Erfindungen von Schülern und Schulklassen.

Kindesmissbrauch: Sundance-Mitbegründer verurteilt

Der amerikanische Filmemacher Sterling Van Wagenen, Mitbegründer des Sundance-Filmfestivals, ist wegen Kindesmissbrauchs im US-Staat Utah zu mindestens sechs Jahren Haft bis lebenslänglich verurteilt worden. Das berichtete die Zeitung "Salt Lake Tribune". Der 72-Jährige hatte sich im Mai schuldig bekannt, zwischen 2013 und 2015 ein Mädchen in zwei Fällen sexuell belästigt zu haben. Die Ermittlungen waren durch eine frühere Interviewaufzeichnung ins Rollen gekommen, in der Van Wagenen eingeräumt hatte, 1993 einen damals 13-jährigen Jungen belästigt zu haben. In diesem Fall gab es keinen Strafprozess. Als Produzent hatte er 1985 den Film "A Trip to Bountiful - Reise ins Glück" ins Kino gebracht. Geraldine Page holte mit ihrer Hauptrolle einen Oscar. Van Wagenen hatte Ende der 1970er Jahren zusammen mit Robert Redford das Sundance-Filmfestival ins Leben gerufen und war dort bis 1993 aktiv.

Frankreich gibt Pakistan Antiquitäten zurück

Frankreich hat 445 vom französischen Zoll beschlagnahmte Antiquitäten an Pakistan zurückgegeben. Bei einer Feier in der pakistanischen Botschaft in Paris wurden die Objekte - darunter Statuen, Vasen, Krüge und Schalen im Gesamtwert von rund 139.000 Euro - überreicht. Die ältesten Keramiken lassen sich auf das dritte und sogar vierte Jahrtausend vor Christus datieren und stammen von Grabplünderungen in Balutschistan, einer Provinz im Südwesten Pakistans. Der französische Zoll beschlagnahmte sie im Jahr 2006 auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Das Paket mit insgesamt 17 Keramiken aus gebranntem Ton war an eine französische Kunstgalerie adressiert. Zwei Wochen später fingen die Zollbeamten eine Lieferung mit 93 Tongefäßen und Vasen ab, die an die selbe Galerie gesandt wurde. Bei einer Durchsuchung der Galerie im Juni 2007 wurden 335 weitere Gegenstände beschlagnahmt. In allen Fällen fehlte die Exportlizenz.

Medienpreis für Ehepaar Klarsfeld

Beate und Serge Klarsfeld erhalten heute Abend in Paris den Deutsch-Französischen Medienpreis 2019. Sie werden für ihr Lebenswerk und für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus ausgezeichnet. Bei der Ankündigung der Auszeichnung sagte der Vorsitzende des Deutsch-Französischen Journalistenpreises, Thomas Kleist, das Ehepaar Klarsfeld sei seit Jahrzehnten "Vorbild für den Kampf gegen das Vergessen, für Menschlichkeit und gegen Nationalismus". Die Klarsfelds hätten sich immer an der Seite der Opfer für Wahrheit und Gerechtigkeit eingesetzt, so der Intendant des Saarländischen Rundfunks. Dafür könne man ihnen angesichts der aktuellen Entwicklungen nur dankbar sein. Der Medienpreis wird seit 1983 an Persönlichkeiten oder Organisationen vergeben, die sich besonders um die deutsch-französische und europäische Einigung verdient gemacht haben.

Geburtsstätte Jesu Christi bleibt Unesco-Welterbe

Die Unesco hat die Geburtsstätte Jesu Christi von der Liste des bedrohten Weltkulturerbes genommen. Das teilte das in Baku tagende Welterbekomitee mit. Die Geburtsstätte Jesu Christi in Bethlehem zählt demnach seit 2012 zum Welterbe und wurde seitdem auf der Liste des gefährdeten Erbes geführt. Der zunehmende bauliche Verfall der Geburtskirche, der wachsende Tourismus und ein Tunnelbauprojekt hatten die Stätte bedroht. Inzwischen wurden umfassende Restaurierungsarbeiten an der Kirche vorgenommen. Die Welterbestätte umfasst laut der Unesco die Geburtskirche in Bethlehem, die umliegenden Klöster mit ihren Glockentürmen und Terrassengärten sowie den Pilgerweg, der sich vom Damaskustor in Jerusalem bis zur Geburtskirche erstreckt.

Streit um Mondrian-Bilder in Krefeld

Vier Gemälde des niederländischen Malers Piet Mondrian befinden sich nach Überzeugung der Stadt Krefeld rechtmäßig im Besitz der städtischen Kunstmuseen. Diese Haltung werde durch ein Gutachten zur Herkunft der Bilder gestützt, erklärten Vertreter der Stadt. Demnach spreche viel dafür dass die abstrakten Gemälde bereits 1929 in der Stadt waren, die seinerzeit eine Hochburg der Moderne war. Die in den Vereinigten Staaten lebenden Nachfahren der Mondrian-Erben verlangen die Herausgabe und drohen mit einer Klage in den USA. Der Anwalt der Stadt, Peter Raue, erklärte, die Gegenseite habe bislang kaum mehr als Mutmaßungen und unbelegte Verdächtigungen vorgelegt. Die Kunstwerke seien nach seiner Überzeugung rechtmäßig in den Besitz des Museums gekommen. Alle Indizien sprächen dafür. Zudem seien die Ansprüche der Erben verjährt. Einen schriftlichen Beleg über die Herkunft der Bilder oder einen Kaufvertrag gibt es nicht.

Ungarn verabschiedet umstrittenes Hochschulgesetz

Das ungarische Parlament hat ein umstrittenes Hochschulgesetz verabschiedet. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für das Gesetz, das ein bedeutendes Netzwerk von Forschungseinrichtungen der Kontrolle durch die Regierung unterstellt. Wissenschaftler sehen darin einen Angriff auf die Freiheit von Wissenschaft und Forschung. Das Gesetz soll die fast 200 Jahre alte Ungarische Akademie der Wissenschaft (MTA) reformieren. Ein neues Gremium, dessen Mitglieder durch die Regierung ernannt werden, soll künftig für die Verwaltung der Forschungsgelder zuständig sein. Auch Teile des Grundbesitzes und der allgemeinen Verwaltung der MTA sollen der Kontrolle dieses Gremiums unterliegen. Die Reform widerspreche "den europäischen Grundsätzen der Forschungsfinanzierung und bedroht die Freiheit der Wissenschaft", kritisierte der Direktor der Akademie, Laszlo Lovasz. Er befürchte zudem, andere Regierungen in der EU, "die Einfluss auf Forscher ausüben wollen", könnten sich davon inspirieren lassen.

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