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Kulturnachrichten

Montag, 19. Juli 2021

Archäologen entdecken antike Schiffsteile

Archäologen haben bei Ausgrabungen in der versunkenen antiken Stadt Heraklion in Ägypten Teile eines mehr als 2.000 Jahre alten Militärschiffs entdeckt. Es handle sich um eine 25 Meter lange Galeere, die mit Rudern und einem großen Segel ausgestattet war, teilte das Antikenministerium in Kairo am Montag mit. Die Forscher entdeckten das Schiff bei Unterwasser-Ausgrabungen vor der Mittelmeerküste nahe Alexandria. Im 2. Jahrhundert vor Christus sei das Schiff bei einer Katastrophe von Steinblöcken des nahe gelegenen Amun-Tempels getroffen worden und gesunken. Schiffe aus dieser Zeit gelten als äußerst selten. Bis heute liegen Überreste der Städte Heraklion und Kanopus vor der ägyptischen Nordküste. Von Thonis-Heraklion - so der ägyptische und griechische Name der Stadt - an der Nil-Mündung wurde der gesamte Seehandel nach Ägypten kontrolliert, ehe Alexander der Große im Jahr 331 nach Christus die nach ihm benannte Stadt Alexandria errichten ließ.

Filmfestspiele Venedig eröffnen mit Almodóvar-Film

Der neue Film "Madres paralelas" des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar wird die 78. Filmfestspiele in Venedig eröffnen. Das gab die Biennale di Venezia am Montag bekannt. Der Film mit Schauspielerin Penélope Cruz in einer Hauptrolle werde am 1. September in der italienischen Lagunenstadt gezeigt, hieß es. Almodóvar war im Jahr 2019 in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Biennale-Direktor Alberto Barbera sprach von einer "sehr willkommenen Wiederkehr" des spanischen Regisseurs zum Wettbewerb. "Madres paralelas" handelt nach Angaben des Festivals von zwei schwangeren Frauen, die sich vor der Geburt im Krankenhaus ein Zimmer teilen. Es sei ein intensives und einfühlsames Porträt, so Barbera.

Japanischer Olympia-Komponist tritt zurück

Einer der Komponisten für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio, Keigo Oyamada, ist wegen Mobbens von behinderten Mitschülern während seiner Schulzeit zurückgetreten. Er habe den Organisatoren seinen Rücktritt angeboten, teilte der 52-jährige Musiker am Montag auf Twitter mit. Zuvor hatten frühere Zeitungsinterviews, in denen er offenbar ohne Bedauern von seinem Mobbing erzählte, für Empörung gesorgt. Oyamada gehörte zu dem Team, das für die Musik der Zeremonie am Freitag zuständig ist. Die Interviews aus den 90er Jahren waren wieder aufgetaucht, nachdem bekanntgeworden war, dass Oyamada an der Eröffnungsmusik für die Olympischen Sommerspiele in Tokio beteiligt sein wird. Die Organisatoren der Spiele bezeichneten die Äußerungen am Wochenende als "unangemessen". Der auch unter seinem Künstlername Cornelius bekannte Musiker entschuldigte sich daraufhin am Montag für sein Verhalten.

Marie Gourdain erhält Caroline-Neuber-Stipendium

Die Stadt Leipzig ehrt die französische Choreografin und Bühnenbildnerin Marie Gourdain (35) als erste Stipendiatin des Internationalen Caroline-Neuber-Stipendiums. Die 1986 in Frankreich geborene und in Prag lebende Künstlerin habe die Jury mit ihrem multidisziplinären künstlerischen Ansatz überzeugt, teilte das Leipziger Kulturamt am Montag mit. Bei den Werken Gourdains trete einerseits eine stringente, individuelle choreografische und bildnerische Handschrift hervor, hieß es. Andererseits verstehe die Künstlerin sich als Teil mehrerer lokaler Szenen und schätze die verlässlichen Arbeitsbeziehungen innerhalb einer Compagnie. Arbeitsort der Stipendiatin wird das Leipziger Lofft-Theater sein. Benannt ist das Stipendium nach der Schauspielerin und Theaterprinzipalin Caroline Neuber (1697-1760). In Leipzig arbeitete sie zusammen mit dem Literaturprofessor Johann Christoph Gottsched an einer Reform des Theaters.

Stolbergs Stadtarchiv in Gefahr

Wertvolle historische Dokumente des Stadtarchivs Stolberg in Nordrhein-Westfalen sind in Gefahr. In der Unwetterkatastrophe hatten Wassermassen den Keller überflutet, Urkunden und andere Schriften drohen zu verschimmeln. "Unsere komplette Stadtgeschichte ist abgesoffen, das ganze Archivmaterial stand im Wasser", sagte Stolbergs Bürgermeister Patrick Haas (SPD) am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gebe zahlreiche Helfer vor Ort, zudem habe das Kölner Stadtarchiv Experten zur Unterstützung geschickt. Aus Köln wurde am Montagnachmittag ein Kulturgutschutz-Container erwartet, den die Domstadt im vergangenen Jahr gekauft hatte. In ihm sollen Dokumente gesäubert und sichergestellt werden. Die Dokumente müssen schockgefroren werden, damit kein Zersetzungsprozess beginnt. Es gehe unter anderem um Urkunden aus dem Mittelalter, aber auch um normale Bauanträge, erklärte der Bürgermeister.

Slowakischer Kabarettist Milan Lasica gestorben

Milan Lasica, einer der bekanntesten Schauspieler der Slowakei und zuvor der Tschechoslowakei, ist am Sonntagabend im Alter von 81 Jahren gestorben. Wie slowakische Medien am Montag berichteten, erlitt der Künstler bei einem Gesangsauftritt auf der Bühne des von ihm geleiteten Theaters Studio L+S in Bratislava ein Herzversagen. Lasica wirkte sechs Jahrzehnte lang nicht nur als Theater- und Filmschauspieler, sondern auch als Kabarettist, TV-Unterhalter und Leiter verschiedener Kleinkunstbühnen. Besondere Bekanntheit erwarb er sich in der kommunistischen Tschechoslowakei und in den ersten Jahren nach deren Zerfall mit kabarettistischen Programmen, die er meist mit seinem langjährigen künstlerischen Partner Julius Satinsky gestaltete. Das kommunistische Regime bestrafte das Duo für seine satirischen Programme wiederholt mit Auftrittsverboten und Zwangsschließungen ihrer Kleinbühnen.

"Schmerzhafte Themen" im Humboldt Forum

Das Berliner Humboldt Forum will sich nach Worten seines Generalintendanten Hartmut Dorgerloh künftig kritischen Debatten auch über die eigene Arbeit stellen. Kernthema sei etwa "die Auseinandersetzung mit Kolonialismus und den Auswirkungen der imperialen Aneignung der Welt bis heute", sagte Dorgerloh am Montag in Berlin eine Tag vor der Eröffnung. Dies sei nicht nur verbunden mit notwendigen Debatten über Sammlungen aus kolonialen Kontexten. "Komplexe, schmerzhafte und schwierige Themen wie Raubkunst, Provenienzforschung oder Restitutionsfragen werden die Programmarbeit des Humboldt Forums sehr deutlich prägen", kündigte Dorgerloh an. Dabei gehe es nicht nur um Objekte, sondern etwa auch "um ein entschiedenes Eintreten für Diversität und gegen Rassismus", wie er gerade in Fußballstadien zu erleben gewesen sei.

"Spiel des Jahres 2021" gekürt

"MicroMacro: Crime City" ist das "Spiel des Jahres 2021". Das kooperative Kriminalspiel vom Autor und Illustrator Johannes Sich wurde am Montag in Berlin von einer Kritiker-Jury ausgezeichnet. Das innovative Wimmelbild-Spiel aus dem Hause des Berliner Verlags "Edition Spielwiese" setzte sich gegen die nominierten Titel "Die Abenteuer des Robin Hood" von Michael Menzel und "Zombie Teenz Evolution" von Annick Lobet durch. Der Verein "Spiel des Jahres" vergibt den Preis seit über 40 Jahren. Die Jury nimmt dafür jährlich den Spielemarkt mit Hunderten Neuerscheinungen unter die Lupe.

Zivilisationsfremde Völker können Kranke erkennen

Menschen können am Gesicht von Erkrankten ablesen, dass diese nicht gesund sind. Auch zivilisationsferne Völker, die westliche Gesichter kaum oder gar nicht kennen - wie Jäger-Sammler-Völker aus Thailand, Malaysia und Mexiko - können mit großer Sicherheit kranke Westeuropäer identifizieren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Karolinska-Instituts in Stockholm, die in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht wurde. Das internationale Forscherteam um Artin Arshamian wollte untersuchen, ob die Fähigkeit zur Erkennung von Kranken eine universelle menschliche Eigenschaft ist. Es ist bekannt, dass Säugetiere die Fähigkeit besitzen, kranke Artgenossen zu erkennen. Das ist entscheidend, um Ansteckungen zu verringern und die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen.

DJV fordert Aufklärung über Spionage-Software

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat Auskunft darüber verlangt, ob von den Ausspähungen mit der Spionage-Software "Pegasus" auch deutsche Medienschaffende betroffen sind. Die Journalistinnen und Journalisten hätten ein Anrecht darauf zu erfahren, ob sie Opfer von "Pegasus" geworden sind, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall am Montag in Berlin. Laut einem Bericht einer Recherchekooperation von mehr als einem dutzend Medien weltweit wurden mit der Spionage-Software "Pegasus" Handys von hunderten Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Oppositionellen abgehört, teilweise von autokratischen Staaten. Über einen Einsatz gegen deutsche Journalisten ist bislang nichts bekannt. Zumindest die Polizeibehörden hätten die Software einer israelischen Firma nicht eingekauft, heißt es in einem Bericht von NDR, WDR, "Süddeutscher Zeitung" und "Zeit", die Teil der Medienkooperation sind. Die Herstellerfirma bezeichnet die Berichte insgesamt als unzutreffend und erklärt, ihr Programm diene der Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus.

Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard ist tot

Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard ist tot. Nach langer Krankheit starb er im Alter von 86 Jahren. Das berichten verschiedene dänische Medien und beziehen sich dabei auf Familie und Freunde des Zeichners. Westergaard war eigentlich Deutsch-Lehrer und arbeitete seit Mitte der 80er-Jahre für die konservative dänische Zeitung "Jyllands Posten". 2006 wurde er weltbekannt, als das Blatt eine seiner Mohammed-Karikaturen veröffentlichte. Die Zeichnung zeigt den Propheten mit einer Bombe im Turban. Daraufhin kam es zu Protesten in vielen islamisch geprägten Ländern. Terroristen begründeten den Anschlag auf das französische Satiremagazins "Charlie Hebdo" im Jahr 2015 in Paris unter anderem mit dem Abdruck des Bildes. In Dänemark und anderen westlichen Ländern löste die Westergaard-Zeichnung eine breite Debatte über die Grenzen der Meinungs- und Religionsfreiheit aus.

Opernregisseur Graham Vick gestorben

Der britische Opernregisseur Graham Vick ist im Alter von 67 Jahren gestorben. In den 1980er Jahren hatte er das Opernhaus in Birmingham gegründet. Dort wirkte er mit seinen Aufführungen in die Stadtgesellschaft hinein: Er spielte im Kraftwerk, im Nachtclub und im Flugzeughangar. Vick war bekannt für experimentelle Inszenierungen traditioneller Opern. Später inszenierte er für führende Häuser wie die Metropolitan Opera in New York und die Royal Opera in London. Regie führte Vick aber auch an der Bayerischen Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin. Die Mailänder Scala würdigte den Verstorbenen als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Opernregie.

Neue App zur Konfrontation am "Checkpoint Charlie"

Eine neue App mit dem Namen "Cold War Berlin" macht die Geschichte der Panzerkonfrontation am Berliner Checkpoint Charlie im Oktober 1961 dreidimensional erfahrbar. Mit dem Smartphone oder Tablet könne so ein maßstabsgetreues 3D-Modell des Grenzübergangs an jedem beliebigen Ort visualisiert werden, teilte die Stiftung Berliner Mauer mit. Vom Mauerbau am 13. August 1961 bis zur Konfrontation am 27. Oktober 1961, bei der sich us-amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden, könne der historische Ort aus verschiedenen Blickwinkeln angezeigt werden. Die Augmented-Reality-App ist nach Angaben der Stiftung kostenlos auf Deutsch und Englisch in den App Stores verfügbar. Sie sei auch für den Einsatz im Unterricht geeignet. Das Projekt wurde mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Landes Berlin gefördert.

Aktivistin von Pussy Riot verlässt Russland

Ein Band-Mitglied von Pussy-Riot hat nach mehreren Festnahmen Russland verlassen. Sie sei zum Flughafen gefahren, unmittelbar nachdem sie aus einem Gefängnis entlassen worden sei, sagte Veronika Nikulschina dem kremlkritischen Internetsender Doschd. Zuvor hatte sie zweimal hintereinander eine jeweils 15-tägige Haftstrafe wegen angeblichen Ungehorsams gegenüber der Polizei verbüßt. In der Vergangenheit waren wiederholt Mitglieder der Punkband in Polizeigewahrsam genommen und zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Gruppe sorgt immer wieder mit radikalen politischen Proteste-Aktionen für Aufsehen.

Papst will Filmarchiv gründen

Papst Franziskus möchte im Vatikan ein eigenes Filmarchiv einrichten lassen. Ihm schwebe eine Art Mediathek für audiovisuelles Erbe von hohem religiösen, künstlerischem und menschlichen Rang vor, sagt er in einem neuen Interviewbuch, aus dem die Zeitung "Il Messaggero" am Sonntag Vorabauszüge veröffentlichte. Dieses Filmarchiv könne neben Apostolischer Bibliothek und Archiv errichtet werden. Die Filmbegeisterung verdankt das Kirchenoberhaupt seinen Eltern. Sie hätten ihn und seine Geschwister oft mit ins Kino genommen, so Franziskus.

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