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Kulturnachrichten

Montag, 30. Juli 2018

Filmorchester Babelsberg vor dem Aus?

Grund: lärmende Bauarbeiten vor dem Studio

Das traditionsreiche Filmorchester Babelsberg steht vermutlich vor dem Aus: Wegen Lärms durch Bauarbeiten könne es sein Studio nicht mehr für Tonaufnahmen nutzen, sagte Intendant Klaus-Dieter Beyer auf Anfrage. Damit fielen Haupteinnahmequellen weg. Zuvor hatte die Online-Aufgabe der "Märkischen Allgemeinen" berichtet, dass das Orchester keine Aufträge für Tonaufnahmen mehr annehmen könne, weil die Qualität nicht gesichert werden könne. Der Etat von 3,5 Millionen Euro wird mit rund 1,7 Millionen Euro vom Land gefördert. Den Rest müssen die Musiker selbst aufbringen. 60 Prozent werden davon über Musikeinspielungen für Filmproduktionen realisiert, sagte Beyer. Die Stadt Potsdam hat die Hoffnung für eine Lösung nicht aufgegeben.

Deutscher Preis für Denkmalschutz vergeben

Höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet an zwölf Persönlichkeiten und Gruppen

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz geht in diesem Jahr an zwölf Persönlichkeiten und Gruppen. Die Preisträger haben sich "in besonderem Maße um die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes verdient gemacht", wie das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz am in Bonn mitteilte. Der Preis versteht sich als höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet in Deutschland. Ein Karl-Friedrich-Schinkel-Ring geht jeweils an Jerzy Ilkosz aus Breslau in Polen und Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn aus Rheinland-Pfalz. Je eine "Silberne Halbkugel" geht zudem an: den Arbeitskreis für Erdstallforschung aus Bayern, den Förderkreis Bahnhof Belvedere in Nordrhein-Westfalen, die Bauhütte Stadtgottesacker in Sachsen-Anhalt, den Freundeskreis Schloss Wildenfels in Sachsen und den Verein Wassermühle Karoxbostel in Niedersachsen. Mit dem Journalistenpreis werden Kathrin Beck vom ZDF, Daniela Lentin und Simone Augustin vom Rundfunk Berlin-Brandenburg, Till Raether von der "Süddeutschen Zeitung" sowie Manfred Kubiak und Arthur Penk von der "Heidenheimer Zeitung" ausgezeichnet. Der Internetpreis geht an Karin Berkemann, Dieter Bartetzko und Julius Reinsberg von www.moderne-regional.de.

Israel weist italienische Graffiti-Künstler aus

Wegen Beschädigung der Trennmauer zum Westjordanland

Israel hat zwei italienische Graffiti-Künstler ausgewiesen, die auf der Trennmauer zum Westjordanland das Porträt einer Symbolfigur des Widerstands gegen die israelische Besatzung aufgebracht hatten. Die beiden seien nach Neapel geflogen, sagte ihr Anwalt Asmi Masalha. Die israelische Polizei hatte die Italiener am Samstag festgenommen. Sie hatten in der Nähe von Bethlehem ein riesiges Porträt der 17-jährigen Palästinenserin Ahed Tamimi auf die Trennmauer zwischen dem palästinensischen Autonomiegebiet und Israel gemalt. Tamimi hatte im Dezember einem Soldaten vor laufender Kamera ins Gesicht geschlagen und ihn getreten. Die beiden Italiener und ein Palästinenser seien wegen Beschädigung der Sperranlage festgenommen worden, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Polizei. Israel gab den Italienern 72 Stunden Zeit, das Land zu verlassen. Nach Angaben ihres Anwalts dürfen sie in den kommenden zehn Jahren nicht wieder einreisen.

1700 Jahre alter Sarkophag präsentiert

Rheinisches Landesmuseum Bonn stellt Fund aus der Römerzeit vor

Das Rheinische Landesmuseum Bonn hat in seinem Depot in Meckenheim einen neuen Grabfund aus der Römerzeit vorgestellt. Der 1.700 Jahre alte Sarkophag mit den Gebeinen einer Frau sowie zahlreichen Grabbeigaben wurde im vergangenen Jahr im Zuge von Kanalarbeiten in Zülpich entdeckt. Es handelt sich um den ersten römerzeitlichen Sarkophag-Fund im Rheinland außerhalb Kölns seit mehr als zehn Jahren. Der 2,30 mal 1,10 Meter große Sarkophag barg neben dem gut erhaltenen Skelett einer Frau zahlreiche Gebrauchsgegenstände, Schmuck und Kosmetika, darunter ein kunstvoller Handspiegel aus Silber, Glasfläschchen mit Salben und Duftstoffen, Fingerringe aus Silber sowie eine Halskette aus Gagatperlen.

Designer Milla: Einheitsdenkmal gehört in den Osten

Es vor dem Reichstag zu errichten, sei "historischer Unsinn"

Das in Berlin geplante Einheitsdenkmal gehört nach Ansicht des mit dem Projekt betrauten Kreativdirektors Johannes Milla "definitiv" in den Osten der Stadt. "Denn dort, nicht in Westberlin, wagten sich mutige Bürger auf die Straße, wagten den Widerstand gegen das SED-Regime", sagte Milla der "Berliner Zeitung". "Diese Bürger in Westberlin zu ehren, wäre historischer Unsinn." Derzeit macht sich eine Bürgerinitiative mit einer auf 77 Tage angesetzten allabendlichen Demonstration dafür stark, das Einheitsdenkmal nicht vor dem Berliner Schloss, sondern vor dem Reichstag zu errichten. Er gehörte während der Teilung der Stadt zum Westen, die Mauer verlief unmittelbar dahinter. Milla, dessen Stuttgarter Firma Milla & Partner den Wettbewerb zum Denkmal gewonnen hat, verwies auf die Beschlüsse des Bundestags. Schon damals seien beide Varianten in der Debatte gewesen, das Parlament habe sich aber ausdrücklich für den Platz vor dem Schloss entschieden, sagte er.

Ägypten plant "Museum religiöser Toleranz"

Gremium berät Auswahl der Exponate

Erstmals soll in Ägypten ein "Museum der religiösen Toleranz" entstehen. Entsprechende Pläne kündigte der Minister für Altertümer, Khaled Anany, an, wie ägyptische Medien berichteten. Das Museum, das Exponate aus frühägyptischer Zeit sowie der islamischen, koptischen und jüdischen Zivilisationen zeigen soll, werde voraussichtlich in der neuen administrativen Hauptstadt des Landes 40 Kilometer östlich von Kairo entstehen. Ziel des Museums soll es demnach sein, zu zeigen, wie das Zusammenspiel von Ägyptens integrativer Kultur mit den islamischen Lehren der Toleranz den Grund für eine blühende Religionsvielfalt geschaffen habe. Derzeit berate ein Gremium aus den Direktoren des Kairoer Ägyptischen Museums und des Islamischen Museums sowie einem früheren Minister für Altertümer über die Auswahl der Exponate.

Clueso kritisiert Politiker in Flüchtlingsdebatte

"Wir können Menschen nicht ersaufen lassen", sagt der Sänger

Der Sänger Clueso ist entsetzt über politische Äußerungen in der aktuellen Flüchtlingsdebatte. "Es gibt Menschen, die haben Hass in sich, den kriegst du nicht weg. Es gibt aber auch Menschen, die kann man mit Argumenten wieder rüberholen und wachmachen. Wenn die sich von Politikern in diesem Land aber bestätigt fühlen, entwickelt sich zunehmend eine Meinung, die unmenschlich ist", sagte der Erfurter Musiker der Deutschen Presse-Agentur. Der Songwriter, der am 24. August sein Album "Handgepäck" veröffentlicht, unterstützt die durch Spenden finanzierte Seenotrettungsorganisation "SOS Mediterranée". "Wir können Menschen nicht ersaufen lassen, nur weil wir momentan nicht die passende Lösung für alles haben." Wenn sich Menschen mit ihren Kindern auf eine so gefährliche Reise machten, hätten sie auch einen "verdammten Grund" dafür, sagte der 38-Jährige.

Bariton Kränzle: Klassik wird zunehmend zum Zirkus

Festivals und Arienabende führten zu "Häppchenkultur"

Aus Sicht des Augsburger Baritons Johannes Martin Kränzle verkommt die klassische Musik durch die Festivalkultur zunehmend zu einem Zirkus. Die Konzertveranstalter hätten Angst, dass das Publikum nicht mehr bei der Stange bleibe, und so seien immer neue Highlights die Folge, sagte der Künstler der "Augsburger Allgemeinen" . "Ich entdecke auch einen Verlust an Konzentrationsfähigkeit." Die Leute wollten sich nicht mehr recht auf eine dreistündige Aufführung konzentrieren. Kränzle singt in diesen Tagen bei den Bayreuther Festspielen den "Sixtus Beckmesser" in der Richard-Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg". Kritisch äußert sich der Sänger zu Arienabenden. "Schnell einsteigen, schnell aussteigen. Häppchenkultur." , so der 56-Jährige.

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