Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Sonntag, 18.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 28. Juli 2018

Bildungsministerin Karliczek fordert Wertedebatte

Anlass ist der Rückzug Mesut Özils aus der Nationalmannschaft

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat angesichts der Diskussion um Rassismus und Integration in Deutschland nach dem Rückzug Mesut Özils aus der Nationalmannschaft eine Wertedebatte gefordert. "Wir müssen dringend eine ruhige und gründliche Diskussion darüber führen, wie wir miteinander leben wollen und was einem toleranten Umgang im Weg steht", sagte die CDU-Politikerin dem "Tagesspiegel" (Sonntag). Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping klagte, es gebe in Deutschland eine zunehmende Unmenschlichkeit. Zwar sei nicht das ganze Land rassistisch. Doch habe es in den vergangenen Jahren "eine Rechtsverschiebung" gegeben. Was als sagbar und machbar gelte, sei "immer mehr ins Unmenschliche verschoben worden". So werde diskutiert, "ob man Flüchtlinge im Mittelmeer retten oder einfach ersaufen lassen soll", sagte Kipping.

Papst nimmt Rücktritt von US-Kardinal an

Nach Missbrauchsvorwürfen ist Kardinal McCarrick zurück getreten

Papst Franziskus hat den Rücktritt eines prominenten US-Kardinals angenommen, dem der Missbrauch Minderjähriger vorgeworfen wird. Der emeritierte Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, dürfe auch keine öffentlichen Ämter mehr ausführen, teilte der Vatikan mit. McCarrick habe sein Rücktrittsgesuch am Freitag eingereicht. Der 88-Jährige muss nun laut Vatikan in einem Haus bleiben, wo er ein "Leben des Gebets und der Buße" führen solle, bis die Vorwürfe gegen ihn vor einem Kirchengericht geklärt seien. Dem Kardinal wird laut US-Medien unter anderem vorgeworfen, in seiner Laufbahn als Geistlicher in den letzten Jahrzehnten in den USA Minderjährige und Priesteranwärter missbraucht oder sexuell belästigt zu haben. Die Erzdiözese in New York hatte mitgeteilt, dass Anschuldigungen gegen ihn als "glaubwürdig" eingeschätzt würden.

Der Schriftsteller Wladimir Woinowitsch ist tot

Er gilt als einer der bedeutendsten satirischer Zeitkritiker Russlands

Der Schriftsteller Wladimir Woinowitsch ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Er gilt als ein bedeutender satirischer Zeitkritiker Russlands und hat mehrere Preise erhalten, darunter 2016 den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte. Wegen seiner systemkritischen Erzählungen war Woinowitsch aus dem sowjetischen Schriftstellerverband ausgeschlossen worden und 1980 in die Bundesrepublik gekommen. Seine Werke wie "Ein Vorfall im Hotel Metropol" (1979) oder "Moskau 2042" (1986) zeigen die Ineffizienz und Unsinnigkeit des kommunistischen Plansystems. Russische Kulturschaffende bezeichneten Woinowitschs Tod als großen Verlust. Kulturminister Wladimir Medinski würdigte ihn als Menschen mit klarer Position. "Sein Schaffen war immer ein scharfer Schnitt der Wirklichkeit, meisterhaft vermittelt mit einer lebendigen und unterhaltsamen Sprache", schrieb er in einem Telegramm an die Angehörigen.

Berlin: Hunderttausende feiern CSD-Parade

Zum 40. Jubiläum will der Christopher Street Day wieder politischer werden

Mit einem Konfettiregen ist die Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin gestartet. Seit dem ersten CSD vor rund 40 Jahren sei viel erreicht und erkämpft worden, sagte Kultursenator Klaus Lederer zur Eröffnung. Es gebe aber noch viel zu tun. Diesmal erwarten die Organisatoren Hunderttausende Besucher, rund 70 Wagen sind angemeldet. Das Motto der Parade lautet diesmal "Mein Körper - meine Identität - mein Leben!". Das Ganze versteht sich nicht nur als schwul-lesbische Party. Es gibt auch elf politische Forderungen, darunter für die Themen "Trans", "lesbische Sichtbarkeit" und "Regenbogenfamilien". Er wolle all denen, die behaupteten, der CSD sei nur noch Party und Kommerz, sagen: "Der CSD ist ein starkes Signal queerer Selbstbehauptung", sagte Lederer. Vertreter aus Politik, Justiz und Interessenverbänden haben an die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus erinnert. Am Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten Schwulen und Lesben am Berliner Tiergarten machten sie auch auf später erlittenes Unrecht aufmerksam und forderten Nachbesserungen bei der Entschädigung von Homosexuellen, die nach 1949 wegen ihrer sexuellen Neigung verurteilt wurden.

Unveröffentlichtes Fimmaterial mit Carrie Fisher

Die Dreharbeiten für "Star Wars: Episode IX" sollen nächste Woche beginnen

Der nächste "Star Wars"-Film mit der Stammbesetzung um Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac und Adam Driver soll auch Szenen mit der 2016 gestorbenen Schauspielerin Carrie Fisher enthalten. Wie Lucasfilm bekannt gab, will Regisseur J. J. Abrams in Absprache mit der Familie bisher unveröffentlichtes Drehmaterial von Fisher in ihrer berühmten Rolle als Leia Organa verwenden.
Fisher, die in den "Star Wars"-Filmen der 70er und 80er Jahre als Prinzessin Leia berühmt wurde und in den neueren Filmen als Generalin auftrat, war 2016 im Alter von 60 Jahren gestorben.

Missbrauchsvorwürfe gegen Chef von TV-Sender CBS

US-Sender steht nach Vorwürfen massiv unter Druck

Das Magazin "The New Yorker" berichtete, Senderchef Les Moonves habe zwischen den 80er und späten Nullerjahren sechs Frauen bedrängt, mit denen er beruflich zu tun hatte. Vier der mutmaßlichen Opfer hätten von erzwungenen Berührungen oder gewaltsamen Küssen bei Geschäftstreffen erzählt. Zwei der Frauen schilderten, Moonves habe sie körperlich eingeschüchtert oder ihnen gedroht, ihre Karrieren zu zerstören. Den Artikel hat der Journalist Ronan Farrow verfasst. Er hatte für den "New Yorker" in einer mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Geschichte bereits viele Missbrauchsvorwürfe gegen den Ex-Hollywoodmogul Harvey Weinstein enthüllt. CBS-Chef Moonves räumte gegenüber dem Blatt ein, dass es vor Jahrzehnten Zeiten gegeben habe, in denen er Frauen mit seinen Avancen Unbehagen bereitet haben möge. Er habe aber nie seine Position missbraucht, um einer Person zu schaden oder deren berufliches Fortkommen zu behindern.

Wagner nach Bayreuther "Tristan" ausgebuht

Buhrufe gegen die Festival-Chefin waren heftiger als in den Jahren zuvor

Katharina Wagner hat es nicht leicht beim Publikum der Bayreuther Festspiele. Nach der Aufführung ihrer "Tristan und Isolde"-Inszenierung am Freitagabend wurde die Regisseurin wieder einmal ausgebuht. Dabei war ihre Interpretation der großen Liebes-Oper ihres Ur-Opas Richard Wagner in ihrem ersten Jahr 2015 noch gefeiert worden. Jubel gab es auch in diesem Jahr - aber nur für den musikalischen Teil der Aufführung. Stephen Gould und Petra Lang in den Titelrollen wurden gefeiert, ebenso René Pape als König Marke und vor allem Dirigent Christian Thielemann. Er steht in diesem Jahr sogar zweimal am Pult, hat bereits die Eröffnungspremiere des «Lohengrin» am Mittwoch dirigiert. "Tristan und Isolde" war nach dem "Parsifal" die zweite Wiederaufnahme der diesjährigen Festspielsaison.

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