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Kulturnachrichten

Freitag, 27. Juli 2018

Fox-Aktionäre billigen Milliardendeal mit Disney

71 Milliarden Dollar für Twentieth Century Fox, "X-Men" oder die "Simpsons"

Die Aktionäre des US-Medienkonzerns Twenty-First Century Fox haben den Verkauf der Film- und Fernsehtöchter an Walt Disney gebilligt. Das Ergebnis der Abstimmung wurde auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung in New York bekanntgegeben. Der Deal hat ein Volumen von 71 Milliarden Dollar und beinhaltet das Hollywood-Studio Twentieth Century Fox sowie weltbekannte Filme und Serien wie "X-Men" oder die "Simpsons". Disney musste im Juni das Angebot aufbessern, nachdem die NBC-Mutter Comcast eine Offerte über 66 Milliarden Dollar vorgelegt hatte. Medienkonzerne versuchen im Moment, ihre Aufstellung mit Filmen und Serien zu stärken, um mit neuen Rivalen wie Amazon.com oder Netflix mithalten zu können. Beide sind mit ihren Streamingdiensten erfolgreich.

Gestohlene Mosaiksteine zurück in Paestum

Nach fast 50 Jahren überkommt den Dieb die Reue

Ein Mann aus den USA hat nach fast 50 Jahren gestohlene Mosaiksteinchen an die italienische Ausgrabungsstätte Paestum zurückgegeben. In einem Brief entschuldigte er sich für sein "schreckliches Verhalten", wie die archäologische Stätte südlich von Neapel mitteilte. Er habe Paestum Anfang der 1970er Jahre besucht und sei so "ignorant" gewesen, einige Steine mitzunehmen. Nachdem er einen TV-Beitrag über die Ruinenstätte gesehen hätte, habe er sich wieder an die Steine erinnert. Auf einem Foto ist zu sehen, wie der deutsche Direktor des Museums, Gabriel Zuchtriegel, die Steinchen mit dem Brief in der Hand hält. Paestum gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und ist vor allem für seine gut erhaltenen Tempel aus griechischer Zeit bekannt.

Kosovarischer Schriftsteller Adem Demaci tot

Drei Tage Staatstrauer im Kosovo

Er war ingesamt 28 Jahre lang in jugoslawischen Gefängnissen und wurde im Kosovo deswegen der  Mandela des Kosovo genannt. Nun ist der Schriftsteller und politische Aktivist Demaci mit 82 Jahren gestorben. Schon mit 20 veröffentlichte Demaci seinen ersten Roman  "Die Schlangen des Blutes". Zu Jugoslawienzeiten setzte er sich für mehr Rechte des Kosovo innerhalb des kommunuistischen Jugoslawiens ein. Anfang der 90er bekam er den Sacharovpreis des Europäischen Parlaments. In den 90ern war Demaci Sprecher der sogenannten Kosovobefreiungsarmee UCK und lehnte mehrere internationale Friedenspläne ab. Der kosovarische Präsident Hashim Thaci hat drei Tage Staatstrauer angeordnet

Delacroix-Werkschau im Louvre bricht alle Rekorde

540 000 Kunstliebhaber besuchten die Ausstellung

Die Retrospektive des französischen Malers Eugène Delacroix hat alle Rekorde des Pariser Louvre gebrochen. Mit 540 000 Besuchern sei die Ausstellung die meist besuchte Werkschau seit Bestehen des Museums, wie der Louvre bestätigte. Die am 23. Juli zu Ende gegangene Werkschau war die erste Ausstellung, die Delacroix seit 1963 in Frankreich gewidmet wurde. Gezeigt wurden über 180 Werke aus allen Schaffensphasen, angefangen von seinen Historien- und Schlachtenbildern über seine Tier- und Orientmalerei bis hin zu seinen Porträts und religiösen Arbeiten. Delacroix, der von 1798 bis 1863 lebte, gilt unter anderem als Wegbereiter des Impressionismus.

773.000 Euro an Landwirt für archäologischen Fund

Pferdekopf ist Teil eines Reiterstandbildes aus römischer Zeit

Nach dem archäologischen Fund eines Bronze-Pferdekopfes aus der Römerzeit soll das Land Hessen einem Bauern 773.000 Euro zahlen. Das entschied das Landgericht Limburg. Die Richter schlossen sich damit der Einschätzung einer Gutachterin an, die den Wert der antiken Skulptur auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt hatte. Der auf dem Grundstück des Bauern im mittelhessischen Lahnau-Waldgirmes ausgegrabene Pferdekopf ging nach der Entdeckung 2009 in den Besitz des Landes über. Nach dem damals geltenden Denkmalschutzgesetz steht dem Bauern die Hälfte des Wertes als Entschädigung zu. Die beiden Seiten hatten sich jedoch auf keinen Betrag einigen können. Der lebensgroße Pferdekopf ist Teil eines Standbilds, das wohl Kaiser Augustus darstellt.

Salzburger Festspiele: Eröffnungsrede von Philipp Blom

Erste Oper ist Mozarts "Zauberflöte" in der Inszenierung von Lydia Steier

Die Salzburger Festspiele wurden mit einer Festrede des Schriftstellers und Historikers Philipp Blom eröffnet. In seinen Ausführungen stellte der 48-Jährige fest, dass es seit dem Ende des Totalitarismus keinen so weitreichenden und mächtigen Angriff gegen die Aufklärung gegeben habe wie heute. Die Gesellschaft mache sich in ihrer geistigen Bequemlichkeit viel zu wenig aus den aktuellen Freiheiten. Außerdem ziehe sie gefühlte Wahrheiten den durchdachten vor. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat in der Felsenreitschule die eigentliche Eröffnung vorgenommen. Am Abend steht mit Mozarts "Zauberflöte" in der Neuinszenierung der jungen US-Regisseurin Lydia Steier die erste Oper auf dem Programm der Festspiele. Die Oper wollen auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und die britische Premierministerin Theresa May besuchen. Die Festspiele dauern bis 30. August.

Gesetz gegen Hass im Netz: Halbjahresbilanz

Fast eine halbe Million Beschwerden bei Twitter, YouTube und Facebook

Die großen sozialen Netzwerke haben ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des umstrittenen Gesetzes gegen Hass im Netz eine erste Bilanz gezogen. Beim Kurznachrichtendienst Twitter gingen im Zusammenhang mit dem sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetz knapp 265 000 Beschwerden ein. Beim Videodienst YouTube wurden zwischen Januar und Juni knapp 215 000 Inhalte gemeldet. Und bei Facebook, wo es ein anderes Meldeverfahren gibt, waren es 1704 Beiträge. Die Konzerne sind verpflichtet die Zahlen bekannt zu geben. Bußgelder musste keine der drei Plattformen zahlen. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz war am 1. Januar in Kraft getreten. Es schreibt vor, dass die Plattformen klar strafbare Inhalte 24 Stunden nach einem Hinweis darauf löschen müssen - und in weniger eindeutigen Fällen eine Woche Zeit haben. Wer dieser Forderung wiederholt und systematisch nicht nachkommt, dem drohen Strafen in Millionenhöhe.

Kartenprojekt beweist Massaker an Aborigines

Vorfälle in Australien reichen von 1788 bis in die 1930er Jahre

Australische Forscher haben Beweise für Massaker an Tausenden Ureinwohnern des Kontinents gefunden, verübt von Regierungsbeamten der damaligen britischen Kolonialmacht. In nur einem Jahr entdeckten die Historiker Belege für 250 Orte, an denen sechs oder mehr Menschen auf einmal umgebracht wurden. 6200 der Opfer waren Aborigines, weniger als 100 der Toten weiße Siedler, teilten die Forscher von der australischen Universität Newcastle mit. Es ist das nach eigenen Angaben erste groß angelegte australische Forschungsprojekt, das die Besiedlung des Kontinents im 18. und 19. Jahrhundert unter dem Gesichtspunkt von Kriegsverbrechen dokumentiert und als Karte aufbereitet. Die Vorfälle von 1788 bis in die 1930er Jahren sind mitsamt Quellen zugänglich.

Joan Baez: Trump ist nicht alleine Schuld

Das jetzige gesellschaftliche Klima habe sich in den letzten 50 Jahren entwickelt

Für die amerikanische Folksängerin Joan Baez ist nicht alleine US-Präsident Donald Trump für die gesellschaftliche Entwicklung in ihrer Heimat verantwortlich. "Wir beschuldigen Trump, was aber total dämlich ist", sagte die 77-Jährige den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung". "Die Dinge entwickelten sich in den vergangenen 50 Jahren in die Richtung, in der sie sich jetzt befinden. Und die Menschen ließen es zu!" Hätte man ihr in den Sechzigern erzählt, dass es heute so zugeht, hätte sie es nicht geglaubt. Baez führte die Friedensbewegung viele Jahrzehnte mit ihren Protestsongs ("We Shall Overcome") an, engagierte sich in Chile, Argentinien, Kambodscha und Vietnam.

Pariser Panthéon: Nationalhelden in Streetart-Version

Porträts wurden auf Fassaden, Transformatorenboxen und Briefkästen gesprüht

In Paris hat der französische Streetart-Künstler C215 Porträts von 28 im Panthéon beigesetzten Persönlichkeiten auf Fassaden, Transformatorenboxen und Briefkästen gesprüht, unter ihnen die Schriftsteller Hugo und Zola. Mit "Illustres" (etwa: Die Berühmten) wolle man ein Kulturgut und dessen Werte wieder in Erinnerung bringen, erklärte David Madec, der Verwalter des Panthéons. Aimé Césaire, afrokaribisch-französischer Schriftsteller und Mitbegründer der Négritude, Antoine de Saint-Exupéry, Pilot und Autor von "Der kleine Prinz", Jean Moulin, bedeutender Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkriegs hat Christian Guémy alias C215 in Paris mit der Spraydose porträtiert. Der 46-Jährige gehört zu Frankreichs bekanntesten Streetart-Künstlern. Seine detailreichen Vorlagen fertigt er in seinem Atelier bei Paris an, bevor er darauf die Farben sprüht. Die Ausstellung dauert bis zum 8. Oktober.

Haus von Rosa Parks findet bei Auktion keinen Käufer

Niemand bot das Mindestgebot von einer Million Dollar

Das Haus der US-Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks, das ein Künstler mehrere Monate lang in seinem Garten in Berlin ausgestellt hatte, hat bei einer Auktion in den USA keinen Käufer gefunden. Das Holzhaus mit Spitzdach und zwei Stockwerken war zuvor vom New Yorker Auktionshaus Guernsey's auf bis zu 3 Millionen Dollar geschätzt worden. Bei der Auktion am Donnerstag in New York bot aber niemand das Mindestgebot von einer Million Dollar. Parks gilt als Ikone der schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung, seit sie sich 1955 weigerte, ihren Platz im Bus für einen Weißen zu räumen.

Mondfinsternis als kosmischer Sommernachtstraum

Berliner Archenhold-Sternwarte lädt zur Langen Nacht der Astronomie

Dem Himmel so nah: Aus Anlass der totalen Mondfinsternis lädt die Berliner Archenhold-Sternwarte zur Langen Nacht der Astronomie (17.00 bis 24.00 Uhr). Bei freiem Eintritt können Besucher das kosmische Schauspiel mit modernen Teleskopen und historischen Instrumenten verfolgen. Erwartet werden rund 2000 Gäste. Der Vollmond geht in Berlin kurz vor 21.00 Uhr bereits verfinstert auf. Zwischen 21.29 und 23.13 Uhr liegt er dann völlig im Schatten der Erde. Es ist die längste totale Mondfinsternis in diesem Jahrhundert. Ein Extra ist die Planetenbeobachtung. Sie ist sonst bei Vollmond nicht möglich, da es dann zu hell ist am Firmament. Am Abend, wenn der Vollmond verschwunden ist, sind bei einem wolkenlosen Himmel vor allem Abendstern Venus, Jupiter, Saturn und Mars gut zu sehen, dazu die Internationale Raumstation ISS - 104 Minuten lang.

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