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Kulturnachrichten

Freitag, 20. Juli 2018

Russisches Gulag-Museum zur Schließung gezwungen

Örtliches Kulturministerium: "Gebäude sei Gefahr für Besucher"

In Russland ist ein Gulag-Museum zur Schließung gezwungen worden. "Wir haben keinen Zugang mehr zum Museum, sagte der Direktor des Museums im westrussischen Joschkar-Ola, Nikolai Araktschejew, der Nachrichtenagentur AFP. Es habe einen Versuch gegeben, die Exponate zu beschlagnahmen. Aus dem örtlichen Kulturministerium hieß es, das Gebäude sei geschlossen worden, weil es eine Gefahr für Besucher sei. Der Direktor versicherte aber, nur das Dach müsse mal repariert werden. "Sie wollen das Museum zerstören, das eine Quelle der historischen Wahrheit und Freiheit ist", sagte Araktschejew. Der frühere Soldat, der mehrere Jahre für die Menschenrechtsorganisation Memorial gearbeitet hat, recherchiert seit Jahren zu den stalinistischen Verbrechen und dem Gulag genannten System der Straf- und Arbeitslager in der Sowjetunion.

Victor Jaras Mörder: Tochter fordert Auslieferung

Der pensionierte Offizier Pedro Barrientos lebt in den USA auf freiem Fuß

Die Tochter des 1973 ermordeten chilenischen Sängers Victor Jara hat an die Regierung appelliert, von den USA nachdrücklicher die Auslieferung des Verantwortlichen für die Tat zu fordern. Amanda Jara war acht Jahre alt, als ihr Vater, ein gefeierter Sänger Regisseur und Universitätsprofessor, nach dem Putsch von Augusto Pinochet zusammen vielen anderen linken Aktivisten festgenommen wurde. Die Putschisten brachten ihn in das zu einem Internierungslager umfunktionierte Stadion von Santiago, wo er gefoltert und umgebracht wurde. Anfang Juli verurteilte ein chilenisches Gericht nach langen Ermittlungen acht pensionierte Offiziere wegen des Mordes an Jara zu 15 Jahren Haft. Ein weiterer Verantwortlicher für dem Mord lebt jedoch in den USA auf freiem Fuß. Der pensionierte Offizier Pedro Barrientos wurde 2016 von einem US-Gericht in Florida aber für den Tod Jaras verantwortlich gemacht. Chiles Forderung nach Auslieferung hängt noch immer in der Schwebe.

Gedenkstätte plant umfassendes DDR-Opferregister

Bildungsministerium fördert Projekt in Berlin-Hohenschönhausen

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen will ein umfassendes Namensregister für die Opfer des DDR-Regimes anlegen. Nach dem Vorbild der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entsteht damit die erste gesicherte Datenbank für politisch Verfolgte des SED-Staates, wie die Gedenkstätte mitteilte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will das Projekt demnach mit voraussichtlich 5,3 Millionen Euro unterstützen. Das Register soll ab Ende des Jahres erarbeitet werden. Neben den persönlichen Daten der Opfer sollen auch Biografien, Fotografien und Zeitzeugeninterviews erfasst werden. Ein eigens dafür gegründeter Forschungsverbund soll herausfinden, wie viele Menschen genau der politischen Repression in der DDR zum Opfer gefallen sind. Bisher gab es dazu laut Gedenkstätte nur grobe Schätzungen.

Zweites Urteil im Fall Schaubühne gegen Kuby

Publizistin Gabriele Kuby hatte gegen das Berliner Theater geklagt

Die christlich-konservative Publizistin Gabriele Kuby hat in Teilen erfolgreich gegen das Theaterstück "Fear" der Berliner Schaubühne geklagt. Das Berliner Kammergericht untersagte dem Theater in einem Urteil, der in Bayern lebenden Kuby in dem Stück Sätze wie "Ich hetze gegen Juden", "Was wir brauchen, sind Faschistinnen" zuzuschreiben und die Publizistin als "verknitterte, ausgetrocknete düstere Seele" zu beschreiben. In anderen Klagepunkten Kubys entschied der 24. Zivilsenat für das Theater. Die umstrittene Publizistin wollte erreichen, dass in der Aufführung kein Porträtfoto von ihr im Bühnenbild verwendet und kein Bild von ihr mit ausgestochenen Augen als Maske genutzt werden darf. Das wurde von dem Gericht mit der Begründung zurückgewiesen, die Grenzen der Schmähkritik würden damit nicht überschritten. Auch dürften generell Tonbandaufnahmen von ihr verwendet werden und der Klägerin stehe kein Schmerzensgeld von 20.000 Euro zu, wie von ihr gefordert.

Kurosawas Drehbuchautor gestorben

Shinobu Hashimoto wurde 100 Jahre alt

Der wichtigste Drehbuchautor von Japans verstorbenem Meister-Regisseur Akira Kurosawa ("Rashomon", "Die Sieben Samurai") ist tot. Shinobu Hashimoto erlag im Alter von 100 Jahren einer Lungenentzündung in seinem Haus in Tokio, wie japanische Medien unter Berufung auf seine Familie berichteten. Shinobu trug mit seiner Arbeit maßgeblich zum goldenen Zeitalter des japanischen Films in den 1950er Jahren bei. Internationale Bekanntheit erlangte er als Co-Autor von Kurosawa für das Drehbuch zum Film "Rashomon", der mit dem Oscar und dem Goldenen Löwen von Venedig ausgezeichnet wurde. Im Westen vielleicht noch berühmter sind "Die Sieben Samurai" aus dem Jahr 1954, auch daran wirkte Shinobu mit. 2013 wurde er mit dem Jean Renoir Award des Writers Guild of America für seine Arbeit ausgezeichnet.

Sammlung von Robin Williams wird versteigert

Teil des Auktionserlöses soll gespendet werden

Die Kunstsammlung des US-Schauspielers Robin Williams soll im Herbst versteigert werden. Das teilte das New Yorker Auktionshaus Sotheby's mit. Die Sammlung umfasst Kunstwerke, Möbel und persönliche Andenken des Schauspielers - darunter Arbeiten des Street Art-Künstlers Banksy und ein Umhang, den Schauspieler Daniel Radcliff beim Dreh des ersten Harry Potter-Films trug. Ein Teil des Auktionserlöses soll Wohltätigkeitsorganisationen gespendet werden. Robin Williams war mit Filmen wie "Der Club der toten Dichter" oder "Mrs. Doubtfire" bekannt geworden. Williams starb vor vier Jahren.

Museum August Macke erweitert Sammlung

Künstlererbe schenkt zwölf Arbeiten

Das Museum August Macke Haus in Bonn bekommt zwölf Arbeiten Mackes von dessen Enkel geschenkt. Das bedeutendste Werk darunter ist die Papierschnitt-Collage "Boot V" aus blauem und gelbem Glanzpapier, die gerade im Mittelpunkt einer Sonderausstellung steht. "Dann könnt ihr's jetzt auch behalten", soll der bisherige Besitzer Til Macke laut einer Museumsmitarbeiterin gesagt haben . Die anderen Arbeiten sind überwiegend Druckgrafiken. Einen Teil der Neuerwerbungen sollen im kommenden Jahr in einer Ausstellung von Holz- und Linolschnitten präsentiert werden.

Nachfahren deutscher Widerständler warnen vor Nationalismus

Appell zum Jahrestag des Stauffenberg-Attentats

Zum Jahrestag des Stauffenberg-Attentats auf Hitler im Juli 1944 haben 400 Nachfahren deutscher Widerständler vor zunehmendem Nationalismus in Europa gewarnt. Dieser gefährde das geeinte, starke und friedliche Europa, das sich die Widerständler erhofft hatten, heißt es in einem im "Tagesspiegel" veröffentlichten Appell. Die kulturelle Verbundenheit Europas betonte auch der Regisseur Andres Veiel. Im Programm von Deutschlandfunk Kultur sagte er: "Der europäische Gedanke muss mit Leben gefüllt werden und das geht eben nicht nur mit Handelsabkommen und Freizügigkeit der Arbeitnehmer. Es braucht den kulturellen Impuls."

Kirchen verlieren weiter Mitglieder

Zahl der Katholiken und Protestanten erneut gesunken

Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland verlieren weiter Mitglieder. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Katholiken auf 23,3 Millionen, die evangelische Kirche hatte 21,5 Millionen Mitglieder. Damit gehört noch etwas mehr als die Hälfte der Deutschen einer der beiden großen christlichen Religionsgemeinschaften an. Das geht aus den Jahresstatistiken hervor, die die katholische und evangelische Kirche heute vorgestellt haben. Schuld am Mitgliederschwund ist in erster Linie der demografische Wandel. 350.000 Mitglieder allein der evangelischen Kirche starben 2017. Die Zahl der Kirchenaustritte stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht. Rund 370.000 Menschen traten im vergangenen Jahr aus den beiden großen Kirchen aus. Die Zahl der Neumitglieder lag etwas darüber bei insgesamt rund 375.000 Menschen.

Nürnberger Zellengefängnis soll Weltkulturerbe werden

Bayerischer Justizminister wirbt für Nominierung

Bayerns Justizminister Winfried Bausback wirbt dafür, das Nürnberger Zellengefängnis als Unesco-Weltkulturerbe auszuzeichnen. "Durch die Nürnberger Prozesse ist das Zellengefängnis weltweit bekannt geworden und war zusammen mit dem Saal 600 Schauplatz der Entstehung unseres modernen Völkerstrafrechts", sagte Bausback bei einer Feierstunde zum 150-jährigen Bestehen des Zellengefängnisses in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg. In dem Gefängnis waren die angeklagten nationalsozialistischen Kriegsverbrecher während der Nürnberger Prozesse inhaftiert. Heute wird das Gefängnis nicht mehr für Haftzecke genutzt und steht unter Denkmalschutz. Pläne, in dem größtenteils leerstehenden Gebäude ein Museum einzurichten, wurden bislang nicht umgesetzt.

Ralf Rothmann erhält Uwe-Johnson-Literaturpreis

Auszeichnung für Erinnerungsarbeit

Rothmann erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Roman "Der Gott jenes Sommers". Das teilte die Mecklenburgische Literaturgesellschaft mit, die den Preis vergibt. In dem ausgezeichneten Roman beschreibt der Autor die letzten Kriegsmonate 1945 aus der Sicht eines 13-jährigen Mädchens. Der in Berlin lebende Autor schildere dabei "eindrucksvoll, wie der Krieg die Seele angreift und die ethische Sicherheit des einzelnen bedroht", so die Begründung der Jury. Die Preisverleihung findet während der Uwe-Johnson-Tage am 21. September in Berlin statt.

Italiens Innenminister verklagt Bestsellerautor

Nach Vorwurf von Mafiakontakten

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat nach eigenen Angaben den Bestsellerautor Roberto Saviano wegen Verleumdung verklagt. Über Twitter teilte der Politiker mit, er akzeptiere jede Kritik, aber er erlaube niemandem zu sagen, dass er der Mafia helfe. Saviano steht seit der Veröffentlichung seines Buches "Gomorrha" über die Mafia im Jahr 2006 unter Polizeischutz. Im Juni hatte der Innenminister angekündigt, den Polizeischutz für Saviano überprüfen zu lassen. Der Autor sprach daraufhin von einer  "widerlichen" Atmosphäre in Italien.

Radiomoderator von "Good Morning, Vietnam" tot

Adrian Cronauer moderierte im Vietnamkrieg Sendung von Militärradio

Der ehemalige Radiomoderator Adrian Cronauer, der die Vorlage zum Film "Good Morning, Vietnam" lieferte, ist tot. Der einstige Unteroffizier der US-Luftwaffe starb am Mittwoch im Alter von 79 Jahren. Cronauer hatte während des Vietnamkriegs von 1965 bis 1966 eine Sendung im US-Militärradio in Saigon moderiert. Der Film "Good Morning, Vietnam", in dem der 2014 verstorbene Schauspieler Robin Williams Cronauer verkörpert, beruht lose auf dessen Geschichte in Vietnam. Nach seinem Militäreinsatz in Südostasien arbeitete Cronauer laut dem zu seinem Tod veröffentlichten Nachruf zunächst für Rundfunk und Fernsehen, bevor er Jura studierte. Von 2001 bis 2009 diente er als Berater im Verteidigungsministerium.

Grütters kritisiert neue Debatte über Einheitsdenkmal

Kulturstaatsministerin fordert, das Einheits-und Freiheitsdenkmal rasch zu bauen

Eine neue Debatte um den Standort sei ein "Killerargument", sagte sie der Deutschen Presseagentur. Die Beschlusslage erneut in Frage zu stellen, mache das Projekt kaputt. Der Zeitplan, das Denkmal zum 30. Jahrestags des Mauerfalls 2019 einzuweihen, sei ohnehin nicht zu halten. Hintergrund: Der Verein Berliner Historische Mitte will, dass die sogenannte Einheitswippe nicht vor dem Berliner Schloss, sondern vor dem Reichstag errichtet wird und hat dort gestern erneut eine Dauerdemo begonnen. Über das Ob und Wie für das Denkmal wird seit zehn Jahren gestritten.

"Siegfrieds Erben" eröffnet Nibelungen-Festspiele

Die Geschichte setzt ein, wo die klassische Nibelungen-Sage endet

Mit Jürgen Prochnow ("Das Boot") als Hunnenkönig Etzel und Jimi Blue Ochsenknecht als Siegfrieds Sohn Gunther sind in Worms die Nibelungen-Festspiele eröffnet worden. Etwa 1300 Zuschauer verfolgten das Stück "Siegfrieds Erben" gespannt auf der Freilichtbühne vor der Nordseite des Kaiserdoms. Die Geschichte der Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel setzt ein, wo die klassische Sage endet - nach dem Tod der rachedurstigen Kriemhild, Ex-Frau des blonden Drachentöters Siegfried. Etzel reist nach Worms, um den Nibelungenschatz als Erbe einzufordern. Er trifft dort auf die Eltern des toten Siegfried, die das Rheingold ebenfalls beanspruchen. Es ist der Beginn einer Spirale aus Hass, Gewalt und Wahnsinn.

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